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Dienstag, 14. Juni 2011

In alle Richtungen ermitteln! Leistungsträgerlogik und effiziente Fahrzeugentsorgung!

Ob ein brennendes Auto nun ökologisch weniger schädlich ist, als ein fahrendes, mag einmal dahin gestellt sein. Es kommt wohl auch darauf an, wie alt ein KFZ ist. Sicher ist nur: Ein stehendes Auto ist sicherlich umweltverträglicher, weil es nicht emittiert. Dieser Logik zufolge ist ein erst gar nicht hergestelltes KFZ ökologisch am effizientesten. Daran sollte man sich einmal orientieren, denke ich.

Derzeit brennen viele Autos aus, überwiegend wohl solche mit dem Attribut "Luxus-" vornedran. Manchmal trifft es aber auch weniger luxuriöse Karren, dies zumeist dann, wenn eine Luxuskarosse auf eine eher nerdiges Fahrzeug trifft. Trotzdem scheint ganz Berlin in Angst zu leben, dass nun jede Dreckschleuder demnächst zu ende emittiert.

Wenn man der BZ glauben schenken mag, und auch der ermittelnden Polizei, genau in dieser Reihenfolge, dann muss der gewöhnliche Autofahrer keine Angst haben: Das Ziel der offenbar linksautonomen Gruppierung ist ja nun die Vertreibung der Bonzen aus den noch nicht völlig gentrifizierten Kiezen. Kalle und Ömer mit ihren Mittelklassewagen brauchen sich nicht zu fürchten.

Trotzdem ist die Erregung groß, und wenn's ans Auto geht, ans Heilix Blechle, dann kennt der Spießer eh keine Gnade mehr mit dem linken Pack: Wer dicke Autos fährt, hat es sich schließlich verdient! Und zwar, wenn nicht aus eigener Hände Kraft, dann doch wenigstens aus der Kraft anderer, angestellter Hände. Leistungsträgerlogik ist das, aber was soll's?

Übrigens fasziniert der Gedanke, dass die Autoanzünder ausschließlich linksautonome Gentrifizierungsgegner sein sollen. Als würden sich Nazis nicht auch über die Verteuerung der Lebenshaltungskosten durch ungehinderten Zuzug von Ausbeutern aller Couleur zur Wehr setzen. Es gibt eben auch den "National-" Sozialismus, und der Unterschied zwischen rechten und linken Autonomen ist: Erstere zünden ein Auto vielleicht an, weil jemand drinsitzt, letztere zünden ein Auto nur dann an, wenn niemand drinsitzt.

Wie kann man sich also sicher sein, wer hinter der Zündelei steckt? Es gibt genügend Gründe, Autos anzuzünden. Da kann außer politischen Ambitionen auch noch einfach Langeweile dahinter stecken, Faszination mitunter, oder jemand sucht den Kick. Existierende Bekennerschreiben sind nutzlos und legen keine Fährte. In der sattsam bekannten Verantwortungsschieberei innerhalb der Republik kann es auch durchaus möglich sein, dass die Täter von sich ablenken möchten und die Bekennerschaft anderen zuschustern. Wer weiß?

In der Regel dürfte der Schrecken eines brennenden Autos für den Eigentümer wohl gering sein: Schließlich sind die doch meistens gut versichert. Und wenn man tatsächlich in alle Richtungen ermittelt, dann sollte man auch Versicherungsbetrug in Erwägung ziehen. Hach, wär das 'ne Überraschung: KFZ- Halter verbrennen ihre Autos, um günstig an einen Neuwagen zu geraten. Zuzutrauen wär's ihnen jedenfalls, unseren sauberen Leistungsträgern.

P.S. Natürlich weiß ich, dass das Anzünden eines Autos eine Straftat ist. Der Aufruf dazu ist ebenfalls eine. Deswegen tue ich's auch nicht und habe es auch niemals getan: Auto anzünden und dazu aufrufen und all das! Also: Don't do this at home!

Sonntag, 5. Dezember 2010

Aktive Sterbehilfe für das Weltklima! Es gibt kein Entrinnen!

