Gestern war es arschkalt, mir ist beinahe die Nase abgefroren, aber denkst Du, sowas beeindruckt zum Beispiel einen Busfahrer der BVG? Da siehst Du einen Bus auf der anderen Straßenseite, kommst aber wegen all der Autos ewig nicht rüber. Dann steigt der letzte Fahrgast ein, die Tür geht schon zu, man sprintet unter Lebensgefahr zwischen gemeingefährlichen Autofahrern auf die andere Straßenseite vor den Bus, versucht dabei noch freundlich zu winken, steht dann vor der Türe, die sich - gerade hat sie noch gezischt - zusammen mit dem Bus verabschiedet und den potenziellen Fahrgast bei minus 14° C stehen lässt. Auf unbestimmte Zeit.
Gewalt ist aber auch keine Lösung! Auch wenn man verstehen mag, dass der ein oder andere den Busfahrern was auf die Mütze geben möchte. Manche sind aber gerade noch freundlich genug, einen doch noch in den Bus zu lassen, können es sich aber nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass es kein Wunder sei, wenn die Busse unregelmäßig oder verspätet kämen, weil ja immer noch einer angeschissen käme, der noch mitfahren möchte. Dann knurre ich: Die Busse sind einzig und allein deswegen verspätet, weil unzählige Autos die Straßen verstopfen.
Ich plädiere dafür, die Straßen innerhalb der Ringbahn für den PKW-Verkehr vollkommen zu sperren. Ganz ernsthaft, meine Damen und Herren, ist mein Begehr gemeint: Wer innerhalb der Stadt einen PKW führt, der ist nicht mehr ganz sauber, vor allen Dingen aber faul wie ein Apfel bei Aldi! Es gibt Busse und Bahnen! Und es gibt Füße! Auch Fahrräder gibt es! Eine autofreie Innenstadt hingegen hat nur Vorteile: Die Busse kommen wieder pünktlich, es stinkt nicht mehr so arg und die Passivautofahrer müssen nicht mehr an den vielen Abgasen elendig an Lungenkrebs verrecken! Vom reduzierten Lärm gar nicht zu sprechen! Ach? Ihr wollt Sicherheit und keinen Terror? Weg mit den Autos, sag' ich!
Allein die dämliche Autoindustrie geht bankrott. Na und? Ich verkaufe nebenbei Taschen. Wenn keiner mehr Taschen will, dann höre ich damit eben auf. ICH bekomme KEIN Konjunkturpaket. Taschenträger bekommen KEINE Abwrackprämie für ihre Alttasche, wenn sie sich eine neue kaufen wollen. Und das will ich auch gar nicht: Ich will keine Kunden, die Taschen nur kaufen, weil es einen staatlichen Zuschuss dafür gibt. Ich will, dass die Leute meine Taschen kaufen, weil sie gut sind! Und da kuckst Du, Du blöde Autoindustrie!
Deine Autos sind nämlich noch nicht einmal gut! Also: weg mit der Autoindustrie und her mit dem menschenwürdigen Verkehrssystem, das keine Verletzten oder sogar Tote in Kauf nimmt. Auch dann wird es genug Arbeitsplätze für Euch geben, liebe zukünftig arbeitslose Autobauer! Kündigt Euren Job, zeigt Herz und Rückgrat! Für Geld muss man nicht alles tun! Das ist ja Prostitution, oder zumindest sowas wie Beamtentum! Und wenn Ihr es nicht der Umwelt zuliebe einsehen wollt, dann denkt vielleicht wenigstens mal jemand AN DIE KINDER! Sonst wird ja auch bei jedem Scheiß' an die Kinder gedacht (Rauchverbot in Kneipen, Antiterrorgesetze etc.).
Die könnten dann auf den Straßen im Schnee spielen und lachen, wenn ein dusseliger Radfahrer rutscht und hinfällt. Es wäre wenigstens ein Kinderlachen und nicht das hässlich-hämische Feixen eines Autofahrers. Stell' Dir vor: einfach losgehen zu können, ohne an stupiden Ampeln stehen bleiben zu müssen (die es nur gibt, weil Autofahrer das nicht können, was sie eigentlich können müssten: Auto fahren!). Freundliche, entspannte Busfahrer winken den gehbehinderten Greis über die Straße und zeigen den anderen Fußgängern achselzuckend die Uhr - sie wollen nicht zu spät sein. Der Fußgänger denkt, naja, dann warte ich eben mal kurz, will mal nicht so sein. Krieg ist ja jetzt erstmal vorbei.
