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Sonntag, 2. Februar 2014

Kleine Zahlenlehre: Die 33 und der Katholizismus!

"Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien." [hier...]
Das hat der Herr Kardinal Meisner aus Köln zu kinderreichen, konservativen Katholiken gesagt. Viele Menschen, darunter auch Muslime, regen sich darüber auf. Doch zurecht? Was bedeutet dieser Satz vom Kardinal wirklich?

Rechnerisch bedeutet er, dass eine katholische Familie drei mal so wertvoll ist wie eine muslimische Familie oder ein kleines Steak. Drückt man das in Zahlen aus, mag der Kardinal Muslime nur zu 33% und "Katholen" zu rund 67%. Der Herr Kardinal denkt halt so. Er kann ja nichts dafür, er ist dem Weltlichen längst entrückt. Immerhin ist er in der Haltung kostengünstiger als so mancher Bischof.

Im Gegensatz zu katholischen Würdenträgern wie dem Herrn Meisner dürfen Muslime und Katholiken wenigstens Familien gründen respektive Kinder kriegen. Da sage ich doch IMMER als konservativer Familienmensch der ich (ähmm) heute mal sein will, dass mir eine muslimische Familie einen Kardinal komplett ersetzt oder, um im Rechenbeispiel zu bleiben, ein Drittel einer katholische Familie mir den Kardinal ersetzt.

Was der Herr Kardinal vielleicht vergisst: Die Gehälter der Bischöfe und Kardinäle werden vom Bund bezahlt. Man sollte eigentlich den Steueranteil der weniger wertvollen Familien entsprechend senken oder den der wertvolleren Familien um das Dreifache anheben (was ich besser fände). Was auch etwas irritiert, ist, dass der Kardinal IMMER sagt, dass eine Familie von gutgläubigen "Katholen" drei muslimische Familien ersetzt. Sagt er das wirklich IMMER?
"Ich segne Dich und die Deinen und übrigens ist mir eine Familie von Euch lieber als drei muslimische Familien."
"Ich hätte gern 500 Gramm gemischtes Hack und drei Auberginen (wegen der Dreifaltigkeit), und übrigens ersetzt mir eine katholische Familie drei Familien von Euch Muslimen." 
"Entschuldigung Herr Wachtmeister, ich habe nicht auf den Tacho geschaut, und übrigens..."
"Ich muss mal eben austreten, ach übrigens..." 
Der Kardinal ist bestimmt kein beliebter Plauderer, falls seine Behauptung der Wahrheit entspricht.

Ja, die 33! Übrigens eine tolle Zahl: Die Katholiken lieben sie! Jesus wurde 33 Jahre alt, Hitler wurde 33 gewählt, beides zur Freude der katholischen Kirche. Ohne den Einen gäbe es sie gar nicht, ohne den Anderen gäbe es kein (Reichs-)Konkordat. Letzteres verschafft den Bischöfen, Kardinälen und karitativen Einrichtungen Staatsgelder und lässt den Staat zusätzlich Kirchensteuer eintreiben.

Man könnte jetzt sagen: Ohne Jesus hätte es das Konkordat nicht gegeben. Ich will jedoch nicht so weit gehen, zu sagen: Ohne Jesus hätte es Hitler nicht gegeben! Aber ich bin geneigt zu sagen: Ohne Hitler würde es den Kardinal Meisner (in seiner Funktion) nicht geben! Daran glaube ich fest und bekenne!
P.S. "Bedauerlicherweise hat meine Äußerung über muslimische Familien für Irritationen gesorgt", heißt es in einer Stellungnahme des Geistlichen. "Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich." Seine Äußerung wolle er "als Wertschätzung für Familien" verstehen, "in denen der Glaube lebt und fruchtbar wird". [hier...]
P.P.S. Das ändert doch rein gar nichts am Inhalt Ihrer Aussage, Sie Unglücksrabe! Jetzt behaupten Sie doch, dass in Muslimen kein Glaube lebt und fruchtbar ist! Ich glaube, in Ihnen lebt etwas ganz Furchtbares!

Freitag, 3. Februar 2012

Extrem schwul: Hitlers rote Socken!

kriegswichtig: Chaos und Verwirrung
Ja, auch ich arbeite. Oder ich tue etwas, was man landläufig als Arbeit bezeichnet: Ich gehe irgendwo hin, um irgendwas zu tun und bekomme irgendwie Geld dafür. Leider ist meine Arbeitsstelle etwas chaotisch organisiert. Ich kann nichts dafür. Ich versuche von Zeit zu Zeit etwas Struktur in meine Arbeitsstelle zu schmuggeln. Aber dafür werde ich eigentlich nicht bezahlt, und Kolleginnen wie Kollegen sowie meine Vorgesetzten boykottieren meine Versuche charmant, aber vehement.

Ich brauche die Struktur. Nicht so eine Struktur wie: immer zur selben Zeit aufstehen, immer dasselbe am selben Ort tun und den lieben langen Tag in fein säuberlich aufgeteilte Zeiteinheiten eingeteilt zu wissen. Da fehlt es mir an den Freiheiten, an meinen ganz persönlichen, inneren Chaostagen und imaginiertem Linksterrorismus. Meine Strukturreformen verlangen eher nach einigen allgemein gültigen und anerkannten Verhaltensparadigmen innerhalb einer Gesellschaft.

Leider sind die Menschen mittlerweile dermaßen individualisiert, dass es nur noch ganz persönliche Werte zu geben scheint (jene, die einem Individuum einen Vorteil garantieren), und weniger gesellschaftlich verbindliche Werte (damit's mir besser geht). Aus diesem Umstand generiert sich ein Verhalten, das ich euphemistisch als "das Problem anderer Leute, das plötzlich zu meinem wird" benennen möchte.

Hier einige der gemeinten Kalamitäten:
  • Jemand hat es besonders eilig und verknappt den Passanten die ohnehin kurze Grün-Phase mittels auf dem Fußgängerüberweg stehendem KFZ, damit er (oder sie) nicht noch ein weiteres Mal an dieser beschissenen Ampel stehen bleiben muss. Wer bezahlt denn hier die KFZ- Steuer?
  • Ein anderer braucht dringend eine Bescheinigung, die ihm jetzt sofort ausgefertigt werden muss, weil er diese in einer Viertelstunde abgeben muss. Und nein, früher konnte er damit nicht kommen, da er keine Zeit hatte, weil er a.) die Enten im Park füttern musste b.) gerade Beziehungsprobleme hat oder c.) das Telefon kaputt ist.
  • Jemand möchte gerne aus einer WG ausziehen und verhindern, deshalb doppelte Miete zu zahlen. Verständlich, möchte man meinen. Daher bittet er die Mitbewohnerin, ggf. einen Nachmieter zu akzeptieren. Da er es aber irgendwie lästig findet, selbst nach einem passenden Nachmieter zu suchen, möchte er das lieber gleich der Mitbewohnerin in Auftrag geben. Schließlich muss sie mit seinem Nachmieter leben, nicht er, so die Begründung.
  • Jemand bekommt ein Kind und danach vielleicht noch ein zweites. Nun wollte der Rest des Hauses gerade diese Kinder eigentlich gar nicht wirklich haben, muss es aber wohl akzeptieren. Dennoch hat plötzlich das ganze Haus besonders viel Rücksicht zu nehmen. Da darf man sich ab 20Uhr nicht mehr in der Küche unterhalten, und die Schuhe zieht man am Besten erst vor dem Haus an und auch dort wieder aus. Von wegen dem Getrampel.
  • Jemand will unbedingt einen Hund in einer Stadt halten. Geschenkt! Nun findet dieser Jemand es leider extrem schwul, die Scheiße des Hundes zu entsorgen. Ein anderer tritt hinein. Glück personalisieren, Ungemach sozialisieren, nennt man das.
  • Banken bauen großen Bockmist und verursachen die sogenannte Staatsschuldenkrise (mein Vorschlag als Unwort des Jahres 2012). Obwohl die meisten Menschen gar nichts dafür können, müssen sie dafür bezahlen. In den Banken schäumen derweil die Champagnerflaschen. Gewinn personalisieren, Verlust sozialisieren, nennt man das.
  • Jemand fällt kein weiteres Beispiel mehr ein und bittet die LeserInnen, im Kommentarfeld geeignete zu beschreiben.
Andere Leute haben da ganz andere Probleme, die sie völlig Unbeteiligten wie mir aufhalsen. Leute wie zum Beispiel Erika Steinbach (CDU). Wer es nicht weiß: Frau Steinbach (CDU) ist MdB, Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU- Bundestagsfraktion sowie Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV). Letzterer ist ein durch und durch geschichtsrevisionistischer, vielleicht sogar rechtsextremistischer Verein, der die Vertriebenen allein als Opfer des Bolschewismus stilisiert.

