Posts mit dem Label Neckar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Neckar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 13. April 2009

Sommersmilde! Mannheim kriegt nochmal 'ne Gnadenfrist!


Eine Steuererklärung zu machen kann sehr gefährlich für Leib und Seele sein. Insbesondere dann, wenn der heimische Schreibtisch nebst einer Gaube, also unter einer Dachschräge, befindlich ist und man eben dieser Fenstereinlassung die Stirn bietet und dadurch eine große Beule davonträgt, die zwar jedem Klingonen zu großer Ehre gereichen würde, aber in bundesdeutschen Städten wie Mannheim sozial arg geächtet ist.

Welche unsichtbaren Schäden diese äußerst sichtbare Verletzung zu verursachen in der Lage ist, ist in diesem Fall noch nicht hinreichend geklärt. Möglich wäre eine Auswirkung auf das Sprachzentrum und damit auch auf die Syntax meiner. Mindestens aber eine Gehirnerschütterung mit Fieberanfällen wird die Folge sein. Appettitlosigkeit. Sexuelle Unlust. Vergrämung der Lebensqualität. Man wird abwarten müssen.

Dabei hat alles so gut angefangen! Seit ich wieder zurück bin in Mannheim, wohlbehalten zwar, doch irgendwie verzweifelt. Verzweifelt an der Tatsache, in dieses triste, kalte, hässliche Mannheim zurückkehren zu müssen, wo doch hier jeder Verwaltungsfachangestellter zu sein scheint, dessen einziger Spaß darin besteht, den jeweils anderen mit Formularvorlagen vollzuschmeißen und Griesgrämigkeit in jede Furche der Kultur zu sähen. Und an dieser Saat würde sogar die zäheste Krähe zugrunde gehen. Womit nicht gesagt sein soll, ich sei eine Krähe.

Ich weinte also noch bittere Tränen am Flughafen von Malta und wäre wohl nicht in den Airbus gestiegen, wenn meine liebe Frau C. nicht in heldenhaftem Mut den ersten Schritt getan hätte, dies schwöre ich bei der Ehre von allem was mir heilig ist, also meiner selbst! Aber seit ich wieder hier bin, geschah dann doch einmal etwas Erstaunliches, beinahe poesiebehaftetes, das ich diesen Gefilden gar nicht zugetraut hätte.

Denn erstens einmal ist das Wetter ja ganz grandios dieser Tage, dafür kann Mannheim aber nichts! Auch dass alles blüht und blumt und grünt in vielen bunten Farben und Grüntönen und dabei gar nicht so sehr nach Auto riecht wie in den Wochen zuvor, als es kalt war, nass und grausam, ist nicht Verdienst der Stadt. Aber dass deren EinwohnerInnen entspannt wirken, in diesen harten Krisenzeiten, und sie den Gemeinheiten, welche ihnen sonst widerfahren, den sonnenbestrahlten Rücken zuwenden, hatte ich so nicht erwartet.

Sogar der karge neue, alte Messplatz hat ein noch nicht völlig abgeschlossenes Update bekommen. Da, wo sonst nur diese seltsamen Glimmstängel herumstanden, dort gibt es nun auch ein paar Bäume. Und der Platz wird wider (meinem) Erwarten tatsächlich angenommen, freundlicherweise nicht nur von kreischenden Kindern und keifenden Müttern am Tag, sondern auch in der Nacht, und jetzt kommt sie, die Poesie des Alltags, von der hier schon die Rede war: Orientalisch anmutende Musiker hatten den Platz annektiert und ließen ägäischen Flair frei, während Punks und Normalos sich dem Feuertanz und dem Alkohol hingaben. Dieses friedliche Event sei mit dem Adjektiv "leicht" umfassend umschrieben.

Geht doch, liebes Mannheim! Eintracht mal ohne Fußball und über ethnische Zugehörigkeiten hinweg. Und um noch einen draufzusetzen: Die Polizei kam erst gegen halb Zwei in der Nacht, und die beiden schienen sich sogar ein ganz kleines bisschen dafür zu schämen, Vollstrecker eines grantigen Nachbarwillens sein zu müssen. Und dieser freundlichen Beschämtheit folgte ein ebenso freundliches Schulterzucken seitens aller Beteiligten, friedlich wurde der Platz geräumt. Da sieht man hinterher doch alles mit anderen Augen.

Sommersmilde möchte ich noch hinzufügen, dass die neue VHS an der Kurpfalzbrücke gar nicht so hässlich ist wie es zu erwarten war. Man müsste jetzt nur noch solche Bausünden wie die Kurpfalzpassage einreißen, ein Gebäude, das es im Dutzend wohl billiger gab: Jedes kleine Städtchen hat ein Verwaltungsgebäude, das genau so eine Fassade, genau so ein Dach hat. Weg damit! Und auf dem Dach der VHS bitte eine Bar mit Neckarblick! Mannheim kriegt 'ne Gnadenfrist!

Sonntag, 1. März 2009

Den Geruch bekommt man nie wieder raus! Tiere und Menschen!