Jetzt ist erstmal Schnee, ganze 3cm dick, und das Chaos ist losgebrochen. S- Bahnen und Busse verspäten sich, die StVO ist völlig außer Kraft gesetzt, und jetzt frage ich Dich: welcher Dussel setzt sich in ein Auto, wenn die Straßen verschneit sind? Das können doch nur Menschen sein, die glauben, dass eine Verspätung auf der Arbeit gleich den ganzen Laden in den Konkurs treibt. Glaube mir, liebe Leserin, lieber Leser: Du bist im Grunde VOLLKOMMEN unwichtig! Ist zwar schön, dass Du selber so eine hohe Meinung von Dir hast, aber sie ist völlig überzogen und realitätsfern.
Denke nach: wenn Du wegen einer Verspätung Deinen Job verlieren solltest, dann war er es ohnehin nicht wert! Außerdem verspätest Du Dich sowieso, weil Du ja im Stau stehst. Es gibt keinen wirklich vernünftigen Grund dafür, in der Stadt überhaupt ein Auto zu fahren. Aber bei Schneefall und Eis ist es geradezu hirnrissig und zudem gefährlich! Nimm Dir lieber einen Tag Urlaub und baue einen Schneemann oder gehe ins nächste Cafè oder in die Sauna oder lese ein Buch, mach' einfach irgendwas Entspannendes. Aber gehe den Leuten nicht mit Deiner Dreckskarre auf den Keks!
Ach, das Leben könnte so lustig und schön sein. Und gleich danach, wenn das mit den Autos durchgesetzt ist, dann will ich, dass Hausbesitzer, die ihren Gehsteig nicht räumen, auf der Stelle enteignet werden. Besitz belastet eben. Wer aber für seinen Besitz keine Verantwortung übernimmt, sich ergo ENTlastet, der darf auch nichts besitzen! In meiner Diktatur, meine Damen und Herren, da wäre der, der hat, voller Demut gegenüber dem, der nichts hat! Und die, die nichts haben, würden sein ohne Furcht! So wie es sich gehört!
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Donnerstag, 2. Dezember 2010
Dienstag, 10. November 2009
Stinkefinger zeigen! Womöglich zurecht!
Ist ja gut, ich gebe es zu: Wenn ich in großer Eile bin und ich zum Überqueren eines banalen Platzes amidst 2er Straßen circa 5 Minuten zu brauchen drohe, da jeder meiner Schritte von einer roten Fußgängerampel durchkreuzt wird, dann gehe ich schon auch mal über die Straße, ohne auf die StVO zu achten. Dabei verschaffe ich mir stets einen Überblick über die Verkehrsverhältnisse. Selbstmord ist mein Ding nicht!
Ich sehe es schlicht und einfach nicht ein, warum ich wegen eines roten Lichtreizes doof an einer Straße stehen bleiben soll, wenn sowieso kein Auto kommt. Wenn es regnet, wird man nur länger nass, und wenn die Sonne brezelt, dann nur länger Kirre. Auf jeden x-beliebigen Autofahrer muss gewartet werden, die ja gerade dann erst anrasen und nochmal schnell bei rot über die Ampel müssen, wenn der gemeine Fußgänger gerade grün hat.
Ampeln sind eine Plage und gehören einfach abgeschafft. Ich habe Augen im Kopf, und die müssen genügen. Schön wäre es, wenn Autofahrer auch Augen im Kopf hätten, doch stattdessen haben sie lediglich Rezeptoren, die durch Lichtsignale zwar optisch gereizt werden, aber diese nicht immer dem Recht- und Sicherheitsempfinden der Allgemeinheit entsprechend interpretiert werden. Und damit bringt der gemeine Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Gehe ich aber blickenden Auges über einen berotlichteten Fußgängerüberweg, dann bringe ich nur mich selbst in Gefahr, wobei ich ob der plumpen Fahrtaktik anderer Verkehrsteilnehmer nicht wirklich sicher bin, ob die Methode des "bei Rot stehen, bei Grün gehen" mein Leben sicherer macht als das Motto "den Verkehr sehen und lebendig über die Straße gehen".
