Ach ja, da ist er wieder: Der bekennende Katholik und Automobilliebhaber Matussek. In seinem Essay, ich las ihn gerade in der Spiegelausgabe #44 dieses Jahres, bedauert er, "Die Deutschen liebten ihr Auto, heute hassen sie es." Und diese Hasser, sie stifteten eine Religion, welche das autofahrende Abendland gefährde oder so ähnlich. Quasi eine Gegenreligion zu der des Autoliebhabers. So what? Alter Mann, Autoliebhaber, findet andere Religionen doof: wen interessiert's? Trotzdem, der Text hat mich irgendwie berührt, wenn auch eher unangenehm.
Große Worte sind das jedenfalls, die er da gebraucht: Liebe und Hass, all das innerhalb eines einzigen Satzes! Solche starke Gefühle einem Ding gegenüber? Ich muss doch sehr bitten: Objektive Menschen mögen Dinge oder sie mögen sie nicht. Übersteigerte Gefühle einem Ding gegenüber ist Fetischismus. Gut: Die einen bevorzugen hohe Stiefel an Frauenbeinen (ich), anderen genügen bereits die Beine (auch ich, wenn Stiefel gerade nicht zur Hand (sic!) sind und ich mich frage, ob die Beine einer Frau Dinge sind), bei wiederum anderen (Matussek und ein paar Neandertaler) sind es eben die Autos. Da ist für jeden etwas drin.
Aber jene, die das Ende des herkömmlichen Autos beschwören und gleichzeitig kreuzöde, ästhetisch gleichgeschaltete und beinahe emissionsfreie Vehikel führen, gleich als Selbstgerechte, als Religionsstifter zu bezeichen, geht etwas an der Sache vorbei. Natürlich wäre es besser, sie ließen gleich ganz vom Auto ab. Das wäre dann wenigstens konsequent. Aber was ist mit denen, die aus verschiedenen Gründen tatsächlich verzichten? Sind die auch selbstgerecht? Diese Frage möchte ich vom Herrn Matussek bitte direkt beantwortet wissen.
Ich stelle mir Herrn Matussek als jemanden vor, der wie viele Bundesdeutsche aufgrund latenter Mittelmäßigkeit erfolgreich ist und nicht in Stadtzentren leben muss. Er besitzt bestimmt ein Häuschen im Umland und fährt tagtäglich mit seinem geliebten Auto in die nächste große Stadt zur Arbeit. Wochenends verbringt er viel Zeit mit seinem Auto und streichelt es sauber und glänzend. Dann cruist er mit seinem frisch gewienerten Porsche (?) durch die volle Künstlichkeit des bundesdeutschen Waldes. Danach bleibt noch etwas Zeit für den Lebenspartner und ggf. auch für die Kinder. Katholiken haben ja all so was. Und da möchte er nicht gestört werden von so Leuten, die seine lieben Gewohnheiten in Frage stellen. Ein bisserl selbstgerecht ist halt ein jeder von uns.
So ähnlich war ich auch einmal. In meiner Jugend. Nun gut, fürs Säubern meiner diversen Autos war ich nie so recht zu haben. Aber auch ich liebte es, wie in George Lucas' Film "American Graffity" durch die Gegend zu cruisen und mich selbst zu bedauern. Ich lebte auf dem Land, und wer arbeiten wollte und danach auch Freundschaften zu pflegen hatte, dem blieb auch gar nichts anderes übrig als hin und wieder zu cruisen. Dies war auch die Folge eines Rückbaus des ÖPNV zugunsten der Automobilität. Wenn ich heute meine Mutter besuche, bin ich ausschließlich zu Fuß unterwegs. Hey, was früher unmöglich schien, es geht: Freunde aus anderen Orten zu besuchen, und das ganz ohne Türenklapp und Zündschlosswiehern.
Zurück in die Vergangenheit: Die Planung der Städte und Dörfer war (und ist es heute noch) bereits in den 80ern völlig dem Kraftverkehr untergeordnet. Noch heute ist es übrigens eine selbstmörderische Unternehmung, die Kreisstraßen mit dem Fahrrad zu befahren. Jedoch wurden einige Bahnstrecken reaktiviert. Und dort, wo keine Bahnstrecke reaktiviert wurde, ist immerhin schon seit Jahrzenten geplant, an deren Stelle Fahrradwege zu bauen. Den matussekschen Selbstgerechten verdanken wir das übrigens nicht, sondern schlicht der unglaublichen Menge an Fahrzeugen, welche Tag für Tag die Straßen verstopfen.
Während Herr Matussek nun in Nostalgie schwelgt und die Zeiten vermisst, als den Menschen CO2-Emissionen noch unbekannt und egal waren und sie ihre Aschenbecher noch aus fahrenden Autos heraus in die Pampa entleerten, wird heute angesichts übervoller Straßen deutlich, dass amerikanisches Cruising, das zufällig auch irgendwie die Weite eines dünn besiedelten Landes benötigt, nicht in die bundesdeutsche Enge transferiert werden kann.
Aber wie man es auch dreht: Selbst durch das New Yorker Zentrum werden wohl nur Vollidioten cruisen wollen. Auch wenn es noch so sehr der amerikanischen Tradition entspricht: Der Bundesrepublik fehlt sie völlig: Wer hierzulande mit dem Wagen durch das Land cruiste, der war schlecht beleumundet und wurde mitunter sogar interniert. Schwer und auch unpassend, daraus eine stolze, bundesdeutsche Tradition zu konstruieren.
Nun bin ich erwachsen, lebe in einer Stadt und brauche kein Auto mehr. Dafür bin ich dankbar. Dass meine Mutter immer noch auf ein solches Fahrzeug angewiesen ist, nehme ich ihr nicht übel. Es ist für sie das, was es im Grunde auch immer war: Ein Vehikel, das zu benutzen ist, wenn es gebraucht wird und das stehen zu lassen ist, wenn es nicht gebraucht wird. Und wenn es dabei emissionsfrei ist, bitteschön. Ein Auto ist schließlich kein Kunstwerk, es ist ein Gebrauchsgegenstand. Es muss nicht ästhetischen Aspekten genügen, ethischen jedoch sehr wohl.
Es gibt kein Recht darauf, ein Auto fahren zu dürfen. Es gibt allerdings auch kein Recht auf eine schadstoffarme Luft. Aber ich finde, dass es dieses Recht geben sollte. Viel mehr als das Recht, ein Auto fahren zu dürfen. Da bleibe ich hart. Herr Matussek sollte sich doch einfach mal zehn Minuten an den Straßenrand zum Beispiel der Karl-Marx-Straße in Berlin stellen. Wenn er dann immer noch glaubt, emissionsarme Autos seien das Werk selbstgerechter Arschkneifer, dann weiß ich wenigstens, was ich von ihm halten soll.
Dass er nun aber angesichts all dieser Selbstgerechten aufzuckt, ist vielleicht die Reaktion auf die Angst vor dem Verschwinden eines Männlichkeitsideals. Einem Ideal, die dem Fahrenden Potenz verleiht und aus dem Nichtfahrenden eine "Schwuchtel" oder eine "Pussie" bzw. aus dem Mitfahrenden ein "Mädchen" macht. Diese Verachtung all jenen gegenüber, die nicht am Steuer einer motorisierten Schwanzverlängerung sitzen, gibt es freilich immer noch. Doch die Apologeten dieser zwischen Altbackenheit, Technikaffinität und Homophobie bzw. Misogynie oszillierenden Männlichkeit wanken und stolpern blindwütig vor Daseinsangst durch die Welt. Doch keine Angst: Auch sie werden platziert!
Denn es ist schön, dass es eine größere werdende Zahl Menschen gibt, die verzichten und statt zu cruisen lieber zu Fuß durch die Stadt flanieren. Und wenn sie ins Umland ihrer Stadt flüchten, dann tun sie es mit der Bahn oder mit dem Fahrrad. Und dann spazieren sie durch den Wald oder durch die Heide und sind genervt von jeder Straße, die ihre Wege kreuzt. Weil sie eigentlich vor dem Verkehr geflüchtet sind, aber im Grunde wissen, dass sie ihm nicht entfliehen können. Mitunter wegen solcher ollen Typen wie dem Herrn Matussek. Katholische Genusssucht kann auch im Verzicht auf Altbekanntes aufgehen. Siehe: neuer Papst!
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Sonntag, 1. Dezember 2013
Dienstag, 19. März 2013
Des Bundesbürgers Maulkorb ist die zugefrorene Fresse! Eskapismus ist die Devise!
| Wenn Tempelhof zur arktischen Basisstation wird, sind wir gefickt |
Da klingt es doch geradezu pervers, dass uns der ungleich wärmere Süden kaum Gelegenheit bietet, unseren Lebensunterhalt auch nur irgendwie zu verdienen. Wenn man von verdienen überhaupt sprechen darf. Viel schlimmer ist doch, dass gerade ziemlich viele Menschen aus dem Süden in den bitterkalten Norden kommen, um überhaupt eine ökonomische Überlebenschance zu haben. Von wegen singen und tanzen in Griechenland, Portugal, Spanien. Alles wunderbare Länder, doch leider pleite. Und noch nicht voller hässlicher Industrieanlagen. Dann kommen sie in die BRD und sind nicht eher wohlgelitten, bis sie genau so sauertöpfisch sind wie der bundesdeutsche Durchschnitt.
Kälte macht argwöhnisch, dumm und hässlich. Wer dauerhaft mit frieren beschäftigt ist, lächelt nicht. Allerhöchstens sind seine Gesichtszüge beim Versuch, eine Boshaftigkeit in die Welt zu setzen, festgefroren. Das sieht nur aus, als würde er lächeln. Aber drinnen tobt die Wut, witterungsbedingt verhindert zu sein, sein barbarisches Gefasel in die Welt zu kreischen. Des Bundesbürgers Maulkorb ist die zugefrorene Fresse! Sein Wesensmerkmal ist das Ungelenke und der Neid. Der Winter hat auch sein Gutes, es ist wahr.
Aber warum regt sich denn eigentlich alle Welt über all die Hartz IV beziehenden Florida-Rolfs auf? Aus meiner Sicht sollten alle Menschen, die sich in den Süden verdrücken, den Umweltnobelpreis bekommen. Sollen auch sie hier im hohen Norden versauern und den letzten Rest Wald verheizen, nur damit griesgrämige Nordeuropa- Citizens nicht denken, alle Welt würde sich auf ihre Kosten verlustieren? Hat man hier schon daran gedacht, dass der singende und tanzende Homo Sapiens vielleicht die bessere Alternative zum werktätig vor sich hingrienenden Homo Economicus ist? ("Homo is' voll schwul, ey!", hör' ich den bundesdeutschen Prolladel tirilieren)
Ach was, hier arbeitet man, um einmal im Jahr in den Süden zu fliegen und die dort lebenden Menschen zu belehren und sich über den schlechten Service zu beschweren. Wer auch in der BRD keine Arbeit findet, dem wird nahegelegt, nicht etwa in den Süden zu gehen. Nein: Er soll noch weiter in den Norden ziehen, nach Skandinavien gar, wo die Sonne im Winter nicht hoch kommt und im Sommer Urlaub im Süden macht. Industrie ist ein Einfall von vor Kälte bibbernder Vollpfosten, die nur ackern, damit sie nicht einfrieren. Dabei gibt es viele andere Tätigkeiten, um in Bewegung zu bleiben. Wie bereits erwähnt eben singen und tanzen, außerdem vögeln und vor allem: Die Füße in die Hand nehmen und nach dem Süden gehen. Go south, my boy!
Auf eine kleine Insel zum Beispiel. Ach, es bleibt die Sehnsucht. Und ein Lied dafür hab' ich schon:
Eskapismus ist auch keine Lösung
Für meine kleine Insel brauch' ich Pinsel und Papier
zum malen meiner Insel brauch' ich Pinsel und Papier
Ein bisschen grün, ein bisschen rot
und für die Not mal' ich ein kleines Segelboot
Dort lieg' ich dann am Strand und bau' mir mit dem Sand
ein klitzekleines Schloss, nur mit Erdgeschoss
und Türmchen d'rum herum, ja da gucken die Leute dumm
denn das Zeug auf dem Papier gehört ganz alleine mir
Und brauch ich mal ein Brot
ja dann nehm' ich mir mein Segelboot
fahr' zum nächsten Dorf am Hafen
und kauf' mir dort ein Brot zur Not
Und kommt einmal ein Sturm
ja dann geh' ich in den Turm
greife zu Papier und Pinsel
und male einfach eine neue Insel
Ein bisschen grün, ein bisschen rot
und für die Not mal' ich ein kleines Segelboot
Ein bisschen grün, ein bisschen rot
und für die Not mal' ich ein kleines Segelboot
Holz E. von Bald 2013
Freitag, 20. April 2012
Die Armut beschießen! Freibeuter Ahoi!
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| kriegswichtig: "Waffenhandel" |
Da trifft es sich gut, dass es nun ein erweitertes Bundeswehrmandat zum Einsatz gegen die Piraten, vorerst allerdings nur in Somalia, gibt. Dann darf die Bundeswehr vermeintliche Piraten auch an Land beschießen und erhält dabei Unterstützung von islamistischen Milizen. Karl Ernst Thomas de Maiziére (CDU) will halt unbedingt sein eigenes Afghanistan. Ja, das können sie, die Deutschen: Die Armut beschießen. Diesbezüglich kann man so auch schon mal den Ernstfall proben für den Einsatz zu Hause: Wenn die Piraten in der BRD noch zulegen, kann Margot Honeckers "Waffengebrauchsgesetz" wahre Wunder wirken.
So wie die somalischen Fischer wegen den Fangflotten der ersten Welt zur Piraterie gezwungen wurden, so mögen die unsrigen Piraten sich die Fischgründe nicht von der Industrie abfischen lassen. Was Wunder, dass ausgerechnet die FDP in Gestalt von "Schnarre" Widerstand leistet, genauso wie auch gegen die Vorratsdatenspeicherung. Wie schade, dass die neue Regelung für Redebeiträge im Bundestag gescheitert ist, nach der all jenen, die da unbequemes, parteischädigendes Zeug daherreden, das Maul verboten werden kann.