Der Frühling ist da, endlich! Und damit werden die Neckarwiesen wieder von allerlei Menschenvolk frequentiert: Kinderwagen schiebende Herrchen und Frauchen, ihre Hunde begleitende Mütter und Väter, singulär auftretende Personen wie auch Pärchen - mit beseeltem Blick schreiten sie voran, dem Ende eines Tages entgegen, einem Sonntag noch dazu. Allein das Unbehagen vor der bald beginnenden Arbeitswoche lässt sie leicht frösteln. Was soll's? Des Lewwe geht weider, wie man hier gerne sagt.

Wären Kinder wirklich die Zukunft einer Gesellschaft, man würde sie endlich ernst nehmen und für ihre Entwicklung Sorge tragen mit vernünftigen Schulen und einer Erziehung zur Mündigkeit. Doch wieviel Drang zur Selbstverwirklichung, wieviel Projektion eigener Wünsche steckt in einer Elternschaft, dass hier das Wesen des Kindes verschütt gehen mag? Man will es gar nicht wirklich wissen.

Ein Kind zu erziehen ist ein äußerst kniffliger Job, und daher mögen sich manche Menschen lieber für einen Hund entscheiden. Der singt das Lied dessen, der ihn füttert, entwickelt ebenfalls einen Charakter, bleibt aber immer treu. Teure Klavierstunden fallen weg, ebenso hat man keinen Ärger mit Lehrern und den Beamten von der Drogenfahndung. Hunde lassen sich im Gegensatz zu Kindern, den späteren Erwachsenen also, im Alter noch knuddeln, riechen dafür allerdings etwas strenger.

Ich selbst mag keine Hunde! Das ist eine Frage des Charakters dieser Tiere, denn Rudeltiere sind unkritisch und obrigkeitshörig. Außerdem ist meine Abneigung auch eine Frage des Geruchs. Im wahrsten Sinne des Wortes kann ich diese Tiere nicht riechen, auch wenn sie manchmal meine Aufmerksamkeit auf äußerst charmante Weise zu erlangen versuchen: Tatsächlich finde ich einige Hunde irgendwie sympathischer als andere. Aber für sie gibt es keinen Platz in meinem Herzen, und am allersympathischten sind sie mir in sicherer Entfernung.

Meine liebe Frau C. liebt Hunde und hätte am liebsten auch einen gehabt. Als sie mir dies einmal mitteilte, erschrak ich sehr: Den Geruch dieser Tiere bekommt man nicht mehr aus der Wohnung und der Kleidung heraus, und dauernd wird man angehechelt und vollgesabbert. Kinder hingegen ziehen irgenwann einmal aus, und es bleibt nur ein leeres Zimmer. Ich schaffte es, C. glaubhaft zu vermitteln, dass ich lieber ein Kind mit ihr hätte. Am Ende stand die Vereinbarung, dass wir weder Hund noch Kind haben würden. Dies war eine der typischen WinWinSituationen, wie ich sie manchmal für mich herbeizuführen vermag.

Ich denke, dass wir beide dennoch glücklich sind, und es mangelt uns an nichts. Alles ist vorhanden: Es gibt Kinder im Haus, deren Eltern unsere Nerven tagtäglich strapazieren, unsere Vermieterin hat eine Katze, die um unsere Fahrräder schleicht und Hunde gibt es in der Neckarstadt überall. Das großartige Erlebnis, ein Kind beim Erwachsenwerden zu begleiten, wenn auch nur die ersten Jahre, habe ich ebenfalls hinter mich gebracht, und was soll ich sagen: Elternschaft kann schön sein, aber es ist dem Urknall sei Dank nicht das letzte große Abenteuer im Leben eines Menschen!

Dies behaupten nur vom Leben gelangweilte, phantasielose Menschen mit stark begrenztem Erlebnishorizont. Von einem Kind erwarten sie dann, wenigstens ein Abenteuer zu sein. Was aber ist, wenn das Kind kein Abenteuer sein möchte? Sondern lieber ein undankbarer Psychopath oder ein unbegabter Plagegeist, der dem von den Eltern ausgeleuchteten Pfad gar nicht folgen möchte? Die Schwelle, ein Kind ins Heim zu stecken ist allerdings etwas größer als sie bei einem Hund wäre. Trotzdem gilt: Niemand möchte nur ein Abenteuer sein, auch kein Hund!

Bevor ich meine liebe Frau C. kennenlernte, war ich zu einigen Experimenten bereit: Da war auch die schöne Modeschöpferin aus Berlin, deren einziger Makel es war, einen sehr großen Hund ihr zugehörig zu zählen. Ich muss sagen, dass ich aufgrund mangelnden Willens und dem daher rührenden Unwissen die Rasse nicht benennen kann, so wie ich auch z.B. bei Zeugenvernehmungen bei Verkehrsdelikten nie den Fahrzeugtyp benennen kann. Etwas in mir blockiert die Aufnahme und Verarbeitung solch wichtiger Einzelheiten. Es ist dann für mich einfach ein blaues Auto, oder eben ein großer Hund.

Ich traf mich also mit der schönen Modeschöpferin und ihrem großen Hund, und bald küssten wir uns auch, also ich die Modeschöpferin, nicht den Hund (wer bis jetzt aufgepasst hat, ahnt das). Eines Tages ward ich zum Dinner eingeladen, in ihr nach Hund riechendes Apartment. Der anschließende Beischlaf war so lange angenehm, bis sich der Hund zu uns gesellte und mir einen kummervollen Blick zuwarf, während sein Schweif ausdauernd gegen das Bettgestell schlug. Nach dieser Erfahrung pflegten die schöne Modeschöpferin und ich einen freundlichen, aber distanzierten Umgang miteinander.