Bin ich deswegen ein schlechtes Beispiel für Kinder? Ich glaube kaum! Ich bin der Überzeugung, dass jedes Kind sicherer über eine Straße gelangt, wenn es mir affektiv hinterher läuft, als wenn es sich darauf verlässt, dass die lieben Autofahrer schon halten, wenn ihre Ampel rot ist. Wer sich blind an irgendwelche Regeln hält, der glaubt auch, dass es zum Kapitalismus keine Alternative gibt und dass sein Geld bei einer Bank gut angelegt ist. Oder das Atomkraftwerke sicher sind und umweltfreundlich.
Motorisierte Verkehrsteilnehmer fühlen sich stets im Recht. Wie bei den Affenhorden, die in der kürzeren Vergangenheit der Menschheitsgeschichte ihr Unwesen trieben, wähnt sich jene im Vorteil, deren technisches Arsenal ausgereift ist. Wer nun schon mal bei der IAA in Frankfurt war, der weiß: Menschen, deren Selbstwertgefühl schon allein beim Betrachten eines PKW größer wird, neigen zum Größenwahnsinn. Dem niederen Fußgänger oder Radfahrer werden sie nie den gehörigen Respekt erweisen. Sie belehren ihn, aber sie achten ihn nicht!
In den Quadraten Mannheims gibt es nun seit Monaten eine feine Regelung, welche es den Radfahrern erlaubt, sich entgegengesetzt zur Einbahnstraße fort zu bewegen. Nun gibt es dort beinahe täglich Auseinanderstetzungen zwischen motorisierten und pedalisierten Verkehrsteilnehmern, die nicht selten damit anfangen, als dass der geplagte PKW-Führer nochmal extra auf das Gaspedal tritt und entgegenlenkt, weil er glaubt, der Pedaltreter übertrete die Verkehrsregeln.
Das wahre Schwein im Straßenverkehr ist aber jener, der andere in Gefahr bringt, nur weil er im Recht ist oder es zu sein glaubt! Dumm ist das auf jeden Fall. Man darf ja auf keinen Fall auf etwaige Verfehlungen dieser Fußgänger und Radfahrer verweisen, weil diese sich ausschließlich SELBST in Gefahr bringen. Das ist ein kleiner, aber qualitativ erheblicher Unterschied zum aggressiven KFZ-Führer. Außerdem sollte man niemals jemanden für die Fehler anderer Menschen verantwortlich machen! Ich kann schließlich nichts dafür, wenn irgendjemand zuvor dem Autofahrer seinen Stinkefinger entgegen gereckt hat oder dieser ein verpfuschtes Leben führt.
Womöglich zurecht! Denn die Straßen sind viel zu schade, als dass man sie größenwahnsinnigen Autofahrern alleine überlassen sollte. Wer sich einmal mit dem Zweck einer Straße auseinandergesetzt hat, der weiß ohnehin, dass diese ursprünglich gar nicht nur für Fahrzeuge gedacht, sondern eher für Fußvolk und Handwägen. Damals war es ein friedliches Nebeneinander, Tote gab es nur wegen der Maut. Seit der erste pferdestärkengetriebene Wagen gebaut wurde, ist dieser Frieden zerstört! Regeln mussten her, zum Schutze des Fußvolkes.
Dass es eine StVO gibt, ist alleine der Tatsache geschuldet, dass Menschen zwar psychisch in der Lage sind, sich über andere zu erheben, aber physisch nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge sicher zu führen. Ich kann mich noch erinnern, als in der Kreisstadt in der Nähe meines Geburtsortes die erste Fußgängerampel aufgestellt wurde: Nicht, weil die Fußgänger zu doof waren, eine Straße zu überqueren, sondern weil die Autofahrer zu dumm waren, ganz selbstverständlich auf ihre Mitmenschen zu achten.