Im Falle der Weigerung der BRD, den Vorgaben der EU zu folgen, wird übrigens eine Strafe in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe fällig. Tja: Demokratie sollte man sich schon was kosten lassen. Blöd nur, wenn keiner mehr so richtig weiß, was das eigentlich ist: Demokratie! Ist das nicht das, wo einer sagt wo's langgeht und die anderen folgen? Jedenfalls bekommen die WählerInnen schon heute von SPD und CDU gesagt, was sie wählen sollen und was nicht. Und da hat unser aller Verkehrsminister Ramsauer (CSU) der Berliner SPD geholfen, nicht mit den Grünen koalieren zu müssen, indem er eine Umwidmung der 410 Millionen Euro für den Autobahnring kategorisch abgelehnt hatte? Und da will der Herr Friedrich den Salafisten verbieten, den Koran zu verschenken? Dann müsste er auch den Hoteliers verbieten, die Bibel im Nachttisch neben dem Bett zu verstecken. Aber Hotels sind das Hoheitsgebiet der FDP, da hat der Herr Friedrich nichts zu suchen.
Lupenreine Demokraten gibt es schließlich auch in der Berliner Landespolitik: Einige Bezirke wollen am 1. Mai die "Spätis" schließen lassen. Der Grund: Gefährliches Sortiment! Flaschen und Dosen könnten den Polizisten an den Kopf geworfen werden. Was sagt Frank "Pinhead" Henkel (CDU) als Innensenator dazu? "Wir werden auch Rollkommandos in die Wohnungen derer schicken, die ihre Blumentöpfe nicht von den Fensterbänken nehmen." Habe nur ich den Eindruck, dass sich alle Seiten mal wieder richtig Randale wünschen? Nach Jahren der friedlichen Mai- Revolution ohne jedes Chaos? Welcher Innensenator träumt nicht davon, mal so richtig auf die Kacke zu hauen und den Notstand auszurufen? Schäuble, der würde selber ein paar Autos abfackeln, wenn er dafür auf einen Teil der Bevölkerung schießen dürfte. Aber Schäuble hasst global und ist für so'n Schnickschnack nicht zu haben.
Wird man am 1. Mai eigentlich verhaftet, wenn man öffentlich eine Cola oder einen Latte Molotow trinkt? Müssen Tankstellen auch schließen? Weil die ja auch Getränke verkaufen. Und was ist eine leere Flasche ohne Benzin und Wischtuch? Es bleibt eine leere Flasche! Und es wäre so schön: Keiner dürfte tanken, ein paar Autos mehr stünden still. Benzin ist sowieso viel zu teuer. Da will der Herr Rösler (FDP) zwar was gegen unternehmen, aber man muss sich schon fragen, was das eigentlich soll. Ausgerechnet die "man darf die Wirtschaft nicht überregulieren"- FDP will hier mehr Transparenz durch Regulierung schaffen. Wer's glaubt! Der Herr Rösler, dieser Streber, kämpft ja mittlerweile wohl um jede Stimme. Ich darf zitieren:
“Wenn Sie einen Frosch in heißes Wasser werfen, dann hüpft er sofort heraus. Wenn Sie einen Frosch in kaltes Wasser setzen und langsam die Temperatur erhöhen, wird er zuerst nichts merken und nichts machen. Und wenn er etwas merkt, dann ist es zu spät für den Frosch. So viel zum netten Herrn Rösler.“Also obacht! Wir haben's nämlich schon immer gewusst: Hinter dem Blick dieser grenzdebilen Schildkröte verbirgt sich ein Mad Scientist. Allemal besser als Röslers transparente Benzinpreise ist es jedenfalls, die olle Karre zu Hause lassen und ersatzweise Füße, Beine oder Bahn zu benutzen. Benzin wird ohnehin rar werden, und damit auch immer teurer. Bis dann gar nichts mehr für den Individualverkehr übrig ist. Und wenn BMW wie angedroht den indischen Markt erobern möchte, dann geht's halt noch etwas schneller. Ist doch eigentlich ganz prima: Eine sich selbst erledigende Wirtschaft! Das ist fast so gut wie eine sich selbst erledigende FDP.
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Donnerstag, 5. April 2012
Ein Versuch in Positivismus! Zur Lage der bundesdeutschen Frohsinnsgemeinschaft!
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| kriegswichtig: Positivismus |
Die entlassenen Schlecker- Mitarbeiterinnen müssen gar nicht bemitleidet werden. Sie könnten angesichts vorheriger, schlechter Bezahlung und unbezahlter Überstunden in ihren "Läden" genannten, schäbigen Kabuffs doch eigentlich froh sein, dass das Elend ein Ende gefunden hat. Scheißt auf die Anschlussverwendung. Man möchte ihnen fröhlich zurufen: Genießt die freien Tage! Macht die Jobcenter platt in Eintracht und wischt Euch den Hintern mit deren "Vermittlungsvorschlägen".
Wir müssen nur noch die Wahlen in NRW abwarten, dann ist die FDP Geschichte. In einem schönen Beitrag in der heutigen Jungle World schreibt Jörn Schulz das Ende der FDP schon einmal herbei und empfiehlt den Parteimitgliedern, sie sollten schnellstmöglich eine Anschlussverwendung finden. (vgl. Rösler, Philipp)Mir ist schon ganz schwindlig vor lauter Glück. Ich wünsche allen ein paar ruhige, arbeitsfreie Tage und viel Spaß mit Euren Liebsten in allen erdenklichen Stellungen. Der Hase ist schließlich ein heidnisches Symbol der Fruchtbarkeit. Der Osterhase hingegen ist ein christliches Produkt der Furchtbarkeit. Amen.
Wir (Europäer) befinden uns nicht in einer Staatsfinanzkrise, sondern in einer Bankenkrise. Das macht es nicht besser, ich weiß. Aber es ist immer hilfreich, den wahren Feind zu benennen, um ihn hernach besser bekämpfen zu können. Bestimmt fällt es auch den Staaten demnächst auf, dass sie ganz versehentlich die ärmeren Bevölkerungsschichten bekämpfen statt die eigentliche Ursache des ganzen Elends. Bestimmt! Bald!
Gute Nachricht: Günther Gra§§ ist nicht nur kein Antisemit, sondern ebenfalls kein besonders guter Lyriker. Wie ich das beurteilen kann, ich doofer Wortfuzzi? Na, dann lesen Sie halt einmal das (sicherheitshalber) als Gedicht getarnte Pamphlet. Wenn das als Gedicht durchgeht, was sind dann die Erzeugnisse der Boulevardpresse? Kontemporäre Lyrik? Günther Gra$$ versteckt sich hinter dem Begriff der Kunstfreiheit. Woanders heißt die Chose "Meinung". Bei GraSS nennt's sich "Gedicht". Und das muss man sagen dürfen!
Auch schön ist, dass Sigmar (Apartheids- Regime Israel) Gabriel niemals Bundeskanzler werden wird. Noch schöner ist, dass die SPD niemals mehr als stärkste Partei in der Bundesregierung eine Rolle spielen wird. Am allerschönsten allerdings ist, dass es sie trotzdem gibt und ihr Führungskader nicht gezwungen ist, schnellstmöglich eine Anschlussverwendung zu finden. Zumindest nicht hier, in der BRD. Denn dann müsste er mit 10.000 Schlecker- Mitarbeiterinnen konkurrieren.
Ich finde es auch super bzw. normal, dass das Auto allmählich zum Luxusgut wird. In 10 Jahren ist ohnehin essig mit dem Benzin für alle. Das wird für anderes gebraucht als für den Individualverkehr. Und es ist zu bezweifeln, dass die strombetriebenen KFZ die Verbrennungsmotoren in gleicher Zahl ersetzen können. Falls doch, könnte es sich nicht jeder leisten. Das Fahrrad erlebt jetzt schon eine Renaissance und der ÖPNV wird weit wichtiger werden als dieses nutzlose Rumgegurke mit leicht entflammbaren Fahrzeugen.
Ich finde es schön, dass die Kinder von Anton Schlecker doch nicht pleite sind und immerhin noch ein Logistikunternehmen ihr Eigen nennen dürfen. Der Drogeriemarkt Schlecker schuldet diesem Unternehmen übrigens noch Geld. Damit und mit anderen eisernen Reserven aus dem Sparstrumpf wird es den Schleckermäulern gelingen, sich in das ehemals väterliche Unternehmen einzukaufen. Vorausgesetzt, es sollte sich jemand finden, der es mittels Subventionen aus Steuern sanieren wollen würde. Wo kämen wir da hin, wenn selbst die Reichen arm würden?
Dienstag, 3. April 2012
Wenn die Jahreszeiten der Kapitalismus ist (sic!): Was sind (sic!) dann das Wetter?
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| kriegswichtig: neue Verkehrswege |
Nun könnte man den BürgerInnen auch sagen, dass sie, wenn ihnen das Wetter nicht passt, irgendwohin ziehen sollen, wo es besser ist. Es gibt äquatoriale Länder, in denen die Jahreszeiten schlicht nicht stattfinden. Die Chance einer Verbesserung ist somit wenigstens gegeben. Jeder (vernünftige) Mensch wird wohl annehmen können, dass die Politik das Wetter nicht beeinflussen kann - wenn überhaupt, dann nur langfristig. Kluge Politiker würden sagen: Das Wetter ist da! Macht was draus!
Wenn nun Winter oder Sommer für den Kapitalismus stünde und das Wetter für Benzin, wie verhielte sich die Sache dann? Der Kapitalismus weiß, dass die BürgerInnen der Bunzreplik Schland in den Ferien gerne in den Urlaub fahren. Und zwar mit dem Auto. Dumm isser ja nich, der Kapitalismus, und nutzt deshalb die steigende Nachfrage (z. B. vor den Osterferien) nach dem begehrten Kraftstoff für eine saftige Preiserhöhung. Dieser Preis bleibt freilich bis zu den Sommerferien - da wird er abermals erhöht, weil er weiß: Der Bürger fährt gerne in den Ferien in den Urlaub. Und zwar: mit dem Auto!
Über dieses Naturgesetz jammert dann der Autofahrer, der außerhalb der Ferienzeiten gerne zur Arbeit fährt. Und zwar: mit dem Auto. Und die Politik fordert (in einem Wahljahr), dass die Preise der Mineralölkonzerne im Sinne der Transparenz feststehen soll und am Tage nicht verändert werden darf, damit der arme Konsument nicht zusätzlich zum Arbeitsalltag unnütz verwirrt wird und ggf. zu viel zahlen muss, wenn er vergessen hat, am Vormittag zu tanken und dies nun am Nachmittag nachholen muss. Da lacht dann der Kapitalismus und sagt: Ätsch! Wenn Ihr Sprit braucht, dann liefere ich ihn. Und zwar zu dem Preis, den ich Euch diktiere. Danke übrigens, liebe Politik, für die äußerst liberale Marktwirtschaft. Ich freu mich jedenfalls riesig, dass es mich gibt!
Da bleibt der Politik nur noch übrig, denen, die viel Auto haben und auch viel Weg damit zurücklegen müssen, weil ihr Eigentum oder ihre Mietwohnung so schön weit weg von der Arbeit liegt, dass man geradezu auf ein Auto angewiesen ist, einen Vorschlag zu machen, den sie nicht ablehnen können: Dann erhöhen wir halt die Pendlerpauschale! Denn der dauernd arbeitende und daher dauernd pendelnde Bürger muss vor der rücksichtslosen Preistreiberei der Mineralölkonzerne geschützt werden.
Blöd ist halt, dass auch der nicht Auto fahrende Bürger von den Preissteigerungen betroffen ist. Doch kein Politiker kümmert sich darum, dass die Bahnpreise ebenfalls völlig naturgesetzmäßig jedes Jahr erhöht werden, nur mal so unbemerkt und ganz nebenbei. Der pendelnde Bürger merkt's jedenfalls nicht. Er fährt ja an sich gerne zur Arbeit. Am liebsten halt mit dem Auto, so ist das halt mal. Bahnfahren ist ja auch so unbequem und dauert möglicherweise auch länger. Außerdem ist man da ja auch so unflexibel, zeitmäßig betrachtet. Und darauf hört wiederum die Politik. Denn wer Bahn fährt, der unterstützt ja nicht die maroden und völlig unnützen Automobilkonzerne. Höchstens die Umwelt. Hach, wie banal!
Ja, wir scheißen auf die Umwelt, wenn deren Schutz uns irgendwelche Umstände macht! Blöde Umwelt, das hast Du's! Weg mit dem unnützen Kroppzeug, nieder mit den Bäumen an den Alleen. Die sind ohnehin gefährlich, besonders nach der Disco. Die Klimaziele sind uns völlig egal, solange jeder Bürger das Menschenrecht auf ein eigenes KFZ hat. Jawoll, ein's auf's Maul! Moment mal? Es gibt gar kein Menschenrecht auf den Besitz und das Führen eines KFZ? Aber es gibt sehr wohl die staatliche Verpflichtung, eine funktionierende Infrastruktur zu schaffen? Also sowas wie ein klug ausgebautes Streckennetz für Bus und Bahn? Für Pendler wie für Urlauber?
Warum sagt die Politik seinen BürgerInnen dann nicht: Wenn Euch das Auto fahren zu teuer wird, dann lasst es doch. Dann steigt doch um auf die Bahn. Im Gegenzug dazu erhöhen wir die Pendlerpauschale für Bahnfahrer und bauen das Streckennetz weiter aus. Fahrt doch auch mal einfach WENIGER Auto. Radelt doch zum Zigarettenautomaten oder ins Fitnessstudio. Ich weiß, klingt pervers. Doch das ist gesund und hält Euch fit. Im Schwimmbad fahrt Ihr doch auch nicht mit dem Motorboot herum! Oder etwas doch?
