Und als hätte ich in meinem letzten Post, der vor der grassierenden Dummheit all around warnt, irgendwie die nahe Zukunft erahnt, da ist es mir endlich passiert: Ich wurde heut' dahin geschickt, wo ich herkomme: ins Wessiland! Ich bin ein Opfer von Fremdenfeindlichkeit geworden, freilich in der Version "Light". Ich habe womöglich Kiezverbot oder sogar Bezirksverbot für ganz Treptow erhalten. Ich weiß es nicht genau. Vielleicht gilt das Hausverbot auch für den gesamten Osten. Da bin ich noch unsicher. Die Zukunft wird es zeigen.
Zuvor muss ich sagen, dass mir persönlich Herkunft und Geschlecht einzelner Personen herzlich egal sind. Es zählt alleine, ob jemand ein Idiot ist oder nicht. Aber dies ist eine Eigenschaft von geschulter Unvoreingenommenheit, und sowas fällt vielen Menschen schwer. Schubladen sind vielleicht einfach zu systematisieren. Im Dschungel bringen sie jedoch nicht viel.
Doch der Reihe nach: Ich gehe so meines Weges und muss einem Baum ausweichen, mit dem sich die Bodenplatten den Gehweg teilen müssen. Schließlich verfüge ich über physikalische Grundkenntnisse und weiß, dass zwei Gegenstände zur selben Zeit nicht am selben Ort existieren können. Auch in Treptow nicht.
Leider akzeptiert dies der Radfahrer, der mir in diesem Moment entgegenkommt, nur bedingt, so dass er nur widerwillig einen wirklich kleinen Haken fährt, um mir dennoch bedrohlich nahe zu kommen. Quasi um mich zu belehren. Er hätte auch einen etwas größeren Haken fahren können. Platz gab es genug. Man kennt dasselbe Verhalten ja schon von vielen Autofahrern. Trotzdem oder gerade deshalb erübrigt sich jedes Wort und ich gehe tonlos weiter.
Doch nun erschallt von hinten eine Schimpfsalve: Du blöder Wichser! Arschloch! Und nun drehe ich mich doch um und frage neugierig geworden hinterher: Wichser? Warum nennst Du mich einen Wichser? Diese Frage bringt ihn zum Anhalten. Er kuckt ein bisserl dämlich, hat wohl nicht mit einer Reaktion gerechnet. Ich frage erneut: Ich möchte wissen, warum Du mich einen Wichser nennst! Ich gehe auf ihn zu, bis ich ihm von Angesicht zu Angesicht stehe. Er stellt sein Rad ab. Ich wiederhole die Frage.
Der pummelige, prollig besonnbrillte Radfahrer fühlt sich absolut im Recht. Er nimmt eine bedrohliche Haltung an, die ich routiniert ignoriere. Nicht eingeschüchtert sein bringt Idioten aus dem Konzept. Ich rieche seinen schlechten Atem. Schließlich sei ich ihm in voller Absicht vor das Rad gelaufen. Nur um ihn zu provozieren, bellt er. Ich hätte ihm aus dem Weg gehen müssen. Ich kläre ihn über den Sachverhalt auf: Erstens ist er mir vor die Füße gefahren. Und wenn er Probleme mit Fußgängern als solchen hat, dann muss er eben auf der Straße fahren.
Weder bin so lebensmüde, dass ich mich mit voller Absicht vor ein Fahrzeug werfe, noch bin ich jemand, der noch nie mit dem Fahrrad auf dem Gehweg gefahren ist. Meistens ist der Straßenbelag so schlecht, dass die Schrauben freiwillig aus dem Rahmen fallen, Einzelteile auf die Straße kullern und Hämorrhoiden platzen. Ich kann das verstehen, wenn einer auf den Gehweg ausweicht. So weit so gut.
Ich kann nicht verstehen, wenn jemand auf dem Gehweg radelt, obwohl die Straße einen super Belag hat und nur wenig Autoverkehr herrscht. Doch sei's drum, er wird schon seine Gründe gehabt haben. Aber ich darf schon erwarten, dass ich als Fußgänger ungefährdet meinen Weg fortsetzen kann, sogar Hindernissen ausweichen darf und dass der "stärkere" Verkehrsteilnehmer wenigstens etwas Rücksicht nimmt. Das ist eigentlich Minimalkonsens.
Es ist schnell klar, dass ich der Spießer bei der ganzen Sache bin. Es spielt keine Rolle, ob mich besagter Radfahrer ggf. schon im Vorfeld abgeurteilt hatte und daher jede mögliche Verhaltensweise aus seiner Sicht falsch gewesen wäre. Er hat gesehen: einen Wessi, noch dazu in ortsunüblicher Tracht. Ich vermute denselben Reflex, mit dem manche (Neu-)Berliner Touristen aburteilen. Oder sagen wir es so: Meine Mutter hat den Lärm der Nachbarn nicht richtig hören können. Da hat sie ein Fenster aufgemacht, und schon konnte sie mit Grund belfern.
Trotzdem: Die Argumente fehlen dem armen Idioten, die Rechtslage steht zu meinen Gunsten. Die bedrohliche Haltung weicht allmählich. Die Strategie muss also geändert werden. Nun bleibe ich zwar Wichser, hinzu kommen aber Wessi und Spießer. Ganz offensichtlich das Schlimmste, was einer sein kann. Diese Kombination hat hier, in Treptow, nichts verloren. Weil ich nicht bereit bin, für jeden Heini oder Horst augenblicklich zur Seite zu springen. Denn das muss man seiner Meinung nach als Wessi tun, wenn man sich hier bei ihm, im Osten, aufhalten will.
