Erinnert sich jemand an Waldorf und Stetler? Von den Muppets? Ich bin Stetler: ein grantiger, bösartiger Greis! Ich sitze in meiner Loge und lästere, ereifere und amüsiere mich. Am liebsten mit meinem Freund Waldorf aka RonJustice. Wir beäugen unsere Welt mit zunehmendem Misstrauen.
Ja, das Alter macht miesepetrisch und misstrauisch. Und es macht krank und hinfällig! Das Leben ohnehin schon, das Alter sowieso. Passend zu meiner greisenhaftigen Miesepetrigkeit gesellt sich nun ein Seniorenzipperlein. Das habe ich nun davon.
Ich finde ja nichts interessanter als Blogger, die sich über ihren Körper und seine Fehlfunktionen ausbreiten. Endlich habe ich die Gelegenheit, es diesen Befindlichkeitsposern gleichzutun: Ich habe Kreislauf! Dann bin ich für einen Tag außer Gefecht gesetzt. So! Nun isses raus!
Bei Wetterumschwüngen, Schwüle und Hitze klappe ich zusammen wie ein Schweizer Taschenmesser. Mein Arzt sagt, ich trinke zu wenig! Ich solle mehr trinken! Mit diesem Ratschlag bin ich endlich in der Seniorenzipperleinliga angekommen. Sowas kriegen wirklich nur 80jährige zu hören.
Dabei trinke ich gar nicht zu wenig! Erst gestern habe ich eine halbe Flasche Wein geleert! Dies aber nach Tee und Apfelsaftschorle! Oder war's doch Apfelwein? Ich erinnere mich nicht mehr!
Verdammt, ich verpasse so viel, wenn ich krank bin: Die WM, Kunst, Sex! Was ich nicht verpasse: Arbeit, längere Texte und die Kommentarspalten von tagesschau.de zum Thema: Erbschaftssteuer! Mein Erbe kann man übrigens ruhig versteuern. Die Hälfte von Nichts bleibt Nichts! So hat auch ein mieses Gehalt seinen Vorteil!
Und wenn ich wegen meiner Zipperlein nur die Hälfte der Zeit habe, dieses Nichts zu erarbeiten, dann kann auch nur die Hälfte versteuert werden: wieder Nichts! Doppelt Nichts! Aber ich versaufe ja auch mein ganzes Geld und investiere nicht, sagen da die Kritiker! Aber mein Arzt hat definitiv gesagt, ich soll mehr trinken!
Nachtrag (selber Tag, anderes Thema):
Natürlich wird jetzt jemand sagen: Stirb doch, Du vaterlandloser Geselle. Aber ich bin heute dahinter gekommen, was mich an der Nationaltracht und dem Schlandhype tatsächlich stört: In meiner Jugend waren alle, die Deutschland gerufen und die Fahne geschwenkt haben, ausnahmslos Nazis! Niemand, der über ein etwas gepflegteres Weltbild verfügt, hätte es für nötig befunden, derart aufzutreten.
Ich bezweifle zwar stark, dass die dreifarbgeschminkten Fahnenwedler heutzutage tatsächlich alle Nazis sind. Die echten Nazis können sich jedoch hinter ihnen verstecken. Und nicht nur das: kaum ist WM, schwupps! Schon wird im Parlament für eine Verschärfung des Asylrechts gestimmt. Aber ist ja egal: Heute ist Schland! Und irgendwie passen Asylbewerber und schwarzrotgold sowieso nicht zusammen. Die dunklen Tiefen des Mittelmeers vertragen sich farblich wohl besser.
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Dienstag, 8. Juli 2014
Dienstag, 11. November 2008
Die späte Schimpfkanonade! Eine Verunglimpfung!
Sie sind einfach widerlich: Sie arbeiten nicht und leben auf Kosten der Gemeinschaft. Sie treffen sich meist in großen Gruppen. Dabei belagern sie alle öffentlichen Plätze und Parkbänke, ja sogar vor Kirchhöfen machen sie keinen Halt! Dauernd rinnt ihnen Speichel aus dem Mund und bildet große Pfützen auf dem Boden, so dass man sich nicht mehr dort hin setzen will, wo sie sich vorher aufgehalten haben. Dabei schauen sie sich stets grimmig und verschlagen um, als planten sie irgendein Verbrechen.
