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Freitag, 17. Februar 2012

IPech! Extra: Dreifachschlagzeile: Ich kandiere (sic!) zum Sugar- Presidente!

kriegswichtig: ein neuer el Presidente
Jetzt isser weg. Unser großer BuPrä Christian Wullf. Eine große Leere bleibt, die nur durch eine Buchveröffentlichung (Interview mit G. Lorenzo) gefüllt werden kann, oder durch ein Gesangs- Duo Namens "KT Sunshine & the Wulffs". Pech nur, dass Wulff schon das höchste Amt innehatte. Da ist ein Comeback beinahe unmöglich. Vielleicht ein Fall für's Dschungelcamp?  Nennen wir's doch einfach IPech und stehen Schlange beim Kondolieren.

Es bleibt keine Lehre, leider. Was soll uns die "Causa Wulff" auch lehren? Wir wissen doch schon lange, dass es schwierig ist, gutes Personal zu bekommen. Und dass Strahlemänner mit Charisma gefährlich, ohne Charisma jedoch einfach nur belanglos sind, ist ein alter Hut. Es verhält sich ohnehin wie mit der Hydra: Wenn ein Kopf abgeschlagen wird, wachsen sofort zwei neue nach. Das ist Politik in der Bundesrepublik, und so wird sie bleiben: Die Leute finden es doch insgeheim gut so, wie es ist. Weil sie sich empören können: über Politiker, über Medien etc.

Schön ist an der Sache: keiner wird je etwas daraus lernen. Es wird genauso weitergehen wie gehabt: Man verschafft sich Vorteile und darf sich nicht dabei erwischen lassen. Wird man doch erwischt, gibt man gerade so viel zu, wie aufgedeckt wird. Hinterher war's dann nur ein Fehler (oder mehrere), und Fehler macht man aus Versehen. Man weiß in der Regel gar nicht, dass man einen Fehler begangen hat. Wenn man diesen unwissentlich gemachten Fehler zuerst leugnen muss, dann lügt man auch nicht, weil eine Lüge immer auch mit Vorsatz geschieht.

Ich feile gerade an meiner Rede für die Kandidatur zum Bundespräsidenten. Was mich immerhin dazu befähigt: Ich weiß, wie man mit einer EC-Karte zahlt. Inständig hoffe ich allerdings auf einen günstigen Kredit, mit dem ich meinen überzogenen Dispo bedienen kann. Wenn andere Dir sagen, Du sollst springen... springst Du dann?

Freitag, 23. Dezember 2011

Zu Gast bei: Gottschalk! Heute Kinder wird's was geben, tralalalala tralalala!

kriegswichtig: eine Plattform
Thomas Gottschalk: Servus allerseits, herzlich willkommen zu mir und meiner neuen Show, eine kleine Show zum Talken, haha, und zum Talken lade ich kleine Menschlein ein, so wie vorher schon, nur dass die sich nicht, oder nur im wortwörtlichen Sinne, das Rückgrat brechen können. Als meinen ersten Gast haben ich den Herrn Bold eingeladen, einen mäßig erfolgreichen Blogger, der sich nur allzugern entmutigen lässt. Guten Tag, mein Lieber.  

Herr Bold: Mein Name ist Holz E. von Bald.

Thomas Gottschalk: Na wie auch immer. Herr Bold, wie geht's, wie steht's?

Holz E. von Bald: Nehmen Sie bitte die Hand von meinem Knie...

TG: Mein Lieber, Sie - ich darf doch Du sagen? - Du bist...

HEvB: ... Sie dürfen nicht...

TG: ... Du bist also ein sogenannter Blogger und träumst bestimmt vom Umsturz des, ähhh, Systems, nicht wahr?

HEvB: Nein, eigentlich träume ich nicht vom Umsturz. Ich finde, es passt alles so, wie's jetzt ist.

TG: Wie jetzt?

HEvB: Na, 's ist alles knorke, so wie's ist.

TG: Entschuldige mal, das klingt in Deinem Blog aber ganz anders, mein Lieber. Salopp gesagt, kotzt Du ja so richtig ab. Ich hätte jetzt mehr Skandal erwartet, unsere Freunde vorm Fernseher wollen's so, gelle?