Doch nun ist das Schutzprinzip einer Zwangsverpflichtung zum angeblichen Selbstschutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gewichen. Die Straßen aber, sie gehören allen. Sie werden nicht unterhalten durch die im Umfang lächerliche KFZ-Steuer, und auch nicht durch Benzinsteuer. Diese Besteuerungen gehen drauf, um Schäden an Mensch und Umwelt zu bezahlen. Den größten Batzen macht die Mehrwertsteuer aus, und die bezahlen wir alle reichlich. Man soll jedoch nicht glauben, dass der Erwerb eines PKW den persönlichen MwSt-Beitrag erhöht, bei den Subventionen (die wiederum wir alle zahlen), welche die Automobilbranche erhält.
Umdenken heißt: Die Straße mit allen teilen und Umsicht walten lassen. Da braucht man am Ende keine Ampel mehr und auch keine 100 Verkehrszeichen pro Einmündung. Selber denken ist immer besser als bedacht zu werden. Das ist das Konzept des Shared Space, und es ist gut! Unbedingt nachlesen. Und nachmachen! Am Ende emanzipiert sich der Mensch noch von seinem stupiden Dasein und kann nach etlichen Tausend Jahren endlich das sein, was er zu sein glaubt: Die Krone der Schöpfung.
So aber, ist er nur ein beinahe unbehaarter Hominide, dessen höchste zivilisatorische Errungenschaft die Zahnbürste ist.
Ich sehe es schlicht und einfach nicht ein, warum ich wegen eines roten Lichtreizes doof an einer Straße stehen bleiben soll, wenn sowieso kein Auto kommt. Wenn es regnet, wird man nur länger nass, und wenn die Sonne brezelt, dann nur länger Kirre. Auf jeden x-beliebigen Autofahrer muss gewartet werden, die ja gerade dann erst anrasen und nochmal schnell bei rot über die Ampel müssen, wenn der gemeine Fußgänger gerade grün hat.
Ampeln sind eine Plage und gehören einfach abgeschafft. Ich habe Augen im Kopf, und die müssen genügen. Schön wäre es, wenn Autofahrer auch Augen im Kopf hätten, doch stattdessen haben sie lediglich Rezeptoren, die durch Lichtsignale zwar optisch gereizt werden, aber diese nicht immer dem Recht- und Sicherheitsempfinden der Allgemeinheit entsprechend interpretiert werden. Und damit bringt der gemeine Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Gehe ich aber blickenden Auges über einen berotlichteten Fußgängerüberweg, dann bringe ich nur mich selbst in Gefahr, wobei ich ob der plumpen Fahrtaktik anderer Verkehrsteilnehmer nicht wirklich sicher bin, ob die Methode des "bei Rot stehen, bei Grün gehen" mein Leben sicherer macht als das Motto "den Verkehr sehen und lebendig über die Straße gehen".
Bin ich deswegen ein schlechtes Beispiel für Kinder? Ich glaube kaum! Ich bin der Überzeugung, dass jedes Kind sicherer über eine Straße gelangt, wenn es mir affektiv hinterher läuft, als wenn es sich darauf verlässt, dass die lieben Autofahrer schon halten, wenn ihre Ampel rot ist. Wer sich blind an irgendwelche Regeln hält, der glaubt auch, dass es zum Kapitalismus keine Alternative gibt und dass sein Geld bei einer Bank gut angelegt ist. Oder das Atomkraftwerke sicher sind und umweltfreundlich.
Motorisierte Verkehrsteilnehmer fühlen sich stets im Recht. Wie bei den Affenhorden, die in der kürzeren Vergangenheit der Menschheitsgeschichte ihr Unwesen trieben, wähnt sich jene im Vorteil, deren technisches Arsenal ausgereift ist. Wer nun schon mal bei der IAA in Frankfurt war, der weiß: Menschen, deren Selbstwertgefühl schon allein beim Betrachten eines PKW größer wird, neigen zum Größenwahnsinn. Dem niederen Fußgänger oder Radfahrer werden sie nie den gehörigen Respekt erweisen. Sie belehren ihn, aber sie achten ihn nicht!