Wir erinnern uns: Die bösen Bolschewisten haben in der Nachkriegszeit die armen, osteuropäischen Deutschen aus ihren Ländereien gejagt, nachdem Hitler erfolglos versucht hat, seine Auffassung von Sozialismus dort zu implementieren. Die ansässigen Deutschen waren indes und eigentlich allesamt große Humanisten und somit eine wertvolle Stütze für die osteuropäischen Staaten. Die Deutschen haben Russland und Polen ja geradezu erfunden, und sie für die sozialistischen Untaten Hitlers verantwortlich zu machen, war und bleibt ungerecht.

Diesbezüglich ist es laut Frau Steinbach (CDU) auch unverschämt, wenn die Rückgewinnung ehemaliger Besitztümer, vom "Tätervolk" Polen kritisiert wird. Jeder (also Frau Steinbach) weiß, dass die Polen damals aufgerüstet hatten, um Deutschland zu überfallen. Diese Pläne hat Hitler allerdings vereitelt. Sonst wären wir heute allesamt lethargische Arbeitnehmer mit Hang zu Kraftfahrzeugen in einem großpolnischen Reich. Dank Hitler ist es anders gekommen. Ist es nicht? Egal!

Hitlers war indes ein Sozialist. Und da ein Sozialist, noch dazu einer, der sich um die Arbeiter kümmert (wie, hat man ja gesehen), IMMER auch ein Linker ist, war die NSDAP eben auch eine linke Partei. So twitterte Frau Steinbach (CDU) zumindest munter drauf los, wie es so ihre Art ist: "Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI". (hier...) Soweit alles klar, Frau Steinbach (CDU): Wie wenn die CDU oder die CSU Christen und soziale Demokraten wären, nur weil es in deren Namen steht.

Wir lernen daraus: Wenn rechtskonservative Politikerinnen und Politiker "moderne" Mediendienste wie Twitter benutzen, bedeutet das noch lange nicht, dass sich diese technische Kehrtwende auf ihr Verhältnis zur Realität auswirkt und vielleicht sogar Progressives aus ihnen hervorbringt. Wir lernen aber noch etwas: Wenn die NSDAP eine linke Partei war, dann muss es die CDU ebenfalls sein. Denn in keiner anderen Nachkriegspartei sind so viele "ehemalige" Nationalsozialisten (also Linke) politisch aktiv gewesen wie in der CDU. Hier nur die bekanntesten Namen:
  • Kurt Georg Kiesinger
  • Walther Leisler Kiep
  • Hanns Martin Schleyer
  • Carl Carstens
  • Hans Filbinger u.v.a. 
Um nicht zu vergessen, die derzeit aktiven Linksextremisten innerhalb der CDU/CSU. Eigentlich müsste der Verfassungsschutz hier mal ein Auge oder zwei darauf werfen. Sonst passieren vielleicht noch ein paar "Bratwurst"- Morde.

Montag, 14. März 2011

Nicht zugehört und nichts dazugelernt: Demokratienachhilfe für die Kanzlerin!

Irgendwas an der Sache mit der Demokratie versteht Frau Merkel einfach nicht. Sie tut sich sehr schwer damit. Nun hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass Frau Merkel ja in der BRD geboren sei und die Demokratie quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat. Aber wie soll das gehen mit Eltern, die sie schon nach wenigen Wochen Lebenszeit in die Täterä verschleppt haben, einfach nur so weil sie es wollten?

Und in der DDR hatten sie es nicht so sehr mit der Demokratie. Gut, mit dem Sozialismus hatten sie es dort auch nicht wirklich, aber immerhin: Deutschland gab es auch in der DDR. Das merkt man heute noch, wenn man die ehemalige Zone besucht, selbst wenn man weiße Hautfarbe zu den Moonboots und dem H&M Käppy trägt.

Aber was genau hat denn Frau Merkel an der Sache mit der Demokratie nicht verstanden? Nun: Sie meinte im Interview mit der ARD sinngemäß, dass sie es nicht für richtig halte, die Tragödie in Japan politisch auszuschlachten. Wenn ich mich recht erinnere, hat sie gar davor gewarnt, irgendeine Forderung bezüglich Atomkraft zu stellen und in einem Atemzug die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke gepriesen.

Zeitzeugen (z.B. ich) erinnern sich, dass die Zonen-Angie unter H. Kohl Umweltministerin war und die bevorstehenden Castortransporte und die daraus resultierende Angst in der Bevölkerung in etwa so kommentierte: Das mit der Atomkraft sei in etwa so wie mit dem Backen. Irgendetwas gehe halt immer daneben, ganz sicher sei überhaupt nichts, und wenigstens dies sei gesichert!

Dass Frau Merkel nun Probleme damit hätte, wenn Unmenschen die Tragödie in Japan dazu ausnutzen würden, um z.B. die umweltfreundliche Atomenergie zu diskreditieren, spricht Bände. Die ehemalige Blockflöte hat ja auch schon in der Täterä das Lied gepfiffen, das man von ihr erwartet hat.

Wer kommt denn eigentlich jedesmal auf die blöde Idee, in der DDR seien die SED- Leute ausschließlich Bösewichte gewesen, während sich in den Blockparteien nur Widerständler, Dissidenten und Gutmenschen aufgehalten hätten? Lupenreine Demokraten in der DDR? Das würde ja bedeuten, Moment mal, ja das würde ja heißen: die DDR war am Ende doch demokratisch! Dann sind die Rechtsnachfolger der SED ja gar nicht so böse wie immer getan wird? Schließlich hätte man eine echte Alternative wählen können!

Nun, Frau Merkel schätzt ganz offenbar keine politischen Diskussionen, vor allem wenn sie das Verhältnis Regierung/ Energiekonzerne belasten. Sie verlangt im Grunde, ganz Kanzlerin der Bildungsoffensive, dass Tragödien nicht lehrreich sein dürfen. Sie sagt: Wer seine Argumentation auf dem Leid anderer aufbaut, um seinen Willen durchzusetzen, dem mangelt es an Respekt vor den Opfern. Damit bringt sie unsere schönen Kulturerrungenschaften wie z.B. das Theater aber in arge Not. Welchen Sinn haben Tragödien denn sonst?

Verzeihung, ich habe es irgendwie mit Hitler, ich weiß! Trotzdem ein Beispiel: Dass der Holocaust eine unfassbare Tragödie war, scheint unter vernünftigen Menschen unbestritten. Wenn nun aber die Alliierten damals gesagt hätten, nun, man dürfe aus dieser Tragödie keine politische Forderung ableiten, weil dies den Opfern gegenüber respektlos sei, dann hätten wir heute wahrscheinlich keine Demokratie hier. Demokratie bedeutet nun mal debattieren bis die Ohren bluten und die Münder schäumen. So ist es nämlich recht!

Aber bei der Debattenkultur hierzulande bin ich mir nicht mal so sicher, ob Hitler am Ende nicht doch noch irgendwie gewonnen hat... wo man doch auch heute noch nach einem Führer schreit  in unserer sanften Diktatur: Unser Freiherr, unser König, Heiland, Erlöser, unser Ein und Alles, komm zurück! Zur Not nehmen wir aber auch den Sarrazin!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Strg + C/ Strg + V! Strg Alt + Entf?