Ach, wir sitzen alle in der Falle. Egal, wie sehr man sich bemüht, man kann im Grunde nichts richtig machen. Alles, alles, alles was wir tun und sagen, ist grundfalsch und kann nicht das Rechte sein. Das Gelbe vom Ei schon gar nicht, und das Weiße auch nicht. Es hebt sich sozusagen alles gegenseitig auf und verkehrt es nicht einmal, nein: Es wird lediglich nivelliert zur Bedeutungslosigkeit. Beispiele gefällig?

Geben wir unseren Kindern Süßigkeiten, dann werden sie fett, tun wir's nicht, dann vernachlässigen wir sie und sie werden zu noch soziopathischeren Monstern, als sie es ohnehin schon sind. Erziehung ist an sich schon ein Fehler, Anti-Education aber auch. Die Dichotomie der Verhältnisse verhindert jedes Zwischending. Es wundert und es wundert nicht zugleich, dass Erziehungsratgeber angesichts einer solchen Tatsache die Bücherborde überquellen lassen und erwachsene Menschen vom Schreiben solcher leben können.

Oder die Demokratie: Wählen wir beim nächsten Mal eine andere Partei, weil die jetzige völlig verblödet ist, dann ändert sich nichts zum Guten, sondern nur zu einem anderen Schlechten. Ich muss zugegeben, und das fällt mir nicht leicht, weil ich es immer für gefährlich falsch gehalten habe: Meine Eltern hatten völlig recht damit, wenn sie meinten, dass "die da oben" sowieso machen, was sie wollen. Egal, wer an der "Macht" ist: Es geht nie besonders gut für "die da unten" aus! Warum meine Eltern damals nicht mit der RAF sympathisiert haben, erscheint mir nun mehr als rätselhaft. Mit so einer Einstellung hätte ich wahrscheinlich selber Sprengsätze gelegt. Nicht so meine Eltern!

Ach, und das Klima erst: Schaffen wir unser Auto ab, dann ist das gut für's Klima. Aber dafür ist es ungesund, wenn wir uns stattdessen als Fußgänger oder Radfahrer versuchen. Wozu habe ich eigentlich mit dem Rauchen aufgehört, wenn ich täglich mehrere Tonnen Abgase einatmen muss? Was ist die Quintessenz davon? Sollen wir alle zu Hause hocken bleiben in unserer winterkalten Wohnung? Darinnen ist es aber kalt heutzutag'. Wir wissen jedoch: Heizen ist aktive Sterbehilfe für das Weltklima!

Und der Winter, der Freund von Gevatter Grimm? Er ist der Klimakiller Nummer 1, da folgende Faustregel gilt: Wer viel friert, heizt viel! Kann man sich dem Winter entziehen? Nein! Es sei denn, man fliegt nach dem warmen Süden und überwintert dort. Am Besten kehrt man danach nicht mehr zurück: Das schont die CO² Bilanz und reduziert sie um die Hälfte. Rückflug gespart = Kerosin gespart. Dafür geht man dann den dortigen Einwohnern mit Mülltrennung auf den Keks und lässt sich in national befreiten Wohnghettos nieder.

Aber selbst die Internetrecherche nach einem Reiseziel verbraucht schon so viel Energie, dass man stattdessen mit einer erhellenden, alten Glühbirne im Genick ein schönes Buch lesen könnte. Jeder Suchprozess beansprucht die Riesenrechner von Google so sehr, dass dafür zwischen 2 - 10g CO² verbraucht werden. Da kann man genauso gut Urwälder abholzen. Doch das ist auch schlecht für das Weltklima, von wegen Regeneration und grüne Lunge der Erde und so weiter.

Selbst sich aktiv zur Wehr zu setzen und die schöne, leider jedoch abflauende Sitte des Auto-Abfackelns zu pflegen, hat einen Nachteil: Autos wollen nicht einfach so rückstandslos verbrennen, dafür sind sie einfach nicht gebaut. Zudem zieht der Qualm direkt in die Stratosphäre und macht uns die Ozonschicht kaputt. Die wunderbare Idee, Autobesitzern einfach ein kleines Päckchen mit Anzünder und Streichölzern auf die Wagenräder zu legen, damit dieser sein Fahrzeug selber verbrennen möge, ändert daran nichts.

