Posts mit dem Label 3. Reich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 3. Reich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 29. Juni 2012

Dem Philanthropen ein Gräuel! Systemzersetzende Nazis vom Mond!

gemeinfreies Bild (Quelle Wikipedia)
kriegswichtig: Antikapitalisten
Man darf ja nicht immer nur lamentieren. Daran sollte ich mich einmal orientieren. Es ist ja nicht alles schlecht: Hat nicht die Fußballmannschaft der BRD gerade gegen die Italiener verloren? Die "Deutschen" jedenfalls können viel besser verlieren als gewinnen. Zu gewinnen bedeutet hierzulande ja nur, sich darüber freuen zu dürfen, dass alle anderen verloren haben. Verlieren heißt hingegen, dass es Schlimmeres gibt, als einmal nicht zu gewinnen: Zum Beispiel faul sein und nicht richtig arbeiten. So wie die "Südländer" beispielsweise. Es scheint, als könnte man sich hierzulande nicht richtig freuen. Jeder Witz kommt zur Sicherheit mit einer Moral daher. Upps!

Soweit mein Kommentar zur EM und zur Geistesverfassung einer Anzahl grundverschiedener Menschen, die sich irrigerweise selbst als Teil einer "Volksgemeinschaft" sehen und die jene Zeitung zur auflagenstärksten Gazette überhaupt machen, die zum Spieltag großmäulig verkündet, man würde die Italiener heute abend schon abkochen. Einfach widerlich! Wenn das Elfriede Springer wüsste, sie würde sich im Grab herumdrehen und verschämt ins Grabplüsch grinsen. Ach, wenn sie doch nur bald beim Axel sein dürfte! Noch lebt sie ja.

Weiter im Text: Wie das in Berlin viel geschmähte BMW Guggenheim Lab so schön auf seinen Plakaten schreibt, stünden einfache Fragen im Vorfeld einer jeden Veränderung. Das Lab fragt u.a., warum man nicht ein paar Spuren einer Fahrbahn für Radfahrer reserviert. Gute Frage, Lab! Da frage ich doch auch mal was: Wer war Silvio Gesell und was wollte er? Ich hoffe, dass damit eine Veränderung eintritt, die das System erschüttert.

Kurz geantwortet war Silvio Gesell der Begründer der Freiwirtschaftslehre. Er kritisierte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die ungerechte Verteilung von Vermögen durch Grundbesitz und Zinswirtschaft. Dies begünstige die Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich. Daher solle Grundbesitz an die Gemeinschaft übereignet werden und die Macht der "Geldbesitzer" durch eine Geldreform gebrochen werden. Seine Theorie unterscheidet sich von den Lehren des Sozialismus grundsätzlich.

Trotzdem ist sie natürlich eine Kritik am Kapitalismus: Denn Grundbesitz, Zinswirtschaft und Spekulation seien leistungslose Einkommen und gehörten laut Gesell abgeschafft. Ein leistungsloses Einkommen ist übrigens genau das, was u.a. die FDP beständig an den Pranger stellt. Natürlich meint sie damit eine andere Zielgruppe. Doch der liberale Gedanke beruht auf dem Eigentumsrecht. Und dies beinhaltet nun mal die grenzenlose Hortung von Reichtum, auf dem Rücken der eigentlichen Leistungsträger erworben.

Es ist klar, dass sich Silvio Gesells Wirtschaftsprinzip nicht durchsetzen konnte. Lustigerweise wird ihm Antisemitismus vorgeworfen, weil er die Zinswirtschaft geißelte und die NSDAP mit seinem Wirtschaftsmodell geliebäugelt hatte. Doch kann man getrost behaupten, dass gerade jene des Antisemitismus verdächtig sind, die Zinswirtschaft grundsätzlich mit dem Judentum gleichsetzen. Gesell jedenfalls hat das bestehende Wirtschaftssystem kritisiert, nicht die Juden.