Ich halte von Chauvinismus überhaupt nichts, und von der Sorte schon gar nicht. Doch "... so einen brauchen wir(!) hier nicht!" "Geh dahin zurück, wo Du herkommst." Tja! Wenn ich nur wüsste, wo das sein soll? Friedrichshain? Da komme ich gerade her. Neukölln? Ja, da gehe ich hin. Aber erst, wenn ich Lust dazu habe und nicht, weil mich jemand dazu auffordert. Wo wir hinkommen, wenn sich einfache Rowdies zu Blockwarten aufspielen, haben wir(!) ja schon erlebt. In beiden Regimes.
Was muss der Sozialismus diesem Menschen angetan haben? Wenn der ihn überhaupt bewußt erlebt hat. So alt isser ja nicht, mein Freund, der Idiot. Anfang dreissig? Immerhin legt er doch so viel Wert auf seine Ostidentität, indem er andere des niedrigen Wessitums bezichtigt. Oh! Jetzt hab' ich's: Der Kapitalismus hat sein Leben zerstört. Und Westdeutsch = Kapitalismus. Schon klar! So einfach ist die Welt. Ich kann's kaum fassen. Ich habe ihn selbstredend der Fremdenfeindlichkeit bezichtigt, was faktisch richtig ist. Dabei ist es unwesentlich, ob ich tatsächlich fremd bin. Er hat mich für einen Fremden gehalten und mich demenstprechend angegangen.
Für einen kurzen Moment wünsche ich ihm die Massen an Zugezogenen und Touristen, die gerade Neukölln bevölkern, an den Treptower Hals. Da hätte er wenigstens den ganzen Tag zu tun: Vollbeschäftigung. Doch die Armen können ja nichts dafür, dass sie nicht beliebt sind. Sie sind lediglich der Sündenbock für eine verfehlte Stadtplanung. Die Frage ist eher: Kann man den Neuberlinern solche Volltrottel zumuten? Es bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handelt. Fast hätte ich Einzeltäter gesagt, in ostdeutschen Gemeinden ein Euphemismus für Nazikader.
Eigentlich hätte ich dieser Flachzange eine in die Fresse hauen müssen. Leider hat er überhaupt keine Anstalten gemacht, die eine solche Aktion vor dem Gesetz gerechtfertigt hätte. Schade. Ich hätte wirklich gerne gewusst, ob's hilft. Denn Argumente tun es ganz offensichtlich nicht. Dumme Menschen fordern nun mal nicht den Intellekt, sondern den Barbaren im Menschen heraus. Kluge Menschen wissen, dass sie sich bei der Kommunikation an ein gegebenes Niveau anpassen müssen.
Es befriedigt allerdings nicht besonders, der Dummheit mit den falschen Mitteln begegnet zu sein. Ob man es glaubt oder nicht: Die Dummheit der anderen stimmt mich eher traurig. Die eigene Dummheit hingegen beschämt mich. Ich erkenne sie stets selbst und schweige still. Aber: Jeder Dumme, der dumm geht, lässt einen Gescheiterten zurück. Man muss die Dummen wohl mit Gewalt missionieren. Erst wenn sie reflexhaft vor den Folgen ihrer Stupidität zurückweichen lernen, kann die Vernunft sich einen Weg durch das Dickicht des Blödsinns bahnen.
Trotzdem verlaufen solche Konfrontationen stets gewaltfrei. Obwohl ich natürlich provoziere, wenn sich ein Depp als ebensolcher zu erkennen gibt und darauf beharrt, ein Depp zu bleiben. Ich glaube, Menschen können mich schlecht einschätzen und wissen daher den Ausgang einer Auseinandersetzung nicht richtig zu berechnen. Außerdem scheint selbst ihnen bewusst zu sein, dass ihr Verhalten zwar keineswegs korrekt gewesen ist, sie aber aus "Stolz" in ihrer ungünstigen Position verharren müssen.
Zudem verfüge ich über ein sicheres, ruhiges und kühles Auftreten. Ich bin nicht klein, fast sogar ein wenig muskulös. Am meisten verunsichert Idioten schließlich die Tatsache, dass ich mich selbst nicht richtig einzuschätzen weiß (mangels "Kampferfahrung"), aber gleichzeitig signalisiere, dass mir das im Ernstfall völlig egal ist. Möglicherweise aber halten sie mich lediglich für einen Idioten, der es nicht wert ist, sich die Hände an ihm zu beschmutzen. Das wäre zweifellos unschmeichelhaft und zeugte dennoch von mangelndem Reflexionsvermögen.
P.S. Schade. Die besten Sätze fallen einem ernst hinterher ein: "Tut mir leid. Es war mein Fehler. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass Du ein Idiot bist, ich hätte erst gar nicht versucht, mit Dir zu reden."
P.P.S. Außerdem ist interessant zu beobachten, wie es Passanten angesichts einer solchen Situation schaffen, auf Autopilot zu schalten und so zu tun, als würde 50cm neben ihnen gar nichts passieren. Und das ist leider nicht nur im Osten so. Eine solche Feigheit aber ermöglicht Diktaturen. Schon alleine deshalb kusche ich nicht vor Leuten, die für sich das Recht des Stärkeren beanspruchen. Aus Prinzip!
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Mittwoch, 22. August 2012
Sorry, mein Fehler! Ich bin ein Wessi, Touri, Spießer!
worte die fallen
Berlin,
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Nazisdeutschland,
Ossi,
Selbstverteidigung,
Sozialismus,
StVO,
Wessi
Donnerstag, 12. April 2012
Aggressive Kampf- Radler! Ramsauer schafft sich ab?