Mittwoch, 27. August 2008

Die neue Tristesse in Lidl-Stadt! Wo das Wasser sein wird und sonst nichts!

Wenn es darum geht, aus vormals schönen Orten Ödland zu machen, ist Mannheim immer ganz vorne mit dabei. Ich weine gerade ein paar Tränen um den zukünftigen Ex-Alter-Bahnhof am Neckarufer, wo der der Autor nebst Angetrauter unter den Bäumen saß, und die Schiffe hat hinunter fahren sehen. Dies bei einem feinen Weizenbier, wenn es auch hier einfach nur Eichbaum sein musste. Eichbaum ist zwar ein aktenkundiger Bierverbrecher, aber beim Hefeweizen hat sich die Firma ausnahmsweise mal nicht verhoben, dies sei hier angemerkt.

Nun ist der Alte Bahnhof extremst sanierungsbedürftig, und das wohl schon seit Jahren. Dies hat Eichbaum in seiner Rolle als Grundstücksverweser offenbar nicht sonderlich interessiert. Doch jetzt müsste man halt mal dringend, und möchte das angeblich auch, aber: Das Grundstück gehört wie so vieles dem Lebensmittel- und Gehaltsdiscounter Lidl, in dessen Besitz ja ohnehin das ganze Neckarufer zu sein scheint und der die Anwohner mit seinen Parkplätzen und Discountern zu Tode langweilt, und der will nun nicht mehr weiter Eigentümer sein, sondern lieber... ach, lesen Sie bitte unten weiter.

Lidl möchte das Grundstück mit dem "Außen Hui, Innen Pfui" -Problem am liebsten verkaufen, womöglich an ähnliche Langweiler wie der Konzern selbst. Man ist ja so gerne unter sich. Deswegen kann Eichbaum leider nicht sanieren. Deswegen können die Pächter leider nicht weitermachen, nur noch bis zum Ende des Sommers. Deswegen kann ich im nächsten Jahr leider nicht mehr im hiesigen Biergarten sitzen und mit meiner Angetrauten bei einem Hefeweizen die Schiffe den Neckar hinunter fahren sehen und so weiter und so fort, Sie wissen schon.

Die Mannheimer Gastronomie ist ohnehin nur im Sommer zu ertragen, wenn man draußen sitzen kann. Innen hat man sich offenbar dazu verschworen, jeglichen Charakter aus den Bars und Kneipen zu vertreiben. Entsprechend sieht es da auch aus: Gerne hat man dunkles Interieur, einfache Holztische und noch einfachere Stühle. Damit man sich bloß nicht die Augen entzündet, verwendet man gedeckte Farben für die Wände, und die Ohren schützt man durch belanglose Musik.

Der Kinobesucher und der Theaterfreund trinkt dort ein Gläschen Wein, vielleicht auch zwei, und geht dann wieder. Unvorstellbar scheint es, dort die Nacht durchzechen zu wollen. Seltsamerweise hat man es nicht geschafft, Gastronomie direkt an einem der beiden Flüsse zu etablieren. Hallo! Sie, liebe MannheimerInnen! Ich sage nur: Zwei Flüsse! Klingelt da etwas? Manche Städte wären froh, wenn sie auch nur ein Gewässer hätten. Doch Mannheim ist es schlicht egal. Da helfen auch so Pseudo-Karibik-Bars wie die OEG-Station oder das andere Ding weiter unten nichts. Wieso zur Hölle meinen eigentlich alle Gastronomen mit Wasserbezug, dass aufwändig angekarrter Sand schon Konzept genug sei?

Weil Mannheim also auch die Stadt der Ideen ist, wird ein weiterer schöner Ort eliminiert. Es ist zu befürchten, dass an seine Stelle etwas ganz Ordinäres hingeklotzt wird. Man dachte ja schon an Bildungszentren und Zeug. Erst wird das Gebäude wie üblich ein paar Jahre weiter vor sich hin bröckeln, und dann wird es abgerissen und was Neues hingestellt. Das dauert Jahre, und während der ganzen Zeit wird der Zugang zum Neckar versperrt sein, die Sicherheit und die Verletzungsgefahr, you know? Und bei der kreativen Energie in Mannheim wird man am Ende das bauen, was die Bevölkerung am Nötigsten hat: Einen weiteren Parkplatz nämlich! Damit man sein Auto dort hinstellen kann. Man wird es dringend brauchen, wenn man mal wohin will, wo es schön ist!

Sonntag, 13. April 2008

Angeln und Kapitalismus! Der dicke Fisch und der Neckar!

Wie frisch geschlüpfte Schildkröten strömen sie zu Tausenden an das Neckarufer, um dort einzutauchen und für immer zu verschwinden, wären da nicht ihre natürlichen Feinde, die sie in ihrer Zahl stark dezimieren. Nur die Schnellsten überleben das darwinistische Rennen der Arterhaltung. Sie werden nächstes Jahr wiederkehren und ihrerseits ihre Eier in den Neckarwiesen verbuddeln.