Anbei genannt sind Menschen wie Du und ich, deren private Verfehlungen sich eigentlich nicht auf die Ausübung ihrer Tätigkeit auswirken sollten. Diese Hexenjagd geht nämlich auf die Eier. Ich habe einige Thesen dazu aufgestellt, ein promisker Querschnitt der Befragten stimmte darüber ab.
  1. Josef Ratzinger hasst privat Menschen. Trotzdem führt er seine Amtsgeschäfte im Vatikan als Papst zur Zufriedenheit seiner Schäfchen aus. (34%)
  2. Adolf Hitler hatte nun mal diesen "Judenfimmel". Wer aber wollte sagen, dass er deswegen nicht beliebt gewesen wäre zu seiner Zeit? (68%)
  3. Klaus Zumwinkel ist mit der Steuerfahndung aneinander geraten. Dass er deswegen seinen Vorsitz bei der Post aufgeben musste, ist ein Skandal und verkennt seine fiskalischen Leistungen. (54%)
  4. Jürgen Tauss' private Neigungen gehen mich nichts an. Die CDU sollte ihn der Piratenpartei abwerben und ihn zum Familienminister machen. (24%)
  5. Wer heutzutage seine Doktorarbeit noch selber schreibt oder die Copy und Paste Funktion nicht kennt, der versteht nichts von Verteidigung. Dr. KT von Guttenberg soll seine Fähigkeiten weiterhin der Regierung zur Verfügung stellen. (99%)
  6. Silvio Berlusconi ist ein prima Staatsmann. Seine sexuellen Eskapaden und intellektuellen Entgleisungen interessieren nicht die Bohne. (65%)
  7. Thilo Sarrazin hasst privat Menschen und verdient viel Geld damit. Wie kann man so eine Geldmaschine aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank entlassen? Ein Skandal! (72%)
  8. Ghadafi ist ein Despot und Menschenfeind, vollkommen von der Rolle und unmoralisch bis zum geht-nicht-mehr. Solange er uns aber die Flüchtlinge vom Leib hält, geht das völlig in Ordnung. (89%)
  9. Till Schweiger geht uns mit seinem sexistischen Geschwafel in diversen Talkshows voll auf die Eier. Trotzdem ist er ein toller Schauspieler und Filmemacher! (3%)
  10. Saddam Hussein war privat eher ein netter Typ! Damit kommt man in der Welt leider nicht weit, weswegen er sich als Despot ausgeben musste. Schade um ihn! (12%)
  11. nicht prominente Straftäter, die ihre Strafe bereits abgesessen haben, sollten ohne Probleme wieder einen gutbezahlten Job bekommen können. (0%)
Also, da verschlägt es einem glatt die Sprache! Hätte man das gedacht vom Land der Dichter und Denker, dass es bereit ist, so vielen fast alles zu verzeihen? Es jubelt denen zu, die bereit sind, zu ihren Fehlern zu stehen und ihre Schwächen mit Humor zu tragen. Das sind echte Steher, die so schnell nichts aus der Bahn wirft: nieder mit den Neidern und den Missgünstigen und ein Bravo zu all den Mutigen! Hipp Hipp Hurra!

Schämen sollten sich hingegen die Muselmanen, die derzeit überall Unruhen anzetteln und ihre Despoten nicht verstehen und ihnen auch nicht vergeben möchten, und das, obwohl sie alle nur das Beste wollen für ihr Volk. Sie sind einfach viel zu dumm, die Tunesier, Ägypter, Jordanier, Bahrainiten, Syrer und wie sie alle heißen. Das sind doch allesamt Analphabeten! In der BRD, wo beinahe jeder des Lesens und Schreibens mächtig ist, kann sowas nicht passieren: Man erhebt sich schließlich nicht gegen die Hand, welche womöglich ein paar Krümel bereithält. Wir lesen und wir verstehen alles! Pisa forever!

Sonntag, 10. Oktober 2010

Auf dem Boden der Tatsachen: Ernüchterndes aus der Welt der Kinder!

Wir leben in einer kinderfeindlichen Gesellschaft! Jährlich ist diese Behauptung ein paar Schlagzeilen wert, und viele Eltern würden ihr zustimmen: Denn dauernd beschweren sich ein paar grantige Rentner und Ärzteehepaare wegen dem Lärm, den Kinder nun mal zu emittieren in der Lage sind. Außerdem wären Kinder immer noch Karrierebremsen. Doch bleiben wir mal auf dem Boden der Tatsachen:

Das Kinder und Job nicht wirklich zusammengehen, ist allein kein Zeichen für eine kinderfeindliche Gesellschaft, sondern eine Frage der gesellschaftlichen Organisation von Arbeit. Wer im Kapitalismus Kinder in die Welt setzt, muss das wissen. Denn Naivität ist dort nicht gefragt: Kinder bringen nur dort einen Nutzen, wo man sie gewinnbringend einsetzen kann - zum Beispiel durch Veräußerung. Fragen Sie dazu Madonna oder Angela Jolie, die statt Prada in den reichen Metropolen nun in armen Ländern Kinder shoppen gehen.

Überall dürfen Kinder ungestört Lärm machen und sich austoben. Sie lärmen ungehindert in Cafés, in Arztpraxen, in Wohnungen, auf Spielplätzen und auch sonst überall, und wirklich niemand fordert von ihnen Einhalt. Dabei sitzen deren Eltern bräsig neben dran und finden es unglaublich kinderfeindlich, wenn man zum Beispiel in einem Café, das man besucht um einmal in Ruhe einen Kaffee zu trinken, ein Kind dazu auffordert, sich etwas zu mäßigen. Ich finde es schon unglaublich, dass man da überhaupt etwas sagen muss. Ruhe sollte selbstverständlich sein.

Eltern haften für ihre Kinder! Letzten Endes haben die sich, aus welchen Gründen auch immer, für Kinder entschieden. Dann dürfen sie nicht erwarten, dass sich alles nach ihnen und ihrer Brut richtet. Als Kind habe ich gelernt, dass man an bestimmten Orten leise sprechen muss, behände zu laufen (also nicht zu trampeln), und dass ich nicht alles haben kann, was ich möchte. Oft war ich beleidigt oder ich habe geweint, wenn ich glaubte, meine Interessen seien nicht ausreichend beachtet worden. Ich habe es überlebt und bin nun ein ganz passabler Zeitgenosse mit einem gesunden Gefühl für Ruhepausen und Muse.

Ich sehe es allerdings nicht ein, dass ich zu hause bleiben muss, bloß weil Familien den öffentlichen Raum okkupieren und Terrorregime nebst Terrorregime errichten. Wir leben nicht in einer kinderfeindlichen, sondern in einer erwachsenenfeindlichen Welt! So sieht es nämlich aus! Erwachsene, ob mit oder ohne Kinder, müssen sich endlich von der Kinderherrschaft emanzipieren und lernen, ihre persönlichen Bedürfnisse zu schätzen. Eltern müssen damit aufhören, sich nur noch über ihre Kinder zu definieren und ihnen alles an den Arsch zu tragen, wenn sie auch nur glucksen. Wenn sie einmal "kinderfrei" haben, sollen sie auch nicht über ihre Kinder sprechen, sondern über etwas ähnlich Wichtiges. Und sie sollten sich darüber Gedanken machen, warum sie die überhaupt haben wollten. Hier ein paar ernüchternde Erklärungen dazu:

1. Kinder als Accessoire: Für viel mehr können Kinder gar nicht mehr herhalten. Seit Frauen und Männer erfolgreich verhüten können, gibt es eigentlich gar keinen altruistischen Grund mehr, Kinder zu bekommen. Ich habe noch nie einen wirklich plausiblen Grund genannt bekommen, warum es notwendig sein sollte, ein Kind in die Welt zu setzen. Aber irgendwie scheint es dazu zu gehören, so wie ein eigenes Haus, ein Auto, einen guten Job, tolle Visitenkarten, Mitgliedschaft im Tennisverein und dergleichen mehr.