HEvB: Naja, das mit dem Abkotzen, das ist nur so ein Stilmittel. Grundsätzlich aber finde ich, dass alles in Ordnung ist.

TG: Und mit dem lieben Herrn Bundespräsidenten Wulff zum Bleistift hast Du auch keine Probleme?

HEvB: Nehmen Sie bitte endlich die Hand von meinem Knie... Der Herr Wulff, der macht das schon richtig. Schließlich ist er der oberste Repräsentant der BRD. Ihn zu beklagen hieße, das Amt des Bundespräsidenten in Verruf zu bringen...

TG: ... sehe ich ganz genau so...

HEvB: ... und seine Funktion ist ja auch, die Verhältnisse innerhalb der BRD zu repräsentieren. Endlich ein BuPrä, der als moralische Instanz auch wirklich nachlebt, was ihm vorgelebt wird.

TG: Häh?

HEvB: Nun, wenn Politik nach außen hin wie ein Selbstbedienungsladen wirkt, dann muss der BuPrä dies auch repräsentieren. Er repräsentiert genau genommen eine Bananenrepublik, und wir alle sollten uns ein Beispiel an seinem Verhalten nehmen.

TG: Das musst Du aber mal kurz erläutern...

HEvB: Gerne! Unsere Regierungskoalition ist mit dem Versprechen einer totalen Transparenz angetreten. Und ich finde, sie hat Wort gehalten. Transparency International hat keinen Grund zur Klage. Denn es ist überdeutlich, wem was zu Gute kommt und wofür. Ich erinnere da nur an die Senkung der Umsatzsteuer für Hotels. Oder die Bankenrettung. Oder die Abwrackprämie. Oder zuletzt der ESFS - auch wieder für die Banken. Da nimmt man kein Blatt vor den Mund. In diesem Sinne ist es auch folgerichtig, wenn die Verfehlungen einzelner Politikerinnen und Politiker benannt werden und auch sofort auch wieder verziehen werden. Das ist ein grundkatholischer Verhaltenskodex. Nur dass es hier nicht um Schuld, sondern um Fehler geht...

TG: Das ist mir eigentlich schon genug an Erläuterung, vielen Dank auch, mein Lieber, war schön, dass Du da warst und...

HEvB: ... von Guttenberg und Wulff, die sagen ja auch ganz offen, dass sie Fehler gemacht haben. Und da kann man sich doch auch als Bürger überlegen, ob man ja auch selber mal Fehler machen kann, und dann wird einem vielleicht auch verziehen, so nach ein paar Jahren Knast, da ist man dann ganz geläutert und rehabilitiert, während andere wiederum habilitieren. Oder wie ein Freund gemeint hat: "Entschuldigung, das mit dem unbezahlten Fernseher unterm Arm, das ist ein großer Fehler, aber Sie können mir glauben, wenn ich ihn wirklich hätte stehlen wollen, dann hätte ich es klüger angestellt." Man kann also niemandem mehr eine Absicht unterstellen. Wir alle sind Mängelwesen, und niemand lebt uns das besser vor als unsere Politikerinnen und Politiker. Wir sollten alle ihrem Beispiel folgen!

TG: Also willst Du sowas wie griechische Verhältnisse in Deutschland?

HEvB: Ach was, die Griechen. Die sind doch ganz arm dran. Die sind doch nur der Blitzableiter für all das, was bei uns nicht funktioniert. Es verhält sich doch so, wenn ich in einem Bild sprechen darf: Wenn zu uns nach Hause ein Handwerker kommt und alles noch viel schlimmer macht, als es vorher war, dann regen wir uns erst über den Handwerker auf. Wenn aber der Handwerker sagt, ja Entschuldigung, da habe ich wohl einen Fehler gemacht, dann freuen wir uns, dass er den offensichtlichen Fehler zugibt. Ist ja selten heutzutage. Wenn er dann noch über die faulen Griechen, Spanier, Portugiesen herzieht und behauptet, einer von denen wäre erst gar nicht bei uns vorbeigekommen, um die Sache in den Sand zu setzen, dann klopfen wir ihm auf die Schulter, bedanken uns bei ihm und geben ihm noch ein Trinkgeld für die Mühe.