Nein, stattdessen legt die Politik Bahnstrecken lahm, weil die Pendler viel lieber Auto fahren und das Bahnnetz deshalb nicht voll ausgelastet ist. Straßen werden erweitert und unsinnige Großprojekte wie zusätzliche Autobahnstrecken gefördert. Und hernach jammern die selben Deppen immer und immer wieder über steigende Benzinpreise. Weniger gefahren wird trotzdem nicht. Selbst da nicht, wo man ohne weiteres einmal verzichten könnte. Doch solange es sich die Leute noch leisten können, ihr KFZ stundenlang im Leerlauf vorm Haus vor sich hinbrummen zu lassen, statt den Zündschlüssel einmal zu viel herumzudrehen, kann's so schlimm nicht sein. Das wissen vielleicht sogar Politiker. Aber Wahlen sind halt immer irgendwo, nicht wahr?
Freitag, 30. März 2012
Kampagne #1: This is a public announcement without guitaaaars!
Sie fühlen sich abgeschlagen und orientierungslos? Sie leiden unter starkem Stress und haben spontane Anfälle von Wut und Verzweiflung? Ihre Lebensfreude nimmt ab, während Sie an Gewicht zulegen? Wohin Sie auch wollen, Sie kommen nicht an? Sie haben das Gefühl, sich ständig im Kreis zu bewegen? Sie verlieren allmählich den Bezug zu sich und Ihrer Umwelt? Sie stellen eine Gefährdung für sich und andere dar?
Ein Grund zur Sorge.
Doch: Autofahren ist heilbar!
Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Freitag, 27. Januar 2012
KFZ- Pornographie abschaffen! Statt dessen Sextoys im Discounter!
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| kriegswichtig: neue Strukturen |
Als Mann Sex zu haben, ist einfach wundervoll. Es macht Spaß. Man kann so vieles ausprobieren. Nur: Ein Mann kann leider nicht nachempfinden, was eine Frau so fühlt beim Sex. Das ist eines der letzten Geheimnisse. Noch mehr als das dichotome Geschlechterverhältnis, dazu in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft, stört mich, glaube ich, dass ich niemals erfahren werde, wie sich Sex für eine Frau anfühlt. Selbstverständlich meine ich den guten Sex. Auf andere, hormonbedingte, Erlebnisse verzichte ich jederzeit gerne.
Leider hält Wissenschaft und Forschung die Entwicklung von Autos und anderen Waffen für viel dringlicher, als des Menschen Sexualität zum echten Experiment gerieren zu lassen. Da gibt sich die Menschheit doch sehr protestantisch. Ich übertreibe? Na, dann gehen sie mal ins Kino, oder schauen Sie sich Zeitschriften oder gar das Fernsehen an: überall Autowerbung, dicht gefolgt von Düften und technischem Schnickschnack.
Entprechend bieten die Discounter preisgünstiges Zubehör an. Oder haben Sie im Aldi schon mal Sextoys gesehen? Ich nicht! Dafür aber haufenweise Eiskratzer, Parkscheiben, Autoradios und sog. Navis. Wir leben nicht in einer durch und durch sexualisierten Welt. Wir leben in einer durch und durch motorisierten Welt. Kann es sein, dass die Menschen ihre Sexualität im Straßenverkehr ausleben?, fragt mich gerade eine junge Leserin. Nein, entgegne ich ihr. Denn: Das Auto ist ein kalter Liebhaber!
Dem Auto fehlen die drei C, die ein passender Sexualpartner besitzen sollte: einen liebenswerten Charakter, das Contra eines Liebenden und einladende Cörperwärme. Das Auto hat nur Hupe, Brumm und eine leidlich bunt lackierte Karosserie. Es stinkt und macht krach. Eines sieht aus wie das andere. Nach diesen Kriterien wird kein vernünftiger Mensch seinen Partner auswählen. Wenn ein Auto kaputt ist, gibt man es zum Autoklempner. Einen Partner bringt man zum Seelenklempner. Was klingt besser?
Nein, ein Auto ist kein Ersatz für Sexualität. Es bietet lediglich die Möglichkeit, sexuelle Frustration im Straßenverkehr abzubauen. Männer ergänzen mittels Karosse ihre fehlende Libido oder vergrößern künstlich ihr Sexualorgan mit der KFZ- Prothese. Frauen senken im Straßenverkehr ihren Östrogenspiegel ab, wodurch das sexuelle Verlangen gebremst wird. Das macht Frauen wie Männer irgendwie grantig und rücksichtslos gegen andere Verkehrsteilnehmer, vorlieblich Fußgänger und Radfahrer.
Lieber wäre mir, die Menschen hätten anständigen Sex. Hetero-, homo- oder bi, völlig egal, alles geht. Doch dazu müsste man zunächst die Kirche und dann die Lohnarbeit abschaffen. Man kann jedoch vorsorgen: Liebe Discounter, demnächst im Regal wünsche ich Erotikartikel zu sehen! Die KFZ- Pornographie hingegen bitte ich schleunigst abzuschaffen. Danke!
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Dienstag, 14. Juni 2011
In alle Richtungen ermitteln! Leistungsträgerlogik und effiziente Fahrzeugentsorgung!
Ob ein brennendes Auto nun ökologisch weniger schädlich ist, als ein fahrendes, mag einmal dahin gestellt sein. Es kommt wohl auch darauf an, wie alt ein KFZ ist. Sicher ist nur: Ein stehendes Auto ist sicherlich umweltverträglicher, weil es nicht emittiert. Dieser Logik zufolge ist ein erst gar nicht hergestelltes KFZ ökologisch am effizientesten. Daran sollte man sich einmal orientieren, denke ich.
Derzeit brennen viele Autos aus, überwiegend wohl solche mit dem Attribut "Luxus-" vornedran. Manchmal trifft es aber auch weniger luxuriöse Karren, dies zumeist dann, wenn eine Luxuskarosse auf eine eher nerdiges Fahrzeug trifft. Trotzdem scheint ganz Berlin in Angst zu leben, dass nun jede Dreckschleuder demnächst zu ende emittiert.
Wenn man der BZ glauben schenken mag, und auch der ermittelnden Polizei, genau in dieser Reihenfolge, dann muss der gewöhnliche Autofahrer keine Angst haben: Das Ziel der offenbar linksautonomen Gruppierung ist ja nun die Vertreibung der Bonzen aus den noch nicht völlig gentrifizierten Kiezen. Kalle und Ömer mit ihren Mittelklassewagen brauchen sich nicht zu fürchten.
Trotzdem ist die Erregung groß, und wenn's ans Auto geht, ans Heilix Blechle, dann kennt der Spießer eh keine Gnade mehr mit dem linken Pack: Wer dicke Autos fährt, hat es sich schließlich verdient! Und zwar, wenn nicht aus eigener Hände Kraft, dann doch wenigstens aus der Kraft anderer, angestellter Hände. Leistungsträgerlogik ist das, aber was soll's?
Übrigens fasziniert der Gedanke, dass die Autoanzünder ausschließlich linksautonome Gentrifizierungsgegner sein sollen. Als würden sich Nazis nicht auch über die Verteuerung der Lebenshaltungskosten durch ungehinderten Zuzug von Ausbeutern aller Couleur zur Wehr setzen. Es gibt eben auch den "National-" Sozialismus, und der Unterschied zwischen rechten und linken Autonomen ist: Erstere zünden ein Auto vielleicht an, weil jemand drinsitzt, letztere zünden ein Auto nur dann an, wenn niemand drinsitzt.
Wie kann man sich also sicher sein, wer hinter der Zündelei steckt? Es gibt genügend Gründe, Autos anzuzünden. Da kann außer politischen Ambitionen auch noch einfach Langeweile dahinter stecken, Faszination mitunter, oder jemand sucht den Kick. Existierende Bekennerschreiben sind nutzlos und legen keine Fährte. In der sattsam bekannten Verantwortungsschieberei innerhalb der Republik kann es auch durchaus möglich sein, dass die Täter von sich ablenken möchten und die Bekennerschaft anderen zuschustern. Wer weiß?
In der Regel dürfte der Schrecken eines brennenden Autos für den Eigentümer wohl gering sein: Schließlich sind die doch meistens gut versichert. Und wenn man tatsächlich in alle Richtungen ermittelt, dann sollte man auch Versicherungsbetrug in Erwägung ziehen. Hach, wär das 'ne Überraschung: KFZ- Halter verbrennen ihre Autos, um günstig an einen Neuwagen zu geraten. Zuzutrauen wär's ihnen jedenfalls, unseren sauberen Leistungsträgern.
P.S. Natürlich weiß ich, dass das Anzünden eines Autos eine Straftat ist. Der Aufruf dazu ist ebenfalls eine. Deswegen tue ich's auch nicht und habe es auch niemals getan: Auto anzünden und dazu aufrufen und all das! Also: Don't do this at home!
Derzeit brennen viele Autos aus, überwiegend wohl solche mit dem Attribut "Luxus-" vornedran. Manchmal trifft es aber auch weniger luxuriöse Karren, dies zumeist dann, wenn eine Luxuskarosse auf eine eher nerdiges Fahrzeug trifft. Trotzdem scheint ganz Berlin in Angst zu leben, dass nun jede Dreckschleuder demnächst zu ende emittiert.
Wenn man der BZ glauben schenken mag, und auch der ermittelnden Polizei, genau in dieser Reihenfolge, dann muss der gewöhnliche Autofahrer keine Angst haben: Das Ziel der offenbar linksautonomen Gruppierung ist ja nun die Vertreibung der Bonzen aus den noch nicht völlig gentrifizierten Kiezen. Kalle und Ömer mit ihren Mittelklassewagen brauchen sich nicht zu fürchten.
Trotzdem ist die Erregung groß, und wenn's ans Auto geht, ans Heilix Blechle, dann kennt der Spießer eh keine Gnade mehr mit dem linken Pack: Wer dicke Autos fährt, hat es sich schließlich verdient! Und zwar, wenn nicht aus eigener Hände Kraft, dann doch wenigstens aus der Kraft anderer, angestellter Hände. Leistungsträgerlogik ist das, aber was soll's?
Übrigens fasziniert der Gedanke, dass die Autoanzünder ausschließlich linksautonome Gentrifizierungsgegner sein sollen. Als würden sich Nazis nicht auch über die Verteuerung der Lebenshaltungskosten durch ungehinderten Zuzug von Ausbeutern aller Couleur zur Wehr setzen. Es gibt eben auch den "National-" Sozialismus, und der Unterschied zwischen rechten und linken Autonomen ist: Erstere zünden ein Auto vielleicht an, weil jemand drinsitzt, letztere zünden ein Auto nur dann an, wenn niemand drinsitzt.
Wie kann man sich also sicher sein, wer hinter der Zündelei steckt? Es gibt genügend Gründe, Autos anzuzünden. Da kann außer politischen Ambitionen auch noch einfach Langeweile dahinter stecken, Faszination mitunter, oder jemand sucht den Kick. Existierende Bekennerschreiben sind nutzlos und legen keine Fährte. In der sattsam bekannten Verantwortungsschieberei innerhalb der Republik kann es auch durchaus möglich sein, dass die Täter von sich ablenken möchten und die Bekennerschaft anderen zuschustern. Wer weiß?
In der Regel dürfte der Schrecken eines brennenden Autos für den Eigentümer wohl gering sein: Schließlich sind die doch meistens gut versichert. Und wenn man tatsächlich in alle Richtungen ermittelt, dann sollte man auch Versicherungsbetrug in Erwägung ziehen. Hach, wär das 'ne Überraschung: KFZ- Halter verbrennen ihre Autos, um günstig an einen Neuwagen zu geraten. Zuzutrauen wär's ihnen jedenfalls, unseren sauberen Leistungsträgern.
P.S. Natürlich weiß ich, dass das Anzünden eines Autos eine Straftat ist. Der Aufruf dazu ist ebenfalls eine. Deswegen tue ich's auch nicht und habe es auch niemals getan: Auto anzünden und dazu aufrufen und all das! Also: Don't do this at home!
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Freitag, 20. Mai 2011
Ein Reiseführer durch Sardinien (Teil 3): Meine goldrichtige Einstellung zum Auto!
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| Nicht mehr gefährlich = gut! |
Nun gut, die RAF war irgendwie sexy, die Terroristen hatten wenigstens etwas Glamour, was man von Autofahrern nicht gerade behaupten kann. Autofahren ist so ziemlich das stil- und würdeloseste, was man auf Erden tun kann. Wer etwas auf sich hält, der fährt wenigstens nicht selber, sondern lässt sich von Professionellen fahren. Chauffeure und Taxifahrer sind zwar ähnlich gesellschaftliche Parias wie zum Beispiel Politessen und Parkwächter, doch sind sie trotz ihrer bornierten "ich-kann-besser-fahren-als-alle-deswegen-habe-ich-das-recht-alle-anderen-zu-töten"- Art irgendwie nützlich: Während sie sich fluchend durch den Verkehr wurschteln, kann man hinten bequem die Zeitung lesen. Getönte Scheiben sind Voraussetzung, damit man das Elend auf den Straßen nicht sehen muss.
Im Grunde kann ich mir das aber gar nicht leisten. Ich fahre deshalb Rad. Oder ich gehe zu Fuß. Damit bin ich nicht ausschließlich an die von KFZ okkupierten Straßen gebunden, sondern kann auch mal durch den Park saußen oder am Ufer entlang. Die Welt ist am schönsten dort, wo es keine fahrenden Autos gibt, und die stehenden irgenwie verkohlt sind und schon kleine Bäume aus dem zerbeulten Kofferraum wachsen. Auf den Straßen ist es sehr gefährlich für Fußgänger und Radfahrer. Deswegen sollte man lieber behut- und achtsam die Gehwege nutzen. Wenn mich ein Polizist anspricht, weil ich wieder mal auf dem Bürgersteig radele, dann gibt es zwei, nein drei Antworten, die jedoch nichts bringen:
Wie? Zu den Idioten? Auf die Straße? Ich bin doch nicht lebensmüde! Oder: Herr Wachtmeister, Sie sind gut! Wo soll denn hier eine Straße sein? Meinen Sie vielleicht diese lose nebeneinander gelegten Steine? Fünf Meter fahre ich darauf, und dann habe ich eine Gehirnerschütterung! Oder: Schieben, Herr Wachtmeister? Ein Fahrrad ist doch nicht zum Schieben gemacht. Apropos: Es gibt ja die lustigen Baustellen, an denen ein Schild steht mit der Aufschrift: Radfahrer absteigen und schieben! Jemand mit Verstand hat darunter gekritzelt: Autofahrer aussteigen und schieben! It is a car's world...