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| kriegswichtig: Recycling |
Eines muss man den "Kampf- Radlern" jedoch zugute halten: Der Schaden, den sie an Leib und Leben von Passanten und Fußgängern anrichten können, bleibt gering im Verhältnis zu dem der Motorisierten. Außerdem: Fahrräder stinken nicht! Alter Spruch. Hatte meine Schwester schon vor 30 Jahren auf'm Plakat im Jugendzimmer. Stimmt aber immer noch! Und was stinkt, hmmm? Richtig: geifernde Politiker und KFZ in spritverbrennendem (und brennendem) Zustand. Darüber sollten die "Krampf- Adler" aus Ihrem Stall mal nachdenken. Ich sehe jedenfalls haufenweise Deppen jeden Tag. Und da spielt's keine Rolle, ob sie radeln oder jodeln oder versuchen, Auto zu fahren. Oder bei den Politikern: Da gibt's ja auch solche und solche.
By the way: In Berlin müssen sich zig Radfahrer auf schmalen Radwegen drängeln, während die Fahrbahn für KFZ oft drei- bis vierspurig ist. Und da, wo's keine Radwege gibt, da sollten Sie mal die Autofahrer (ich will auch mal pauschalisieren) erleben: Wer nicht wenigstens schimpft über die "Sch... Radfahrer", der drängelt sie gerne "aggressiv kämpferisch" an den Fahrbahnrand. So sieht's nämlich aus. Das ist ganz schön stressig und gefährlich, so ein Leben ohne Fahrradhelm und ohne Panzerung drumherum.
Eines ist aber schon lustig, Herr Verkehrsminister: Da beschäftigen Sie Horden von Mitarbeitern, um heraus zu bekommen, wie es auf den bunzreplikanischen Verkehrswegen aussieht, und sie greifen auf Ihre persönlichen Statistiken zurück. Da wäre doch ein Sparpotential, dass es kracht. Sie brauchen doch gar niemanden außer sich selbst und vielleicht noch eine Sekretärin. Einen Fahrer brauchen's auch, freilich, denn sonst könnten's ja nicht so vortreffliche und repräsentative Beobachtungen machen, frei von allen Fehlern, die Statistiker so machen am Tag.
Verkehrserziehung, wie Sie's anregen, Herr Ramsauer, ist eine tolle Idee. Das wäre für alle Verkehrsteilnehmer wichtig. Vielleicht käme man auch mit etwas, das ich Herzensbildung nenne, weiter: Im Ernstfall könnte man ja auch mal auf etwas verzichten, vielleicht im Straßenverkehr: gefühlte oder tatsächliche Vorfahrt? Und die vielleicht berechtigte, aber höchst einseitige "Hetze" von Ihnen (Schon wieder! Das letzte mal waren's die Fußgänger!) ist allenfalls kontraproduktiv, mindestens aber nutzlos. Es herrscht doch eh längst Krieg da draußen:
DIE Arbeitslosen gegen DIE Arbeiter und Angestellten
DER Günther Grass gegen DIE Medien
DIE "Ausländer" gegen DIE "Deutschen"
DIE Bildung gegen DIE BILD
DIE Politiker gegen DAS "Volk"
DIE Reichen gegen DIE Armen
DIE Deutschen gegen DIE Griechen (Portugiesen, Spanier und andere "Schuldenstaaten")
DIE Autonomen gegen DIE anständigen Bürger
Und schließlich:
DIE, DIE alle gleich sind, gegen DIE, DIE alle anders sind
und:
DIE, DIE alle verschieden sind gegen DIE, DIE alle noch leben
Dienstag, 10. November 2009
Stinkefinger zeigen! Womöglich zurecht!
Ist ja gut, ich gebe es zu: Wenn ich in großer Eile bin und ich zum Überqueren eines banalen Platzes amidst 2er Straßen circa 5 Minuten zu brauchen drohe, da jeder meiner Schritte von einer roten Fußgängerampel durchkreuzt wird, dann gehe ich schon auch mal über die Straße, ohne auf die StVO zu achten. Dabei verschaffe ich mir stets einen Überblick über die Verkehrsverhältnisse. Selbstmord ist mein Ding nicht!
Ich sehe es schlicht und einfach nicht ein, warum ich wegen eines roten Lichtreizes doof an einer Straße stehen bleiben soll, wenn sowieso kein Auto kommt. Wenn es regnet, wird man nur länger nass, und wenn die Sonne brezelt, dann nur länger Kirre. Auf jeden x-beliebigen Autofahrer muss gewartet werden, die ja gerade dann erst anrasen und nochmal schnell bei rot über die Ampel müssen, wenn der gemeine Fußgänger gerade grün hat.
Ampeln sind eine Plage und gehören einfach abgeschafft. Ich habe Augen im Kopf, und die müssen genügen. Schön wäre es, wenn Autofahrer auch Augen im Kopf hätten, doch stattdessen haben sie lediglich Rezeptoren, die durch Lichtsignale zwar optisch gereizt werden, aber diese nicht immer dem Recht- und Sicherheitsempfinden der Allgemeinheit entsprechend interpretiert werden. Und damit bringt der gemeine Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Gehe ich aber blickenden Auges über einen berotlichteten Fußgängerüberweg, dann bringe ich nur mich selbst in Gefahr, wobei ich ob der plumpen Fahrtaktik anderer Verkehrsteilnehmer nicht wirklich sicher bin, ob die Methode des "bei Rot stehen, bei Grün gehen" mein Leben sicherer macht als das Motto "den Verkehr sehen und lebendig über die Straße gehen".
Bin ich deswegen ein schlechtes Beispiel für Kinder? Ich glaube kaum! Ich bin der Überzeugung, dass jedes Kind sicherer über eine Straße gelangt, wenn es mir affektiv hinterher läuft, als wenn es sich darauf verlässt, dass die lieben Autofahrer schon halten, wenn ihre Ampel rot ist. Wer sich blind an irgendwelche Regeln hält, der glaubt auch, dass es zum Kapitalismus keine Alternative gibt und dass sein Geld bei einer Bank gut angelegt ist. Oder das Atomkraftwerke sicher sind und umweltfreundlich.