An den Haltestellen des ÖPNV drängeln sie sich rücksichtslos nach vorne und lassen aussteigende Fahrgäste nicht durch. In der Bahn setzen sie sich dann verlässlich auf die Plätze zum Gang hin, Fensterplätze sind ihnen offenbar ein Greuel. Nein, diese Plätze sind reserviert für ihre Einkaufstüten und Taschen. Nur widerwillig stellen sie diese vor sich auf den Boden, um Platz für bedürftige Fahrgäste zu machen.
Sie unterhalten sich dauernd laut und unflätig, und wenn man sie darauf anspricht, werden sie auch noch frech und geben Widerworte. Dann schimpfen sie und drohen mit Prügel. Ständig läuft man gefahr, ihnen zu begegnen. Noch nicht einmal in Theatern oder auf Konzerten ist man vor ihnen sicher. Denn sie bekommen überall ermäßigten Eintritt und nutzen dies auch gnadenlos aus. Wenn sie sich doch wenigstens dort benehmen könnten!
Aber nein: Sie furzen und sie schneuzen sich extra laut. Und nichts kann sie dazu bringen, ihre Mobilfunktelefone auszuschalten. Ständig piepst und brummt irgendwo eines dieser verfluchten Dinger. Sie haben kein Problem damit, ein zweistündiges Cellokonzert durchzuquasseln. Wenn sie nicht quasseln, schlafen sie sofort ein und schnarchen noch dazu. Gratis, sozusagen on Top! Sagt man etwas, erntet man giftige Blicke. Ruhig sitzen können sie auch nicht. Wenn sie sich sehr langweilen, beginnen sie mit den Füßen zu scharren.
Dabei sind sie furchtbar ungebildet: Weder kennen sie bedeutsame literarische Werke noch können sie den Unterschied zwischen Tanztheater und Ballett benennen. Ihre bevorzugte Musik ist meist ganz grauenhaft und wird zudem viel zu laut gehört, so dass ihr Gehör zunehmend beeinträchtigt wird. Sie schauen viel fern und lesen, wenn überhaupt, grottenschlechte Zeitungen. Sie essen wie die Schweine, grunzen und schmatzen dabei laut. Ihre ungepflegten Zähne klappern dabei unschön.
Sie sind uns eine Last, die ständig größer wird. Ihr Verhalten macht es uns wirklich nicht leicht, sie zu mögen. Gerne würden wir Verständnis für sie aufbringen können, doch vermutlich wollen sie das noch nicht einmal. Sie bewegen sich nun mal gerne außerhalb gesellschaftlicher Konventionen. Beinahe möchte man von einer Parallelwelt reden. Man kann ihnen nicht helfen, und man will es auch nicht! Sie sind, was sie sind: Senioren!
An den Haltestellen des ÖPNV drängeln sie sich rücksichtslos nach vorne und lassen aussteigende Fahrgäste nicht durch. In der Bahn setzen sie sich dann verlässlich auf die Plätze zum Gang hin, Fensterplätze sind ihnen offenbar ein Greuel. Nein, diese Plätze sind reserviert für ihre Einkaufstüten und Taschen. Nur widerwillig stellen sie diese vor sich auf den Boden, um Platz für bedürftige Fahrgäste zu machen.
Sie unterhalten sich dauernd laut und unflätig, und wenn man sie darauf anspricht, werden sie auch noch frech und geben Widerworte. Dann schimpfen sie und drohen mit Prügel. Ständig läuft man gefahr, ihnen zu begegnen. Noch nicht einmal in Theatern oder auf Konzerten ist man vor ihnen sicher. Denn sie bekommen überall ermäßigten Eintritt und nutzen dies auch gnadenlos aus. Wenn sie sich doch wenigstens dort benehmen könnten!
Aber nein: Sie furzen und sie schneuzen sich extra laut. Und nichts kann sie dazu bringen, ihre Mobilfunktelefone auszuschalten. Ständig piepst und brummt irgendwo eines dieser verfluchten Dinger. Sie haben kein Problem damit, ein zweistündiges Cellokonzert durchzuquasseln. Wenn sie nicht quasseln, schlafen sie sofort ein und schnarchen noch dazu. Gratis, sozusagen on Top! Sagt man etwas, erntet man giftige Blicke. Ruhig sitzen können sie auch nicht. Wenn sie sich sehr langweilen, beginnen sie mit den Füßen zu scharren.