In den Quadraten Mannheims gibt es nun seit Monaten eine feine Regelung, welche es den Radfahrern erlaubt, sich entgegengesetzt zur Einbahnstraße fort zu bewegen. Nun gibt es dort beinahe täglich Auseinanderstetzungen zwischen motorisierten und pedalisierten Verkehrsteilnehmern, die nicht selten damit anfangen, als dass der geplagte PKW-Führer nochmal extra auf das Gaspedal tritt und entgegenlenkt, weil er glaubt, der Pedaltreter übertrete die Verkehrsregeln.
Das wahre Schwein im Straßenverkehr ist aber jener, der andere in Gefahr bringt, nur weil er im Recht ist oder es zu sein glaubt! Dumm ist das auf jeden Fall. Man darf ja auf keinen Fall auf etwaige Verfehlungen dieser Fußgänger und Radfahrer verweisen, weil diese sich ausschließlich SELBST in Gefahr bringen. Das ist ein kleiner, aber qualitativ erheblicher Unterschied zum aggressiven KFZ-Führer. Außerdem sollte man niemals jemanden für die Fehler anderer Menschen verantwortlich machen! Ich kann schließlich nichts dafür, wenn irgendjemand zuvor dem Autofahrer seinen Stinkefinger entgegen gereckt hat oder dieser ein verpfuschtes Leben führt.
Womöglich zurecht! Denn die Straßen sind viel zu schade, als dass man sie größenwahnsinnigen Autofahrern alleine überlassen sollte. Wer sich einmal mit dem Zweck einer Straße auseinandergesetzt hat, der weiß ohnehin, dass diese ursprünglich gar nicht nur für Fahrzeuge gedacht, sondern eher für Fußvolk und Handwägen. Damals war es ein friedliches Nebeneinander, Tote gab es nur wegen der Maut. Seit der erste pferdestärkengetriebene Wagen gebaut wurde, ist dieser Frieden zerstört! Regeln mussten her, zum Schutze des Fußvolkes.
Dass es eine StVO gibt, ist alleine der Tatsache geschuldet, dass Menschen zwar psychisch in der Lage sind, sich über andere zu erheben, aber physisch nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge sicher zu führen. Ich kann mich noch erinnern, als in der Kreisstadt in der Nähe meines Geburtsortes die erste Fußgängerampel aufgestellt wurde: Nicht, weil die Fußgänger zu doof waren, eine Straße zu überqueren, sondern weil die Autofahrer zu dumm waren, ganz selbstverständlich auf ihre Mitmenschen zu achten.
Doch nun ist das Schutzprinzip einer Zwangsverpflichtung zum angeblichen Selbstschutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gewichen. Die Straßen aber, sie gehören allen. Sie werden nicht unterhalten durch die im Umfang lächerliche KFZ-Steuer, und auch nicht durch Benzinsteuer. Diese Besteuerungen gehen drauf, um Schäden an Mensch und Umwelt zu bezahlen. Den größten Batzen macht die Mehrwertsteuer aus, und die bezahlen wir alle reichlich. Man soll jedoch nicht glauben, dass der Erwerb eines PKW den persönlichen MwSt-Beitrag erhöht, bei den Subventionen (die wiederum wir alle zahlen), welche die Automobilbranche erhält.
Umdenken heißt: Die Straße mit allen teilen und Umsicht walten lassen. Da braucht man am Ende keine Ampel mehr und auch keine 100 Verkehrszeichen pro Einmündung. Selber denken ist immer besser als bedacht zu werden. Das ist das Konzept des Shared Space, und es ist gut! Unbedingt nachlesen. Und nachmachen! Am Ende emanzipiert sich der Mensch noch von seinem stupiden Dasein und kann nach etlichen Tausend Jahren endlich das sein, was er zu sein glaubt: Die Krone der Schöpfung.
So aber, ist er nur ein beinahe unbehaarter Hominide, dessen höchste zivilisatorische Errungenschaft die Zahnbürste ist.
Donnerstag, 13. September 2007
Kleines Quadrat braucht Platz! Mehr Mut zum Gehen!
Man "strömt" nicht geschwind über die Einkaufsstraßen, der Verkehrsfluss ist eher stockend. Ich als immer noch beweglicher End- Dreissiger aus dem hektischen Berlin fühlte mich schon mehr als einmal ausgebremst. So langsam wie sich die Masse bewegt kann ich gar nicht gehen. Ich verliere dabei das Gleichgewicht. Nur mit dem dazugehörigen Speck kann man die Balance in der Langsamkeit austarieren. Viele MannheimerInnen scheinen darüber zu verfügen.