Natürlich werden Profi- oder Hobbyangler nicht auf ihrem Weg zum Wasser verspeist. Vielmehr betreiben sie Genozid am Fisch. Seien wir realistisch: Wenn gefühlte 1000 dickbäuchige Sportangler in den Mittvierzigern an einem Ufer sitzen und dort angeln, ist das Leben im Fluss hinterher völlig ausgelöscht!

So fanden sich vergangenen Samstag hunderte von Anglern am Neckarufer ein. Wer aber ein echter Sportangler ist, besitzt auch eine professionelle Ausrüstung. Und für den Transport dieser Ausrüstung benötigt man wiederum einen Minivan, Jeep, Hummer o.ä. mit einem Spritverbrauch von mindestens 27 l/ 100km. Sie besteht übrigens aus ca. 13 verschiedenen und garantiert sauteuren Profiangeln und einem riesenhaften, caddyähnlichem Handwagen, der sich aufklappen lässt wie ein Werkzeugkasten.

In seiner Mitte entsteht so eine Sitzgelegenheit, während die aufgeklappten Armlehnen alles enthalten was nötig ist: Präzisionswerkzeug, mit dem die Fische erfasst werden können wie seinerzeit irakische Flüchtlingstrecks durch die amerikanische Luftwaffe. Es fehlt lediglich die CNN Berichterstattung während des Angelvergnügens. Man bekommt plötzlich Mitleid mit den armen Fischen, einer sonst wenig sympathischen Gattungen der Tierwelt. Was ist nur aus dem guten alten Klappstuhl geworden?

Offiziell nennt man das Treiben "Angelsport", doch lässt sich kaum ermessen, was denn die eigentliche sportliche Tätigkeit hierbei ist. Angeln gehört sportlich gesehen nicht zu einer ausgeübten Bewegungskultur. Hier zeigt sich seine Verwandtschaft mit den "Sportarten" Schach oder Mikado. Der Blick auf die Körperproportionen der Ausübenden sei an dieser Stelle ein deutlicher Hinweis. Also geht es nur um Sport im Sinne des Wettbewerbs? Wer hat den Größten, wer hat den Längsten? In diesem Sinne lässt sich auch Nasenpopeln zum Sport verklären.

Ich lehne das ab! Sport sollte meiner Meinung nach die Erfassung und das Training der eigenen Leistungsfähigkeit ermöglichen, allerdings nicht im Wettbewerb mit anderen. Sonst ist Sport nichts weiter als ein weiteres Instrument der Körper und Seele krankmachenden Leistungsgesellschaft und des Kapitalismus. Den Leistungssport überwinden heißt schließlich der Vernunft den Vorrang zu geben und dem Urmenschen in uns eine Absage zu erteilen. Doch der Mensch ist längst noch nicht soweit!

Tatsächlich ist es so: Sobald sich z. B. ein paar Leute zum lockeren Kicken auf dem Rasen treffen, ist immer einer dabei, der von der Kreisliga träumt. Dabei kann körperliche Betätigung wirklich Spass machen. Aber eben nur ohne den Leistungsdruck von außen und ohne diese vermaledeite Vereinsmeierei. Vereine zu gründen ist übrigens ein ultra- 'ütsches Unterfangen: Sobald auch nur ein zerknülltes Papier auf der Straße liegt, gründet sich ein Verein zur Bereinigung von Straße und Flur.

Jahaha, aber jetzt wegen des Sports nochmal: Die ehemaligen, kommunistischen Staaten habe doch auch dem Leistungssport gefrönt, und das nicht zu wenig! Wie kommen denn die Antikapitalisten dazu, das angeblich krankmachende Leistungsprinzip im Sport zu kultivieren? Die Antwort ist: Diese Staaten standen im ewigen Wettbewerb zum kapitalistischen Block und haben den Sport zum Zwecke der Distinktion benutzt. Wegen des Angelsports allein ist der Kommunismus allerdings kaum zusammengebrochen.

Sonntag, 9. März 2008

Mannheim beleben! Und eine gruselige Liste!

Was in Mannheim noch fehlt? Ganz einfach: Ein Drogenstrich in der Innenstadt! Wem die Unterhaltung in der Lupinenstraße zu gepflegt ist und die Bumsbars in der Innenstadt noch nicht "dirty" genug sind, der hätte hier vielleicht seine Freude. Vielleicht ergibt sich ja in nächster Zeit etwas?

Bald dafür geeignet ist wahrscheinlich die Breite Straße bzw. Kurfürstenstraße. Kommt man demnächst von der Neckarstadt aus in die City, geht man zuerst über den langweiligen, alten Messplatz, überquert die Kurfürstenbrücke mit Blick auf das verwahrloste Neckarufer, um dann galant von der inhaltsleeren Kurpfalzpassage empfangen zu werden.

Danach kommt nichts mehr. Denn Karstadt schließt bald die Pforten, Conrad ist schon weg und sogar der Billigmode- und Ramschladen im ehemaligen Prinz räumt gerade aus. Jetzt schon halten sich zwischen Neckartor und Marktplatz fast nur finstere Gestalten auf. Sie sind die Scouts des Schmuddels und der Bewußtseinserweiterung.