Die Nazis unter Hitler haben das Wirtschaftsmodell übrigens aus gutem Grund nicht umgesetzt: Schließlich waren die größten "Sponsoren" des Dritten Reichs Großgrundbesitzer, Industrielle und Nutznießer arisierten Vermögens. Auch Hitler konnte es sich nicht leisten, Politik gegen das Geld zu machen. Er konnte es umverteilen, sicher, aber nicht von reich nach arm. Er verteilte es von jüdisch nach arisch, vorzugsweise den ohnehin Vermögenden darunter.

Wenn einer Geld hat und es behalten will, möchte er nicht wirklich ein großes Interesse an kapitalismusfeindlichen Wirtschaftstheorien entwickeln. Und da großes Vermögen immer mit großer Verantwortung einher geht, schützen die Verwalter des "Volksvermögens" den Pöbel vor dem mental zersetzenden Einfluss des Geldes und gleichzeitig vor irgendwelchen dummen Ideen, die ein wahrscheinlich sogar krimineller Antisemit einmal verbreitet hat.

Mit dem Hinweis auf eine wohlwollende Kenntnisnahme durch die Nationalsozialisten lässt sich so ziemlich jede gute Idee verhindern. Deswegen werden in Deutschland heutzutage auch keine Autobahnen mehr gebaut, die "Heimatvertriebenen" bleiben heimatlos und das Reichskonkordat sowie der Muttertag wurden nach dem Krieg gleich abgeschafft. Das waren schließlich alles Errungenschaften des Nationalsozialismus. Und was die Nazis gut fanden, muss wahren Philanthropen ein Gräuel sein! Selbst wenn oder gerade weil die Frau Steinbach vom BdV meint, die NSDAP sei wegen des "sozialistisch" im Namen eine linke Partei gewesen.

P.S. Liebe Abmahnanwälte: o.g. Bild gilt als gemeinfrei und darf frei genutzt werden. Danke!

Dienstag, 9. November 2010

Aber verflucht habe ich sie! Die blousonbejackte Intelligenzja der Täteräää!

Als die Mauer fiel, war ich nicht dabei. Ich war sowas von weit weg, dass es beinahe schon gar nicht mehr wahr war. Ich war so weit von diesem historischen Ereignis entfernt, dass ich bei der Nennung des Datums 9.11. gar nicht an den Mauerfall dachte, sondern eher an die Reichspogromnacht. Und ich bin dermaßen wenig für den Mauerfall sensibilisiert, dass ich selbst heute beim gesamtdeutschen NeunElf eher an das amerikanische NinEleven denke.

Ich bin im tiefsten Westen aufgewachsen, Frankreich war mir also viel näher als die sogenannte Zone. Hätte zum Beispiel das Elsaß aufbegehrt und das Tor zur Weinstraße gestürmt, so hätte mich das viel mehr betroffen. Doch die Elsässer wollten ja gar nie zur BRD gehören. Und die "Zonis" wahrscheinlich auch nicht. Ich glaube, die wollten vor allen Dingen einfach WOANDERS sein. Aber bloß nicht in der DDR. Wem konnte man's verdenken?

Die Stimmung bei den Pfälzern war jedenfalls egalitär. Es wurde ja überall in den Medien kolportiert, dass die unweigerlich nahende Einheit gar nichts kosten, nein, sogar noch Geld bringen würde. Auch nähmen uns die DDRler keine Jobs weg, weil es dort ja quasi die Vollbeschäftigung gäbe. Am Ende glaube ich, dass man die "Wessis" und die "Ossis" irgendwie angelogen hat, nur jeweils ein bisschen anders halt. Allen voran log die "Bild", die extra zur Feier den Mehrfarbdruck angewendet hat und "uns" fortan schwarzrotgold- umflorte Titelblätter schenkte.

Keiner hatte jedenfalls was dagegen einzuwenden, dass die Mauer nun "weg" war. Aber so richtig dafür war auch keiner. Es war halt EGAL, HAUPTSACHE ES GEHT SO WEITER WIE IMMER. Und dass der Kommunismus nicht käme, das war die andere Hauptsache. Leider kamen aber ganz viele DDRler und haben den Gebrauchtwagenmarkt leergefegt und dafür ein Geld hingelegt, so dass man Verkäufern wie den Käufern die Frage hat stellen müssen, ob sie noch ganz sauber sind.