Die Welt ist gemacht von Autofahrern für Autofahrer. Wer an Baumärkten oder andernorts einmal versucht hat, sein Fahrrad an den dafür vorgesehenen Fahrradständern zu befestigen, der weiß, was ich meine. Die "deutsche" Ingenieurskunst konstruiert ausschließlich Fahrradständer, die für anständige Bereifung zu schmal sind, außerdem sind die Radabstände zu eng gewählt, dass sowieso nur jede zweite Möglichkeit genutzt werden kann. Und zuguterletzt kann man nur das Vorderrad fest anschließen. Die einzig durchdachte Komponente ist die Tatsache, dass die im Baumarkt einkaufenden Autofahrer nicht dazu neigen, ein Fahrrad zu klauen. Lieber fahren sie nur leicht drüber, sodass sich die Räder verbiegen.
Als soziale Gruppe betrachtet sind Autofahrer unglaulich boshaft, leichtfertig und rechthaberisch. Niemand kann so wirkkräftig seine fälschlich angenommene Vorfahrt verteidigen wie ein Autofahrer. Niemand sonst kann so gehässig und mit Freude nah am Fußgänger oder Radfahrer durch Pfützen fahren. Sie sind wie der fiese 10jährige, der die kleinen Kinder auf dem Spielplatz verkloppt. Vielleicht trifft es auch das Bild vom bewaffneten Jäger, der arglose Tiere abknallt. Nicht etwa weil er Hunger hat. Da hätte er ja noch Interesse am Wild. Nein: er knallt sie ab, weil sein narzistischer Trieb durch sein Überlegenheitsgefühl befriedigt wird.
Auf Sardinien fährt wirklich JEDER Auto. Wahrscheinlich ist das notwendig, denn die Straßen bieten kaum eine Möglichkeit für Fußgänger. Unsere Wirtin meinte, sie habe echte Probleme, den Kinderwagen sicher von A nach B zu bringen. Auch sind die Distanzen zwischen den einzelnen Städtchen zu groß: Nicht, dass ich keine 10km laufen kann. Doch über weite Strecken gibt es auf den Landstraßen keinen Straßenrand, auf dem man gehen könnte. Die Sarden sind gleichermaßen rücksichtsvoll und leichfertig. Sie rasen durch die Straßen, fahren aber vorsichtig durch die Wasserpfützen. Das ist nett und hat nur manchmal Todesopfer zur Folge: Vor kurzem sei ein alter Mann überfahren worden. Der Fahrer habe ihn nicht gesehen, weil er so dünn war. Für den Erzähler dieser Story schien dies den Fahrer von seiner Schuld zu entlasten. Da konnte man halt nichts machen: zu dünn!
Aufgrund dieser Situation haben C. und ich uns dazu durchgerungen, ebenfalls ein Auto zu mieten. Ich schäme mich sehr! Doch die Busverbindungen waren zu schlecht, um die Insel auf diese Art zu erkunden. Aber ich finde, dass 400km in 10 Tagen nicht zuviel sind, wenn man bedenkt, dass die Rückfahrt zum Flughafen schon 160km betrug. Ich fahre nunmal nicht gerne. Ich finde meine Einstellung zu Autos jedenfalls goldrichtig.
Im Urlaub fotografiere ich eigentlich nur zwei Dinge: Blumen und Autos, die in der Landschaft zum verrotten abgestellt wurden. Man wird auf Malta oder in Griechenland, aber auch in der Türkei, leicht fündig. Dies finde ich sehr ästhetisch: Das Auto, endlich nicht mehr gegen Mensch und Natur gerichtet, sondern im Einklang mit der Welt. Die Natur überwuchert das Auto und vergibt ihm seine Schuld. Man könnte sagen, dass ich Autos erst lieben kann, wenn sie ihren Zweck überdauert haben und keinen Schaden mehr anrichten können. Zudem ist der Zerfall des Fahrzeugs zugleich eine Metapher für den erwartbaren Zerfall der Automobilindustrie. Alles ist vergänglich.
Der Anteil von Menschen ohne Auto nimmt in der BRD zu. Dies entspricht zum Teil einer tieferen Einsicht und mangelndem Einkommen. Arm, aber dadurch auch irgendwie sexy! Außerdem wird sich Benzin in den kommenden Jahren stark verknappen und damit teurer. Eigentlich eine große Chance für eine Wende im Straßenverkehr. Weniger Autoverkehr schafft auf lange Sicht mehr Platz und Sicherheit auf den Straßen. Vom Lärm und dem Gestank einmal abgesehen. Etwas ungnädig nehme ich daher die aktuellen Versuche der Regierung hin, Elektroautos zu etablieren. Werden wir die Dinger denn nie los? C. beschwert sich jedenfalls leidenschaftlich über die ach so naturverbundenen Leute, die aus der Stadt ins grüne Umland ziehen, damit ihre Kinder Kühe kennenlernen können. Um dann hinterher mit ihren Dreckschleudern die Stadtluft auf dem Weg zu ihren Jobs noch mehr zu verpesten. C. und ich sind große Verfechter der City-Maut!
Auf Sardinien konnte ich leider keine Fotos von Autowracks schießen. Das einzige, dass ich zu Gesicht bekam, war ein von den Serpentinen ins Tal gestürztes Fahrzeug. Ein solches Bild wäre ein Unfallbild. Sicher waren Todesopfer zu beklagen, ein Foto hiervon wäre daher zynisch und hätte einen unfeinen Nachgeschmack. Ich möchte lieber Autos fotografieren, die absichtlich "vergessen" wurden. Ein Unfalltod würde die Botschaft des Bildes überfrachten. Und am Ende wünsche ich auch niemandem den Tod, auch nicht Autofahrern. Denn da kommen wir nun vom Autofahrer als soziale Gruppe zur Person im Auto. Und diese Person muss nicht zwingend identisch sein mit der ungehobelten Masse. Ich wünsche mir sehr, dass auch ich als Fußgänger und Radfahrer nicht für eine ganze Gruppe haften muss und verwahre mich davor, ihr zugerechnet zu werden.
Mittwoch, 11. August 2010
Keine rosige Zukunft mehr! Mein verschmitzt zwinkernder, lieber "alter Sony"!
Leserinnen und Leser meiner letzten Posts könnten den Eindruck bekommen, dass ich mit Eigentum "Probleme" hätte oder sogar "neidvoll" auf den Besitz anderer blicke. Tatsächlich habe ich "Probleme" mit Eigentum, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass meines Vaters Baufirma pleite gegangen war und meine Eltern daraufhin um ihr Eigenheim bangen mussten. Um als Kind selbst keine Sorgenfalten ins Gesicht gemeiselt zu bekommen, musste ich mich ja geradezu von jedem Gedanken an Besitz lossagen.
Alles war gut gegangen, und meine Eltern haben ihr Haus halt noch einmal bezahlt. Aber ich selbst war von da an für jegliches Eigentum versaut: Mit Autos z.B. stand ich eh und je auf Kriegsfuß, und das diese Dinger gepflegt, betankt und gewartet werden mussten, war mir stets zuviel des Guten. Die Scheibenwischer z.B. mussten sehr sehr lange die Frontscheibe verschmieren, ehe ich es mir erlaubte, neue zu besorgen und zu montieren.
Besitz belastet mich in der Tat enorm, und somit sei der Vorwurf des Neides hinfort gewischt wie Blütenstaub mit verbrauchten Scheibenwischern. Einmal um die Weihnachtszeit, es muss im letzten Jahrtausend noch gewesen sein, bekam ich Post von der Polizei, man hätte mein Auto vor ca. zwei Wochen gefunden. Diebe hatten es offenbar zur Spritztour missbraucht - weit waren sie nicht gekommen: Die Tankfüllung reichte nur für ungefähr 30km Spassfahrt.
Ich hatte jedoch den Diebstahl gar nicht bemerkt, weil ich mein Auto erstens: immer an verschiedenen Plätzen geparkt hatte und zweitens: ich dieses Ding sowieso die letzten Wochen gar nicht gebraucht hatte. Da ich nun aber mein Auto auch in den nächsten Wochen nicht brauchen würde, ließ ich es noch zwei weitere Wochen bei der Polizei und war dann recht überrascht, dass ich für einen vollen Monat Standgebühr entrichten musste. Und dann folgte die Reparatur...
Wer etwas hat, der muss sich um etwas kümmern. Wer nichts hat, muss sich auch um nichts kümmern. Dieses Credo ist viel zu einfach um falsch zu sein. Trotzdem gibt es Dinge, die mir lieb sind: Ich hatte bis vor kurzem einen Pflegefall, um den ich mich bis zum Ende liebevoll und mit Geduld kümmerte: Mein lieber Sony 5 Disc CD- Changer, den ich mir zwischen 1988 und 1990 als ersten und einzigen CD- Player gekauft hatte. Seit 2006 hatte er die kleine Macke gehabt, sehr spät "anzuspringen", und tatsächlich brauchte er zuletzt beinahe 15 Minuten, bis er einsatzbereit war.
Zudem verweigerte er zusehends die Nahrung. Am Ende spielte er nur noch gebrannte CDs, die Originale verschmähte er stets. Zu meiner Freude schien er in hohem Alter noch ein konsumkritisches Verhalten zu entwickeln und zeigte zivilen Ungehorsam. So manches Mal zwinkerte er mir kurz mit dem Display zu, um so seine Renitenz unter Beweis zu stellen. Mein lieber "alter Sony" hat mir bis zum März dieses Jahres gute Dienste geleistet, immerhin begleitete er mich über 20 Jahre als kompetenter Verwalter musikalischer Angelegenheiten. Dann erlosch das verschmitzt zwinkernde Display auf ewig...
Ihn nun reparieren zu lassen wäre genauso grausam wie einen Rentner arbeitstauglich zu operieren. Er wäre dann ein anderer, nicht mehr mein "alter", sondern mein "reparierter Sony". Mein "alter Sony" hat sich seinen Ruhestand verdient. Ihm kondoliert auszugsweise folgende (manchmal etwas peinliche) Playlist:
Alles war gut gegangen, und meine Eltern haben ihr Haus halt noch einmal bezahlt. Aber ich selbst war von da an für jegliches Eigentum versaut: Mit Autos z.B. stand ich eh und je auf Kriegsfuß, und das diese Dinger gepflegt, betankt und gewartet werden mussten, war mir stets zuviel des Guten. Die Scheibenwischer z.B. mussten sehr sehr lange die Frontscheibe verschmieren, ehe ich es mir erlaubte, neue zu besorgen und zu montieren.
Besitz belastet mich in der Tat enorm, und somit sei der Vorwurf des Neides hinfort gewischt wie Blütenstaub mit verbrauchten Scheibenwischern. Einmal um die Weihnachtszeit, es muss im letzten Jahrtausend noch gewesen sein, bekam ich Post von der Polizei, man hätte mein Auto vor ca. zwei Wochen gefunden. Diebe hatten es offenbar zur Spritztour missbraucht - weit waren sie nicht gekommen: Die Tankfüllung reichte nur für ungefähr 30km Spassfahrt.
Ich hatte jedoch den Diebstahl gar nicht bemerkt, weil ich mein Auto erstens: immer an verschiedenen Plätzen geparkt hatte und zweitens: ich dieses Ding sowieso die letzten Wochen gar nicht gebraucht hatte. Da ich nun aber mein Auto auch in den nächsten Wochen nicht brauchen würde, ließ ich es noch zwei weitere Wochen bei der Polizei und war dann recht überrascht, dass ich für einen vollen Monat Standgebühr entrichten musste. Und dann folgte die Reparatur...
Wer etwas hat, der muss sich um etwas kümmern. Wer nichts hat, muss sich auch um nichts kümmern. Dieses Credo ist viel zu einfach um falsch zu sein. Trotzdem gibt es Dinge, die mir lieb sind: Ich hatte bis vor kurzem einen Pflegefall, um den ich mich bis zum Ende liebevoll und mit Geduld kümmerte: Mein lieber Sony 5 Disc CD- Changer, den ich mir zwischen 1988 und 1990 als ersten und einzigen CD- Player gekauft hatte. Seit 2006 hatte er die kleine Macke gehabt, sehr spät "anzuspringen", und tatsächlich brauchte er zuletzt beinahe 15 Minuten, bis er einsatzbereit war.
Zudem verweigerte er zusehends die Nahrung. Am Ende spielte er nur noch gebrannte CDs, die Originale verschmähte er stets. Zu meiner Freude schien er in hohem Alter noch ein konsumkritisches Verhalten zu entwickeln und zeigte zivilen Ungehorsam. So manches Mal zwinkerte er mir kurz mit dem Display zu, um so seine Renitenz unter Beweis zu stellen. Mein lieber "alter Sony" hat mir bis zum März dieses Jahres gute Dienste geleistet, immerhin begleitete er mich über 20 Jahre als kompetenter Verwalter musikalischer Angelegenheiten. Dann erlosch das verschmitzt zwinkernde Display auf ewig...
Ihn nun reparieren zu lassen wäre genauso grausam wie einen Rentner arbeitstauglich zu operieren. Er wäre dann ein anderer, nicht mehr mein "alter", sondern mein "reparierter Sony". Mein "alter Sony" hat sich seinen Ruhestand verdient. Ihm kondoliert auszugsweise folgende (manchmal etwas peinliche) Playlist:
Cassandra Complex, Skinny Puppie, Philip Boa and the Voodooclub, Einstürzende Neubauten, Abwärts, Alien Sex Fiend, Flowerpornoes, Public Enemy, Pop will eat itself, Yo la Tengo, The Shamen, Baby Ford, Bernd Begemann, F.S.K., Momus, Sonic Youth, Wire, Stereolab, Laila France, Jah Wobble, Tortoise, So, F.M. Blumm, Burger, Scott Horsecroft, Antonelli Electronics, Jan Jelinek uvm.Jetzt besitze ich einen DVD-Player zum Abspielen meiner CDs. Einen Fernseher habe ich allerdings nicht, will ich auch nicht. Das Haus meiner Eltern werde ich irgendwann einmal erben. Was soll ich damit nur machen? Meine Zukunft ist etwas weniger rosig ohne meinen "alten Sony".