2. Ich leiste damit einen Beitrag zur Sicherung der Renten und sorge durch Kindererzeugung dafür, dass die Art erhalten bleibt: Derart rassistisches Gedankengut ist weit verbreitet. Und den dahinter steckenden Altruismus nimmt einem sowieso keiner ab, der bei klarem Verstand ist. Davon abgesehen: Wie sollen die zukünftigen Arbeitslosen unsere Renten sichern? Hier steht allenfalls der egozentrische Trieb dahinter, sich in irgendeiner Form, zur Not auch auf Kosten des Nachwuchses, selbst zu vergewissern und so einen Distinktionsgewinn zu erzielen. Und sich als Märtyrer für die Gesellschaft aufzuspielen. Das ist ja so perfide!

3. Kinder geben so viel und machen die Welt zu einem besseren Ort: Kinder würden, wenn sie könnten, ihre Eltern ohne schlechtes Gewissen (das ist noch nicht voll entwickelt) aufessen. Wer glaubt, dass Kinder die besseren Menschen sind, der kommt durch Beobachtung einer Kindergruppe zu völlig falschen Ergebnissen: Kinder sind absolute Faschisten, nein - viel schlimmer - sie sind in ihrer Unbarmherzigkeit vollkommen willkürlich und daher unberechenbar. Hitler, Mussolini, Salazar, Franco, Baby Doc, Pinochet, Walter Mixa etc.: Sie alle würden blass erscheinen in einer von Kindern regierten Welt! W. Goldings "Herr der Fliegen" war eben kein Roman der Fiktion!

4. Es gehört zu meiner Bestimmung als Frau, Kinder in die Welt zu setzen! Die biologische Uhr tickt: Diese Uhr ist aber gar nicht biologisch. Sie ist eine gesellschaftliche Uhr. Der Druck der Gesellschaft auf junge Frauen ist enorm. Staat, deren Eltern, Religionsgemeinschaften - sie alle sehen in der Frau nur eine Gebärmaschine. Andersrum: Wenn alle Frauen wirklich Kinder haben wollten, warum gibt es dann eine Vielzahl von Verhütungsmitteln? Außerdem: Befragen sie doch mal Frauen aus ärmeren Verhältnissen, gerne auch in anderen Ländern, zu diesem Thema. Kinder zu bekommen ist hierzulande wohl eher die Flucht vor der beruflichen hinein in die private Verantwortung. Oder so: Wer beruflich scheitert, wird schwanger! Warum aber nicht einfach scheitern und hinterher ohne Kind das Leben genießen?

5. Die Pille / der Coitus Interruptus/ die Spirale / das Kondom hat versagt. Ich wollte eigentlich kein Kind. Nun ist es da! Hilfe! Die einzig wahre Art, ein Kind zu bekommen: zufällig, by accident. Nur so kann sich eine vernünftige Grundhaltung zum Kind entwickeln! Kein Podest wird aufgebaut, auf das es gestellt werden könnte. Die Eltern projizieren nicht ihre eigenen Sehnsüchte und Wünsche in ein Kind hinein und lassen es sein, was es ist: Ein neuer Mensch, der ordentliches Strippenziehen benötigt, um später nicht allzusehr asozial zu werden. Und schließlich wird dafür gesorgt, dass man selber auch noch eine bisschen Freude im Leben hat. Kinder sind doch ach so normal! Warum sollte dann mit ihnen kein normales Leben mehr möglich sein?

Leider vergessen viele Eltern, ihre Kinder zu erziehen. Sie fördern sie lieber. Ist auch leichter so: Förderung geht ja nur von den Stärken aus, da ist Kritik an den Schwächen nicht gefragt. Das Kind könnte ja sonst weinen. Wenn also ein Kind ein beknacktes Arschloch ist, aber irgendwie musikalisch begabt, dann fördert man die Begabung und hat am Ende ein musikalisch minderbegabtes, erwachsenes Arschloch im Elternhaus sitzen, dessen einzige Form der gesellschaftlichen Auflehnung darin besteht, sich möglichst lange dem Schweinesystem zu verweigern, indem es den Eltern auf der Tasche liegt (deren Einkommen freilich aus demselben System entspringt).

Hätte man doch lieber an dem Arschlochsyndrom gearbeitet! Nun ja, jede Gesellschaft hat die Kinder, die sie produziert. Nun sind es eben Kinder, die alles besser wissen als die Erwachsenen und die vor Selbstbewusstsein strotzen. Dumm nur, wenn es dafür überhaupt keine Grundlage gibt. Zu meiner Zeit musste man spätestens nach dem Angeben auch etwas beweisen. Heute reicht es aus, sich zu präsentieren, um andere glauben zu machen, dass man etwas kann. Auch hier wäre etwas Kritik am Unvermögen der Zöglinge vonnöten gewesen.

Extremes und vor allen Dingen dauerndes Geschrei wird zudem als oberstes Gebot der Selbstpräsentation betrachtet. Die Eltern sind sich allerdings zu schade, ihren Kindern die Grundformen gesellschaftlichen Konsenses beizubringen. Kaum ein Elternteil, dass sein Kind einmal zur Stille gemahnt. Oder das in der Lage ist, seinem Kind etwas zu verwehren, weil es sonst weint. Ach Gottchen, Kindchen darf nicht weinen! Willst Du ein Eis, hmmmm?

Wer auf die Idee gekommen ist, dass es schädlich ist, wenn ein Kind weint, traurig ist oder einfach mal still in der Ecke sitzt, der gehört standrechtlich erschossen. Kinder darf man nicht anschreien, man darf von ihnen nicht erwarten, dass sie sich erträglich benehmen, man darf sie nur fordern, wenn es um schulische Leistungen geht und man darf deren erbärmliches Kindergeschwätz auch nie unterbrechen. Und man darf keinerlei Kritik formulieren, sonst durchleben Kinder Trauma auf Trauma.

So ein Quatsch! Natürlich darf man all das tun, und Traumata gehören zur Entwicklung eines jeden Menschen. Wer Kinder vor Traumata bewahrt, der verwehrt ihnen jede persönliche Reifung. Das wäre der Gipfel der Lieblosigkeit, getarnt als Güte. Eltern müssen, wenn sie schon Kinder haben mussten, knallhart sein können. Sonst tanzen ihnen die kleinen Terroristen auf der Nase herum und stehlen ihnen den letzten Rest selbstbestimmten Lebens. Eltern müssen ihrem Kind gegen jede Quengelei das tägliche Eis verbieten können und ihren Kindern abverlangen, sich einmal mit sich selbst zu beschäftigen.

Eltern sind eben keine Dienstleister, und Kinder sind keine Kunden. Die einen haben auch noch ein Leben, und die anderen müssen auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden. Da muss vermittelt werden. Und je weniger Ratgeber man sich zu diesem Vermittlungsprozess kauft, desto besser. Am Ende zählt nämlich nicht, wer seine Kinder am Lässigsten oder am Strengsten erzogen hat, sondern wer sie am Besten auf die Anforderungen der Gesellschaft vorbereitet hat - mit einem Quäntchen Kritikbewußtsein selbstredend.

Übrigens: Kinder wissen es zu schätzen, wenn man sich mit ihnen mal so ordentlich streitet! Und sie sterben nicht, wenn sie nicht sofort alle ihre Wünsche erfüllt bekommen. Sie freuen sich vielmehr, wenn ab und an mal einer gewährt wird. Und das kann dann auch ein Eis sein. Zuviel von allem raubt jedoch die Freude daran und steigert das Anspruchsdenken! Und Ansprüche sind immer so langweilig wie jene, die sie formulieren.

Hugh, ich habe gesprochen!

Dienstag, 25. Mai 2010

Der Berufsjugendliche Roland Koch geht! Er wächst bestimmt nach!

Schönes Wetter ist schon wieder passè, Großstadtparanoia und Tötungsphantasien sind erstmal beseitigt. Denkt denn hier irgend jemand auch mal an mich? Dacht' ich's mir doch! Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts. Hitler musste ja auch erst nach Deutschland kommen, bis er es ordentlich rummsen lassen konnte. Doch wo soll ich hin?