Da ich just zu der Zeit selbst einen neuen Gebrauchtwagen brauchte, war ich irgendwie angeschissen. Denn die waren nun doppelt teuer, vielleicht sogar dreifach, weil die völlig beknackten und vom Kapitalismus entfesselten "Ossis" jede Dreckschleuder gekauft hatten, die einen halbwegs funktionstüchtigen 4-Takt-Motor hatte und es wenigstens bis in den Nachbarort schaffte, bevor sie vollends auseinanderfiel. Dieser Tatsache allein hatte ich es zu verdanken, dass ich mir einen Ford Escort mit Lufthutze, Front- und Heckspoiler kaufen musste, weil ich mir keinen anderen Wagen leisten konnte.

Äußerlich schon irgendwie ölig, hinterließ er zudem eine schmierige Schleimspur aus einer Emulsion von Kühlerflüssigkeit und Motorenöl. Das war eigentlich ein don't, doch in dieser infrastrukturell unterlegenen Gegend brauchte man ein Auto, um auch nur irgendwohin zu kommen. Denn obwohl es mir manchmal gelang, das ein oder andere Girl zu küssen: Sobald sie dieses Auto sahen, flüchteten sie schreiend und ließen sich fortan am Telefon verleugnen. SMS gab es noch nicht. Ich hasste die Ostdeutschen nicht, aber verflucht habe ich sie.

Derweil merkten auch die anderen BRDler der Umgegend, dass irgendwie nicht alles so dolle ist wie es ihnen verkauft wurde. Klar, die Gebrauchtwagenhändler hatten sich gefreut wie Bolle. Aber gleichzeitig ahnten sie, dass sie ihrem unwilligen Nachwuchs nicht mehr an den Kopf werfen konnten, dass er doch 'rüber gehen soll, wenn es ihm hier nicht mehr passt. Es gab ja gar kein Drüben mehr. Und somit auch kein Hüben. Das tat ihnen bestimmt mehr weh als der Solidaritätszuschlag und DIE LINKE zusammen.

Tatsächlich war die Bunzreplik (Helmut Kohl) ein Ort niederträchtigen Stumpfsinns, der sogar die blousonbejackte Intelligenzja der Täteräää in die Tasche steckte. Es gab weder Linienbusse noch Zugverkehr zwischen den Dörfern, dafür wenigstens überfüllte Schulbusse. Wer kein Auto hatte, war schlicht ein Verlierer und hatte es nicht besser verdient, sogar als Tramper noch gedemütigt zu werden. Antirassismus war außerdem gleichzusetzen mit Kommunismus, und wenn man auf Arbeit keine Witze über "Ausländer" machen wollte, wurde man als "rote Sau" aus dem Betrieb gejagt.

Die DDRler kamen dann doch noch und nahmen "uns" die Arbeitsplätze weg, und somit hatten wir keinen Platz mehr für die vielen "Asylanten", die ja alle "Scheinasylanten" waren. Obwohl die "uns" ja nicht die Arbeit wegnahmen, weil sie nämlich gar nicht arbeiten durften, war das "Boot" nun irgendwie voll. Und die "ganzen Ausländer" waren plötzlich Arbeitnehmer dritter Klasse. Habe ich schon erwähnt, dass wir uns vor lauter Stumpfsinn kaum noch in die richtigen Drogen flüchten konnten? Uns blieb doch nur der Grunge, und der tat uns weh.

Was hat uns die Wiedervereinigung nun eigentlich gebracht? Der Nutznießer des emanzipatorisch fortgeschrittenen Sozialismus übernahm aus dem Westen das Frau=Herd/ Mann=Arbeit- Prinzip und hatte auch sonst den Kapitalismus schneller begriffen als viele Westdeutsche, die ja bekanntlich mit dem Silberlöffel im Arsch aufgewachsen sind. Dafür hat nun jedes Kind das Recht auf einen Platz in der Kita. Allerdings muss man dazu einen Arbeitsplatz vorweisen. Den bekommt frau freilich nur, wenn sie für ihr Kind einen Platz in der Kita nachweisen kann.