Motorisierte Verkehrsteilnehmer fühlen sich stets im Recht. Wie bei den Affenhorden, die in der kürzeren Vergangenheit der Menschheitsgeschichte ihr Unwesen trieben, wähnt sich jene im Vorteil, deren technisches Arsenal ausgereift ist. Wer nun schon mal bei der IAA in Frankfurt war, der weiß: Menschen, deren Selbstwertgefühl schon allein beim Betrachten eines PKW größer wird, neigen zum Größenwahnsinn. Dem niederen Fußgänger oder Radfahrer werden sie nie den gehörigen Respekt erweisen. Sie belehren ihn, aber sie achten ihn nicht!
In den Quadraten Mannheims gibt es nun seit Monaten eine feine Regelung, welche es den Radfahrern erlaubt, sich entgegengesetzt zur Einbahnstraße fort zu bewegen. Nun gibt es dort beinahe täglich Auseinanderstetzungen zwischen motorisierten und pedalisierten Verkehrsteilnehmern, die nicht selten damit anfangen, als dass der geplagte PKW-Führer nochmal extra auf das Gaspedal tritt und entgegenlenkt, weil er glaubt, der Pedaltreter übertrete die Verkehrsregeln.
Das wahre Schwein im Straßenverkehr ist aber jener, der andere in Gefahr bringt, nur weil er im Recht ist oder es zu sein glaubt! Dumm ist das auf jeden Fall. Man darf ja auf keinen Fall auf etwaige Verfehlungen dieser Fußgänger und Radfahrer verweisen, weil diese sich ausschließlich SELBST in Gefahr bringen. Das ist ein kleiner, aber qualitativ erheblicher Unterschied zum aggressiven KFZ-Führer. Außerdem sollte man niemals jemanden für die Fehler anderer Menschen verantwortlich machen! Ich kann schließlich nichts dafür, wenn irgendjemand zuvor dem Autofahrer seinen Stinkefinger entgegen gereckt hat oder dieser ein verpfuschtes Leben führt.
Womöglich zurecht! Denn die Straßen sind viel zu schade, als dass man sie größenwahnsinnigen Autofahrern alleine überlassen sollte. Wer sich einmal mit dem Zweck einer Straße auseinandergesetzt hat, der weiß ohnehin, dass diese ursprünglich gar nicht nur für Fahrzeuge gedacht, sondern eher für Fußvolk und Handwägen. Damals war es ein friedliches Nebeneinander, Tote gab es nur wegen der Maut. Seit der erste pferdestärkengetriebene Wagen gebaut wurde, ist dieser Frieden zerstört! Regeln mussten her, zum Schutze des Fußvolkes.
Dass es eine StVO gibt, ist alleine der Tatsache geschuldet, dass Menschen zwar psychisch in der Lage sind, sich über andere zu erheben, aber physisch nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge sicher zu führen. Ich kann mich noch erinnern, als in der Kreisstadt in der Nähe meines Geburtsortes die erste Fußgängerampel aufgestellt wurde: Nicht, weil die Fußgänger zu doof waren, eine Straße zu überqueren, sondern weil die Autofahrer zu dumm waren, ganz selbstverständlich auf ihre Mitmenschen zu achten.
Doch nun ist das Schutzprinzip einer Zwangsverpflichtung zum angeblichen Selbstschutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gewichen. Die Straßen aber, sie gehören allen. Sie werden nicht unterhalten durch die im Umfang lächerliche KFZ-Steuer, und auch nicht durch Benzinsteuer. Diese Besteuerungen gehen drauf, um Schäden an Mensch und Umwelt zu bezahlen. Den größten Batzen macht die Mehrwertsteuer aus, und die bezahlen wir alle reichlich. Man soll jedoch nicht glauben, dass der Erwerb eines PKW den persönlichen MwSt-Beitrag erhöht, bei den Subventionen (die wiederum wir alle zahlen), welche die Automobilbranche erhält.
Umdenken heißt: Die Straße mit allen teilen und Umsicht walten lassen. Da braucht man am Ende keine Ampel mehr und auch keine 100 Verkehrszeichen pro Einmündung. Selber denken ist immer besser als bedacht zu werden. Das ist das Konzept des Shared Space, und es ist gut! Unbedingt nachlesen. Und nachmachen! Am Ende emanzipiert sich der Mensch noch von seinem stupiden Dasein und kann nach etlichen Tausend Jahren endlich das sein, was er zu sein glaubt: Die Krone der Schöpfung.
So aber, ist er nur ein beinahe unbehaarter Hominide, dessen höchste zivilisatorische Errungenschaft die Zahnbürste ist.
Ich sehe es schlicht und einfach nicht ein, warum ich wegen eines roten Lichtreizes doof an einer Straße stehen bleiben soll, wenn sowieso kein Auto kommt. Wenn es regnet, wird man nur länger nass, und wenn die Sonne brezelt, dann nur länger Kirre. Auf jeden x-beliebigen Autofahrer muss gewartet werden, die ja gerade dann erst anrasen und nochmal schnell bei rot über die Ampel müssen, wenn der gemeine Fußgänger gerade grün hat.