Man sollte es nicht eilig haben! Und man muss mit allem rechnen: Unachtsam wankt die flanierende Meute mit ihren Mobilfunktelefonen oder Eistüten vor einem her, Einzelne drehen sich abrupt um oder bleiben unvermittelt vor einem Schaufenster stehen. Das ist zwar auch irgendwie Sinn der Sache, schliesslich befinden wir uns in einer Fußgängerzone.
Doch beim Ausweichen, Vorbeischlängeln und Durchflutschen bimmelt es plötzlich hinterrücks: Eine Straßenbahn schiebt sich durch die Meute, ist schon gefährlich nahe und ich muss wieder zurück in die zähe Masse der Bummelwütigen.
Was haben die Straßenbahnen hier eigentlich verloren? Doch eigentlich nichts, oder? Sie stellen höchstens einen weiteren Stressfaktor dar. Und ausgerechnet in den Fußgängerzonen halten sie alle 50 Meter an, genau so als müssten die Nippes- Konsumenten von einem Laden zum nächsten fahren. Von so einer Haltestellen- Dichte kann man außerhalb der Quadrate nur träumen.
Die Quadrate sind allerdings nicht so groß, als dass man nicht auch vom City- Ring her überall hinkäme. Die paar Meter, ich bitte doch sehr! Man könnte die Straßenbahn tatsächlich von den Quadraten ausnehmen. Vom Schloss, von der Kurpfalzbrücke, der Uni oder vom Wasserturm aus kann man prima flanieren. Aber offenbar ist man es in Mannheim gewohnt, überall direkt vor der Tür abgesetzt zu werden: Man soll sich bloß nicht mehr bewegen als nötig!
Ähnliches lässt sich nämlich im Parkverhalten vieler AutofahrerInnen feststellen: Warum in der 10Meter entfernten Parklücke parken, wenn man sich doch quer über den Bürgersteig direkt vor das Geschäft stellen kann. Die junge Mutter mit dem Kinderwagen darf's ausbaden, und der End- Dreissiger versaut sich seinen Anzug am schmutzigen PKW. Er überlegt sich schwer, ob er das nächste Mal nicht über die Motorhaube spazieren soll.
worte die fallen
Cityring,
Fußgängerzone,
Mannheim,
PKW,
Quadrate,
Straßenbahn
Donnerstag, 16. August 2007
Die Stunde des Parkscheinautomaten! Auch mal über die Wahrnehmung nachdenken!
Ist es nicht seltsam, dass wir (die meisten) Menschen zwei Augen haben, aber trotzdem drei Dimensionen damit wahrnehmen können? Mit einem Auge sieht man zweidimensional. Ohne Auge müsste man linear sehen können, aber man sieht: Nichts! Die Ohren sind zwar reduzierter in der Wahrnehmung, dafür aber realistischer: Mit zwei Ohren hört man stereo, mit einem nur mono.Ja, die Wunder der Wahrnehmung. Man sollte sich ständig darüber Gedanken machen. Oder aber darüber, dass die Mannheimer Parkhausbetriebe (MPB) die Parkgebühren erhöhen. Das sollte an sich kein Problem darstellen, da ein Auto ja nicht zum Parken, wohl aber zum Fahren da ist. Die MannheimerInnen können also aufatmen, denn das Leben fängt im Auto an und endet auch dort?
Erstaunlich ist allerdings, dass ein Auto trotz aller Unkenrufe öfter steht als fährt. Da hat man wohl etwas missverstanden! Ein PKW ist leider viel teurer, wenn er steht, als wenn er fährt. Wenn man ein Auto hat, bezahlt man allein für den Besitzstand Steuer, Versicherung und Parkgebühr!
Rentabel ist es also nur, wenn man sich die teuren Fahrtkosten für den VRN oder die Bahn AG spart und lieber seine eigene Penisverlängerung steuert. Denn der Spritpreis ist wahrlich ein Schnäppchen gegen das Beförderungsentgelt organisierter Transportunternehmen!