Der Wiedervereinigung haben wir sowohl ein Erstarken der rechten Parteien zu verdanken als auch die damit einhergehende Verschärfung der Einwanderungs- und Asylgesetzgebung. Wir haben ihr Angela Merkel zu verdanken, und das ist wirklich nicht schön. Wir hätten auch ein besseres Schulsystem haben können, aber es schien ja so viel wichtiger, individuelles Karriereversagen nach sozialer Herkunft zu bestimmen, als einmal etwas richtig zu machen. Man hätte ebenso eine gemeinsame Verfassung haben können, aber wer weiß schon, was das wirklich bedeutet hätte. Und die Tittenmädchen von der Bildzeitung gibt es seit der Wende in Farbe, was für ein Gewinn. Das ist bitte nicht zu vergessen!

Wir verdanken der Wiedervereinigung den Wunsch nach jener Normalität, die einzig und allein das Vergessen der großen Schuld aus dem Dritten Reich meint und somit unsere Verantwortung für die Zukunft schleunigst abschaffen soll. Wir haben ihr zudem den Abschied vom rheinischen Kapitalismus zu verdanken, der wenigstens noch nett sein wollte zu seinen Opfern. Härte regiert die BRD nun, Unbarmherzigkeit und Profilierungssucht. Da hatte der biederdeutsche Stumpfinn vorvergangener Zeiten vielleicht noch einen Funken Herzlichkeit gehabt? Der wäre denn nun zur Gänze weg! Was soll ich also feiern?

Dienstag, 13. Oktober 2009

Unsensibel! Scheiß' die Wand an!

Es ist ja einigermaßen unsensibel, wenn neben der schönen, offenen Ausstellung auf dem neuen, alten Messplatz ein Oktoberfest- Bierzelt aufgeschlagen wird.

Immerhin sind ja auch die III. Fototage ein Aushängeschild der Region, und wenn mal eine(r) die wundervolle Idee hat, ein Labyrinth voller Fotografien anzulegen und es dem geneigten Betrachter kostenlos zur Verfügung stellt, dann kann man damit rechnen, dass eben diese Idee von der Stadt Mannheim konterkariert wird.

Man kann ebenfalls darüber nachdenken, was einen Veranstalter dazu treibt, ein Oktoberfest in der Region zu organisieren. In München macht es wenigstens noch Sinn, als dass das Fest eine lange Tradition hat. In Mannheim hingegen gibt es ja nun schon genügend Sauf- und Fressfeste, man könnte auf eine Oktoberfest- Simulation gerne verzichten.

Man will aber auch niemandem den Spaß nehmen, und dem Veranstalter auch nicht seine Einnahmen. Aber ob man von zuständiger Seite - also der Stadt Mannheim - auch einmal daran gedacht hat, als was ein anliegendes Labyrinth missbraucht werden könnte, wenn die Blase trunksüchtiger Mannheimer drückt?

Kommerz ja, Kunst vielleicht - wo genau der Schwerpunkt liegt, ist schon lange bekannt. Vielleicht sollte sich Mannheim nicht als Kulturhauptstadt bewerben, denn möglicherweise ist ein anderes Ressort naheliegend: Stadt der Volksfest-Kopie? Stadt des kunstverdächtigen Urinals? Stadt der Unsensibilität? Stadt des gedanken- und ideenlosen vor-sich-hin-planens? Ich will hier weg, schleunigst!

Dienstag, 20. Mai 2008

Wider den deutschen Geist! Nie wieder Bücherverbrennung!

Gestern war FarmerBoy mal wieder in der Neckarstadt unterwegs. Sich ans Ufer setzen, das war sein Plan. Ein Buch lesen, und zwar "Saumlos" von Peter O. Chotjewitz. Sein Protagonist kommt Ende der 70er zurück in den hessischen Ort Saumlos und recherchiert dort das Verschwinden der jüdischen Einwohner. Spannendes Buch das, weil sich die Frage nach dem Verbleib der Juden nach dem 2. Weltkrieg ja nun jedes Dorf und jede Stadt stellen müsste, dies aber nur selten getan wird.