Dienstag, 2. März 2010
Adrenalin! Mit Vollgas in die Midlife- Crisis!
Nö! Nach Berlin bin ich nicht gezogen, um ständig umtrubelt zu werden wie ein zum Star gewordener Straßenschuh auf Wanderschaft. Mich hat weder Clubszene gelockt noch funky Girls'n Boys, mit denen Brüderschaft zu trinken sei und der Wandel der Nacht begossen werden soll. Ich bin Vierzig! Wenn schon, dann trinke ich Elternschaft auf die Knirpse. Ha!
Ich bin einzig und alleine nach Berlin (zurück-)gezogen, weil mir nach meinem misslungenen Mannheim- Adventure nicht Besseres eingefallen ist. Hätte ich die Zeit zu überlegen gehabt, womöglich wäre ich woanders gelandet. So aber schlingerte mein UFO unbestimmt über die Lande und schlug abermals in Neukölln auf. Hier gibt es Leben.
Eines spricht allerdings für Berlin: Man kann sich trotz kulturellem Überangebot in die innere Emigration begeben. Ich meine mit innerer Emigration den Rückbezug auf mich selbst unter temporärem Ausschluss der Öffentlichkeit zum Behufe der Eigenfindung, wobei ich tunlichst den Begriff der Selbstfindung vermeiden möchte. Das klingt mir zu esoterisch.
Mögen andere Leute der endlosen Party wegen nach Berlin gehen, ich bin hier, weil man so wunderbar unerkannt umherwandeln kann und sich eigentlich so gar keiner für einen interessieren mag. Hier kann ich leben, hier kann ich sein und meine Midlife- Crisis voll ausleben. So sieht es nämlich aus: Ich muss nachdenken und nicht feiern. Ich will nicht der Opi in der WG- Küche sein, der den Trubel der Party flieht.
Zumindest verbiete ich den Leuten ihre Party nicht, und wegen mir ist auch noch kein Club geschlossen worden. Wäre ja noch schöner! Diesbezüglich Schande über die 9to5- Deppen, die Berlin ganz dufte finden, aber um 10Uhr ihre Ruhe haben wollen und ehrwürdige Clubs wie das SO36 oder den Knaack- Club schließen lassen wollen. Geht nach Darmstadt oder Mannheim, Ihr Deppen. Schlaft Euch dort aus. Kauft Eure Häuser in Dörfern und geht hier niemandem auf den Sack.
Das einzige, was schlimm ist in Berlin? Die Berliner sind die allermiesesten Autofahrer wo gibt! Das liegt daran, dass sie sich wütend in ihr Auto setzen und ebenso wütend damit fahren. Jeder gegen jeden, egal ob zu langsam, zu schnell, zu Ampel oder zu Fußgänger bzw. Radfahrer. Mann auf Straße? Extra Gas geben. Radfahrer? Wozu gibt es die Hupe! Gut, manche Radfahrer sind auch scheiße, aber selbst denen dürfte es schwer fallen, aus lauter Rechthaberei jemanden tot zu fahren.
Nein, gemeingefährlich sind allein die Autofahrer, und manche sind sogar noch stolz auf den Mist, den sie zusammenfahren. Im Grunde müsste man deshalb allen KFZ einen Adrenalinsensor einbauen, der bei einem Anstieg des Botenstoffs in der Blutbahn das Gaspedal blockiert und die Bremse aktiviert. Eigentlich ein Fall für Toyota. Bitte übernehmen Sie!
Ich bin einzig und alleine nach Berlin (zurück-)gezogen, weil mir nach meinem misslungenen Mannheim- Adventure nicht Besseres eingefallen ist. Hätte ich die Zeit zu überlegen gehabt, womöglich wäre ich woanders gelandet. So aber schlingerte mein UFO unbestimmt über die Lande und schlug abermals in Neukölln auf. Hier gibt es Leben.
Eines spricht allerdings für Berlin: Man kann sich trotz kulturellem Überangebot in die innere Emigration begeben. Ich meine mit innerer Emigration den Rückbezug auf mich selbst unter temporärem Ausschluss der Öffentlichkeit zum Behufe der Eigenfindung, wobei ich tunlichst den Begriff der Selbstfindung vermeiden möchte. Das klingt mir zu esoterisch.
Mögen andere Leute der endlosen Party wegen nach Berlin gehen, ich bin hier, weil man so wunderbar unerkannt umherwandeln kann und sich eigentlich so gar keiner für einen interessieren mag. Hier kann ich leben, hier kann ich sein und meine Midlife- Crisis voll ausleben. So sieht es nämlich aus: Ich muss nachdenken und nicht feiern. Ich will nicht der Opi in der WG- Küche sein, der den Trubel der Party flieht.
Zumindest verbiete ich den Leuten ihre Party nicht, und wegen mir ist auch noch kein Club geschlossen worden. Wäre ja noch schöner! Diesbezüglich Schande über die 9to5- Deppen, die Berlin ganz dufte finden, aber um 10Uhr ihre Ruhe haben wollen und ehrwürdige Clubs wie das SO36 oder den Knaack- Club schließen lassen wollen. Geht nach Darmstadt oder Mannheim, Ihr Deppen. Schlaft Euch dort aus. Kauft Eure Häuser in Dörfern und geht hier niemandem auf den Sack.
Das einzige, was schlimm ist in Berlin? Die Berliner sind die allermiesesten Autofahrer wo gibt! Das liegt daran, dass sie sich wütend in ihr Auto setzen und ebenso wütend damit fahren. Jeder gegen jeden, egal ob zu langsam, zu schnell, zu Ampel oder zu Fußgänger bzw. Radfahrer. Mann auf Straße? Extra Gas geben. Radfahrer? Wozu gibt es die Hupe! Gut, manche Radfahrer sind auch scheiße, aber selbst denen dürfte es schwer fallen, aus lauter Rechthaberei jemanden tot zu fahren.
Nein, gemeingefährlich sind allein die Autofahrer, und manche sind sogar noch stolz auf den Mist, den sie zusammenfahren. Im Grunde müsste man deshalb allen KFZ einen Adrenalinsensor einbauen, der bei einem Anstieg des Botenstoffs in der Blutbahn das Gaspedal blockiert und die Bremse aktiviert. Eigentlich ein Fall für Toyota. Bitte übernehmen Sie!
Freitag, 22. Januar 2010
Im Vorwärtsgang! Im Rückwärtsgang!
Ach so: Jetzt bin ich so ein Wochenend-Freizeit-Schreiber. Gruselig! Unter der Woche muss ich nun richtig den Hintern hinhalten, und ich werde gefickt wie schon lange nicht mehr mit dem dicken Schwanz so called Gehalt, der natürlich nur auf "dick" macht, in Wirklichkeit aber nur so ein magerer Schwengel ist, der nicht einmal die Rosette weitet und schon gar nicht die Prostata anregt.
Im Hader, liebe Freundinnen und Freunde des geposteten Worts, kommen dem Menschen eben leider nicht die besten Worte, vielleicht aber die treffendsten. Doch wie ein Musiker im Drogenrausch glaubt, die beste Musik zu produzieren, wird es das Publikum nicht solchermaßen goutieren. Über Mannheim zu lästern war beinahe ein Vergnügen, doch über wen soll nun vergnüglich gelästert werden, wenn man sich selbst im Mittelpunkt der Betrachtung wähnt?
Okay okay, Selbstironie wäre so ein Ding. Bitteschön: schon geschehen! Meine Verhältnisse jedoch bedürfen dringend einer Besserung! Überlegt habe ich mir diesbezüglich eine meinen bescheidenen Einkünften gemäße Spende an die FDP, die sich bald auszahlen dürfte in Form einer satten Steuererstattung. Da ich zwar nun zu einer bestimmten Form der Leistungsträgerschaft gehöre, zweifle ich dennoch daran, dass mich die FDP erhören wird. Schade eigentlich.
Zumindest gehöre ich, wenn auch nur indirekt, zu Roland Kochs "Zwangsarbeitern". Wobei Zwangsarbeit immer noch irgendwie besser klingt als Zwangsprostitution, der sich ja jeder unterwirft, der auch nur einen Gedanken daran ver(sch)wendet, einer entlohnten Tätigkeit nachzugehen. Seinen Körper für bestimmte Zeit für Geld zur Verfügung zu stellen, ist ja nichts anderes als Prostitution. Im Bedeutungskontext Koch'scher Logik wäre Arbeitszwang eventuell nazistisches Gedankengut, wenn es ihn nicht sowieso schon längst gäbe: Der Bezieher von ALG2 muss ja ohnehin jede ihm angebotene Arbeit annehmen.
Was will dieser Mann also? Womöglich rächt er sich, wie jeder Chauvinist, der ja nur mit Verachtung bestraft werden darf, bei den sozial Schwächeren für vergangenes Ungemach. Er hatte es bestimmt schwer in seiner Jugend. Roland Koch wurde wahrscheinlich niemals zum Bestandteil einer Fahrgemeinschaft, die ihn zu Studienzeiten ins benachbarte Frankfurt mitnahm. Ich denke, auch heute würde kaum jemand Halt machen, hielte er seinen Daumen in den Fahrtwind entgegenkommender KFZ. Ein gemiedener Mensch, der als dürrer Schwengel in den Hintern jeder desavouierenden Sau kriecht, um Beachtung zu erlangen. So wünsche ich mir das jedenfalls.
Was haben Roland Koch oder die FDP mit mir zu tun? Erfreulicherweise nichts! Und das soll gefälligst so bleiben! Aber irgendwas muss sich was ändern hier: Wenn ich schon gefickt werde, so soll's mir wenigstens Spaß machen. Ich bau mir jetzt mein eigenes Wachstumsbeschleunigungsgesetz und setze mich dann in ein KFZ, auf der Suche nach hinternkriechenden Schwengeln, und wenn gefunden: Ich fahre im Vorwärtsgang, im Rückwärtsgang, wieder im Vorwärtsgang und weg!
Im Hader, liebe Freundinnen und Freunde des geposteten Worts, kommen dem Menschen eben leider nicht die besten Worte, vielleicht aber die treffendsten. Doch wie ein Musiker im Drogenrausch glaubt, die beste Musik zu produzieren, wird es das Publikum nicht solchermaßen goutieren. Über Mannheim zu lästern war beinahe ein Vergnügen, doch über wen soll nun vergnüglich gelästert werden, wenn man sich selbst im Mittelpunkt der Betrachtung wähnt?
Okay okay, Selbstironie wäre so ein Ding. Bitteschön: schon geschehen! Meine Verhältnisse jedoch bedürfen dringend einer Besserung! Überlegt habe ich mir diesbezüglich eine meinen bescheidenen Einkünften gemäße Spende an die FDP, die sich bald auszahlen dürfte in Form einer satten Steuererstattung. Da ich zwar nun zu einer bestimmten Form der Leistungsträgerschaft gehöre, zweifle ich dennoch daran, dass mich die FDP erhören wird. Schade eigentlich.
Zumindest gehöre ich, wenn auch nur indirekt, zu Roland Kochs "Zwangsarbeitern". Wobei Zwangsarbeit immer noch irgendwie besser klingt als Zwangsprostitution, der sich ja jeder unterwirft, der auch nur einen Gedanken daran ver(sch)wendet, einer entlohnten Tätigkeit nachzugehen. Seinen Körper für bestimmte Zeit für Geld zur Verfügung zu stellen, ist ja nichts anderes als Prostitution. Im Bedeutungskontext Koch'scher Logik wäre Arbeitszwang eventuell nazistisches Gedankengut, wenn es ihn nicht sowieso schon längst gäbe: Der Bezieher von ALG2 muss ja ohnehin jede ihm angebotene Arbeit annehmen.
Was will dieser Mann also? Womöglich rächt er sich, wie jeder Chauvinist, der ja nur mit Verachtung bestraft werden darf, bei den sozial Schwächeren für vergangenes Ungemach. Er hatte es bestimmt schwer in seiner Jugend. Roland Koch wurde wahrscheinlich niemals zum Bestandteil einer Fahrgemeinschaft, die ihn zu Studienzeiten ins benachbarte Frankfurt mitnahm. Ich denke, auch heute würde kaum jemand Halt machen, hielte er seinen Daumen in den Fahrtwind entgegenkommender KFZ. Ein gemiedener Mensch, der als dürrer Schwengel in den Hintern jeder desavouierenden Sau kriecht, um Beachtung zu erlangen. So wünsche ich mir das jedenfalls.
Was haben Roland Koch oder die FDP mit mir zu tun? Erfreulicherweise nichts! Und das soll gefälligst so bleiben! Aber irgendwas muss sich was ändern hier: Wenn ich schon gefickt werde, so soll's mir wenigstens Spaß machen. Ich bau mir jetzt mein eigenes Wachstumsbeschleunigungsgesetz und setze mich dann in ein KFZ, auf der Suche nach hinternkriechenden Schwengeln, und wenn gefunden: Ich fahre im Vorwärtsgang, im Rückwärtsgang, wieder im Vorwärtsgang und weg!
worte die fallen
Agentur für Arbeit,
Beschleunigung,
FDP,
Gesetz,
KFZ,
Koch,
Prostitution,
Wachstum,
Zwang
Sonntag, 7. Juni 2009
Eine Parabel! Bloß welche?
Nachdem sich CountryGirl und FarmerBoy nach längerer Abwesenheit nun wieder in den Mannheimer Gestaden aufhalten, von den einen herzlich begrüßt, von anderen geschmäht, wie es nun mal so ist, wenn Charaktere erfunden sind, überlegten sie sich, wie sie denn nun ihre Zeit zu verbringen gedächten an jenem letzten, schicksalsschweren Sonntagnachmittag. Da fiel es ihnen in den Sinn, doch einmal ihre oberste Bürgerpflicht wahrzunehmen, denn schließlich lebe man in Oetti-BaWü, wo alles seine Ordnung hat und Unordnung nur für mehr Unordnung sorgt.