TG: Du zeichnest jetzt aber gerade ein trübes Bild von der Intelligenz unserer Zuschauerinnen und Zuschauer, denen ich jetzt mal lächelnd zuwinke. Das ist nicht sehr nett vom Herrn Bold, gelle?

HEvB: Aber die Griechen sind viel schlimmer... oder gar die Spanier...

TG: Ach ja, stimmt. Die sollten lieber mehr arbeiten und weniger feiern und tanzen. Ich habe Dir unrecht getan, mein Lieber! Entschuldigung. Hier hast Du fünf Euro...

HEvB:  Danke.

TG: Wo waren wir gleich stehen geblieben?

HEvB: Dort, wo die Bundesrepublikaner sich nur zu gerne ablenken lassen vom Ungeschick oder Unvermögen ihrer politischen Führer. Übrigens zeigen sie ein historisch einzigartiges Verhalten...

TG: ... das da wäre?

HEvB: Nun, die Bundesrepublikaner glauben tief in der Scheiße zu stecken. Und da steht dann einer am Rand der Güllegrube und reicht uns die Hand. Wir greifen die Hand und, das ist das Besond're, ziehen mit vereinter Kraft den anderen zu uns in unsere Scheiße hinab. Vernünftige Menschen würden versuchen, da raus zu kommen und sich hernach die Gülle von der Kleidung zu klopfen. Wir nicht! Wir wollen, dass es den anderen genauso schlecht geht wie uns. Das nennen wir dann Stabilität.

TG: Ich weiß nicht, diese Ausdrücke, mein Lieber: Stabilität? Gülle? Liebe Freunde vorm Fernseher, der Herr Bold, das ist schon einer, gelle... Deswegen machen wir jetzt auch gleich Schluss, wenn wir noch gehört haben, was Herr Bold uns zu tun rät?

HEvB: Wir müssen uns ein Beispiel an den Würdenträgern der Politik und der Wirtschaft nehmen: Wir müssen zuerst unsere moralische Integrität über Bord werfen, dann alles grabschen was uns in die Finger gerät und völlig schuldunbewusst Fehler eingestehen, wenn man uns dabei erwischt. Das ist menschlich, das ist katholisch. Das ist Banane, und das wiederum ist unsere Republik. Papa Schlumpf möge uns beistehen und unserer Seele gnädig sein!

TG: Na, mein Lieber, das war jetzt aber starker Tobak. Trotzdem schön, dass Du da warst, gelle? Dann mal servus, und wir begrüßen auch gleich den nächsten Gast, er ist Justitiar...

RonJustice: ... ähhh, nicht wirklich...

TG: ... ach, macht doch nix, mein Lieber... Ich darf Dich doch duzen, oder?

Montag, 5. Dezember 2011

Unzurechnungsfähig: KT zu Guttenberg! Klaus Töpfer endlich trocken!

kriegswichtig: schwere Geschütze
Ein wenig traurig bin ich schon: Da hatte ich endlich einen sogenannten regelmäßigen Leser - also jemand, der mir "folgt" - und nu isser wieder weg. Womöglich hat er befürchtet, sich bei mir zu Tode zu langweilen und hat deshalb die Notbremse gezogen. Anders mach ich es ja auch nicht.

Dabei gibt es ja so viel aufzuarbeiten. Mein guter Freund RonJustice (ja, den gibt es wirklich, und zwar hier...), ist schier am Verzweifeln wegen all der Dinge, die sich auf der Welt tun. Er fragt sich sinngemäß, wer uns von dem Albtraum-Märchen (sic!) heilt. Nun, niemand, denke ich und liege damit hoffentlich richtig. Denn vor den Intellektuellen dieses Landes habe ich richtig Angst (Dieter Bohlen, Walter Sinn, Enoch zu Guttenberg, Theo Zehner (sic!) u.v.m. - besseres hat Schland nicht zu bieten).