Ampeln sind eine Plage und gehören einfach abgeschafft. Ich habe Augen im Kopf, und die müssen genügen. Schön wäre es, wenn Autofahrer auch Augen im Kopf hätten, doch stattdessen haben sie lediglich Rezeptoren, die durch Lichtsignale zwar optisch gereizt werden, aber diese nicht immer dem Recht- und Sicherheitsempfinden der Allgemeinheit entsprechend interpretiert werden. Und damit bringt der gemeine Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Gehe ich aber blickenden Auges über einen berotlichteten Fußgängerüberweg, dann bringe ich nur mich selbst in Gefahr, wobei ich ob der plumpen Fahrtaktik anderer Verkehrsteilnehmer nicht wirklich sicher bin, ob die Methode des "bei Rot stehen, bei Grün gehen" mein Leben sicherer macht als das Motto "den Verkehr sehen und lebendig über die Straße gehen".
Bin ich deswegen ein schlechtes Beispiel für Kinder? Ich glaube kaum! Ich bin der Überzeugung, dass jedes Kind sicherer über eine Straße gelangt, wenn es mir affektiv hinterher läuft, als wenn es sich darauf verlässt, dass die lieben Autofahrer schon halten, wenn ihre Ampel rot ist. Wer sich blind an irgendwelche Regeln hält, der glaubt auch, dass es zum Kapitalismus keine Alternative gibt und dass sein Geld bei einer Bank gut angelegt ist. Oder das Atomkraftwerke sicher sind und umweltfreundlich.
Motorisierte Verkehrsteilnehmer fühlen sich stets im Recht. Wie bei den Affenhorden, die in der kürzeren Vergangenheit der Menschheitsgeschichte ihr Unwesen trieben, wähnt sich jene im Vorteil, deren technisches Arsenal ausgereift ist. Wer nun schon mal bei der IAA in Frankfurt war, der weiß: Menschen, deren Selbstwertgefühl schon allein beim Betrachten eines PKW größer wird, neigen zum Größenwahnsinn. Dem niederen Fußgänger oder Radfahrer werden sie nie den gehörigen Respekt erweisen. Sie belehren ihn, aber sie achten ihn nicht!
In den Quadraten Mannheims gibt es nun seit Monaten eine feine Regelung, welche es den Radfahrern erlaubt, sich entgegengesetzt zur Einbahnstraße fort zu bewegen. Nun gibt es dort beinahe täglich Auseinanderstetzungen zwischen motorisierten und pedalisierten Verkehrsteilnehmern, die nicht selten damit anfangen, als dass der geplagte PKW-Führer nochmal extra auf das Gaspedal tritt und entgegenlenkt, weil er glaubt, der Pedaltreter übertrete die Verkehrsregeln.
Das wahre Schwein im Straßenverkehr ist aber jener, der andere in Gefahr bringt, nur weil er im Recht ist oder es zu sein glaubt! Dumm ist das auf jeden Fall. Man darf ja auf keinen Fall auf etwaige Verfehlungen dieser Fußgänger und Radfahrer verweisen, weil diese sich ausschließlich SELBST in Gefahr bringen. Das ist ein kleiner, aber qualitativ erheblicher Unterschied zum aggressiven KFZ-Führer. Außerdem sollte man niemals jemanden für die Fehler anderer Menschen verantwortlich machen! Ich kann schließlich nichts dafür, wenn irgendjemand zuvor dem Autofahrer seinen Stinkefinger entgegen gereckt hat oder dieser ein verpfuschtes Leben führt.
Womöglich zurecht! Denn die Straßen sind viel zu schade, als dass man sie größenwahnsinnigen Autofahrern alleine überlassen sollte. Wer sich einmal mit dem Zweck einer Straße auseinandergesetzt hat, der weiß ohnehin, dass diese ursprünglich gar nicht nur für Fahrzeuge gedacht, sondern eher für Fußvolk und Handwägen. Damals war es ein friedliches Nebeneinander, Tote gab es nur wegen der Maut. Seit der erste pferdestärkengetriebene Wagen gebaut wurde, ist dieser Frieden zerstört! Regeln mussten her, zum Schutze des Fußvolkes.
Dass es eine StVO gibt, ist alleine der Tatsache geschuldet, dass Menschen zwar psychisch in der Lage sind, sich über andere zu erheben, aber physisch nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge sicher zu führen. Ich kann mich noch erinnern, als in der Kreisstadt in der Nähe meines Geburtsortes die erste Fußgängerampel aufgestellt wurde: Nicht, weil die Fußgänger zu doof waren, eine Straße zu überqueren, sondern weil die Autofahrer zu dumm waren, ganz selbstverständlich auf ihre Mitmenschen zu achten.
Doch nun ist das Schutzprinzip einer Zwangsverpflichtung zum angeblichen Selbstschutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gewichen. Die Straßen aber, sie gehören allen. Sie werden nicht unterhalten durch die im Umfang lächerliche KFZ-Steuer, und auch nicht durch Benzinsteuer. Diese Besteuerungen gehen drauf, um Schäden an Mensch und Umwelt zu bezahlen. Den größten Batzen macht die Mehrwertsteuer aus, und die bezahlen wir alle reichlich. Man soll jedoch nicht glauben, dass der Erwerb eines PKW den persönlichen MwSt-Beitrag erhöht, bei den Subventionen (die wiederum wir alle zahlen), welche die Automobilbranche erhält.
Umdenken heißt: Die Straße mit allen teilen und Umsicht walten lassen. Da braucht man am Ende keine Ampel mehr und auch keine 100 Verkehrszeichen pro Einmündung. Selber denken ist immer besser als bedacht zu werden. Das ist das Konzept des Shared Space, und es ist gut! Unbedingt nachlesen. Und nachmachen! Am Ende emanzipiert sich der Mensch noch von seinem stupiden Dasein und kann nach etlichen Tausend Jahren endlich das sein, was er zu sein glaubt: Die Krone der Schöpfung.
So aber, ist er nur ein beinahe unbehaarter Hominide, dessen höchste zivilisatorische Errungenschaft die Zahnbürste ist.