Also griffen sie sich Notizblock und Griffel, um sich auf den Weg zu machen und dabei die Kennzeichen falschparkender KFZ aufzuschreiben. Dabei fiel ihnen auf, dass dies erstens gar nicht so einfach ist und allen anderen Punkten der Straßenverkehrsordnung gegenüber ungerecht sei. Deswegen notierten sie sich auch die Kennzeichen von KFZ, welche zum Beispiel die Ampeln ignorierten oder unberechtigterweise die Vorfahrt nahmen.
Das befriedigte die beiden nicht im Geringsten. Und überhaupt, was solle denn dieses ewige Bestrafen von Untaten. Die wirkliche Aufgabe läge doch darin, konformes Verhalten zu loben und so begann man, sich korrekt verhaltende Fahrzeuge zu notieren und sie zu belobigen. Doch dies war so viel mehr anstrengend, zumal es wohl im Auge des Betrachters liegt, was nun korrektes Verhalten ist und was nicht. Außerdem waren FarmerBoy und CountryGirl einfach zu wenige, um wirklich alle diese leuchtenden Beispiele zu erfassen.
Man hätte noch Hilfe benötigt, doch leider war niemand anzutreffen, und so mussten sich die beiden dadurch behelfen, dass sie an jenem Tag eben nur rote Autos berücksichtigen könnten, an einem anderen vielleicht auch schwarze, dann grüne oder gar blaue und so weiter und so fort. Das war vielleicht ein Schwachsinn, und die beiden resigniertem auf hohem Niveau. Sie waren schlicht und einfach des verkehrskonformen Verhaltens überdrüssig, und sahen am Ende ohnehin keinen Unterschied zwischen all diesen Fahrzeugen.
Egal welcher Farbe sie nämlich waren, egal ob es sich um Kleinwägen, Mittelstandsfahrzeugen oder Nobelkarossen handelte: Es war stets dieselbe Soße. Keiner war besser oder schlechter, und langweilig waren sie alle. Man hätte fast den Sinn der Straßenverkehrsordnung anzweifeln können. Als dann Herr Grantl um die Ecke radelte, blieb er kurz bei den beiden stehen und fragte sie nach ihrem offensichtlichen Verdruss aus. Er nickte auffordernd, denn Herr Grantl war stets in der Lage, sich in die Probleme anderer hineinzuversetzen.
So war es auch dieses Mal. FarmerBoy und CountryGirl kündeten von ihrem gemeinsamen Kummer. Herr Grantl hielt kurz inne und verkündete weise: Liebe Kinder, sagte er, es sind nicht die Fahrzeuge, die sich falsch verhalten. Es sind jene, die sie steuern! Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, müsst Ihr Euch mit eben denen anlegen. Nur jammern und etwaiges Fehlverhalten anzuzeigen bringt nichts! Ihr müsst selbst aktiv werden, und Ihr müsst dabei stets Ihr selbst bleiben.
Das war den beiden dann doch etwas zuviel für einen Sonntagnachmittag. Sie verabschiedeten sich von Herrn Grantl, nicht ohne ihm verstimmt ein "die Autos machen ja eh' nur was sie wollen" vor den Latz zu knallen. Weil es ihnen dann doch noch etwas langweilig zu werden drohte, entschieden sie sich, noch einen kleinen Spaziergang zum Wahlbüro zu machen. Ach, vielleicht bringt das ja wenigstens mal was!, stöhnten die beiden mehr zweifelnd als wirklich überzeugt.
Also griffen sie sich Notizblock und Griffel, um sich auf den Weg zu machen und dabei die Kennzeichen falschparkender KFZ aufzuschreiben. Dabei fiel ihnen auf, dass dies erstens gar nicht so einfach ist und allen anderen Punkten der Straßenverkehrsordnung gegenüber ungerecht sei. Deswegen notierten sie sich auch die Kennzeichen von KFZ, welche zum Beispiel die Ampeln ignorierten oder unberechtigterweise die Vorfahrt nahmen.
Das befriedigte die beiden nicht im Geringsten. Und überhaupt, was solle denn dieses ewige Bestrafen von Untaten. Die wirkliche Aufgabe läge doch darin, konformes Verhalten zu loben und so begann man, sich korrekt verhaltende Fahrzeuge zu notieren und sie zu belobigen. Doch dies war so viel mehr anstrengend, zumal es wohl im Auge des Betrachters liegt, was nun korrektes Verhalten ist und was nicht. Außerdem waren FarmerBoy und CountryGirl einfach zu wenige, um wirklich alle diese leuchtenden Beispiele zu erfassen.
Man hätte noch Hilfe benötigt, doch leider war niemand anzutreffen, und so mussten sich die beiden dadurch behelfen, dass sie an jenem Tag eben nur rote Autos berücksichtigen könnten, an einem anderen vielleicht auch schwarze, dann grüne oder gar blaue und so weiter und so fort. Das war vielleicht ein Schwachsinn, und die beiden resigniertem auf hohem Niveau. Sie waren schlicht und einfach des verkehrskonformen Verhaltens überdrüssig, und sahen am Ende ohnehin keinen Unterschied zwischen all diesen Fahrzeugen.
Egal welcher Farbe sie nämlich waren, egal ob es sich um Kleinwägen, Mittelstandsfahrzeugen oder Nobelkarossen handelte: Es war stets dieselbe Soße. Keiner war besser oder schlechter, und langweilig waren sie alle. Man hätte fast den Sinn der Straßenverkehrsordnung anzweifeln können. Als dann Herr Grantl um die Ecke radelte, blieb er kurz bei den beiden stehen und fragte sie nach ihrem offensichtlichen Verdruss aus. Er nickte auffordernd, denn Herr Grantl war stets in der Lage, sich in die Probleme anderer hineinzuversetzen.
So war es auch dieses Mal. FarmerBoy und CountryGirl kündeten von ihrem gemeinsamen Kummer. Herr Grantl hielt kurz inne und verkündete weise: Liebe Kinder, sagte er, es sind nicht die Fahrzeuge, die sich falsch verhalten. Es sind jene, die sie steuern! Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, müsst Ihr Euch mit eben denen anlegen. Nur jammern und etwaiges Fehlverhalten anzuzeigen bringt nichts! Ihr müsst selbst aktiv werden, und Ihr müsst dabei stets Ihr selbst bleiben.
Das war den beiden dann doch etwas zuviel für einen Sonntagnachmittag. Sie verabschiedeten sich von Herrn Grantl, nicht ohne ihm verstimmt ein "die Autos machen ja eh' nur was sie wollen" vor den Latz zu knallen. Weil es ihnen dann doch noch etwas langweilig zu werden drohte, entschieden sie sich, noch einen kleinen Spaziergang zum Wahlbüro zu machen. Ach, vielleicht bringt das ja wenigstens mal was!, stöhnten die beiden mehr zweifelnd als wirklich überzeugt.
Dienstag, 25. November 2008
Mich fürchtet's vor dem Winter! Katastrophenmeldungen!
Einmal stand unser Mann von DHL vor der Türe, kreidebleich und zitternden Händen. "Wissen Sie, was mir gerade passiert ist?", eröffnete er grußlos. "Nein, mir unbekannt!", entgegnete ich, doch meine höfliche, zuvorkommende Art erteilte dem grundsympathischen jungen Mann Redefreiheit.
Er hätte nämlich gerade vor unserer Hauseinfahrt gehalten, um uns ein Paket zuzustellen. Er war jedoch noch nicht zur Wagentüre hinaus, da hupte bereits ein hintanstehender Verkehrsteilnehmer und beschied ihm wild fuchtelnd, er solle gefälligst von der Toreinfahrt verschwinden. Daraufhin sei er, unser DHL Mann, weggefahren und hätte anderswo einen platzsparenden Haltepunkt gesucht.
Als er mit unserem Paket zurückgekommen sei, hätte der PKW Fahrer selber vor der Ausfahrt geparkt und im Inneren seines Fahrzeugs in aller Seelenruhe telefoniert. So ein **** (schlimmstmögliches Schimpfwort bitte selbst eintragen), und jeden Tag derselbe Mist, schimpfte unser DHL Mann. Er sei ja schon viel herumgekommen, aber was er hier erlebe, das schlüge dem Fass den Boden aus und so weiter.
Ich sah mich als Leidensgenossen, hatte tiefes Verständnis für den verunsicherten, wütenden Mann. Die Gesichter von so einigen Menschen hier tragen hässliche, tief von Missgunst, Dummheit und Boshaftigkeit ins Gesicht gezeichnete, Narben. Das wahre Böse, es hat einen Platz in Mannheim, und es verwundert, dass die Stadt keinen eigenen TatortKrimi hat. Doch gegen das Böse und das Dumme hat man keinerlei Macht - es sei denn mann bedient sich ihrer Instrumente.
Mit dem Fahrrad unterwegs. Auch mal StVO-mäßig so komische Sachen machen. Man kommt ja sonst gar nicht vom Fleck. Ich behaupte hier: Hielte ich mich genauestens an die Verkehrsregeln, ich käme niemals an meinem Ziel an, es sei denn, ich schübe mein Fahrrad über weite Strecken. Dennoch: Ich gefährde damit allein mein Leben. Anders wird es, wenn ein PKW-Fahrer mal so komische Sachen macht. Und hinterher den Radfahrer auf einen nichtexistenten Radweg verbannen möchte, weil er ja auf der Straße gar nichts zu suchen hätte.
Führte ich dann eine Waffe mit mir, ich würde ohne zu zögern davon Gebrauch machen. Adrenalinberauscht stelle ich mir übelste Foltermethoden vor. Winseln soll er, der Hund! Um Gnade betteln und seine Dummheit erkennen und daran ersticken. Ich würde sie ihm ins garstige Gesicht schlagen und ihn am Ende blutend in der Gosse liegen lassen.
Nachdem ich mich noch einige Kilometer in dieser Phantasie gesuhlt habe, inklusiver Abschaffung aller Blödheit in der Welt durch faschistische Wirkungsweisen, kühle ich allmählich wieder ab. Ich mache mich doch nicht mit solchen Menschen gemein! Diese Katharsis findet stets im Kopfe statt.
Trotzdem fürchtet's mich sehr vor dem Winter, oder was Experten hier so als Winter bezeichnen. Es ist nämlich zu vermerken, dass viele Menschen, die einen Führerschein ihr eigen nennen, gar kein Auto fahren können. Es aber trotzdem tun. Das ist fast noch erträglich, wenn die Straßen rein und trocken sind. Doch sobald auch nur ein Eiskristall den Teer berührt, bricht ein Chaos aus.
Deswegen spricht man auch gleich von Schneekatastrophen, wenn es einmal schneit und der Schnee auch noch liegen bleibt. Genau genommen müsste es aber Autofahrerkatastrophe heißen, denn der Schnee ist selten schuld an den endzeitlichen Szenarien auf bundesdeutschen Straßen. Tatsächlich schneit es ja nur noch selten in diesen Breiten. Meine Großeltern erzählten manchmal noch von Wintern, die diesen Namen verdient haben.
Wenn es aber schon bei Raureif zu Unfällen und bei leichtem Schneefall zum Dauerstau kommt, wird das ganze Ausmaß des Irrsinns auf den Straßen deutlich: Hier treffen andauernde Selbstüberschätzung, mangelndes Einschätzungsvermögen von Gefahren, Dummheit, Dreistheit und Ungeduld aufeinander. Diese ungute Kombination macht das Kraftfahrzeug zu einer tödlichen Waffe. Aber Waffen, in den Händen von Idioten? Oder SIND Waffen nicht sogar für Idioten gemacht?
Hmmm! Müsste man mal drüber nachdenken!
Er hätte nämlich gerade vor unserer Hauseinfahrt gehalten, um uns ein Paket zuzustellen. Er war jedoch noch nicht zur Wagentüre hinaus, da hupte bereits ein hintanstehender Verkehrsteilnehmer und beschied ihm wild fuchtelnd, er solle gefälligst von der Toreinfahrt verschwinden. Daraufhin sei er, unser DHL Mann, weggefahren und hätte anderswo einen platzsparenden Haltepunkt gesucht.
Als er mit unserem Paket zurückgekommen sei, hätte der PKW Fahrer selber vor der Ausfahrt geparkt und im Inneren seines Fahrzeugs in aller Seelenruhe telefoniert. So ein **** (schlimmstmögliches Schimpfwort bitte selbst eintragen), und jeden Tag derselbe Mist, schimpfte unser DHL Mann. Er sei ja schon viel herumgekommen, aber was er hier erlebe, das schlüge dem Fass den Boden aus und so weiter.
Ich sah mich als Leidensgenossen, hatte tiefes Verständnis für den verunsicherten, wütenden Mann. Die Gesichter von so einigen Menschen hier tragen hässliche, tief von Missgunst, Dummheit und Boshaftigkeit ins Gesicht gezeichnete, Narben. Das wahre Böse, es hat einen Platz in Mannheim, und es verwundert, dass die Stadt keinen eigenen TatortKrimi hat. Doch gegen das Böse und das Dumme hat man keinerlei Macht - es sei denn mann bedient sich ihrer Instrumente.
Mit dem Fahrrad unterwegs. Auch mal StVO-mäßig so komische Sachen machen. Man kommt ja sonst gar nicht vom Fleck. Ich behaupte hier: Hielte ich mich genauestens an die Verkehrsregeln, ich käme niemals an meinem Ziel an, es sei denn, ich schübe mein Fahrrad über weite Strecken. Dennoch: Ich gefährde damit allein mein Leben. Anders wird es, wenn ein PKW-Fahrer mal so komische Sachen macht. Und hinterher den Radfahrer auf einen nichtexistenten Radweg verbannen möchte, weil er ja auf der Straße gar nichts zu suchen hätte.