Das hat Folgen: H&M merkt was und zieht erschrocken weiter. Die lustige McDonalds- Lounge muss erkennen, dass sich stylischer CoffeeHouse-Flair nicht mit dem hiesigen Sozialhilfeadel verträgt, der sich dort schlecht gekleidet im protzigen Interieur fläzt. Ach, und Fa. Müller bibbert heute schon am ganzen Leib, und morgen fällt sie tot um vor Furcht.

Was bleibt? Ich möchte hier schließen mit einer der in den 90er Jahren so beliebten Listen. The real horror, bedrückend und all das soll sie sein und uns die nahe Zukunft weissagen. Vorher möchte ich einige Wanderbüsche aus alten Westernfilmen imaginieren, der Wind pfeift dazu um die Kanten der brüchigen Fassaden. Irgendwo zwischen Neckartor und Marktplatz steht ein einzelner Mann, bereit, das zu tun was ein Mann verdammt noch mal zu tun hat. Genug eingestimmt? Na dann mal los:

BanThai-Restaurant, Lotto Kiosk, Mersin Juwelier, Fun Casino, Hotel Holländer Hof, Brückenstraßenapotheke, Mode Sara, Erik's Holland Blumen, Sinh-Thu Mode, Apollo Optik, AShop.tv, Back-Factory, Der Goldladen, Spielpark, Laugeweck (kleinste Mannheimer Kneipe), Kamps, Bülent-Mode, ModeVision, Euro Accessoires Shop, Woolworth, erdbeermund, catwalk, C&M Friseure, Vente Stehkiosk, Mocca Cafe Bistro, Paktia Handyzubehör, Ernsting's family, dm, beate uhse, city spielcenter, point, Alanya-Döner, OneWay, Only You, Markenschuh Outlet, Vodafone, Efendi Döner, NanuNana, Wiener Feinbäcker, O2, Oscar LabelHouse, The PhoneHouse, Allerlei, LöwenPlay Spielcenter, Nordsee, High Voltage Spielpark II, Aytun Immobilien, Back-Factory.

Dienstag, 22. Januar 2008

Ufer, Dächer und Terrassen! Eskapismus am Nachmittag!

Vergesst die Neckar- Wiesen! Trist schauen sie aus, es ist dort ungastlich und trübe. Wie kann man etwas an sich Schönes, nämlich einen Fluss mitten durch die Stadt, so dermaßen vernachlässigen? Man kann gar nicht verstehen, warum man in der Neckarstadt einen freien Zugang zum Neckar haben möchte. Meiner Meinung nach sollte man dieses Sudelbild möglichst noch mehr zubauen. Oder das Ufer einfach verschönern. Selbst die Schwäne dort sind frustriert und schlecht gelaunt.

Selbst das hochverschuldete Berlin leistet sich hübsche Ufer. Nur Mannheim schnuddelt wieder mal vor sich hin und zeigt was es ist: Eine graue, kleine Arbeiterstadt, gemacht von StädteplanerInnen ohne Schulabschluss für Menschen ohne Schulabschluss. Wo kann man sich da denn noch kostenfrei naherholen? Auf Dächern?

Vergesst die Dächer dieser Stadt! Als wolle man von Anfang an den Horizont der EinwohnerInnen einschränken, vernagelt man ihnen den Zugang zur Dachterasse und damit eine freie Sicht über die Dächer dieser Stadt. Als könne das bloße Erblicken des Horizonts die Menschen zu eigenständig denkenden und freien ergo umstürzlerischen Menschen machen.

Doch selbstverständlich ist das wieder nur eine Frage der Sicherheit und nicht eine der Macht. Und wieder einmal veröden uns langweilige Versicherungsgesellschaften den Alltag mit endlosen Bedenken und Auflagen, die den zwar unwahrscheinlichen, aber finalen Schadensfall verhindern soll. Ist also nichts mit den Dächern! Bleibt uns also noch der Balkon!

Vergesst die Balkone dieser Stadt! Es ist traurig, wie dieses wunderbare Hausrausgehängsel genutzt wird: nämlich kaum! Die Nachbarin hängt die Wäsche auf, überflüssiges Mobiliar wird hinausgestellt, der Nachbar raucht dort seine Zigarette. Doch das Dolce Vita findet einfach nicht statt. Es findet kein "1-2 Flaschen- Wein- Abend" statt, auch kein "Tee- Nachmittag" oder "Füße- Ausstrecktag". Da bin ich neidisch und traurig zugleich, als Bewohner eines Dachgeschosses ohne Balkon, wenn ich sehe, wie etwas Schönes einfach nicht genutzt wird. OK, es ist noch nicht einmal Sommer... Bleibt das Fenster!

In Ermangelung an attraktiven Orten mit Erholungseffekt besann ich mich darauf, den wunderschönen Ausblick aus unserer Dachwohnung auf die Straße und auf die Schlote einer Fabrik zu goutieren. Da ich aber nicht so gerne meine Ellbogen auf Fensterbänke mit eingebautem Kissen lege, schenkte mir meine liebe Frau C. zwei ultra-bequeme Barhocker zum Behufe des Betrachtens und in-die-Ferne-Blickens. Dort kann man sich ganz wunderbar draufsetzen und die Füße baumeln lassen wenn man mag.