Sonntag, 7. Juni 2009
Eine Parabel! Bloß welche?
Nachdem sich CountryGirl und FarmerBoy nach längerer Abwesenheit nun wieder in den Mannheimer Gestaden aufhalten, von den einen herzlich begrüßt, von anderen geschmäht, wie es nun mal so ist, wenn Charaktere erfunden sind, überlegten sie sich, wie sie denn nun ihre Zeit zu verbringen gedächten an jenem letzten, schicksalsschweren Sonntagnachmittag. Da fiel es ihnen in den Sinn, doch einmal ihre oberste Bürgerpflicht wahrzunehmen, denn schließlich lebe man in Oetti-BaWü, wo alles seine Ordnung hat und Unordnung nur für mehr Unordnung sorgt.
Also griffen sie sich Notizblock und Griffel, um sich auf den Weg zu machen und dabei die Kennzeichen falschparkender KFZ aufzuschreiben. Dabei fiel ihnen auf, dass dies erstens gar nicht so einfach ist und allen anderen Punkten der Straßenverkehrsordnung gegenüber ungerecht sei. Deswegen notierten sie sich auch die Kennzeichen von KFZ, welche zum Beispiel die Ampeln ignorierten oder unberechtigterweise die Vorfahrt nahmen.
Das befriedigte die beiden nicht im Geringsten. Und überhaupt, was solle denn dieses ewige Bestrafen von Untaten. Die wirkliche Aufgabe läge doch darin, konformes Verhalten zu loben und so begann man, sich korrekt verhaltende Fahrzeuge zu notieren und sie zu belobigen. Doch dies war so viel mehr anstrengend, zumal es wohl im Auge des Betrachters liegt, was nun korrektes Verhalten ist und was nicht. Außerdem waren FarmerBoy und CountryGirl einfach zu wenige, um wirklich alle diese leuchtenden Beispiele zu erfassen.
Man hätte noch Hilfe benötigt, doch leider war niemand anzutreffen, und so mussten sich die beiden dadurch behelfen, dass sie an jenem Tag eben nur rote Autos berücksichtigen könnten, an einem anderen vielleicht auch schwarze, dann grüne oder gar blaue und so weiter und so fort. Das war vielleicht ein Schwachsinn, und die beiden resigniertem auf hohem Niveau. Sie waren schlicht und einfach des verkehrskonformen Verhaltens überdrüssig, und sahen am Ende ohnehin keinen Unterschied zwischen all diesen Fahrzeugen.
Egal welcher Farbe sie nämlich waren, egal ob es sich um Kleinwägen, Mittelstandsfahrzeugen oder Nobelkarossen handelte: Es war stets dieselbe Soße. Keiner war besser oder schlechter, und langweilig waren sie alle. Man hätte fast den Sinn der Straßenverkehrsordnung anzweifeln können. Als dann Herr Grantl um die Ecke radelte, blieb er kurz bei den beiden stehen und fragte sie nach ihrem offensichtlichen Verdruss aus. Er nickte auffordernd, denn Herr Grantl war stets in der Lage, sich in die Probleme anderer hineinzuversetzen.
So war es auch dieses Mal. FarmerBoy und CountryGirl kündeten von ihrem gemeinsamen Kummer. Herr Grantl hielt kurz inne und verkündete weise: Liebe Kinder, sagte er, es sind nicht die Fahrzeuge, die sich falsch verhalten. Es sind jene, die sie steuern! Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, müsst Ihr Euch mit eben denen anlegen. Nur jammern und etwaiges Fehlverhalten anzuzeigen bringt nichts! Ihr müsst selbst aktiv werden, und Ihr müsst dabei stets Ihr selbst bleiben.
Das war den beiden dann doch etwas zuviel für einen Sonntagnachmittag. Sie verabschiedeten sich von Herrn Grantl, nicht ohne ihm verstimmt ein "die Autos machen ja eh' nur was sie wollen" vor den Latz zu knallen. Weil es ihnen dann doch noch etwas langweilig zu werden drohte, entschieden sie sich, noch einen kleinen Spaziergang zum Wahlbüro zu machen. Ach, vielleicht bringt das ja wenigstens mal was!, stöhnten die beiden mehr zweifelnd als wirklich überzeugt.
Also griffen sie sich Notizblock und Griffel, um sich auf den Weg zu machen und dabei die Kennzeichen falschparkender KFZ aufzuschreiben. Dabei fiel ihnen auf, dass dies erstens gar nicht so einfach ist und allen anderen Punkten der Straßenverkehrsordnung gegenüber ungerecht sei. Deswegen notierten sie sich auch die Kennzeichen von KFZ, welche zum Beispiel die Ampeln ignorierten oder unberechtigterweise die Vorfahrt nahmen.
Das befriedigte die beiden nicht im Geringsten. Und überhaupt, was solle denn dieses ewige Bestrafen von Untaten. Die wirkliche Aufgabe läge doch darin, konformes Verhalten zu loben und so begann man, sich korrekt verhaltende Fahrzeuge zu notieren und sie zu belobigen. Doch dies war so viel mehr anstrengend, zumal es wohl im Auge des Betrachters liegt, was nun korrektes Verhalten ist und was nicht. Außerdem waren FarmerBoy und CountryGirl einfach zu wenige, um wirklich alle diese leuchtenden Beispiele zu erfassen.
Man hätte noch Hilfe benötigt, doch leider war niemand anzutreffen, und so mussten sich die beiden dadurch behelfen, dass sie an jenem Tag eben nur rote Autos berücksichtigen könnten, an einem anderen vielleicht auch schwarze, dann grüne oder gar blaue und so weiter und so fort. Das war vielleicht ein Schwachsinn, und die beiden resigniertem auf hohem Niveau. Sie waren schlicht und einfach des verkehrskonformen Verhaltens überdrüssig, und sahen am Ende ohnehin keinen Unterschied zwischen all diesen Fahrzeugen.