Logischer hingegen wäre es, überhaupt kein Auto zu besitzen: Man müsste sich nicht mehr ärgern über anfallende Gebühren oder ähnlichen Krimskrams. Doch nach wie vor hält sich das Motto "freie Fahrt für freie Bürger!" Das ist trotzdem etwas umständlich gedacht: Kein seine Bezeichnung verdienender Ökonom würde da seine Unterschrift drunter setzen.
Übrigens: Ohne Auto verlöre die Dreidimensionalität einen Ihrer Schrecken, wenn ich dieses oben bereits erwähnte Lasso an anderer Stelle wieder schwingen darf. Denn trotz diesem offensichtlichem Manko in der räumlichen Wahrnehmung könnte man in Zukunft auf die stereophone Dissonanz des Klanges zweier sich ineinander verhakenden Fahrzeuge verzichten. Zwei Augen und zwei Ohren richteten sich auf Schöneres.
Eine schöne neue Welt also, und ich schenke sie Euch. Ihr braucht sie nur zu nehmen! Aber wahrscheinlicher ist, dass man mich mal wieder ganz falsch versteht oder ignoriert: In Zukunft wird das Auto weniger parken und mehr fahren, das ist gewiss! Doch irgendwann muss gerastet werden, und dann schlägt die Stunde des Parkscheinautomaten!
Mittwoch, 4. Juli 2007
Vom Hupen und vom Toben! Ein Sport der bequemen Unbequemen!
liebe mannheimerInnen: genügt es nicht, dass ihr immer und überallhin mit euren teuren angeberautos fahren müsst? müsst ihr dann noch dauernd auf euch aufmerksam machen? das ist nicht fein und zeugt von schlechten manieren. ich möchte morgens von der sonne auf die nase geküsst bekommen und davon neckisch erwachen. ich möchte nicht wachgehupt werden.
gut, wenn ich jetzt in berlin wohnen würde, dann wären die adressaten die berlinerInnen. die sind nämlich genauso rücksichtslos. in hintertutzingen oder in schlafwohnheim wird es auch nicht anders sein. aber ich wohne nunmal in mannheim, und jetzt kriegt ihr es ab.
nehmen wir doch die an sich bestimmt praktische anwesenheit einer hupe, die so wunderschön und ergonomisch sinnvoll im zentrum des lenkrades angebracht ist. diese technisch durchdachte begebenheit lädt natürlich zur benutzung ein. sei's drum.
die bremse hingegen bleibt im verborgenen, sie fristet ein schattendasein im mief der autofahrerInnenfüsse. sie wird nicht so gerne benutzt. dem grossen bruder der bremse, dem gaspedal und dessen angetraute, die kupplung, widerfährt hingegen eine verschleisskräftige nutzung. sie beschweren sich nicht.
die bremse will auch etwas verschlissen sein. sie fühlt sich ungeliebt, weil unbenutzt. das ist wie beim menschen: ein bisschen ausbeutung kann ihm vergnügen bereiten. man sucht sich diese beim sexualpartner, beim arbeitgeber oder bei freunden. wer keine noch so kleine genugtuung darin empfindet, wenn er schlecht behandelt wird, ist unehrlich zu sich selbst. aber ich schweife ab!
die bremse braucht den kitzel des gebraucht- seins, der immer auch ein bisschen an der schwelle zur ausnutzung rangiert. warum benutzen sie die mannheimerInnen nicht ein wenig und geben ihr das gefühl der beachtung? nein: lieber wird gehupt! ich sage aber: bremsen statt hupen! die druckwelle der hupe ist nicht stark genug um ein kfz rechtzeitig zum stehen zu bringen.
überdies wird ja nicht gehupt, um eine mögliche bedrohung zu verhindern, wie es die stvo vorsieht, sondern um eine bereits bestehende situation zu strafen. das bedeutet: der fussgänger ist schon auf der strasse, jetzt geht es nur noch darum, ihm ein missfallen zu bekunden. bremsen und entspannt bleiben ist aber immer noch besser als hupen und toben! es gibt dinge, die sollen sich gar nicht ändern, finde ich.