Dabei sind sie furchtbar ungebildet: Weder kennen sie bedeutsame literarische Werke noch können sie den Unterschied zwischen Tanztheater und Ballett benennen. Ihre bevorzugte Musik ist meist ganz grauenhaft und wird zudem viel zu laut gehört, so dass ihr Gehör zunehmend beeinträchtigt wird. Sie schauen viel fern und lesen, wenn überhaupt, grottenschlechte Zeitungen. Sie essen wie die Schweine, grunzen und schmatzen dabei laut. Ihre ungepflegten Zähne klappern dabei unschön.
Sie sind uns eine Last, die ständig größer wird. Ihr Verhalten macht es uns wirklich nicht leicht, sie zu mögen. Gerne würden wir Verständnis für sie aufbringen können, doch vermutlich wollen sie das noch nicht einmal. Sie bewegen sich nun mal gerne außerhalb gesellschaftlicher Konventionen. Beinahe möchte man von einer Parallelwelt reden. Man kann ihnen nicht helfen, und man will es auch nicht! Sie sind, was sie sind: Senioren!
Dienstag, 24. Juli 2007
Böse Gerüchte über Trümmerfrauen und Kriegsheimkehrer! Aber: Wir sind die Alten von Morgen!
ich möchte hier mal wieder eine soziale gruppe schmähen: die alten! selten gibt es ähnlich unangenehme zeitgenossen. wir alle aber werden dazugehören dereinst. manche früher, manche später. man darf die heutigen alten gerne als mahnendes beispiel nehmen, um selbst nicht ähnlich umtriebig zu sein, wenn uns die knochen schwerer werden.
ich neige hier ja gerne zu pauschalisierungen, denn nur die machen wirklich spass! wie öde ist es dagegen, ständig positive ausnahmen machen zu müssen und somit den "flow" zu stören. genauigkeit ist zwar eine gute, aber auch langweilige tugend, die ich lohnhure nur pflege, wenn man mich für meine dienste gut bezahlt.
wo war ich? ach ja, die alten! in banden lauern sie einem auf oder drängeln sich überall vor. und das nur, um die besten plätze oder waren zu ergattern. gerne möchte man ihnen zurufen: durch drängelei ist der weltenlauf noch nie beschleunigt worden! und sitzt in der bahn dann doch ein pickeliger jugendlicher auf einem rentnersitz, dann kann man ihn höflich darum bitten, den platz freizugeben.
in der regel tun die menschen das, worum man sie höflich bittet. aber warum wollen die alten den weltenlauf beschleunigen? ich wäre um jede minute, da sich die erde langsamer dreht, dankbar. aber das mit der dankbarkeit ist keine menschentugend. noch nie gewesen.
die alten finden ja, das alle menschen ohne hüftprothesen undankbare wesen sind. das hätte es früher nämlich nicht gegeben: nicht unter hitler, nicht unter adenauer und schon gar nicht unter kohl. doch stimmt das nicht: junge menschen sind vor allem dankbar darüber, noch nicht alt zu sein. vor dem alter fürchten sie sich nur so sehr, weil sie nicht so seltsam griesgrämig werden möchten.
man kann die aussage, "früher war alles besser" beinhart widerlegen. oder sie ergänzen mit dem zusatz: "blos die alten nicht!" ich höre da hinten einen zwischenruf? "es gibt aber doch die alten, die in ihren jungen jahren die fetzen des 2.weltkrieges aufsammelten und die brd aufbauten. das waren doch gute, oder etwa nicht?"
ich werde mir jetzt einfach ganz dreist eine wahrheit über die "guten alten" zurechtbiegen: die trümmerfrauen haben den schutt weggeräumt, weil sie unter ihm reichtümer vermuteten, die sie dann verstohlen unter ihrer kittelschürze nach hause transportiert haben. grossvater fand auf dem weg zurück nach deutschland nicht mehr so richtig lebende kameraden auf, die aber noch einwandfreie stiefel hatten. dann war der kamerad tot, aber opa war neu gestiefelt.
zumindest könnte man vermuten, es sei so gewesen. denn so wie die alten heute "hier" schreien wenn es was umsonst gibt und rempeln, wenn sie es nicht sofort bekommen, spielte sich das bestimmt auch früher ab. man war sich halt selbst der nächste, und hunger war noch nie ein motor der fairness.
die jungen sind auch nicht besser? nein, denn wir haben das alles von den alten gelernt: missgunst, neid, raffgier usw. "min jong, du musst dein ellbogen brauchen, sonst wird des nimmermehr nix!" war eine einflüsterung, mit der wir 70er, 80er kids aufgewachsen sind.