Nein, mich selbst mit Adolf Hitler vergleichen zu wollen, verharmlost ja dann wohl doch die gar nicht allzu lang her gewesene Zeit deutsch-totalitärer Strukturen. Und damit meine ich nicht die Täterääh! Auch wäre es geschichtsvergessen, mich mit einem Herrn Goebbels zu vergleichen (nicht dem Heiner), wie es kürzlich ein Kommentator hier versuchte. Ich bin eigentlich ganz nett, nur manchmal bin ich furchtbar BÖSE!

Vergessen wir Hitler und Goebbels und wenden uns dem Herrn Koch zu, der angekündigt hat, sämtliche (?) politische Ämter zum Ende des Jahres abzugeben. Nach dem beruflichen Abtreten von Bischof Mixa DIE Nachricht des Monats. Wenn nicht sogar des Jahres. Wäre ich CDU- Wähler und Parteimitglied, ich müsste ganz arg weinen vor Kummer. Bin ich aber nicht, meine Tränen sind die der Freude.

Der CDU- Wähler und das Parteimitglied, aber auch der kleine Hitler in mir: Sie alle schätzen den Herrn Koch als Landesvater mit politischem Fingerspitzengefühl und der rechten Gesinnung, welche aus Deutschland das Boot macht, in das nicht mehr alle hinein passen können. Es ist das Gegenboot sozusagen, der Frontexkahn, dessen nachgelassener Wellengang die Boote der Flüchtlinge im Mittelmeer zum kentern bringt.

Herr Koch hat großes Verständnis für jene, die nicht gekentert sind und auch für deren Nachkommenschaft. Denen baute er Paläste aus Stacheldraht, Käfige aus Nirostastahl mit integrierten Essensbonautomaten, auf dass diese Menschen wenigstens bis zu ihrer Abschiebung hin in den Genuss landestypischer Kost kommen können. Ungeachtet ihrer religiösen Essensvorschriften natürlich. Ein bisschen Christianisierung muss halt sein!

Seine freundschaftliche Nähe zum Dalai Lama hat sicher Kochs Faible für die Jugend noch befördert. Koch ist, Bilder beweisen es, Berufsjugendlicher! Aber wer nicht spuren will, muss auf Spur gebracht werden. Da hat auch der Lama bestimmt nichts gegen einzuwenden, steht der doch traditionell bedingt ebenfalls auf autoritären Füßen. Wenn also junge Menschen, noch dazu nichtdeutsche, nicht den Pfad der Erleuchtung finden können im optimal ausgestatteten Bildungssystem des Bundeslandes Hessen, dann werden sie gewiss in anderen Anstalten geläutert.

Schade, dass man jugendliche, deutsche Kriminelle nicht abschieben kann. Bauen wir auch ihnen Paläste aus Stacheldraht und lassen sie die Freuden erzwungenem, homosexuellen Geschlechtsverkehrs erfahren. Wozu aber Knäste, Herr Koch, wenn es doch auch katholische Pfarrer gibt? Was hätte man da Geld einsparen können, gerade in Zeiten klammer Kassen? Zumindest zu Bischof Dybas Zeiten hätten im hessischen Nachkriegs-KZ Fulda wahre Wunder geschehen können, rein erziehungstechnisch. Die Kinder hätten die Dialektik von offen zur Schau getragener Homophobie und homoerotischen Machtphantasien der Würdenträger bewundern können. Bildung, fast für umsonst!

Und da hat es der Herr Koch lieber bewerkstelligt, dass MigrantInnen endlich einmal Farbe bekennen mussten und der ganze Quatsch mit der doppelten Staatsbürgerschaft gerade noch abgewendet werden konnte. Wo gibt's denn sowas? Der Papst, nun ja, der darf das. Wenn wir DEM die deutsche Staatsbürgerschaft aberkennten, weil er ja nun im Vatikan lebt, dann wären WIR ja nicht mehr Papst. Wozu haben wir denn das C im Parteilogo?

Und die Parteispendenaffäre, da muss ich Ihnen ja mal sagen, da war der Herr Koch auch ganz geschickt. Hat sich aus allen Vorwürfen heraus laviert und brutalstmögliche Aufklärung versprochen. Dann alles ausgesessen. Aufgeklärt ist nichts. Ein paar ehemalige Granden der CDU wurden der Justiz ausgeliefert, das war's dann. Ein Schurkenstück, das hatte fast schon Strauß'chen Charakter. Da zwinkern wir doch lieber geheimnistuerisch mit den Augen als dass wir klagen.

Wer lügt nicht gern, wenn er nicht dafür bestraft wird? Noch nicht einmal vom Wähler? Die denken: Die paar Millionen. Ein Wahlkampf führt sich nicht für lau. Der Gauner, der (hihi)! Da brauchen wir doch das Geld der toten Juden. Und dem lebenden, dem Herrn Friedmann, spendieren wir noch einen Nazi-Begleitschutz. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein.

Nun geht er halt, der Herr Koch. Der Nachfolger scheint Volker Bouffier zu sein. Ebenfalls ein großer Spaßmacher der Partei und berühmt für seine herzliche Art, all das auszusprechen, was sich sonst keiner traut. Die Weicheier. Fatal ist nur, dass offenbar genug WählerInnen dieses polarisierende Geschwätz richtig und mutig finden. Wer schaut gern in mein Herz hinein? Es ist das liebe Nazischwein!

Freitag, 11. Dezember 2009

Sensationell günstig! Körting und rot lackierte Wursthaare!

Natürlich regt man sich auf, wenn einer dieser radikalen Berliner Politfressen mal wieder Teile der Gesellschaft verunglimpft. Sarazzin findet Migranten scheiße, und Körting ist von den sogenannten linken Autonomen angepisst: Wer Autos anzündet und Häuser besetzt, ist ein rot lackierter Faschist! Nun wissen wir es also, vielen Dank Herr Körting. Innen- ist eben Innen-, egal ob Minister oder Senator. Die dunkle Seite der Macht sei auch mit Dir, mein Bruder.

Gemeinhin glaubt man ja zu wissen, dass Faschisten sich im Verbund gegen andere, vermeintlich schwächere Bevölkerungsanteile wenden, diese sogar verdrängen möchten. Nun, Hausbesitzer sind tatsächlich eine soziale Randerscheinung, machen ja nur einen Bruchteil der Gesellschaft aus. Machen wir uns nichts vor: Die meisten Häuser gehören ja gar nicht ihren Besitzern, sondern den Eigentümern. Meistens sind das Banken, und die setzen auch schon einmal Hausbesitzer vor die Tür.

Warum sollen diese den schwarzen Peter nicht weitergeben und Hausbesetzer vor die Tür setzen? Weil es nicht anständig ist! Wer gar nicht vermietet, sondern Leerstand zum steuerlichen Vorteil nutzt, oder entgegen den Interessen der Bewohner zwangssanieren möchte, der gehört enteignet. Doch im Unterschied zu den braun lackierten Faschisten internieren Linke die Eigentümer nicht, sondern nehmen sich nur ihr verfassungsrechtlich zugestandenes Recht auf Wohnen.

Das brennende Autos nicht nur hübsch anzusehen und auch straßenverkehrstechnisch praktisch sind, ist zwar für deren Besitzer, die keineswegs eine Minderheit in unserer Gesellschaft darstellen, unschön. Aber auch hier greifen rechte Autonome zu drastischeren Mitteln. Man kann linken Autonomen sehr wohl zugute halten, dass sie darauf achten, dass sich niemand mehr im Wagen befindet, bevor sie ihn anzünden. Insofern zerstören linke Autonome zwar bewußt Gegenstände, rechte Autonome töten mitunter aber absichtlich Menschen. Ein großer Unterschied!

Ich weiß sehr wohl, dass nach rechtlichen Maßstäben der persönliche Besitz mehr wiegt als die persönliche Unversehrtheit. Das gesprochene Strafrecht strotzt geradezu vor Beispielen davon. Auch weiß ich, dass Politiker nicht dazu da sind, Sachverhalte ausgewogen darzustellen. Dennoch könnte man wohl etwas aufpassen, welche Wortwahl man trifft? Denn ist "Faschismus" nicht ein historisch belasteter Begriff?