Führte ich dann eine Waffe mit mir, ich würde ohne zu zögern davon Gebrauch machen. Adrenalinberauscht stelle ich mir übelste Foltermethoden vor. Winseln soll er, der Hund! Um Gnade betteln und seine Dummheit erkennen und daran ersticken. Ich würde sie ihm ins garstige Gesicht schlagen und ihn am Ende blutend in der Gosse liegen lassen.
Nachdem ich mich noch einige Kilometer in dieser Phantasie gesuhlt habe, inklusiver Abschaffung aller Blödheit in der Welt durch faschistische Wirkungsweisen, kühle ich allmählich wieder ab. Ich mache mich doch nicht mit solchen Menschen gemein! Diese Katharsis findet stets im Kopfe statt.
Trotzdem fürchtet's mich sehr vor dem Winter, oder was Experten hier so als Winter bezeichnen. Es ist nämlich zu vermerken, dass viele Menschen, die einen Führerschein ihr eigen nennen, gar kein Auto fahren können. Es aber trotzdem tun. Das ist fast noch erträglich, wenn die Straßen rein und trocken sind. Doch sobald auch nur ein Eiskristall den Teer berührt, bricht ein Chaos aus.
Deswegen spricht man auch gleich von Schneekatastrophen, wenn es einmal schneit und der Schnee auch noch liegen bleibt. Genau genommen müsste es aber Autofahrerkatastrophe heißen, denn der Schnee ist selten schuld an den endzeitlichen Szenarien auf bundesdeutschen Straßen. Tatsächlich schneit es ja nur noch selten in diesen Breiten. Meine Großeltern erzählten manchmal noch von Wintern, die diesen Namen verdient haben.
Wenn es aber schon bei Raureif zu Unfällen und bei leichtem Schneefall zum Dauerstau kommt, wird das ganze Ausmaß des Irrsinns auf den Straßen deutlich: Hier treffen andauernde Selbstüberschätzung, mangelndes Einschätzungsvermögen von Gefahren, Dummheit, Dreistheit und Ungeduld aufeinander. Diese ungute Kombination macht das Kraftfahrzeug zu einer tödlichen Waffe. Aber Waffen, in den Händen von Idioten? Oder SIND Waffen nicht sogar für Idioten gemacht?
Hmmm! Müsste man mal drüber nachdenken!
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Winterzeit
Donnerstag, 26. Juni 2008
Neues aus Bohmte! Doch Mannheim gehört die Zukunft!
Statistisch gesehen verbringt der Mensch der nordwestlichen Hemisphäre ca. 17 Jahre seines Lebens an Ampeln und anderen Verkehrszeichen. Zeit, in der man das Bruttosozialprodukt steigern und das Land endlich nach vorne bringen könnte. Schon arbeiten Arbeitgeberverbände daran, diesen Zustand endlich zu beseitigen. Immerhin haben sie es bisher hinbekommen, die Zigarettenpause und den Gang zur Toilette von der Netto- Arbeitszeit abzukoppeln.
Das von der EU geförderte Projekt Shared Space soll hier Abhilfe schaffen. Weniger Regeln werden den Verkehrsteilnehmer dazu zwingen, selbst nachzudenken und diesbezüglich vorsichtiger zu agieren - so hoffen es zumindest die Befürworter des Projektes. Das Städtchen Bohmte im Landkreis Osnabrück hat daher angefangen, Verkehrszeichen soweit wie möglich abzubauen. Doch es gibt einen kleinen Nebeneffekt: Nicht nur der Verkehr ist seitdem flüssiger, es gibt zudem auch weniger Verkehrstote.
Nach Expertenmeinung sind es damit viel zu wenige: "Wenn man dieses Problem nicht in den Griff bekommt, steigen die kommunalen Kosten rapide an. Jedes überfahrene Kind in der Vergangenheit war ein Kostenfaktor weniger in der Zukunft. Jedes überlebende Kind belastet nun langfristig die öffentlichen Kassen, und das sogar gleich doppelt!" Unser Sozialsystem setzt in der Tat eine große Zahl von Unfalltoten voraus. Wird diese unterschritten, ist es bald essig mit dem feinen Leben.
Denn jeder nicht getötete Verkehrsteilnehmer wird später womöglich einmal Arbeitslosengeld I oder II empfangen, nur um später Rente abzukassieren. Im günstigsten Falle jedoch nimmt er einem anderen die Arbeit weg und macht diesen damit zum Sozialfall. Wie man immer wieder sehen kann, bergen die pfiffigsten Ideen unkalkulierbare Gefahren. Das ist nicht nur bei der Sache mit dem Biodiesel so gewesen, und deswegen empfehlen Experten auch, sich am besten erst gar nichts mehr einfallen zu lassen. Kommt ja eh nichts dabei raus.
Längst hat die Stadt Mannheim auch hier die Nase vorn: Als leuchtendes Beispiel an Regulierungswut beeindruckt Mannheim nicht nur Anrainer- Städte. Auch in den Metropolen dieser Welt stellt Mannheim das Ideal einer regulierten und wandlungsunfähigen Stadt dar. Sicher muss man auch hier zugeben, dass es dort trotz der vielen Verkehrstoten noch eine relativ hohe Arbeitslosenquote gibt. Doch erstens wäre die ohne den verschwenderisch ungünstig gehaltenen Verkehrsfluss noch viel höher, und zweitens als es ist! Außerdem arbeitet man bereits daran, die natürliche Selektion auf der Straße zu beschleunigen:
"Wir müssen uns überlegen, wie wir unachtsame Verkehrsteilnehmer besser vor Schadenersatzverpflichtungen schützen können. Die ständige Kriminalisierung dieser für unsere Kassen so wertvollen Ressource kann nicht unser Ziel sein. Es kann doch nicht sein, dass beispielsweise die Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen Prämien für eine erfolgreiche Vermittlung eines Arbeitslosen abkassieren, aber ein KFZ- Führer für dessen erfolgreiche Eliminierung abgestraft wird. Wir sind doch hier nicht in der DDR, und mit der Agenda 2010 hat das auch nichts mehr zu tun!" So Heiner G. vom Ausschuss für soziale Selektion in der Stadt Mannheim.
Praktisch umgesetzt wird dies bereits durch eine für Fußgänger enervierende Ampelschaltung, bei der man sich nie sicher sein kann, ob diese nun funktioniert oder nicht. Dies soll dazu verleiten, die Straße auch bei Rot zu überqueren. Fahrradwege münden geschickterweise überraschend in Straßen ein, so dass die Unfallgefahr drastisch erhöht wird. Auch die Verordnung, jeder KFZ- Führer habe sich zur Erhöhung der Fahrunsicherheit ein Mobilfunktelefon ans Ohr zu halten, wirkt wahre Wunder, wenn sich auch nicht jeder daran halten mag. Sorgfältige Kontrollen sollen dies in der Zukunft gewährleisten.
Aber auch in anderen Bereichen setzt die Stadt Mannheim auf bewährte Standards: So soll das kohleverbrennende Großkraftwerk Mannheim (GKM) ausgebaut und um einen Block erweitert werden. Man hat die Zeichen der Zeit erkannt und wehrt sich zum einen gegen die "Klimawandel- Lüge", zum anderen belehrt man das unmündige Gesindel, das sich Bürgerschaft nennt: Wer nämlich keine Atomkraftwerke will, der muss halt Schmutz einatmen. So einfach kann das sein. Und deshalb gilt: Städten wie Mannheim gehört die Zukunft!
Nachtrag vom 29.6.08
Beinahe hätte ich es vergessen, wie konnte ich nur? War das doch der Anlass für diesen bösen, bösen Text: Die an sich gute Idee, nämlich den Cityring für Fahrradfahrer etwas sicherer zu machen, indem man einen Fahrradweg anlegt, wurde leider verworfen. Die anliegenden Gewerbetreibenden fürchten so sehr um ihre Kundenparkplätze, dass sie lieber ein paar Tote in Kauf nehmen als auch nur einen Meter Fahrbahn abzugeben. Für ein paar Dollar mehr ist man eben zu allem bereit. Und mir wirft man Zynismus vor...
Das von der EU geförderte Projekt Shared Space soll hier Abhilfe schaffen. Weniger Regeln werden den Verkehrsteilnehmer dazu zwingen, selbst nachzudenken und diesbezüglich vorsichtiger zu agieren - so hoffen es zumindest die Befürworter des Projektes. Das Städtchen Bohmte im Landkreis Osnabrück hat daher angefangen, Verkehrszeichen soweit wie möglich abzubauen. Doch es gibt einen kleinen Nebeneffekt: Nicht nur der Verkehr ist seitdem flüssiger, es gibt zudem auch weniger Verkehrstote.
Nach Expertenmeinung sind es damit viel zu wenige: "Wenn man dieses Problem nicht in den Griff bekommt, steigen die kommunalen Kosten rapide an. Jedes überfahrene Kind in der Vergangenheit war ein Kostenfaktor weniger in der Zukunft. Jedes überlebende Kind belastet nun langfristig die öffentlichen Kassen, und das sogar gleich doppelt!" Unser Sozialsystem setzt in der Tat eine große Zahl von Unfalltoten voraus. Wird diese unterschritten, ist es bald essig mit dem feinen Leben.
Denn jeder nicht getötete Verkehrsteilnehmer wird später womöglich einmal Arbeitslosengeld I oder II empfangen, nur um später Rente abzukassieren. Im günstigsten Falle jedoch nimmt er einem anderen die Arbeit weg und macht diesen damit zum Sozialfall. Wie man immer wieder sehen kann, bergen die pfiffigsten Ideen unkalkulierbare Gefahren. Das ist nicht nur bei der Sache mit dem Biodiesel so gewesen, und deswegen empfehlen Experten auch, sich am besten erst gar nichts mehr einfallen zu lassen. Kommt ja eh nichts dabei raus.
Längst hat die Stadt Mannheim auch hier die Nase vorn: Als leuchtendes Beispiel an Regulierungswut beeindruckt Mannheim nicht nur Anrainer- Städte. Auch in den Metropolen dieser Welt stellt Mannheim das Ideal einer regulierten und wandlungsunfähigen Stadt dar. Sicher muss man auch hier zugeben, dass es dort trotz der vielen Verkehrstoten noch eine relativ hohe Arbeitslosenquote gibt. Doch erstens wäre die ohne den verschwenderisch ungünstig gehaltenen Verkehrsfluss noch viel höher, und zweitens als es ist! Außerdem arbeitet man bereits daran, die natürliche Selektion auf der Straße zu beschleunigen:
"Wir müssen uns überlegen, wie wir unachtsame Verkehrsteilnehmer besser vor Schadenersatzverpflichtungen schützen können. Die ständige Kriminalisierung dieser für unsere Kassen so wertvollen Ressource kann nicht unser Ziel sein. Es kann doch nicht sein, dass beispielsweise die Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen Prämien für eine erfolgreiche Vermittlung eines Arbeitslosen abkassieren, aber ein KFZ- Führer für dessen erfolgreiche Eliminierung abgestraft wird. Wir sind doch hier nicht in der DDR, und mit der Agenda 2010 hat das auch nichts mehr zu tun!" So Heiner G. vom Ausschuss für soziale Selektion in der Stadt Mannheim.
Praktisch umgesetzt wird dies bereits durch eine für Fußgänger enervierende Ampelschaltung, bei der man sich nie sicher sein kann, ob diese nun funktioniert oder nicht. Dies soll dazu verleiten, die Straße auch bei Rot zu überqueren. Fahrradwege münden geschickterweise überraschend in Straßen ein, so dass die Unfallgefahr drastisch erhöht wird. Auch die Verordnung, jeder KFZ- Führer habe sich zur Erhöhung der Fahrunsicherheit ein Mobilfunktelefon ans Ohr zu halten, wirkt wahre Wunder, wenn sich auch nicht jeder daran halten mag. Sorgfältige Kontrollen sollen dies in der Zukunft gewährleisten.
Aber auch in anderen Bereichen setzt die Stadt Mannheim auf bewährte Standards: So soll das kohleverbrennende Großkraftwerk Mannheim (GKM) ausgebaut und um einen Block erweitert werden. Man hat die Zeichen der Zeit erkannt und wehrt sich zum einen gegen die "Klimawandel- Lüge", zum anderen belehrt man das unmündige Gesindel, das sich Bürgerschaft nennt: Wer nämlich keine Atomkraftwerke will, der muss halt Schmutz einatmen. So einfach kann das sein. Und deshalb gilt: Städten wie Mannheim gehört die Zukunft!
Nachtrag vom 29.6.08
Beinahe hätte ich es vergessen, wie konnte ich nur? War das doch der Anlass für diesen bösen, bösen Text: Die an sich gute Idee, nämlich den Cityring für Fahrradfahrer etwas sicherer zu machen, indem man einen Fahrradweg anlegt, wurde leider verworfen. Die anliegenden Gewerbetreibenden fürchten so sehr um ihre Kundenparkplätze, dass sie lieber ein paar Tote in Kauf nehmen als auch nur einen Meter Fahrbahn abzugeben. Für ein paar Dollar mehr ist man eben zu allem bereit. Und mir wirft man Zynismus vor...
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Donnerstag, 16. August 2007
Die Stunde des Parkscheinautomaten! Auch mal über die Wahrnehmung nachdenken!
Ist es nicht seltsam, dass wir (die meisten) Menschen zwei Augen haben, aber trotzdem drei Dimensionen damit wahrnehmen können? Mit einem Auge sieht man zweidimensional. Ohne Auge müsste man linear sehen können, aber man sieht: Nichts! Die Ohren sind zwar reduzierter in der Wahrnehmung, dafür aber realistischer: Mit zwei Ohren hört man stereo, mit einem nur mono.Ja, die Wunder der Wahrnehmung. Man sollte sich ständig darüber Gedanken machen. Oder aber darüber, dass die Mannheimer Parkhausbetriebe (MPB) die Parkgebühren erhöhen. Das sollte an sich kein Problem darstellen, da ein Auto ja nicht zum Parken, wohl aber zum Fahren da ist. Die MannheimerInnen können also aufatmen, denn das Leben fängt im Auto an und endet auch dort?