Aber es gibt auch Gutes zu vermelden: Dieser aufgeblasene Wichtigtuer (nein, nicht KT!), der eigentlich geplant hatte, vor Gericht ordentlich die Sau rauszulassen und seine kruden Thesen zu verbreiten (nein, wirklich nicht KT!), wurde für unzurechnungsfähig (neiein, es geht nicht um KT!) erklärt und in die Psychiatrie überstellt. Wunderbar: Das ist die Höchststrafe für den norwegischen Massenmörder Anders Breivik. Soll er doch seinen Psychiater volllabern.

KT zu Guttenberg allerdings muss sich keine Sorgen machen. Er hat sich von seinem Verfahren freigekauft und sich im Interview mit der ZEIT für unzurechnungsfähig erklärt - zumindest was seine Dissertation betrifft. Er war überfordert und hat deshalb Fehler gemacht. Da gab es keinen Betrug - denn diesen begeht man wissentlich. Der Beweis: zu Guttenberg wusste nichts von seinem (sic!) Fehler. Daher war's auch kein Betrug. Ach so! Wie dem auch sei, das Interview ist wirklich lesenswert: Da entzaubert sich ein Führer und zeigt was er wirklich ist: ein Medienprofi!

So viel Guttenberg war noch nie, noch nicht einmal zu seiner Amtszeit. Alle Guttenbergs haben heuer ordentlich zu tun: zwei Bücher herausbringen (beide wieder nicht selbst geschrieben), in Talkshows herumsitzen und weitere öffentliche Auftritte des ungeschoren Davongekommenen und damit Rehabilitierten (wenn schon nicht habilitiert) sind schon geplant. Die Leute wollen ihren KT zurück. Es gibt zwar eigentlich nichts, was der politisch solide erarbeitet hat, aber er sah halt so gut dabei aus!

Man möchte sich in einen Panzer setzen und mindestens zwei von den "vier Staatsgewalten" wild beschießen: die Presse und die Legislative hat's verdient! Aber ein Panzer braucht so viel Sprit. Der Herr Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Ex-Exekutivdirektor der UNEP, ist schwer getroffen, weil die Klimaziele laut Kyoto-Protokoll nicht nur nicht erreicht wurden, sondern die weltweiten CO2- Emissionen noch um rekordmäßige 5,8 Prozent gestiegen sind.

Herr Töpfer ist resigniert und rät zu Schadensbegrenzung. Es könne nicht mehr darum gehen, den Klimawandel zu verhindern, sondern mit den Folgen daraus umzugehen. Wunderbar! Geben wir doch einfach auf! Wahrscheinlich sitzen wir eh alle der Klimalüge auf! Klimawandel gab es schließlich schon immer! Aber selbst wenn die Daten der Klimaschützer nicht stimmen: Wer ist schon so blöd zu glauben, dass es umweltverträglich ist, seine Abgase in die Luft zu blasen? Na, da gibt es viele!

Das Tragische am Herrn Töpfer ist allerdings die Tatsache, dass er vor Jahren durch den Rhein geschwommen ist (im Taucheranzug!), um zu beweisen, dass der Fluss sauber ist. Nun kann man an manchen Stellen durch den Rhein laufen, ohne in Kontakt mit Wasser zu kommen. Die Probleme erledigen sich also immer von selbst. So soll es auch in Zukunft sein!

Eine Bundesregierung jedoch, die sich nicht traut, ihren Bürgerinnen und Bürger (oder den Stromkonzernen) etwas Energiesparen zuzumuten und die es noch nicht einmal schafft, solche Spritfresser wie den im Bild oben aus den Innenstädten zu verbannen, geschweige denn ganz zu verbieten, muss wohl oder übel mit den Folgen eines Klimawandels leben. Man kann zwar ein Vorbild für andere Länder sein, wenn's um die Staatsfinanzen geht. Aber wenn's die Umwelt betrifft - nada, niente?

Freitag, 1. April 2011

KT zu Guttenberg bald rehabilitiert? Nominierung für den Friedensnobelpreis!

Jetzt scheint es wieder aufwärts zu gehen für den ehemaligen Verteidigungsminister: Das Stockholmer Komitee schlug Karl- Theodor zu Guttenberg für den Friedensnobelpreis vor. In seiner knapp zehnseitigen Begründung für die Nominierung wurde unter anderem sein friedensstiftender Einsatz in Afghanistan hervorgehoben, aber auch die Abschaffung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland.