Egal welcher Farbe sie nämlich waren, egal ob es sich um Kleinwägen, Mittelstandsfahrzeugen oder Nobelkarossen handelte: Es war stets dieselbe Soße. Keiner war besser oder schlechter, und langweilig waren sie alle. Man hätte fast den Sinn der Straßenverkehrsordnung anzweifeln können. Als dann Herr Grantl um die Ecke radelte, blieb er kurz bei den beiden stehen und fragte sie nach ihrem offensichtlichen Verdruss aus. Er nickte auffordernd, denn Herr Grantl war stets in der Lage, sich in die Probleme anderer hineinzuversetzen.
So war es auch dieses Mal. FarmerBoy und CountryGirl kündeten von ihrem gemeinsamen Kummer. Herr Grantl hielt kurz inne und verkündete weise: Liebe Kinder, sagte er, es sind nicht die Fahrzeuge, die sich falsch verhalten. Es sind jene, die sie steuern! Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, müsst Ihr Euch mit eben denen anlegen. Nur jammern und etwaiges Fehlverhalten anzuzeigen bringt nichts! Ihr müsst selbst aktiv werden, und Ihr müsst dabei stets Ihr selbst bleiben.
Das war den beiden dann doch etwas zuviel für einen Sonntagnachmittag. Sie verabschiedeten sich von Herrn Grantl, nicht ohne ihm verstimmt ein "die Autos machen ja eh' nur was sie wollen" vor den Latz zu knallen. Weil es ihnen dann doch noch etwas langweilig zu werden drohte, entschieden sie sich, noch einen kleinen Spaziergang zum Wahlbüro zu machen. Ach, vielleicht bringt das ja wenigstens mal was!, stöhnten die beiden mehr zweifelnd als wirklich überzeugt.
Dienstag, 25. November 2008
Mich fürchtet's vor dem Winter! Katastrophenmeldungen!
Einmal stand unser Mann von DHL vor der Türe, kreidebleich und zitternden Händen. "Wissen Sie, was mir gerade passiert ist?", eröffnete er grußlos. "Nein, mir unbekannt!", entgegnete ich, doch meine höfliche, zuvorkommende Art erteilte dem grundsympathischen jungen Mann Redefreiheit.
Er hätte nämlich gerade vor unserer Hauseinfahrt gehalten, um uns ein Paket zuzustellen. Er war jedoch noch nicht zur Wagentüre hinaus, da hupte bereits ein hintanstehender Verkehrsteilnehmer und beschied ihm wild fuchtelnd, er solle gefälligst von der Toreinfahrt verschwinden. Daraufhin sei er, unser DHL Mann, weggefahren und hätte anderswo einen platzsparenden Haltepunkt gesucht.
Als er mit unserem Paket zurückgekommen sei, hätte der PKW Fahrer selber vor der Ausfahrt geparkt und im Inneren seines Fahrzeugs in aller Seelenruhe telefoniert. So ein **** (schlimmstmögliches Schimpfwort bitte selbst eintragen), und jeden Tag derselbe Mist, schimpfte unser DHL Mann. Er sei ja schon viel herumgekommen, aber was er hier erlebe, das schlüge dem Fass den Boden aus und so weiter.
Ich sah mich als Leidensgenossen, hatte tiefes Verständnis für den verunsicherten, wütenden Mann. Die Gesichter von so einigen Menschen hier tragen hässliche, tief von Missgunst, Dummheit und Boshaftigkeit ins Gesicht gezeichnete, Narben. Das wahre Böse, es hat einen Platz in Mannheim, und es verwundert, dass die Stadt keinen eigenen TatortKrimi hat. Doch gegen das Böse und das Dumme hat man keinerlei Macht - es sei denn mann bedient sich ihrer Instrumente.
Mit dem Fahrrad unterwegs. Auch mal StVO-mäßig so komische Sachen machen. Man kommt ja sonst gar nicht vom Fleck. Ich behaupte hier: Hielte ich mich genauestens an die Verkehrsregeln, ich käme niemals an meinem Ziel an, es sei denn, ich schübe mein Fahrrad über weite Strecken. Dennoch: Ich gefährde damit allein mein Leben. Anders wird es, wenn ein PKW-Fahrer mal so komische Sachen macht. Und hinterher den Radfahrer auf einen nichtexistenten Radweg verbannen möchte, weil er ja auf der Straße gar nichts zu suchen hätte.
Führte ich dann eine Waffe mit mir, ich würde ohne zu zögern davon Gebrauch machen. Adrenalinberauscht stelle ich mir übelste Foltermethoden vor. Winseln soll er, der Hund! Um Gnade betteln und seine Dummheit erkennen und daran ersticken. Ich würde sie ihm ins garstige Gesicht schlagen und ihn am Ende blutend in der Gosse liegen lassen.
Nachdem ich mich noch einige Kilometer in dieser Phantasie gesuhlt habe, inklusiver Abschaffung aller Blödheit in der Welt durch faschistische Wirkungsweisen, kühle ich allmählich wieder ab. Ich mache mich doch nicht mit solchen Menschen gemein! Diese Katharsis findet stets im Kopfe statt.
Trotzdem fürchtet's mich sehr vor dem Winter, oder was Experten hier so als Winter bezeichnen. Es ist nämlich zu vermerken, dass viele Menschen, die einen Führerschein ihr eigen nennen, gar kein Auto fahren können. Es aber trotzdem tun. Das ist fast noch erträglich, wenn die Straßen rein und trocken sind. Doch sobald auch nur ein Eiskristall den Teer berührt, bricht ein Chaos aus.