Und selbst wenn: FarmerBoy erinnert sich an den Ort Alsbach, als die örtliche Jugendförderung anfang der 90er Jahre urplötzlich zum Feind der Gemeinde wurde, weil sie es für bildungsrelevant hielt, Jugendliche die Geschichte ihres Dörfchens recherchieren zu lassen, insbesondere die während des 3. Reiches. So kann man sich auch heute noch Ärger einhandeln, wenn man mit dem Finger in den kaum verheilten Wunden herum stochert.

Mit diesen Gedanken geht FarmerBoy an der alten Feuerwache vorbei, wo einige Leutchen mit weißer Sprayfarbe Namen auf den Boden sprühen. Eine ganz ordentliche Menge von Namen, und den ersten, den FarmerBoy entziffern kann, ist A. Rosenberg. Holla, denkt sich FarmerBoy, Alfred Ernst Rosenberg, das ist doch dieser Chefideologe der Nazis, der 1946 verurteilt und hingerichtet wurde. Auch Rudolf Steiner, der Antroposoph, ist namentlich vermerkt. Steiner wird heute wegen seiner Rassenideologie und seinen Einlassungen zum Judentum eher in die Nähe von Nazis gerückt als zum Opfer stilisiert.

Sind die Leutchen an der Feuerwache NPD- Kader, die an ihre Märtyrer erinnern wollen? Oder soll die Aktion im Gegenteil vor braunem Gedankengut warnen? FarmerBoy spricht die Leutchen an, und es stellt sich heraus: Die Namen werden zur Erinnerung an die Mannheimer Bücherverbrennung am 19. Mai 1933 auf den Boden gesprayt. Und A. Rosenberg ist schlicht Arthur Rosenberg, jüdischer Namensvetter des Nazis und "Volksdeutschen" Alfred Rosenberg. Bloß den Namen "Steiner" findet FarmerBoy nicht auf der sog. Schwarzen Liste.

Die Bücherverbrennungen in Deutschland wurden indes nicht implizit vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda organisiert und durchgeführt, sondern waren ein Akt vorauseilendem Gehorsams. Der Berliner Bibliothekar Dr. Wolfgang Herrmann erstellte ohne Auftrag, dafür mit viel Enthusiasmus, ein Verzeichnis mit auszusondernden Schriften. Die Deutsche Studentenschaft (DSt) allerdings war mit der Organisation der Bücherverbrennung betraut und plünderte daraufhin die Bibliotheken und Buchhandlungen 'tschlands.

Der Geist der Aufklärung war bei Studenten noch nie besonders ausgeprägt gewesen, denkt FarmerBoy bei sich und erinnert sich dabei seiner KommilitonInnen. Deutsche Studenten waren schließlich für die Gründung der deutschen Nation verantwortlich, und ihre Rolle bei der Reichsgründung ist nicht zu unterschätzen. Die DSt ließ sich auch hier bereitwillig einspannen und verbrannte die Bücher offensichtlich ganz alleine, ohne jede Mithilfe der MannheimerInnen. Denn heute mag sich kein sogenannter Zeitzeuge mehr erinnern, wo dies genau passiert ist. Irgendwo am Neckarufer jedenfalls. Aber Zeitzeugen melden sich stets nur, wenn es Opfer zu beklagen gibt oder man A. Hitler persönlich habe dienen dürfen, voller Stolz selbstredend.

Die MannheimerInnen indes waren damals schwer damit beschäftigt, die Juden vor dem Unmenschen Hitler zu beschützen. Denn es wurde gemunkelt, dass der böse Hitler, ganz alleine und ohne jede Hilfe, mit der von ihm alleine gebauten Reichsbahn die Juden Deutschlands höchst selbst in die von ihm zuvor gebauten Konzentrationslager verbrachte und sie eigenhändig tötete. Sein Kumpel Goebbels hatte einen Schnupfen und Alfred Rosenberg wurde aufgrund einer Namensverwechslung aufgehalten: Ein Fan wollte sich den ihm fälschlicherweise zugeordneten Titel Der Faschismus als Massenbewegung: sein Aufstieg und seine Zersetzung, Karlsbad 1934 signieren lassen.