Das Komitee lobte zudem den friedlichen Rücktritt als Verteidigungsminister und den Verzicht auf den Einsatz seiner Truppen zur Wahrung ureigenster Interessen. Sollte zu Guttenberg tatsächlich Träger des Friedensnobelpreises werden, dürfte er sich auch politisch rehabilitiert haben. Man denke nur an Anwar as-Sadat im Jahre 1978 oder auch Jassir Arafat im Jahre 1994, die auf diesem Wege auf internationalem Parkett reüssierten und so zu geschätzten Weltpolitikern und Talkshow-Gästen avancierten.

KT zu Guttenberg, der zuletzt in einen Skandal um seine Dissertation verwickelt war und deshalb von seinem Amt zurücktreten musste, halten bis heute 80 Prozent der Bürger die Treue. Mittels dieser Zustimmung könnte er sich in Deutschland unter Mithilfe der Wehrmacht an die Macht putschen und den immer unbeliebteren Wankelkurs der derzeitigen Regierungskoalition beenden.

Doch ist das Volk tatsächlich bereit für das 4. Reich? Heißt es bald wieder: Führer, wir folgen Dir? Noch ist das 1000jährige Reich in Gefahr, denn schon regt sich Widerstand gegen die Nominierung. Es bleibt spannend!

Dienstag, 22. März 2011

Zu viel Salon, zu wenig Revolution! Die Kinder sollen's richten!

Na also! Geht doch: Jene Kanzlerin, die sich ja jede politische Vorteilnahme durch die Reaktorunfälle in Japan verbeten hatte, befürwortet nun die vorübergehende, ich betone, die vorübergehende Abschaltung von drei Atomkraftwerken in, wie könnte es anders sein, CDU- regierten Bundesländern. Wenn das mal nicht hilfreich ist bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden- Württemberg und Rheinland- Pfalz, dann weiß ich auch nicht.

Dabei spielt es gar keine Rolle, dass eben jene AKW vor wenigen Monaten noch als ach so sicher galten, so dass man deren Laufzeiten geradezu verlängern MUSSTE! Bin ich allzu prophetisch, wenn ich im Geiste wenige Wochen nach den Landtagswahlen wieder breit strahlende AKW sehe, die selbstredend noch sicherer sind als je zuvor? Zumal in der BRD ja nun nicht mit einem Tsunami gerechnet werden muss, und auch Erdbeben sind hierzulande eher lau.

Den Wähler freut es so oder so. Denn wenn es an den Geldbeutel geht, dann steht er eh fest zur Atomkraft. Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose und nicht vom Werk! Jedenfalls entblödet sich das amtliche Presseorgan der CDU, die Bild- "Zeitung" (sic!) nicht, ihre LeserInnen auf horrende Stromkosten hinzuweisen, sollte Atomstrom künftig wegfallen. Als wenn es nicht reichen würde, dass das Öl wegen dem ganzen Revolutionsterror in Nordafrika sich verteuert. Ts ts! So geht das aber nicht! In Sachsen- Anhalt hat man es begriffen. Dort ist alles ist beim Alten geblieben.

Okay, Politiker, die einmal Hüh und ein anderes Mal Hott sagen, kennt man ja zur genüge. Und dass die Springerpresse ihre exklusiven und millionenschweren Anzeigen von der Bundeswehr nun direkt der Bundesregierung danken muss, weil sie es dem Initiator zu Guttenberg nicht mehr kann (noch nicht!) - geschenkt. Der Wähler muss ja nichts davon glauben. Er muss sich auch nicht verführen lassen. Warum aber tut er genau das?

Angesichts solcher Dreistigkeiten von der eine Seite und der schweren Dummheit der anderen müsste man eigentlich gezielt Sprengsätze platzieren und zur Detonation bringen. Doch leider bin ich, wie so viele meiner Mitmenschen, so gar nicht auf Revolution getrimmt. Die RAF hatte anno dazumal leider starke Probleme damit, die Inhalte ihrer Programmpunkte auf einen massen- und medientauglichen Kernsatz zu reduzieren. Ihre Welt war viel zu komplex, als dass die Lesenation Deutschland sie hätte verstehen können. Das rächt sich nun! Leute wie T.S. oder KTzG haben es da viel leichter. Deren Weltverständnis lässt sich auf ein paar griffige Formeln reduzieren und dann zum Buch aufblähen.