Man kann seinen Kaffee auf der Fensterbank abstellen, und auch Kekse. Wer keine Kekse mag, kann ja Kuchen essen oder auch ein Leberwurstbrot. Im Sommer kann man das Fenster aufmachen und hat so was wie einen "beinahe- Balkon". Vielleicht kommt ein kleiner Spatz vorbei und pickt sich einen Keks. Wer weiß?

Freitag, 3. August 2007

Die Scissor Sisters in Mannheim! Nein, doch nicht!

ist es jetzt da? das sommerloch? in mannheim? gestern abend wusste ich nichts zu schreiben, denn es war ja rein gar nichts passiert! natürlich passierte im wortsinn das übliche leben, doch davon hat ja jeder mehr als genug!

was gibt es denn dieses wochenende? am neckar wird eine bühne, auf dem alten messplatz werden bratwurstbuden aufgebaut. doch was soll das werden? worum geht es? in den üblichen medien gibt es keinerlei anhaltspunkt, was den neuen "alten messplatz" betrifft.

doch, natürlich, der "csd" ist ja dieses wochenende, und wahrscheinlich gibt es dort lässige champagner- und fugubuden. dazu wird irgendein garantiert grüner provinzpolitiker demokratisch- emanzipatorische reden schwingen. in mannheim muss man jedenfalls nicht befürchten, deswegen verhaftet zu werden. wir sind ja hier nicht in russland? hmmm...

am neckarufer spielen dann bestimmt die für mannheimer verhältnisse etwas zu grossen scissor sisters. das wäre ja mal ein ding! aber eher noch spielt eine schwul- christliche balkantruppe schwer hedonistischen salsa. so weit ist mannheim dann doch nicht. ob das wetter da überhaupt mitspielt? man wird sehen!

ansonsten ist aber wirklich tote hose! alternativen zum oktoberfesthaften "csd" scheint es keine zu geben. jaja, sie schwullesben brauchen halt auch ihr volksfest! schade, dass dabei die ursprüngliche message verloren geht. aber so ist das halt, wenn der mainstream sich ein event einverleibt. morgen mehr!

Dienstag, 31. Juli 2007

FarmerBoy und CountryGirl! Reiten gen Sonnenuntergang!

dieses schiff (man kann es kaum erkennen) verlässt gerade mannheim. es hat wahrscheinlich nicht dort angelegt, sondern setzt unentwegt dem sonnenuntergang nach. der scheint ihm allemal interessanter als die stadt. das schiff hat recht! wenn ich an den ufern des neckar sitze und den schiffen nachschaue, dann bekomme ich grosses fernweh. heimweh? meine freundin C. schwitzt schwer, um mir das leben hier sonnig zu gestalten. meistens gelingt es ihr. und doch...

es scheint, als ginge das beste an mannheim vorbei. nur das unbewegende, das triste, das öde, mittelmässige klopft an die stadttore und ihm wird freudig einlass gewährt. farmerboy und countrygirl tun ja nichts! sie wollen doch bloss konsumieren!

der sad young man superslow muss her! er bringt das gute countryfeeling und die sehnsucht in der musik mit! ich kann ihn spüren: er kommt! bald! ah, da isser ja schon!

hek: "guten abend, sad young man superslow! was führt dich nach mannheim?"
syms: "hallo, holger e. karst! nun, es ist die grosse stadt, die mich lehrte, das glück doch lieber im kleinen zu suchen. ausserdem habe ich mich ganz furchtbar in eine mannheimerin verliebt. was soll man da machen?"
hek: "die fragen hier stelle immer noch ich! also: was soll man da machen?"
syms: "gute frage, wirklich! ich denke, man sollte sich bei schönem wetter in einen biergarten setzen und viel bier trinken. dann geht das schon irgendwie mit mannheim!"
hek: "und im winter? in die kneipe gehen?"
syms: "nein, im winter schnappt man sich am besten eine flasche trollinger und wirft noch ein paar schmerztabletten ein. das geht zuhause am kaminfeuer ganz gut. natürlich mit der liebsten im arm!"
hek: "und wenn man keinen kamin hat?"
syms: "was ist denn das für ein interview? frag mich lieber was über meine musik!"
hek: "ach nööh.. lieber nicht!"

ach, wahrscheinlich war es einfach nur der sanfte anblick des dahingleitenden frachters, der mich heute abend etwas melancholisch gestimmt hat. trotzdem könnte irgendwann mal eine vernünftige band hier aufspielen. ist ja kein zustand, dass man dafür nach heidelberg fahren muss.

es gab mal eine zeit in mannheim, da konnte man interessante sachen sehen: die ein'bauten, philpp boa (muss beides aber nicht mehr sein) usw. doch das ist lange her. pink, juli, madsen, sport: alles nicht der rede wert. ziemlich egal! dafür umsonst? trotzdem egal!

naja, zumindest theater ist ganz okay hier. trotzdem: ich brauche meine dosis. lebensart haben wollen. 10tage noch, dann heim nach berlin für ein paar tage! und danach gehen farmerboy und countrygirl erstmal nach turkye. und dort kann man sich erholen von: der arbeit und dem grossen nichts!

ich sag's euch: da macht man schon was mit!