Wie gesagt: Wir sitzen alle in der Falle! Es gibt kein Entrinnen vor dem Übel, man kann lediglich das Kleinere darunter wählen. So wie meine Eltern damals: Sie waren zwar mit keiner Regierung zufrieden und sahen sich vom Staat um alles betrogen, was sie je geleistet hatten. Aber deswegen den Langhaarigen zu huldigen, die gar nicht einmal wissen, was es heißt, richtig zu arbeiten (das Studentenpack), wäre ihnen ein größeres Übel gewesen, als den lieben langen Tag von den im Grunde ja doch gottgewählten Großmächtigen verarscht zu werden.

Es gibt kein gutes Leben im dialektischen!

Dienstag, 14. September 2010

Esst mehr Autos! Ich selbst bin meistens Vegetarier!

Für Kampagnen jedweder Art bin ich vollkommen unempfänglich. Die Form der Überspitzung, um den gemeinen Alltagsmenschen auf eine bestimmte Position festzunageln, lehne ich von Grundauf ab. "Lieben Sie Tiere?", die gerne gestellte Frage von den freilaufenden Homunculussen der Tierschutz- bis Tierrechtsorganisationen, will so sehr eine einzige Position erheischen, dass man ihr nicht ganz sauber entrinnen kann. Wer hier verneint, ist automatisch ein Tierfeind. Wer antwortet denn auf so eine Frage mit "Nein!"

"Ja, ich mag Tiere - besonders auf dem Teller!" ist zwar eine grundehrliche Aussage, entzaubert aber die Gesichter der Fragesteller derart, dass man sich überlegt, ob man seine Speisekarte nicht erweitern soll. Doch was soll das: Wenn Tiere könnten, würden sie die Menschen jagen, züchten und auch verspeisen. Hat denn niemand "Planet der Affen" gesehen? Tiere sind keinen Deut besser als Menschen. Tierrechtler unterstellen den lieben Tierchen sogar ein Bewusstsein: Dadurch wird jeder Tigerbiss zum Mordversuch!

Neulich wurde ich von einem freundlichen Herrn, der sich in Begleitung einer hübschen Kamerafrau befand, angesprochen. Ob ich denn die Verantwortung für die Ermordung von, nein, sogar den Massenmord an Thunfischen übernehmen würde. Er hielt mir eine Papiertüte mit was drin hin. Ich gab mich genervt und bedeutete ihm, dass er mich bitte in Frieden lassen soll. Er sagte daraufhin "Ah ja, ich verstehe schon!" und ich wusste sofort: Er hat gar nichts verstanden. Ich folgte daraufhin einem trotzigen Impuls und bestellte in einem Café gleich nebenan etwas zu laut ein Thunfischsandwich.

Ich lasse mir eben kein schlechtes Gewissen durch miese Propagandasprüche, Fangfragen und Postulate einreden. Da reagiere ich meistens trotzig. Wer mich zu etwas zwingen möchte, erlebt mich dabei, wie ich noch nicht einmal das Gegenteil davon tue, sondern einfach: gar nichts! Aber ich lebe auch inmitten dieser, meiner Welt. Mein Thunfischkonsum beschränkt sich auf 3 - 4 Dosen im Jahr, um eine leckere Tomatensoße zu kredenzen. Obwohl ich Beifang wie Delfine als Veredelung der Konserve betrachte, ist mir das Problem mit den Fischen, dem Thunfisch insbesondere, durchaus bewusst. Jawohl, mein Herr, deswegen kaufe ich (fast) nur noch Fische, die mensch züchten kann! Warum sollte ich dann Verantwortung für die ERMORDUNG von Thunfischen übernehmen?

Allein der Duktus: Noch nicht einmal Soldaten werden ermordet! Sie werden allenfalls getötet. Soldaten aber sind keine Tiere, sondern einfach nur schrecklich fehlgeleitete Menschen (sofern sie die freie Wahl haben). Warum sollten dann aber Tiere einen besseren Status halten, indem man ihre biologische Absenz zum Mordfall erklärt? Kommt denn etwa gleich die Tier- Kripo, wenn einer dieser gefährlichen Stoibären (vgl. Problembär) aus den Alpen ein grasmordendes Schaf reißt? Ist der Metzger immer der Mörder? Oder ist er nur der Gehilfe des Jägersmannes?