Montag, 22. Oktober 2007

Up to Date! Down to Earth!

Ja ja, ich weiss: Ich vernachlässige hier sträflichst meine mir selbst aufgebürdete Pflicht, hier an dieser Stelle regelmäßig zu schreiben. Doch bin ich mitten im Broterwerb und möchte mich hinterher höchstselbst um meine liebe Frau C. kümmern.

Da bleibt nicht viel Zeit und Muse für wilde Schreiberei und tiefgreifende Erlebnisse, die berichtenswert wären. Die Arbeitswelt ist kaum der Rede wert, und über die Aktivitäten mit meiner lieben Frau C. zu schreiben, das wäre wohl zu intim. Wir fühlen uns wohl, das muss genügen.

Heute wurde gebacken und gekanapee't, dass es nur so eine Freude war. Im Kino sah man dann den nicht mehr ganz so neuen Fatih Akin. Trotz aller Befürchtungen ob des Vorgängers "Gegen die Wand", der ja sehr niederschmetternd war, muss ich sagen: Guter Film! Nicht brillant, aber immerhin gut.

Ansonsten habe ich seit 2 Wochen einen Auftrag über 250 Taschen, die ich mit meiner Firma bemybag.com zu produzieren gedenke. Was auch hoffentlich klappt. Aber wie immer ist die Zeit nur knapp bemessen, so dass ich bis Ende November Tag für Tag bunte Taschen nähen muss. Es ist nur eine meiner vielfältigen und erschreckenden Schrullen, dass ich meine Sachen nur ungern aus der Hand gebe und ihnen damit sozusagen das "Meisterprädikat" aufstempeln möchte.

Liebe Handwerkskammer: das Wort "Meisterprädikat" ist an dieser Stelle nur Metapher! Ich täusche nicht vor, einen Meisterbrief zu besitzen - wenn auch dieser als Relikt einer mittelalterlichen Zünftewirtschaft und Produkt des barbarischen 3. Reiches so allmählich seine Bedeutung verlieren sollte. Nicht alles, was unter Hitler geschah, war gut! (Wenn ich die ebenfalls non-PC- These von Eva Herman mal ins Gegenteil verkehren darf!)

Gehabt Euch wohl und lasst es Euch gut gehen. Wir hören voneinander - bald!

Dienstag, 11. September 2007

Intelligente Selbstverteidigung! Und: Frauen an den Herd!

Zugegeben: Manchmal muss man sich gegen körperliche Angriffe durch die böswilligere Sorte Menschen wehren, die einem überall in der Stadt auflauern können. Viele Kampfsportstudios bieten deshalb Kurse zur Selbstverteidigung an, wie jenes, das mit hier gezeigtem Plakat auf sich aufmerksam macht.

Die "intelligente Selbstverteidigung" richtet sich ganz offenbar an Männer, die völlig unerwartet von rabiaten Frauen in die Knie gezwungen werden. Doch was kann man als Mann noch tun, wenn die Familienjuwelen durch ein weibliches Knie beschädigt werden?

Man(n) kann sich nur noch auf dem Boden liegend vor Schmerzen winden und um Gnade flehen, würde ich da sagen. Außerdem verbietet es sich ob unserer geschlechterdifferenzierten Erziehung, der angreifenden Frau entsprechend Paroli zu bieten. Wer Frauen schlägt, verlässt den Bereich des gesellschaftlichen Kompromisses.

Die Frage nach der entsprechenden Strategie muss also erörtert werden. Ein Anruf beim Veranstalter reicht aus, um herauszufinden, dass sich das Angebot selbstverständlich nicht an Männer richtet, die von Frauenbanden überfallen werden. Sondern an Frauen, die sich die Opferrolle nicht mehr länger gönnen und deshalb sozusagen selber Hand bzw. Knie anlegen wollen.