Ist er, doch ist Faschismus (leider) weder ein rein "deutsches" Problem noch wurde er (puuh!) von "Deutschen" erfunden. Mussolini war's, und ursprünglich hatte der Begriff des Faschismus überhaupt nichts mit dem zu tun, womit er heute in Verbindung gebracht wird. Der deutsch-jüdische Journalist Fritz Schotthöfer schrieb 1924 dazu folgendes, und ich glaube ihm:
 „Der Faschismus hat einen Namen, der an sich nichts sagt über den Geist und die Ziele der Bewegung. Ein Fascio ist ein Verein, ein Bund, Fascisten sind Bündler, und Fascismus wäre etwa Bündlertum.“
Na Bitte, da haben wir es doch! Nichts weiter als eine Zusammenrottung von Menschen gleicher Gesinnung. Wie sie dabei verfahren, bleibt ihre Sache: ob sie Chauvinisten sind, Anthroposophen, Rassisten oder ein Schachclub, bleibt zwar weiterhin ein qualitatives Problem, aber tut dem Sachverhalt keinen Abbruch. Insofern hätte Körting aber doch noch recht: Die sogenannten linken Faschisten haben eine Gesinnung und gehen gemeinschaftlich einer Neigung nach. Doch leider steht zu befürchten, dass Körting doch das andere FaschismusDing gemeint hat.

Übrigens hätte ich gestern Nacht Körting beinahe auch mit dem anderen FaschismusDing recht gegeben: Da ich ja nun kein junger Spund mehr bin und mich gerne bequem UND schick kleide, also aufgrund frühlingshaftem Wärmeeinbruch nun Jackett und Anzughose trage statt Mantel und Anzugshose, werde ich in Neukölln, dem angeblich ober-gentrifizierten Stadtbezirk schlechthin, schonmal von linken WursthaarAutonomen laut verdächtigt, ein YuppieSpion zu sein, der den urstlinken und ach so tollen VegiKüchenLebenstil bedroht und die Miete in schwindelnde Höhen treibt.

Liebe sogenannte Linke: Ich lebe von wenig Geld und möchte trotzdem schön aussehen. Ich habe kein Auto, und wenn ich eines hätte, ich würde es höchstselbst anzünden! Ich will billig UND gut wohnen. Okay, altersbedingt stehe ich auf Zentralheizung und all diesen Schnickschnack. Aber Euch möchte ich sehen, wenn Ihr auf die 40 zusteuert. Wursthaare stehen mir ebensowenig wie Dauerwellen, deswegen trage ich die Haare halt kurz. Und von Hosen mit Löchern und unförmigen Pullovern werde ich auch nicht noch "linkser" als ich es ohnehin schon bin!

Ja, ich bin ein sozialromantischer, linker, alter Faschist! Auch ich finde es nicht gut, dass viele frisch nach Berlin Zugezogene denken, ein Bier für 3 Euro sei sensationell günstig und damit die "SzeneWirte" der neuen "Szenekneipen" in der "szenigen" Weserstraße und Umgebung dazu ermuntern, diesen Preis auch zu verlangen. Oder wenn sie glauben, 50m² Wohnfläche für 600 Euro sei ja noch ganz okay, billiger als in Darmstadt jedenfalls. Ich bin da ganz bei Euch! Aber andere Menschen aufgrund ihres Äußeren zu be- und verurteilen, ist ja sowas von Hitler! Pfui, schämt Euch!

P.S. Ich würde gerne mal einem rot-toupierten Faschisten mit linker Gesinnung begegnen! Wer kann mir weiterhelfen?

Dienstag, 20. Mai 2008

Wider den deutschen Geist! Nie wieder Bücherverbrennung!

Gestern war FarmerBoy mal wieder in der Neckarstadt unterwegs. Sich ans Ufer setzen, das war sein Plan. Ein Buch lesen, und zwar "Saumlos" von Peter O. Chotjewitz. Sein Protagonist kommt Ende der 70er zurück in den hessischen Ort Saumlos und recherchiert dort das Verschwinden der jüdischen Einwohner. Spannendes Buch das, weil sich die Frage nach dem Verbleib der Juden nach dem 2. Weltkrieg ja nun jedes Dorf und jede Stadt stellen müsste, dies aber nur selten getan wird.

Und selbst wenn: FarmerBoy erinnert sich an den Ort Alsbach, als die örtliche Jugendförderung anfang der 90er Jahre urplötzlich zum Feind der Gemeinde wurde, weil sie es für bildungsrelevant hielt, Jugendliche die Geschichte ihres Dörfchens recherchieren zu lassen, insbesondere die während des 3. Reiches. So kann man sich auch heute noch Ärger einhandeln, wenn man mit dem Finger in den kaum verheilten Wunden herum stochert.

Mit diesen Gedanken geht FarmerBoy an der alten Feuerwache vorbei, wo einige Leutchen mit weißer Sprayfarbe Namen auf den Boden sprühen. Eine ganz ordentliche Menge von Namen, und den ersten, den FarmerBoy entziffern kann, ist A. Rosenberg. Holla, denkt sich FarmerBoy, Alfred Ernst Rosenberg, das ist doch dieser Chefideologe der Nazis, der 1946 verurteilt und hingerichtet wurde. Auch Rudolf Steiner, der Antroposoph, ist namentlich vermerkt. Steiner wird heute wegen seiner Rassenideologie und seinen Einlassungen zum Judentum eher in die Nähe von Nazis gerückt als zum Opfer stilisiert.

Sind die Leutchen an der Feuerwache NPD- Kader, die an ihre Märtyrer erinnern wollen? Oder soll die Aktion im Gegenteil vor braunem Gedankengut warnen? FarmerBoy spricht die Leutchen an, und es stellt sich heraus: Die Namen werden zur Erinnerung an die Mannheimer Bücherverbrennung am 19. Mai 1933 auf den Boden gesprayt. Und A. Rosenberg ist schlicht Arthur Rosenberg, jüdischer Namensvetter des Nazis und "Volksdeutschen" Alfred Rosenberg. Bloß den Namen "Steiner" findet FarmerBoy nicht auf der sog. Schwarzen Liste.

Die Bücherverbrennungen in Deutschland wurden indes nicht implizit vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda organisiert und durchgeführt, sondern waren ein Akt vorauseilendem Gehorsams. Der Berliner Bibliothekar Dr. Wolfgang Herrmann erstellte ohne Auftrag, dafür mit viel Enthusiasmus, ein Verzeichnis mit auszusondernden Schriften. Die Deutsche Studentenschaft (DSt) allerdings war mit der Organisation der Bücherverbrennung betraut und plünderte daraufhin die Bibliotheken und Buchhandlungen 'tschlands.

Der Geist der Aufklärung war bei Studenten noch nie besonders ausgeprägt gewesen, denkt FarmerBoy bei sich und erinnert sich dabei seiner KommilitonInnen. Deutsche Studenten waren schließlich für die Gründung der deutschen Nation verantwortlich, und ihre Rolle bei der Reichsgründung ist nicht zu unterschätzen. Die DSt ließ sich auch hier bereitwillig einspannen und verbrannte die Bücher offensichtlich ganz alleine, ohne jede Mithilfe der MannheimerInnen. Denn heute mag sich kein sogenannter Zeitzeuge mehr erinnern, wo dies genau passiert ist. Irgendwo am Neckarufer jedenfalls. Aber Zeitzeugen melden sich stets nur, wenn es Opfer zu beklagen gibt oder man A. Hitler persönlich habe dienen dürfen, voller Stolz selbstredend.

Die MannheimerInnen indes waren damals schwer damit beschäftigt, die Juden vor dem Unmenschen Hitler zu beschützen. Denn es wurde gemunkelt, dass der böse Hitler, ganz alleine und ohne jede Hilfe, mit der von ihm alleine gebauten Reichsbahn die Juden Deutschlands höchst selbst in die von ihm zuvor gebauten Konzentrationslager verbrachte und sie eigenhändig tötete. Sein Kumpel Goebbels hatte einen Schnupfen und Alfred Rosenberg wurde aufgrund einer Namensverwechslung aufgehalten: Ein Fan wollte sich den ihm fälschlicherweise zugeordneten Titel Der Faschismus als Massenbewegung: sein Aufstieg und seine Zersetzung, Karlsbad 1934 signieren lassen.