my sweetheart sweats hard
in the kitchen of my life
she's the cook of all my luck
my sweetheart sweats hard

[sad young man superslow - sweetheart sweats hard-2007]

Samstag, 21. Juli 2007

Eine verschlagene Bande am Neckar! Mögliche Mikrowellenenteignung in der Neckarstadt!

zwielichtiges gesindel treibt sich am neckar herum! man ist dort seines lebens nicht mehr sicher. verschlagen bewegt es sich auf harmlose passanten zu und belästigt sie auf's gröbste!

nein! es handelt sich dieses mal nicht um jugendliche oder rentnerInnen. gemeint sind: die schwäne! wie die schon aussehen: schaut man sie nämlich genau an, dann merkt man, dass die nichts gutes im schild führen. mit ihren dunklen augenrändern wirken sie gemeine verbrecher, wie wagnerianische panzerknacker. und so verhalten sie sich auch:

meine freundin C. sass kürzlich auf einer treppe am ufer des neckars, sie führte nichts böses im schilde. sie streckte die beine lässig aus und genoss den lieben tag. eine bande von nichtsnutzigen schwänen schwamm auf sie zu und fauchte sie an!

was hatte meine freundin C. ihnen getan? in ihrer vergesslichkeit hat sie es womöglich versäumt, den schwänen den üblichen wegezoll in form von brotkrumen darzubieten. dennoch bin ich stolz auf meine freundin C.: sie harrte aus und liess sich nicht beeindrucken. die schwäne schoben schon nach 30 minuten vergrätzt wieder ab!

ich kann allen gastronomen und ladenbesitzern nur anraten: sollten sich mal wieder schutzgelderpresser vorstellig machen, bitte einfach ignorieren. doch vorsicht ist geboten: man sollte sich sicher sein, dass alle anderen gastronomen und ladenbesitzer es einem gleich tun, sonst hat man ganz alleine einen knüppel dort, wo vorher noch das gesicht war.

andere unsympathische menschen konnte man gestern in der neckarstadt beobachten: schrottsammler der übelsten sorte bauten sich throne aus purem sperrmüll und harrten dort bis zu ihrer abholung nebst brauchbarem schrott. zu ihrer abholung eilten grosse lieferwagen, die das lieblingsvergnügen der mannheimerInnen förderten: hupen!

es war nämlich sperrmüll. wer donnerstags seinen unrat entsorgt hatte und etwas später feststellte, dass die mikrowelle doch noch brauchbar war, der konnte ja mal versuchen, diese wieder einem schrottsammler zu entwinden. doch vorsicht war geboten:

man sollte sich wirklich ganz sicher sein, dass auch andere ex- mikrowellenbesitzer es sich wieder anders überlegen, sonst hat man nämlich ganz alleine einen knüppel dort, wo vorher noch das gesicht war.

p.s. wen es interessiert: morgen entfällt der blog wegen meiner ausstellungseröffnung in der sympathischen kneipe "blau". [hier...] ich freue mich über jede(n) besucher(in) - echt!

Freitag, 20. Juli 2007

Ich streue Verdacht! SOKO Blumenkübel versagt!

das mass ist voll: die blumenkübel bleiben leer! so wurde es beschlossen und so wird es sein. die "soko blumenkübel" (ich berichtete) hat auf ganzer linie versagt. die auf der kurpfalzbrücke angepflanzten geranien verschwanden auf geheimnissvolle weise, die stadt kann und will keine neuen mehr beschaffen.

stirbt die geranie nun aus? und wessen schuld ist das wirklich? kann man die ordnungshüter dieser schöngeistigen stadt dafür verantwortlich machen, wenn rabauken - jawohl: höchstwahrscheinlich diese undankbaren jugendlichen - alles schöne in den neckar werfen?

wenn da mal nicht auch sog. kids mit migrantischem hintergrund - federführend!!! - darunter waren. man kennt sie ja, diese verbrecher: erst schlagen sie uns mit dem koran die schönen geranien tot, und dann werfen sie sich mit einem stinkbombengürtel vor die strassenbahn. wo ist der herr schäuble, wenn man ihn mal wirklich braucht, bitteschön?

oder waren es doch wieder diese starr- und stumpfsinnigen rentnerInnen, die ob ihrer dürftigen rente die kurpfalzachsen- verschönerung ins eigene zimmer im seniorenheim verpflanzten? man sollte auch hier ein auge drauf werfen. hausdurchsuchungen sind doch mittlerweile gang und gäbe! diese rentnerInnen: erst uns auf der tasche liegen, und uns dann auch noch unsere schönen geranien klauen. pfui! die sollten sich was schämen!

oder waren es anhängerInnen der mythologischen göttin juno, die nur ein blumenopfer bringen wollten? aber liebe leute: der juni ist schon seit 20 tagen um, schafft euch mal einen kalender an. auch die blumenopfer- zeremonie von yakushi- ji findet eher im april statt. aber die religösen und spirituellen berserker von heute kennen ja kein erbarmen. vergreifen sich einfach an wehrlosen blumen und opfern sie dem neckar. ja, warum denn dem neckar?