auch eine beliebte strategie: hinter dem städtischen müllfahrzeug stehen und hoffen, es durch wilde huperei zu verunsichern und durch die strassen zu jagen. da ist die stoik der städtischen angestellten allerdings angebracht! blos, weil es ein paar wichtigtuer eilig haben, muss man sich nicht sputen. ich selbst bin da ganz puritanisch: wem es mit dem auto nicht schnell genug geht, soll halt laufen, fahrrad fahren oder die strassenbahn benutzen.
auch der strassenverkehr unterliegt dem physikalischen gesetz der verdrängung bzw. folgendem prinzip: zwei körper können sich nicht zu gleicher zeit am gleichen ort aufhalten. liebe autofahrerInnen: wer dieses prinzip generell in frage stellt, tötet oder verletzt andere verkehrsteilnehmerInnen mutwillig und mit bedacht! denn ein pkw oder ein lkw ist in den händen von chauvinistInnen nichts anderes als ein tötungsinstrument! die hupe liefert dann nichts weiter als das begleitgeräusch von kanonenkugeln!
gut, wenn ich jetzt in berlin wohnen würde, dann wären die adressaten die berlinerInnen. die sind nämlich genauso rücksichtslos. in hintertutzingen oder in schlafwohnheim wird es auch nicht anders sein. aber ich wohne nunmal in mannheim, und jetzt kriegt ihr es ab.
nehmen wir doch die an sich bestimmt praktische anwesenheit einer hupe, die so wunderschön und ergonomisch sinnvoll im zentrum des lenkrades angebracht ist. diese technisch durchdachte begebenheit lädt natürlich zur benutzung ein. sei's drum.
die bremse hingegen bleibt im verborgenen, sie fristet ein schattendasein im mief der autofahrerInnenfüsse. sie wird nicht so gerne benutzt. dem grossen bruder der bremse, dem gaspedal und dessen angetraute, die kupplung, widerfährt hingegen eine verschleisskräftige nutzung. sie beschweren sich nicht.
die bremse will auch etwas verschlissen sein. sie fühlt sich ungeliebt, weil unbenutzt. das ist wie beim menschen: ein bisschen ausbeutung kann ihm vergnügen bereiten. man sucht sich diese beim sexualpartner, beim arbeitgeber oder bei freunden. wer keine noch so kleine genugtuung darin empfindet, wenn er schlecht behandelt wird, ist unehrlich zu sich selbst. aber ich schweife ab!
die bremse braucht den kitzel des gebraucht- seins, der immer auch ein bisschen an der schwelle zur ausnutzung rangiert. warum benutzen sie die mannheimerInnen nicht ein wenig und geben ihr das gefühl der beachtung? nein: lieber wird gehupt! ich sage aber: bremsen statt hupen! die druckwelle der hupe ist nicht stark genug um ein kfz rechtzeitig zum stehen zu bringen.
überdies wird ja nicht gehupt, um eine mögliche bedrohung zu verhindern, wie es die stvo vorsieht, sondern um eine bereits bestehende situation zu strafen. das bedeutet: der fussgänger ist schon auf der strasse, jetzt geht es nur noch darum, ihm ein missfallen zu bekunden. bremsen und entspannt bleiben ist aber immer noch besser als hupen und toben! es gibt dinge, die sollen sich gar nicht ändern, finde ich.
auch eine beliebte strategie: hinter dem städtischen müllfahrzeug stehen und hoffen, es durch wilde huperei zu verunsichern und durch die strassen zu jagen. da ist die stoik der städtischen angestellten allerdings angebracht! blos, weil es ein paar wichtigtuer eilig haben, muss man sich nicht sputen. ich selbst bin da ganz puritanisch: wem es mit dem auto nicht schnell genug geht, soll halt laufen, fahrrad fahren oder die strassenbahn benutzen.
auch der strassenverkehr unterliegt dem physikalischen gesetz der verdrängung bzw. folgendem prinzip: zwei körper können sich nicht zu gleicher zeit am gleichen ort aufhalten. liebe autofahrerInnen: wer dieses prinzip generell in frage stellt, tötet oder verletzt andere verkehrsteilnehmerInnen mutwillig und mit bedacht! denn ein pkw oder ein lkw ist in den händen von chauvinistInnen nichts anderes als ein tötungsinstrument! die hupe liefert dann nichts weiter als das begleitgeräusch von kanonenkugeln!
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