Samstag, 6. Oktober 2007

Stille Tage in Catatonia! Wozu auch Kunst?

Es ist ja nicht so als streckte ich den MannheimerInnen meine Hand nicht entgegen. Allein, man will sie nicht packen! Es ist auf Dauer frustrierend, mit Menschen zu verkehren, denen der Alltag nahe ist, aber das Abstrakte keinen Platz in ihrem Leben findet. Mir fehlt hier ganz besonders: die intellektuelle Debatte.

Als ich gestern Abend während einer kleinen Feier meine kleine Idee für eine Ausstellung präsentierte, herrschte betretenes Schweigen, so dass ich mein Ansinnen nach einigen Erklärungsversuchen aufgeben und schleunigst in ein anderes Thema überleiten musste. Die Idee war aber nun folgende:

In jüngerer Zeit bemühen sich KünstlerInnen und Medien gerne um das Bild des "guten Deutschen", der den Nazis zu Hitlers Zeiten Paroli bot und zivilen Ungehorsam übte. Diesen mag es gegeben haben. Doch werden im Umgang damit aus den wenigen "guten Deutschen" stets ganz viele und plötzlich gibt es nur noch wenige "böse Deutsche", bis zum Schluss nur noch ein böser übrig bleibt: Hitler, der dem kleinen Mädchen das rosa Kaninchen stahl und alle Verbrechen ganz alleine beging.

"Sind wir nicht alle ein bisschen Hitler?" sollte den Rahmen bilden, den "Hitler in sich selbst" zu suchen und mittels Fotografie zu finden. Die so entstandenen Bilder würden in einer grandiosen Ausstellung präsentiert werden, mit allem Piepapo und Drumherum. Die ansonsten kunstinteressierte Mischpoke war nicht amüsiert, und schlimmer noch: Es gab noch nicht mal Einwände oder Kritik am Vorhaben. Und ohne Diskurs findet Kunst einfach nicht statt. Ich muss mir entweder neue Bekannte suchen oder demnächst ein paar Tranquilizer einwerfen.

Ich möchte nicht von meinem Bekanntenkreis auf ganz Mannheim schließen. Doch mein erstes Kunstprojekt in diesem Ort wurde ähnlich aufgenommen: Während ich versuchte, Wählerstimmen für meine OB- Kandidatur zu sammeln, schlugen mir folgende Satzfragmente entgegen: "Is' doch eh alles schon gelaufe!" über "mer kenne sie ja gar net!" bis zu "sie habe ja gar kei Programm, warum soll ich sie dann wähle?". Die Angesprochenen waren übrigen nicht ü50, wie man annehmen könnte, sondern überwiegend a30.

Schliesslich bin ich heute Nachmittag mit einer neuen Idee wach geworden: Es wird einen Videoloop geben, in dem ich höchstpersönlich und apathisch vor mich her sabbernd in einer kahlen Ecke sitze werde, während meine liebe Frau C. ein Schild mit der Aufschrift "Mannheim" durch das Bild trägt. Die Videoinstallation trägt den Namen "Stille Tage in Catatonia!"

Samstag, 28. Juli 2007

Der bewegte Mensch fordert was! Ampeln auf den Müllhaufen der Geschichte!

es ist ja nicht so, dass die strassen schon immer ganz alleine den kfz gehörten. wer das glaubt, ist selten dämlich: in meinen theoriestunden zur fahrprüfung gehörte der "mann mit handwagen" noch fest zum repertoire des strassenverkehrs.

in der geschichte der strasse werden fahrzeuge erst spät erwähnt. zuvor wurden strassen wandertechnisch erschlossen und dienten dem freundlichen warenhandel. per pedes war man unterwegs, der pökler genoss die natur und lüpfte kurz den hut, wenn der fassbinder ihm seine fässer entgegenrollte. heute ist das unvorstellbar!

es wurde nämlich schlimmer: später wurden die strassen für militärische massnahmen strategisch wertvoll, um kriegsgerät und heer schnell transportieren zu können. hitler baute viel später auch seine autobahn quer durch deutschland, er hatte das prinzip verstanden.

auch heute findet auf und über strassen krieg statt, doch sind die kombattanten die einfachen bürgerInnen, die sich über die staatliche gewalt hinwegsetzen und einen bruderkrieg "jeder gegen jeden" inszenieren. nur der gemeinsame feind kann sie einen: der fahrradfahrer und der fussgänger.

letzterem gehörte die strasse früher ganz allein, und der wagenlenker musste ihm den vorrang lassen. doch rücksichtslosigkeit und ignoranz sowie die unfähigkeit des menschen, ein fahrzeug sicher zu führen, setzten dem ein ende.

nach etlichen toten fussgängern erfand man verkehrsregeln. da diese äusserst interpretativ (gibt es dieses wort?) umgesetzt wurden, handelte es sich wohl nur um wohlmeinende vorschläge. als aber keine besserung eintrat, baute man die ampel!

sie ist die gefährlichste unter allen waffen, da sie den menschen in den ursprung seiner keimzellen zurückversetzen und aus einem denkenden ein auf reize unmittelbar reagierendes wesen machen, ähnlich einer amöbe.

tote gibt es dennoch, deswegen erkläre ich das projekt "ampel" als gescheitert. ich selbst reagiere höchst emanzipativ und achte als fussgänger oder radler nicht mehr auf lichtsignale. gesunder menschenverstand geleitet mich sicher durch den irrsinn der strassen und ihrer bewohnerInnen. viel, viel sicherer als je zuvor!

somit nehme ich mir stück für stück zurück, was man mir und meinen ahnen genommen! die zeit der "unmotorisierten" ist gekommen, und ihre protagonisten erkennen keine regeln an, die wegen anderen gemacht sind!

und autofahrer, denkt daran: eure geliebte autobahn war ein mittel zum völkermord! mit diesem wissen sollt ihr heute nacht einschlafen und schlecht träumen!

Dienstag, 24. Juli 2007

Böse Gerüchte über Trümmerfrauen und Kriegsheimkehrer! Aber: Wir sind die Alten von Morgen!

ich möchte hier mal wieder eine soziale gruppe schmähen: die alten! selten gibt es ähnlich unangenehme zeitgenossen. wir alle aber werden dazugehören dereinst. manche früher, manche später. man darf die heutigen alten gerne als mahnendes beispiel nehmen, um selbst nicht ähnlich umtriebig zu sein, wenn uns die knochen schwerer werden.

ich neige hier ja gerne zu pauschalisierungen, denn nur die machen wirklich spass! wie öde ist es dagegen, ständig positive ausnahmen machen zu müssen und somit den "flow" zu stören. genauigkeit ist zwar eine gute, aber auch langweilige tugend, die ich lohnhure nur pflege, wenn man mich für meine dienste gut bezahlt.

wo war ich? ach ja, die alten! in banden lauern sie einem auf oder drängeln sich überall vor. und das nur, um die besten plätze oder waren zu ergattern. gerne möchte man ihnen zurufen: durch drängelei ist der weltenlauf noch nie beschleunigt worden! und sitzt in der bahn dann doch ein pickeliger jugendlicher auf einem rentnersitz, dann kann man ihn höflich darum bitten, den platz freizugeben.

in der regel tun die menschen das, worum man sie höflich bittet. aber warum wollen die alten den weltenlauf beschleunigen? ich wäre um jede minute, da sich die erde langsamer dreht, dankbar. aber das mit der dankbarkeit ist keine menschentugend. noch nie gewesen.

die alten finden ja, das alle menschen ohne hüftprothesen undankbare wesen sind. das hätte es früher nämlich nicht gegeben: nicht unter hitler, nicht unter adenauer und schon gar nicht unter kohl. doch stimmt das nicht: junge menschen sind vor allem dankbar darüber, noch nicht alt zu sein. vor dem alter fürchten sie sich nur so sehr, weil sie nicht so seltsam griesgrämig werden möchten.