Ich plädiere hier allenfalls auf ein Tötungsdelikt, allerdings aus freiem, menschlichen Willen und trotzdem einer lebensmitteltechnischen und klimapolitischen Notwendigkeit heraus. Der Mensch braucht einfach Tier in der Pfanne, da kann er sich's doch drehen und wenden, wie er möchte. Ich habe noch nie einen fröhlichen Veganer gesehen. Vegetarier essen immerhin Käse, Honig und dergleichen. Die habe ich aber auch schon lachen sehen! Ich selbst bin meistens Vegetarier, vegan lebe ich jedoch nur selten. Kürzlich hat C. behauptet, ich sei ein fröhlicher Mensch. Das ist der Beweis: Tiere essen macht fröhlich!

Thunfische, Kühe und von mir aus auch Schweine haben übrigens eine ganz erbärmliche CO²- Bilanz. Fische furzen ungeniert ins Meer und die Säuger an Land furzen in die Luft. Man muss sie einfach aufessen, sonst geht es abwärts mit dem Weltklima und aufwärts mit den Temperaturen. Deswegen gebe ich hier die Losung aus: Esst mehr Kühe! Autos stinken übrigens auch, deswegen gilt: Esst mehr Autos! Und wer kleine Kinder hat, muss sich daran gewöhnen: Esst mehr Kinder! Die pupsen dauernd durch die Gegend und werden später einmal zu erwachsenen, autofahrenden und im Flieger sitzenden Umweltschweinen.

Wir heurigen Erwachsenen sind allerdings unentbehrlich: Wer soll die ganzen Kühe, Thunfische und Autos denn aufessen, wenn es uns auf einmal nicht mehr gibt? Wollen Sie etwa für die Ermordung des Weltklimas Verantwortung übernehmen? Sehen Sie: Ich auch nicht! Drückebergerei gilt dabei nicht: Wer die Welt retten will, der muss ran an die Buletten! Ganz gleich, aus welchem Tier die gemacht sind!

Montag, 14. Januar 2008

2007! And the Winner is... (Teil 2)

Wie versprochen folgt ein zweiter und letzter Teil, mit dem ich das Jahr 2007 beschliessen und als endlich abgearbeitet betrachten möchte. Ich befürchte zudem, dass alles im Jahr 2008 einfach so weitergeht, wie es im Jahr 2007 geendet hat. Das macht mich zum "Pessimisten des Jahres 2007" Glückwunsch an mich selbst!

In der Kategorie "Der größte Schwindel 2007" hat gewonnen: Der CO2- Emissionshandel, jetzt auch nutzbar für den Konsumenten. Alles ist nun möglich: Einen 100 Liter- Geländewagen kaufen, vier Mal im Jahr in den Schnee fliegen, und am Ende dafür eine freiwillige Schamsteuer abdrücken. Das Gewissen ist rein und irgendwo in Hintertupfing wird eine Öko- Tanne mit Spendergravur gepflanzt.

Der "Klimaschützer 2007" ist und bleibt Deutschland! Toll, das hat es sich verdient! Denn kaum ein Land schafft es, in der Welt für weite Zugeständnisse im Klimaschutz zu sorgen, ohne selbst etwas von Gegenwert dafür leisten zu müssen. Weil der Rest der Welt nun so sauber sein wird, kann die deutsche Automobilindustrie weiterhin ungestraft Geländewagen produzieren und verkaufen. Denn die CO2- Emissionen werden nicht pro Fahrzeug ermittelt, nein! Es gilt diehier vereinfacht dargestellte Faustregel: Emission pro Kubikmeter Fahrzeug. So gesehen ist ein Geländewagen natürlich viel sauberer als ein 3- Liter Kleinwagen.

In der Kategorie "Die gesündeste Kneipendichte 2007" hat Mannheim gewonnen. Schon wieder! Mein Glückwunsch! In kaum einer anderen Stadt sind erträgliche Kneipen so weit voneinander entfernt wie in Mannheim. Da wird der Kneipenbummel zum gesundheitsfördernden Ereigniss!