Erstaunlich ist allerdings, dass ein Auto trotz aller Unkenrufe öfter steht als fährt. Da hat man wohl etwas missverstanden! Ein PKW ist leider viel teurer, wenn er steht, als wenn er fährt. Wenn man ein Auto hat, bezahlt man allein für den Besitzstand Steuer, Versicherung und Parkgebühr!
Rentabel ist es also nur, wenn man sich die teuren Fahrtkosten für den VRN oder die Bahn AG spart und lieber seine eigene Penisverlängerung steuert. Denn der Spritpreis ist wahrlich ein Schnäppchen gegen das Beförderungsentgelt organisierter Transportunternehmen!
Logischer hingegen wäre es, überhaupt kein Auto zu besitzen: Man müsste sich nicht mehr ärgern über anfallende Gebühren oder ähnlichen Krimskrams. Doch nach wie vor hält sich das Motto "freie Fahrt für freie Bürger!" Das ist trotzdem etwas umständlich gedacht: Kein seine Bezeichnung verdienender Ökonom würde da seine Unterschrift drunter setzen.
Übrigens: Ohne Auto verlöre die Dreidimensionalität einen Ihrer Schrecken, wenn ich dieses oben bereits erwähnte Lasso an anderer Stelle wieder schwingen darf. Denn trotz diesem offensichtlichem Manko in der räumlichen Wahrnehmung könnte man in Zukunft auf die stereophone Dissonanz des Klanges zweier sich ineinander verhakenden Fahrzeuge verzichten. Zwei Augen und zwei Ohren richteten sich auf Schöneres.
Eine schöne neue Welt also, und ich schenke sie Euch. Ihr braucht sie nur zu nehmen! Aber wahrscheinlicher ist, dass man mich mal wieder ganz falsch versteht oder ignoriert: In Zukunft wird das Auto weniger parken und mehr fahren, das ist gewiss! Doch irgendwann muss gerastet werden, und dann schlägt die Stunde des Parkscheinautomaten!
Samstag, 28. Juli 2007
Der bewegte Mensch fordert was! Ampeln auf den Müllhaufen der Geschichte!
es ist ja nicht so, dass die strassen schon immer ganz alleine den kfz gehörten. wer das glaubt, ist selten dämlich: in meinen theoriestunden zur fahrprüfung gehörte der "mann mit handwagen" noch fest zum repertoire des strassenverkehrs.
in der geschichte der strasse werden fahrzeuge erst spät erwähnt. zuvor wurden strassen wandertechnisch erschlossen und dienten dem freundlichen warenhandel. per pedes war man unterwegs, der pökler genoss die natur und lüpfte kurz den hut, wenn der fassbinder ihm seine fässer entgegenrollte. heute ist das unvorstellbar!
es wurde nämlich schlimmer: später wurden die strassen für militärische massnahmen strategisch wertvoll, um kriegsgerät und heer schnell transportieren zu können. hitler baute viel später auch seine autobahn quer durch deutschland, er hatte das prinzip verstanden.
auch heute findet auf und über strassen krieg statt, doch sind die kombattanten die einfachen bürgerInnen, die sich über die staatliche gewalt hinwegsetzen und einen bruderkrieg "jeder gegen jeden" inszenieren. nur der gemeinsame feind kann sie einen: der fahrradfahrer und der fussgänger.
letzterem gehörte die strasse früher ganz allein, und der wagenlenker musste ihm den vorrang lassen. doch rücksichtslosigkeit und ignoranz sowie die unfähigkeit des menschen, ein fahrzeug sicher zu führen, setzten dem ein ende.
nach etlichen toten fussgängern erfand man verkehrsregeln. da diese äusserst interpretativ (gibt es dieses wort?) umgesetzt wurden, handelte es sich wohl nur um wohlmeinende vorschläge. als aber keine besserung eintrat, baute man die ampel!
sie ist die gefährlichste unter allen waffen, da sie den menschen in den ursprung seiner keimzellen zurückversetzen und aus einem denkenden ein auf reize unmittelbar reagierendes wesen machen, ähnlich einer amöbe.
tote gibt es dennoch, deswegen erkläre ich das projekt "ampel" als gescheitert. ich selbst reagiere höchst emanzipativ und achte als fussgänger oder radler nicht mehr auf lichtsignale. gesunder menschenverstand geleitet mich sicher durch den irrsinn der strassen und ihrer bewohnerInnen. viel, viel sicherer als je zuvor!
somit nehme ich mir stück für stück zurück, was man mir und meinen ahnen genommen! die zeit der "unmotorisierten" ist gekommen, und ihre protagonisten erkennen keine regeln an, die wegen anderen gemacht sind!
und autofahrer, denkt daran: eure geliebte autobahn war ein mittel zum völkermord! mit diesem wissen sollt ihr heute nacht einschlafen und schlecht träumen!
in der geschichte der strasse werden fahrzeuge erst spät erwähnt. zuvor wurden strassen wandertechnisch erschlossen und dienten dem freundlichen warenhandel. per pedes war man unterwegs, der pökler genoss die natur und lüpfte kurz den hut, wenn der fassbinder ihm seine fässer entgegenrollte. heute ist das unvorstellbar!
es wurde nämlich schlimmer: später wurden die strassen für militärische massnahmen strategisch wertvoll, um kriegsgerät und heer schnell transportieren zu können. hitler baute viel später auch seine autobahn quer durch deutschland, er hatte das prinzip verstanden.
auch heute findet auf und über strassen krieg statt, doch sind die kombattanten die einfachen bürgerInnen, die sich über die staatliche gewalt hinwegsetzen und einen bruderkrieg "jeder gegen jeden" inszenieren. nur der gemeinsame feind kann sie einen: der fahrradfahrer und der fussgänger.
letzterem gehörte die strasse früher ganz allein, und der wagenlenker musste ihm den vorrang lassen. doch rücksichtslosigkeit und ignoranz sowie die unfähigkeit des menschen, ein fahrzeug sicher zu führen, setzten dem ein ende.
nach etlichen toten fussgängern erfand man verkehrsregeln. da diese äusserst interpretativ (gibt es dieses wort?) umgesetzt wurden, handelte es sich wohl nur um wohlmeinende vorschläge. als aber keine besserung eintrat, baute man die ampel!
sie ist die gefährlichste unter allen waffen, da sie den menschen in den ursprung seiner keimzellen zurückversetzen und aus einem denkenden ein auf reize unmittelbar reagierendes wesen machen, ähnlich einer amöbe.
tote gibt es dennoch, deswegen erkläre ich das projekt "ampel" als gescheitert. ich selbst reagiere höchst emanzipativ und achte als fussgänger oder radler nicht mehr auf lichtsignale. gesunder menschenverstand geleitet mich sicher durch den irrsinn der strassen und ihrer bewohnerInnen. viel, viel sicherer als je zuvor!
somit nehme ich mir stück für stück zurück, was man mir und meinen ahnen genommen! die zeit der "unmotorisierten" ist gekommen, und ihre protagonisten erkennen keine regeln an, die wegen anderen gemacht sind!
und autofahrer, denkt daran: eure geliebte autobahn war ein mittel zum völkermord! mit diesem wissen sollt ihr heute nacht einschlafen und schlecht träumen!
Mittwoch, 4. Juli 2007
Vom Hupen und vom Toben! Ein Sport der bequemen Unbequemen!
liebe mannheimerInnen: genügt es nicht, dass ihr immer und überallhin mit euren teuren angeberautos fahren müsst? müsst ihr dann noch dauernd auf euch aufmerksam machen? das ist nicht fein und zeugt von schlechten manieren. ich möchte morgens von der sonne auf die nase geküsst bekommen und davon neckisch erwachen. ich möchte nicht wachgehupt werden.
gut, wenn ich jetzt in berlin wohnen würde, dann wären die adressaten die berlinerInnen. die sind nämlich genauso rücksichtslos. in hintertutzingen oder in schlafwohnheim wird es auch nicht anders sein. aber ich wohne nunmal in mannheim, und jetzt kriegt ihr es ab.
nehmen wir doch die an sich bestimmt praktische anwesenheit einer hupe, die so wunderschön und ergonomisch sinnvoll im zentrum des lenkrades angebracht ist. diese technisch durchdachte begebenheit lädt natürlich zur benutzung ein. sei's drum.
die bremse hingegen bleibt im verborgenen, sie fristet ein schattendasein im mief der autofahrerInnenfüsse. sie wird nicht so gerne benutzt. dem grossen bruder der bremse, dem gaspedal und dessen angetraute, die kupplung, widerfährt hingegen eine verschleisskräftige nutzung. sie beschweren sich nicht.
die bremse will auch etwas verschlissen sein. sie fühlt sich ungeliebt, weil unbenutzt. das ist wie beim menschen: ein bisschen ausbeutung kann ihm vergnügen bereiten. man sucht sich diese beim sexualpartner, beim arbeitgeber oder bei freunden. wer keine noch so kleine genugtuung darin empfindet, wenn er schlecht behandelt wird, ist unehrlich zu sich selbst. aber ich schweife ab!
die bremse braucht den kitzel des gebraucht- seins, der immer auch ein bisschen an der schwelle zur ausnutzung rangiert. warum benutzen sie die mannheimerInnen nicht ein wenig und geben ihr das gefühl der beachtung? nein: lieber wird gehupt! ich sage aber: bremsen statt hupen! die druckwelle der hupe ist nicht stark genug um ein kfz rechtzeitig zum stehen zu bringen.
überdies wird ja nicht gehupt, um eine mögliche bedrohung zu verhindern, wie es die stvo vorsieht, sondern um eine bereits bestehende situation zu strafen. das bedeutet: der fussgänger ist schon auf der strasse, jetzt geht es nur noch darum, ihm ein missfallen zu bekunden. bremsen und entspannt bleiben ist aber immer noch besser als hupen und toben! es gibt dinge, die sollen sich gar nicht ändern, finde ich.
auch eine beliebte strategie: hinter dem städtischen müllfahrzeug stehen und hoffen, es durch wilde huperei zu verunsichern und durch die strassen zu jagen. da ist die stoik der städtischen angestellten allerdings angebracht! blos, weil es ein paar wichtigtuer eilig haben, muss man sich nicht sputen. ich selbst bin da ganz puritanisch: wem es mit dem auto nicht schnell genug geht, soll halt laufen, fahrrad fahren oder die strassenbahn benutzen.
auch der strassenverkehr unterliegt dem physikalischen gesetz der verdrängung bzw. folgendem prinzip: zwei körper können sich nicht zu gleicher zeit am gleichen ort aufhalten. liebe autofahrerInnen: wer dieses prinzip generell in frage stellt, tötet oder verletzt andere verkehrsteilnehmerInnen mutwillig und mit bedacht! denn ein pkw oder ein lkw ist in den händen von chauvinistInnen nichts anderes als ein tötungsinstrument! die hupe liefert dann nichts weiter als das begleitgeräusch von kanonenkugeln!
gut, wenn ich jetzt in berlin wohnen würde, dann wären die adressaten die berlinerInnen. die sind nämlich genauso rücksichtslos. in hintertutzingen oder in schlafwohnheim wird es auch nicht anders sein. aber ich wohne nunmal in mannheim, und jetzt kriegt ihr es ab.
nehmen wir doch die an sich bestimmt praktische anwesenheit einer hupe, die so wunderschön und ergonomisch sinnvoll im zentrum des lenkrades angebracht ist. diese technisch durchdachte begebenheit lädt natürlich zur benutzung ein. sei's drum.
die bremse hingegen bleibt im verborgenen, sie fristet ein schattendasein im mief der autofahrerInnenfüsse. sie wird nicht so gerne benutzt. dem grossen bruder der bremse, dem gaspedal und dessen angetraute, die kupplung, widerfährt hingegen eine verschleisskräftige nutzung. sie beschweren sich nicht.
die bremse will auch etwas verschlissen sein. sie fühlt sich ungeliebt, weil unbenutzt. das ist wie beim menschen: ein bisschen ausbeutung kann ihm vergnügen bereiten. man sucht sich diese beim sexualpartner, beim arbeitgeber oder bei freunden. wer keine noch so kleine genugtuung darin empfindet, wenn er schlecht behandelt wird, ist unehrlich zu sich selbst. aber ich schweife ab!
die bremse braucht den kitzel des gebraucht- seins, der immer auch ein bisschen an der schwelle zur ausnutzung rangiert. warum benutzen sie die mannheimerInnen nicht ein wenig und geben ihr das gefühl der beachtung? nein: lieber wird gehupt! ich sage aber: bremsen statt hupen! die druckwelle der hupe ist nicht stark genug um ein kfz rechtzeitig zum stehen zu bringen.
überdies wird ja nicht gehupt, um eine mögliche bedrohung zu verhindern, wie es die stvo vorsieht, sondern um eine bereits bestehende situation zu strafen. das bedeutet: der fussgänger ist schon auf der strasse, jetzt geht es nur noch darum, ihm ein missfallen zu bekunden. bremsen und entspannt bleiben ist aber immer noch besser als hupen und toben! es gibt dinge, die sollen sich gar nicht ändern, finde ich.
auch eine beliebte strategie: hinter dem städtischen müllfahrzeug stehen und hoffen, es durch wilde huperei zu verunsichern und durch die strassen zu jagen. da ist die stoik der städtischen angestellten allerdings angebracht! blos, weil es ein paar wichtigtuer eilig haben, muss man sich nicht sputen. ich selbst bin da ganz puritanisch: wem es mit dem auto nicht schnell genug geht, soll halt laufen, fahrrad fahren oder die strassenbahn benutzen.
auch der strassenverkehr unterliegt dem physikalischen gesetz der verdrängung bzw. folgendem prinzip: zwei körper können sich nicht zu gleicher zeit am gleichen ort aufhalten. liebe autofahrerInnen: wer dieses prinzip generell in frage stellt, tötet oder verletzt andere verkehrsteilnehmerInnen mutwillig und mit bedacht! denn ein pkw oder ein lkw ist in den händen von chauvinistInnen nichts anderes als ein tötungsinstrument! die hupe liefert dann nichts weiter als das begleitgeräusch von kanonenkugeln!
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