Den meisten Frauen traue ich allerdings zu, gerade diesen bereits erwähnten Kniff der Selbstverteidigung auch ohne Training zu beherrschen. Was kann man also in einem Selbstverteidigungskurs noch lernen? Man kann z.B. lernen, seinem Angreifer selbstbewusst in die Leistengegend zu zwacken. Sonst könnten falsche Skrupel den Verteidigungsaspekt möglicherweise mindern.

Andere Frauen erwehren sich der patriarchal- strukturellen Gewalt durch den Rückzug in das Matriarchat. Eine bekannte Vertreterin dieser Gesinnung ist Eva Herman, eine (nun) ehemalige Nachrichtensprecherin. Sie hat als Karrieristin beschlossen, dass die Bestimmung der Frau doch eher im häuslichen Bereich liegt: Kinderaufzucht, Haushalt und die Reproduktion männlicher Energiereserven.

Warum sie diesen Schluss nicht allein für sich vollzieht, sondern mit ihrem Sendungsbewusstsein auch andere Frauen erreichen will, mag schleierhaft sein. Denn schliesslich hat auch heute nicht jede Frau in 'tschland die Möglichkeit, sich zwischen Karriere und Haushalt zu entscheiden. Außerdem beginnt man sich zu fragen, warum Frau Herman nicht selbst endlich ernst macht und sich fortan nur noch Haushalt, Kind und Mann widmet, statt Bücher zu schreiben und in Talkshows aufzutreten.

In denen sie zudem die These vertritt, nach der die Frau schon zu Anbeginn aller Zeiten in der Höhle saß und den Getreidebrei für die Kleinen zubereitete. Doch ab und an verließ sie wohl doch mal die Feuerstelle, um mit den anderen Frauen gemeinsam Früchte zu sammeln. Wenn ihnen auf ihren kilometerweiten Wanderungen ein Wildschwein begegnete, lief eine der Frauen zurück, um die Männer zu holen. Denn nur diese konnten schliesslich ein Wildschwein erlegen.

Wäre es dermaßen unflexibel zugegangen, hätte die Menschheit wohl kaum überlebt. Der Frau traute man stattdessen noch bis zum 18. Jahrhundert viel mehr zu, als nur zu kochen: Sie galt als ein körperlich zwar nicht voll ausgebildeter Mann, der (die) aber im Ernstfall alles zum Überleben notwendige managen konnte. Die endgültige Version der Frau gibt es erst seit dem Zeitalter der Industrialisierung, als die Gesellschaft arbeitsteilig wurde.

Danach wurde die Frau zum Heimchen, das sehnsüchtig auf seinen arbeitstätigen Mann wartete und dessen geistiger Horizont von kleinkindlichen Erlebnissphären eingeengt wurde. Erst der real existierende Sozialismus räumte mit dieser Vorstellung auf, und nach der "Übernahme" der DDR gelang es, wenigstens einige Impulse von dort zu übernehmen. Soviel zur soziologischen wie auch biologischen Bestimmung der Frau.

Wem- immer- auch- sei- Dank wurde Frau Herman neulich vom NDR entlassen, weil ihre Gesinnung deutlich wurde, als sie ein wenig die "Idealvorstellungen" des 3. Reiches verherrlichte (hier...). Nun muss sich nur noch ihr Verlag von ihr distanzieren, und Ruhe ist im Karton.

Ich möchte nun ganz gewagt den Bogen zum Anfang dieses Textes spannen: Die selbstbewußte Selbstverteidigung der Frau ist wohl nicht nur im Kampfsport vonnöten! Und jetzt schiesse ich einen Pfeil ab: Als Mann möchte ich eine Frau um mich herum haben, die auf ihren eigenen Füßen steht und mich nicht in die Ernährerrolle drängt. Wer wen ernährt oder wer Kinder erzieht, ist keine biologische, sondern eine soziale Frage, die auf der Idee der Gleichberechtigung basiert.