BionicWoman sagt, es gäbe nichts traurigeres als Menschen, die vorher noch Bestandteil einer Gruppe waren, später aber alleine anzutreffen sind. Man denke an heimkehrende FaschingsteilnehmerInnen, deren Blume im Revers längst abgeknickt, deren Schminke längst verlaufen und deren Perücke verrutscht ist.
Genau das dachte FarmerBoy am Mittwochabend im Supermarkt. Das von ihm nicht goutierte Fußballspiel ist schon zu Ende, und eine ganz offensichtlich todtraurige junge Frau mit Deutschlandlogo im Gesicht steht am Alkoholregal und greift sich missmutig was Hochprozentiges. Ein Häufchen Elend, enttäuscht vom verlorenen Spiel. Das kommt davon, wenn man sich die falschen Farben ins Gesicht schmiert.
Es soll Menschen gegeben haben, die geweint haben als die deutsche Mannschaft verlor. Sogar Leute, die vor einigen Jahren den Sachbuchklassiker "No Logo!" von Naomi Klein propagiert haben, finden plötzlich nichts mehr dabei, kleine Fläggchen aus dem Fenster zu hängen. Die Emotionalisierungsmaschine hat also funktioniert. Auf irgendwas muss man ja schließlich stolz sein können hier, wenn schon nicht auf sich selbst.