man kann die aussage, "früher war alles besser" beinhart widerlegen. oder sie ergänzen mit dem zusatz: "blos die alten nicht!" ich höre da hinten einen zwischenruf? "es gibt aber doch die alten, die in ihren jungen jahren die fetzen des 2.weltkrieges aufsammelten und die brd aufbauten. das waren doch gute, oder etwa nicht?"

ich werde mir jetzt einfach ganz dreist eine wahrheit über die "guten alten" zurechtbiegen: die trümmerfrauen haben den schutt weggeräumt, weil sie unter ihm reichtümer vermuteten, die sie dann verstohlen unter ihrer kittelschürze nach hause transportiert haben. grossvater fand auf dem weg zurück nach deutschland nicht mehr so richtig lebende kameraden auf, die aber noch einwandfreie stiefel hatten. dann war der kamerad tot, aber opa war neu gestiefelt.

zumindest könnte man vermuten, es sei so gewesen. denn so wie die alten heute "hier" schreien wenn es was umsonst gibt und rempeln, wenn sie es nicht sofort bekommen, spielte sich das bestimmt auch früher ab. man war sich halt selbst der nächste, und hunger war noch nie ein motor der fairness.

die jungen sind auch nicht besser? nein, denn wir haben das alles von den alten gelernt: missgunst, neid, raffgier usw. "min jong, du musst dein ellbogen brauchen, sonst wird des nimmermehr nix!" war eine einflüsterung, mit der wir 70er, 80er kids aufgewachsen sind.

trotzdem werden wir die besseren alten sein. wir werden viel spass im alter haben, denn wir werden die mehrheit sein. wir rocken das haus, während unsere enkelInnen für uns arbeiten. die parks, clubs und cafe's gehören uns, wie sie uns schon immer gehörten.

unsere sudanesischen pflegerinnen rollen uns von theke zu theke, und wir klapsen ihnen mit zittriger hand auf den hintern. ich finde die vorstellung einfach wunderbar: ich sitze wohlgelaunt auf einer parkbank und schwinge meinen stock drohend in die luft, sobald ich einen jugendlichen sehe. ich rufe: "wo bleibt meine rente, du schwachkopf!"

Samstag, 30. Juni 2007

Eine Hasspredigt gegen Hasspredigten! Demnächst: Liebespredigt für mehr Liebespredigten!

wollen sie mal ordentlich einen draufmachen? spass und spiritualität zugleich erfahren? das ganze christenpogrom, äh, entschuldigung: -programm en bloc? dann müssen sie sofort in die mannheimer innenstadt. hier findet heute eine leistungsschau der jesusanbeter statt - der ökomenische kirchentag - "kirche zum anfassen auf vier kilometern". das ist eine ganze menge kirche - zuviel, wie ich meine!

bis jetzt habe ich es allerdings vermieden, die kirche anzufassen bzw. so weit an mich heranzulassen, so dass sie mich berühren könnte. das bleibt auch so die nächsten jahre. ich freue mich sehr darauf, dieser gottlosen institution fernbleiben zu dürfen und nicht wie in den usa oder in polen gottes angebliches gesetz befolgen zu müssen.

um christ zu sein, braucht es keine kirche. man kommt sogar besser weg, wenn man abstinent ist. man hat ja in den letzten 2 jahrtausenden nichts ausgelassen, um die gottgläubigen zu entmündigen und ihnen realitätsferne konzepte aufzudrängen. was das aber mit "christsein" zu tun hat, kann mir bis heute keiner erklären.

bitteschön, man kann es überall nachlesen: gott ist ein gütiger kerl, sein unehelicher sohn jesus hat nächstenliebe und eine frühform des sozialismus gelehrt und wurde zum dank dafür von seinesgleichen an eine holzlatte genagelt. überdies hat der historische jesus nicht verlangt, aus seiner weltanschauung eine religion zu machen oder einen verein zu gründen.

genau dies ist aber passiert. die kirche lehrt heute unter anderem alles andere als nächstenliebe, sondern geht ganz alttestamentarisch vor. es gibt bei den katholen ein oberhaupt und ansonsten viele kirchenfürsten, die einen direkten draht zu gott zu haben scheinen und eine art christliche scharia vollziehen, hier nennt man das aber katechismus. der lässt noch heute viele imame vor neid erblassen.

erstaunlich ist ebenfalls, wie sich die kirchen mit dem geld und der macht arrangiert haben. letztendlich erlebt man das paradoxon, dass sich eine ursprünglich sozialistische institution im kapitalismus besonders wohl fühlt(e), so dass die ehemals sozialistischen länder sich gezwungen sahen, kirchen bzw. religion zu ächten - was auch richtig gedacht war. sehr sympathisch!

es gibt wohl kaum eine gemeinnützige institution, die von ihrer eigenen satzung so wenig wissen will wie die kirche. sie tut auch gutes, klar! wenn man es aber so sieht, war ja auch nicht alles schlecht, was hitler gemacht hat. die autobahn zum beispiel... immer wieder gerne ins feld geführt. die kirche hat allerdings viel mehr tote zu verschulden. gut, sie ist ja auch schon was länger da.

mir wahl- heiden liegt es im übrigen fern, die verbrechen des deutschen volkes zu relativieren! ganz im gegenteil: das waren ja auch alles gute christen!

Freitag, 29. Juni 2007

Jeden Montag eine neue Welt! Nazis: Top oder Flop?

die kaffee- kette tchibo wirbt mit dem spruch: jede woche eine neue welt! hilfe!!! wo ich doch schon probleme habe, die welt dieser woche zu verstehen. jetzt droht man mir mit einer neuen welt, und das schon am nächsten montag! das finde ich nicht fair. ich verurteile dies schärfstens!

mal sind die fatah's die guten, mal sind's die hamas. mal sind die israelis die guten, ein anderes mal sind sie die bösen! oder sie waren "damals" gut und sind heute böse. andere finden: sie waren früher böse und sind heute gut. umgekehrt fand man die nazis früher gut, aber heute gelten sie als ausgeburt der hölle.

die deutschen der 40er und 50er waren stets gut. hitler und göbbels, das waren richtige nazis und somit böse. man selber konnte ja nicht wissen, was das für verbrecher waren und verehrte sie. dafür schämt man sich noch heute ein wenig.

in einigen gegenden deutschlands sind nazis immer noch beliebt. oder sie sind es wieder, wie z.b. im osten oder auch in hessen und rheinland- pfalz. nur anderswo, wo die nazis gar nicht sind, gelten sie als böse. die nazis finden hingegen ausländer und schwule nicht gut, wobei das ja passen würde: die nazi- kader waren zum grössten teil schwul, und sogar hitler musste erst österreich ins deutsche reich eingemeinden, um selbst ein richtiger deutscher sein zu können.

erstaunlicherweise sind die ausländer- und schwulenhassenden nazis ja gar nicht dort, wo sich die schwulen und die ausländer aufhalten. nur schäuble, koch und oettinger sind da, wo der islamistisch- fundamentalistische terror und die sodomie herrscht. mir wäre es lieber, sie wären dort, wo der pfeffer wächst oder unter ihresgleichen: den paranoikern und nazi- gutfindern! dabei verstehen sich aber nazis und islamisten wiederum wunderbar!

ach, und die polen hassen die deutschen, und die zwei oberkartoffeln geben ordentlich zunder. man kann den hass verstehen und sogar gutfinden. wenn die polenführer dann aber selber verkappte nazis sind, und noch dazu christlich- fundamentalistische terrorgruppen unterstützen, muss man sie dann auch gut finden oder darf man getrost sagen: die sind gaaaanz böse, zwar nicht so böse wie hitler, anders böse eben - z.b. so böse wie papst ratzinger? ich neige jedenfalls dazu, die polen einfach wieder aus der eu auszuschliessen!

ach, sie ist einfach seltsam, diese welt! und dazu noch so verwirrend! gott sei dank schenkt uns tchibo nächste woche eine neue!