"Die besten Ängste 2007": Platz 1: Gibt es bald auch noch ein Alkoholverbot in Kneipen und Restaurants? Platz 2: Und das Benzin wird auch immer teurer? Platz 3: Was, fliegen soll auch teurer werden? Platz 4: Hilfe, das Wetter spielt verrückt! Platz 5: Terroristen, Terroristen, überall Terroristen, nur bei uns nicht! Platz 6: Deutschland ist denen wohl nicht wichtig genug? Platz 7: Sterben die Deutschen (Akademiker) aus? Platz 8: Die Angst vor dem Verlust der Angst Platz 9: Angst um den Wirtschaftsstandort Deutschland Platz 10: Die Angst um den zwar bescheuertsten, aber trotzdem unverzichtbaren Arbeitsplatz.

"Die dümmsten Schrifterzeugnisse 2007" sind wie jedes Jahr: Jahresrückblicke! Völlig subjektiv ausgewählte Themen mit dubiosen Verfahren zur Bestimmung des Gewinners sollen die LeserInnen ... ja was denn eigentlich?

Montag, 10. Dezember 2007

Gute Ökobilanz dank Heizpilz! RaucherInnen können die Umwelt retten!

Jo! Am vergangenen Samstag beteiligten sich ca. 2,5mio Haushalte an der großen Klimaschutzaktion und machten die Lichter aus. Das ist ein toller Erfolg für die temporäre Klimasause, doch nur ein kleiner für nachhaltigen Klimaschutz: Jeder poplige Weihnachtsmarkt furzt in der Sekunde soviel CO2 in die Luft, wie anderntags- n'orts in lausigen fünf Minuten eingespart werden konnte.

Lustigerweise nässten sich die großen Netzbetreiber wegen dem erwartbaren plötzlichen Abfall der Stromlast im Leitungssystem die Hosen ein: "Wenn zu viele Menschen mitmachen, drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz", sagte da ein Stromer. War das nicht ein ganz klein wenig Panikmache? Vielleicht auch Angst vor erwartbarem plötzlichen Einkommensverlust?

Ich jedenfalls habe schon Viertel vor Acht das Licht gelöscht, auch sonst alle Geräte ausgeschaltet und lag bei Kerzenschein in der Badewanne, so bis kurz vor Neun. Ich ließ es wirklich darauf ankommen, wollte es wissen! Wir heizen Wohnung und Wasser übrigens mittels Fernwärme auf, falls da ein ein Zeigefingerbesitzer mit dem Zeigefinger auf uns zeigt und sagt: "Buh! Klimasünder!" Ich entgegne: "Nix da! Null Klimasünder! Wenn schon dann: Wasserverschwender!"

Ich fahre ja noch nicht mal Auto. Trotz allem stehe ich aber voll auf Umweltverschmutzung und "CO2- in- die- Luft- blasen". Denn das Rauchen ist kein Spaß mehr, seit man vor(!) und nicht in(!) den heiligen Trinkhallen und Kneipen rauchen soll. So beklagte ich mich bei meiner Bekannten H. lauthals darüber, dass es vor dem Vienna keine Heizpilze gibt, an denen ich mein entzündetes (und entzückendes) Näschen hätte wärmen können!

Aber kommt da etwa Zustimmung seitens der Kettenraucherin H.? Nada, nö und non: Die Heizpilze genannten Propangasbrenner seien Gift fürs Klima, weil sie pro Stunde bis zu 3,5 Kilogramm Kohlendioxid CO2 in die Luft bliesen. Das entspräche in etwa der Ökobilanz von 25 Kilometer Autofahrt!

Wo bleibt da bitte die erwartbare Solidarität unter RaucherInnen? Und was soll das dauernde Bilanzieren vor dem Ökogott? Da bilanziere ich doch glatt zurück: Wenn nur 10 Leute in der Stunde einen Heizpilz frequentieren, um tödliches Nervengift zu inhalieren, dann ist das immer noch 9 mal besser, als wenn ein einziger Heinz ('tschuldigung Heinz!) 25 km weit mit dem Auto fährt. Bei solchen Kurzstrecken nimmt man das Fahrrad. Und wer des Pedals nicht mehr mächtig ist, der nehme Bus und Bahn!

Also: Wenn schon Schlüsse ziehen, dann bitte die Richtigen! Ansonsten gilt nämlich: Sie sehen die Zeichen, doch sie verstehen sie nicht!