Deswegen spricht man auch gleich von Schneekatastrophen, wenn es einmal schneit und der Schnee auch noch liegen bleibt. Genau genommen müsste es aber Autofahrerkatastrophe heißen, denn der Schnee ist selten schuld an den endzeitlichen Szenarien auf bundesdeutschen Straßen. Tatsächlich schneit es ja nur noch selten in diesen Breiten. Meine Großeltern erzählten manchmal noch von Wintern, die diesen Namen verdient haben.
Wenn es aber schon bei Raureif zu Unfällen und bei leichtem Schneefall zum Dauerstau kommt, wird das ganze Ausmaß des Irrsinns auf den Straßen deutlich: Hier treffen andauernde Selbstüberschätzung, mangelndes Einschätzungsvermögen von Gefahren, Dummheit, Dreistheit und Ungeduld aufeinander. Diese ungute Kombination macht das Kraftfahrzeug zu einer tödlichen Waffe. Aber Waffen, in den Händen von Idioten? Oder SIND Waffen nicht sogar für Idioten gemacht?
Hmmm! Müsste man mal drüber nachdenken!
Er hätte nämlich gerade vor unserer Hauseinfahrt gehalten, um uns ein Paket zuzustellen. Er war jedoch noch nicht zur Wagentüre hinaus, da hupte bereits ein hintanstehender Verkehrsteilnehmer und beschied ihm wild fuchtelnd, er solle gefälligst von der Toreinfahrt verschwinden. Daraufhin sei er, unser DHL Mann, weggefahren und hätte anderswo einen platzsparenden Haltepunkt gesucht.
Als er mit unserem Paket zurückgekommen sei, hätte der PKW Fahrer selber vor der Ausfahrt geparkt und im Inneren seines Fahrzeugs in aller Seelenruhe telefoniert. So ein **** (schlimmstmögliches Schimpfwort bitte selbst eintragen), und jeden Tag derselbe Mist, schimpfte unser DHL Mann. Er sei ja schon viel herumgekommen, aber was er hier erlebe, das schlüge dem Fass den Boden aus und so weiter.
Ich sah mich als Leidensgenossen, hatte tiefes Verständnis für den verunsicherten, wütenden Mann. Die Gesichter von so einigen Menschen hier tragen hässliche, tief von Missgunst, Dummheit und Boshaftigkeit ins Gesicht gezeichnete, Narben. Das wahre Böse, es hat einen Platz in Mannheim, und es verwundert, dass die Stadt keinen eigenen TatortKrimi hat. Doch gegen das Böse und das Dumme hat man keinerlei Macht - es sei denn mann bedient sich ihrer Instrumente.
Mit dem Fahrrad unterwegs. Auch mal StVO-mäßig so komische Sachen machen. Man kommt ja sonst gar nicht vom Fleck. Ich behaupte hier: Hielte ich mich genauestens an die Verkehrsregeln, ich käme niemals an meinem Ziel an, es sei denn, ich schübe mein Fahrrad über weite Strecken. Dennoch: Ich gefährde damit allein mein Leben. Anders wird es, wenn ein PKW-Fahrer mal so komische Sachen macht. Und hinterher den Radfahrer auf einen nichtexistenten Radweg verbannen möchte, weil er ja auf der Straße gar nichts zu suchen hätte.
Führte ich dann eine Waffe mit mir, ich würde ohne zu zögern davon Gebrauch machen. Adrenalinberauscht stelle ich mir übelste Foltermethoden vor. Winseln soll er, der Hund! Um Gnade betteln und seine Dummheit erkennen und daran ersticken. Ich würde sie ihm ins garstige Gesicht schlagen und ihn am Ende blutend in der Gosse liegen lassen.
Nachdem ich mich noch einige Kilometer in dieser Phantasie gesuhlt habe, inklusiver Abschaffung aller Blödheit in der Welt durch faschistische Wirkungsweisen, kühle ich allmählich wieder ab. Ich mache mich doch nicht mit solchen Menschen gemein! Diese Katharsis findet stets im Kopfe statt.
Trotzdem fürchtet's mich sehr vor dem Winter, oder was Experten hier so als Winter bezeichnen. Es ist nämlich zu vermerken, dass viele Menschen, die einen Führerschein ihr eigen nennen, gar kein Auto fahren können. Es aber trotzdem tun. Das ist fast noch erträglich, wenn die Straßen rein und trocken sind. Doch sobald auch nur ein Eiskristall den Teer berührt, bricht ein Chaos aus.
Deswegen spricht man auch gleich von Schneekatastrophen, wenn es einmal schneit und der Schnee auch noch liegen bleibt. Genau genommen müsste es aber Autofahrerkatastrophe heißen, denn der Schnee ist selten schuld an den endzeitlichen Szenarien auf bundesdeutschen Straßen. Tatsächlich schneit es ja nur noch selten in diesen Breiten. Meine Großeltern erzählten manchmal noch von Wintern, die diesen Namen verdient haben.
Wenn es aber schon bei Raureif zu Unfällen und bei leichtem Schneefall zum Dauerstau kommt, wird das ganze Ausmaß des Irrsinns auf den Straßen deutlich: Hier treffen andauernde Selbstüberschätzung, mangelndes Einschätzungsvermögen von Gefahren, Dummheit, Dreistheit und Ungeduld aufeinander. Diese ungute Kombination macht das Kraftfahrzeug zu einer tödlichen Waffe. Aber Waffen, in den Händen von Idioten? Oder SIND Waffen nicht sogar für Idioten gemacht?
Hmmm! Müsste man mal drüber nachdenken!
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Winterzeit
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