trotzdem werden wir die besseren alten sein. wir werden viel spass im alter haben, denn wir werden die mehrheit sein. wir rocken das haus, während unsere enkelInnen für uns arbeiten. die parks, clubs und cafe's gehören uns, wie sie uns schon immer gehörten.
unsere sudanesischen pflegerinnen rollen uns von theke zu theke, und wir klapsen ihnen mit zittriger hand auf den hintern. ich finde die vorstellung einfach wunderbar: ich sitze wohlgelaunt auf einer parkbank und schwinge meinen stock drohend in die luft, sobald ich einen jugendlichen sehe. ich rufe: "wo bleibt meine rente, du schwachkopf!"
ich neige hier ja gerne zu pauschalisierungen, denn nur die machen wirklich spass! wie öde ist es dagegen, ständig positive ausnahmen machen zu müssen und somit den "flow" zu stören. genauigkeit ist zwar eine gute, aber auch langweilige tugend, die ich lohnhure nur pflege, wenn man mich für meine dienste gut bezahlt.
wo war ich? ach ja, die alten! in banden lauern sie einem auf oder drängeln sich überall vor. und das nur, um die besten plätze oder waren zu ergattern. gerne möchte man ihnen zurufen: durch drängelei ist der weltenlauf noch nie beschleunigt worden! und sitzt in der bahn dann doch ein pickeliger jugendlicher auf einem rentnersitz, dann kann man ihn höflich darum bitten, den platz freizugeben.
in der regel tun die menschen das, worum man sie höflich bittet. aber warum wollen die alten den weltenlauf beschleunigen? ich wäre um jede minute, da sich die erde langsamer dreht, dankbar. aber das mit der dankbarkeit ist keine menschentugend. noch nie gewesen.
die alten finden ja, das alle menschen ohne hüftprothesen undankbare wesen sind. das hätte es früher nämlich nicht gegeben: nicht unter hitler, nicht unter adenauer und schon gar nicht unter kohl. doch stimmt das nicht: junge menschen sind vor allem dankbar darüber, noch nicht alt zu sein. vor dem alter fürchten sie sich nur so sehr, weil sie nicht so seltsam griesgrämig werden möchten.
man kann die aussage, "früher war alles besser" beinhart widerlegen. oder sie ergänzen mit dem zusatz: "blos die alten nicht!" ich höre da hinten einen zwischenruf? "es gibt aber doch die alten, die in ihren jungen jahren die fetzen des 2.weltkrieges aufsammelten und die brd aufbauten. das waren doch gute, oder etwa nicht?"
ich werde mir jetzt einfach ganz dreist eine wahrheit über die "guten alten" zurechtbiegen: die trümmerfrauen haben den schutt weggeräumt, weil sie unter ihm reichtümer vermuteten, die sie dann verstohlen unter ihrer kittelschürze nach hause transportiert haben. grossvater fand auf dem weg zurück nach deutschland nicht mehr so richtig lebende kameraden auf, die aber noch einwandfreie stiefel hatten. dann war der kamerad tot, aber opa war neu gestiefelt.
zumindest könnte man vermuten, es sei so gewesen. denn so wie die alten heute "hier" schreien wenn es was umsonst gibt und rempeln, wenn sie es nicht sofort bekommen, spielte sich das bestimmt auch früher ab. man war sich halt selbst der nächste, und hunger war noch nie ein motor der fairness.
die jungen sind auch nicht besser? nein, denn wir haben das alles von den alten gelernt: missgunst, neid, raffgier usw. "min jong, du musst dein ellbogen brauchen, sonst wird des nimmermehr nix!" war eine einflüsterung, mit der wir 70er, 80er kids aufgewachsen sind.
trotzdem werden wir die besseren alten sein. wir werden viel spass im alter haben, denn wir werden die mehrheit sein. wir rocken das haus, während unsere enkelInnen für uns arbeiten. die parks, clubs und cafe's gehören uns, wie sie uns schon immer gehörten.
unsere sudanesischen pflegerinnen rollen uns von theke zu theke, und wir klapsen ihnen mit zittriger hand auf den hintern. ich finde die vorstellung einfach wunderbar: ich sitze wohlgelaunt auf einer parkbank und schwinge meinen stock drohend in die luft, sobald ich einen jugendlichen sehe. ich rufe: "wo bleibt meine rente, du schwachkopf!"
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