Mittwoch, 16. Mai 2007

Urin trinken mit Katja Eppstein! Eine Machtphantasie!

manchmal wünscht man sich schon, berühmt, sogar beliebt zu sein! man hätte eine unglaubliche macht. k. eppstein zum beispiel schafft es vermutlich, dass sich viele ältere frauen mit ihrem eigenen urin waschen und/ oder ihn trinken, denn sie hat der der bild- zeitung ihr jungbrunnenrezept verraten. wer ist k. eppstein? dieser name ist nur noch thirty- somethings und noch älteren bekannt, alle anderen haben die gnade der späten geburt erfahren.

ich habe die bildzeitung NATÜRLICH NICHT gelesen. ich lief an einem kiosk vorbei, und die lettern sind halt so gross, dass man sie sogar aus den augenwinkeln lesen kann. die bildzeitung tut mir gewalt an, und wenn ich grosse macht hätte, würde ich sie verbieten oder zumindest wie alkohol und zigaretten aus der öffentlichkeit verbannen.

das widerspricht der pressefreiheit nicht, denn wer sonst ausser der bildzeitung selbst würde dieses geschreibsel als pressearbeit, schlimmer noch als zeitung bezeichnen? ein verbot der bild wäre sogar ein befreiungsschlag für die presse. aber ich habe ja sowieso keine grosse macht, noch nicht mal eine vorbildfunktion. wenn ich beides hätte, wäre ich natürlich auf die bildzeitung angewiesen. sie ist das sprachrohr, das viele leserInnen erreicht.

vielleicht könnte ich die bildzeitung dazu benutzen, mir andere unangenehme dinge vom hals zu schaffen oder einfach nur zum spass beobachten, wie man es mir gleichtut: das geheimnis meiner macht, so könnte ich angeben, liegt darin dass ich immer meine abgeschnittenen fussnägel verzehre.

ich könnte aber auch gutes bewirken: das geheimnis meiner schönheit liegt darin, dass ich täglich mindestens 3 menschen etwas gutes tue. dazu müsste ich aber auch wirklich gut aussehen. meine freundin C. behauptet das zwar immer, aber sie ist auch befangen und hat möglicherweise grosse angst vor meiner sensibilität.

ich bin tatsächlich sehr sensibel. manchmal. oft aber schrecke ich vor gar nichts zurück! ich wirke auf menschen so, als könnte mich nichts erschüttern. allerdings kann das daran liegen, dass ich meistens gar nicht zuhöre und eigentlich auch nichts sehen will, was mich erschüttern könnte. ich bin da sehr indifferent. gäbe man mir grosse macht, läge der spass jedenfalls ausschliesslich auf meiner seite. ich würde womöglich aber auch einen faschismus mit menschlichem antlitz erschaffen. das macht mir allerdings etwas angst. soll doch die leserschaft entscheiden:

ich würde z.b. bartträger dazu verdammen, ihren bart nur halbseitig zu tragen. ich würde den kapitalismus abschaffen, der war lange genug. besitzerInnen von co2- schleudern würde ich zaumzeug anlegen lassen, auf dass sie ihre fahrzeuge jeden tag aus eigener kraft bewegen müssen. man müsste jeden menschen, der einem begegnet, einen euro schenken und ihm die hand bei der übergabe schütteln. menschen, die mehr arbeiten als ihre kollegInnen müssten gefeuert und in eine schule geschickt werden, in der sie lernen, was sie mit ihrer freizeit anfangen sollen.

und ich würde zum gesetz machen, dass liebespaare spät vormittags zusammen aufwachen und erst mal in ruhe frühstücken können und all das, was eine liebesbeziehung so ausmacht, noch erledigen können, bevor ein arbeitgeber anwesenheit einfordern kann. fordert der arbeitgeber dies gesetzeswidrig trotzdem ein, wird er enteignet und muss einen kurs besuchen, in dem ihm gezeigt wird, was menschenwürde ist!

man sieht, es wäre ratsam mich mit macht auszustatten. es wäre sogar vernünftig. aber leider ist das einzig vernunftbegabte wesen dieser welt, der mensch, nicht gewillt, seine vernunft auch einzusetzen. schade eigentlich!