der berufsstand der gärtner ist auch nicht ganz unverdächtig: der sommer ist keine klassische blumen- verschenk- jahreszeit. viel zu lange muss man noch auf feste warten, da kommt eine schlecht überwachte brücke doch gerade recht, oder etwa nicht? und hinterher behaupten sie auch noch dreist, es gebe keine geranien mehr. ihr wolltet wohl auf rosen hochpokern, was?

ach, und die sicherheitsindustrie hat auch ein motiv. das ist es, jawohl: die sicherheitsindustrie hat die geranien verschwinden lassen! schliesslich muss man mannheim ja geradezu darauf stossen, auch die kurpfalzbrücke mit kameras überwachen zu lassen. die ist schliesslich noch ein weisser fleck auf der überwachungslandkarte. das ist nicht gut. denn wenn alle anderen plätze in mannheim schon überwacht sind, ja wo gehen sie denn dann hin, die verbrecher? na? sie gehen auf die kurpfalzbrücke, um den dort wachsenden geranien haschisch zu spritzen!

da kann man ja froh sein, dass die sensitive stadt mannheim hier einen riegel vorschiebt und "no, mercì!" sagt. steuergelder sinnvoll anlegen heisst: jugendliche, muslime, rentnerinnen und (blumen)dealer an die kette legen und zur not auch mal erschiessen! ja, wo sind wir denn?

Donnerstag, 26. April 2007

Krebs durch Sex! Turnen gegen Verstopfung!

man könnte sich sicher fragen, ob dieser mann - also ich - das denn wirklich durchhält, 365 tage am stück einträge zu schreiben. meine antwort ist: hmmmm! mal sehen. einerseits habe ich jetzt schon mehr themen als tage zur verfügung, denn in mannheim erlebt man viel, und es gibt auch viel, worüber man sich aufregen könnte. trotzdem werden mich urlaub, umzug und ähnliches davon abhalten, jeden tag zu schreiben! wenn ich aber schon nicht "jeden" tag schreiben kann, so versuche ich aber doch "für" jeden tag etwas zu kredenzen. (man sollte übrigens nicht so viele anführungszeichen benutzen. sie sehen aus wie ein hitlerbärtchen und könnten durch inflationären gebrauch die nazis wieder ins parlament "hineinstärken".)

der mannheimer morgen bekommt es jeden tag hin, etwas zu schreiben, auch wenn ihm die themen ausgehen. aus einer themenfreien phase scheinen oben genannte schlagzeilen zu sein. ich fand sie am vorgestrigen tag auf derselben seite, der sparte "gesundheit".

aber der vergleich ist ungültig, denn es arbeiten ja viele leute bei einer zeitung und ich bin alleine. ich glaube jedenfalls nicht, dass der herr morgen das alles alleine macht! allerdings ist es aber auch bezeichnend für den zustand einer redaktion (oder der einer region) wenn es zwar täglich 4-6 sportseiten gibt, aber nur eine - höchstens zwei - seiten für kultur. was das bedeuten könnte, lasse ich hier mal offen stehen (ich wollt' ich wär ein huhn und hätt' nicht viel zu tun, leg' jeden tag 'ne seit' kultur und sonntags auch mal zwei).

der sport spielt in mannheim eine sehr grosse rolle, überall sieht man getriebene und geschundene menschen, wie z.b. am neckar bzw. rhein. eine rudergaleere nach der anderen flippt dort vorbei, nebendran ein motorboot mit mensch und megafon drin, der seine sklaven bequem anbrüllt. "wenn du das soviel besser kannst, warum ruderst du dann nicht selber, du faule sau!" wollte ich schon herüberrufen, doch meine freundin C. hielt mich davon ab, meine solidarität mit den geschundenen kundzutun. "der mannheimer an sich kann auch gewalttätig werden!" ach so!

indes meine ich , dass (verbands- und breiten)sport eine gewisse faschistoide und prokapitalistische grundhaltung voraussetzt. immer muss man "besser" als die "anderen" sein, "schneller und stärker", man will ja schliesslich in den "oberen ligen" spielen, damit die sparkasse weiter trikots stiftet und die vereinsmitglieder ihre "feldwebelmentalitäten" und "sozialdarwinistischen triebe" voll "ausleben" können. der körperliche "ausschuss" verbringt die wettbewerbe auf der ersatzbank und meldet sich später gedemütigt arbeitslos - oder er wird ersatzweise "diktator" oder noch schlimmer, nämlich "innenminister"! (ich finde an diese stelle passen die hitlerbärtchen besonders gut! die spitze gegen den "innenminister" ist zwar gemein, aber in diesem fall besonders gerechtfertigt).

die "guten" mit dem intakten körper und dem intakten "geist" werden geknuddelt und sind die lieblinge der massen. sie sehen "blendend" aus und "blenden" sich in die höheren chefetagen "toller" firmen, doch stürzen sie diese ob ihrer "sturzdoofigkeit" in den ruin, verursachen massenarbeitslosigkeit, und weil sie es nicht anders wissen, predigen sie den arbeitslosen massen, sie müssten sich halt anstrengen und sich "besser verkaufen". wer will, wirklich will, der schafft es auch!

gottseidank sind die arbeitlosen massen nicht so geschlossen doof, das alle auf die durchtrainierten dummbrote hören. einige wissen oder ahnen zumindest, dass der wahre frieden auf der erde nicht im wettbewerb, sondern im miteinander liegt.