Nein, ich entstamme einer Familie von Untertanen. Wenn ich einen Strafzettel bekomme, muss man mich davon zurückhalten, ein Dankesschreiben an den Polizeipräsidenten zu schreiben. Die Revolution liegt mir dabei nicht im Blut, nur auf der Zunge! Fände ich eine Pistole und wollte sie nutzen, ich schösse mich wohl eher selber in den Fuß als dass ich auch nur eine relevante Person träfe. Ich kann ja noch nicht einmal spicken und habe es deshalb auch noch nie probiert. Ich schwöre: Einmal lag noch ein Buch versehentlich auf meinen Knien, als es zur Klassenarbeit kam, und ich habe es geschafft, nicht einmal hinein zu schauen. Ich bin obrigkeitshörig und voller Skrupel. Ich bin zu ehrlich: Wenn ich mir Zutritt zu einem Gebäude verschaffen wollte, um einen Koffer dort abzustellen, und man fragte mich warum, ich würde prompt die Wahrheit erzählen.

Damit bin ich nicht alleine. Vielen Frauen und Männern meiner Generation geht es so. Man muss also keine Angst vor uns haben. Im Salon reden wir davon, dass sich die Zustände nur durch Gewalt verändern lassen und freuen uns über die Kids in Frankreich, ach was, in der gesamten arabischen Welt. Aber hinterher kassieren wir den Pfand für unsere Bierflasche wieder ein und lassen auf dem Heimweg die Pflastersteine da, wo sie hingehören. Es wäre uns ein Graus, würde sich ein Fußgänger den Knöchel deshalb verstauchen. Gefundene Geldkarten liefern wir brav bei der Bank ab, statt diese zu schädigen. Dabei müssen die den Schaden doch tragen und nicht ihre Kunden. Wir ärgern uns über die Springerpresse, doch reißen wir deren Erzeugnisse ihren LeserInnen nicht empört aus der Hand. Was nützt uns das Lesen überhaupt, wenn keiner wirklich versteht, was da eigentlich geschrieben steht? Dann sind mir revoltierende Analphabeten lieber, solange die wenigstens wissen, was sie wollen!

Wir warten ja alle auf denjenigen, der endlich einmal anfängt mit der Revolution. Warum viele glaubten, KTzG wäre derjenige, bleibt ein Rätsel. Er war ja wohl nur ein Revolutionär der ewig Gestrigen. Nö! Unsere Hoffnung sind die Kinder. Dabei muss man schauen, dass sie nicht so schafsblöd wie wir werden, nicht so tumb und unbeholfen. Kinder sind in der Lage, die Dummheiten der Erwachsenen zu durchschauen. Sie stellen die richtigen Fragen und geben sich mit halbgaren Erklärungen nicht zufrieden. Man darf erst gar nicht so tun, als wüsste man die Antwort. Man muss nur ehrlich sein. Wenn Kinder fragen, warum man arbeiten gehen müsse und was das überhaupt ist, antwortet man mit: Das weiß ich auch nicht! Arbeit macht jedenfalls nicht halb so viel Spaß wie sich einfach in den Dreck zu schmeißen und zu toben. Wozu brauchen wir Atomkraft? Woher soll ich das wissen? Frag' die, die ihr Geld damit verdienen!

Kinder müssen lernen, die Dinge zu hinterfragen und skeptisch zu bleiben, dabei auch neugierig. Dann entscheiden sie sich später selber, wie sie sich ihr Leben einrichten: als Reaktionär oder als Revolutionär? Um Ersterem vorzubeugen, gelten folgende Vorschläge:
  • Kindern von Beginn an respektvolles Handeln gegenüber anderen Menschen, aber nicht ggü. Institutionen zeigen
  • Ihnen mit vier Jahren den ersten Chemiebaukasten schenken
  • Mit sechs Jahren bekommen sie ein internetfähiges Netbook, die Gier nach viel Krach und Bumms wird gefördert. Ein zweiter Chemiebaukasten wird geschenkt.
  • Mit acht Jahren wird bei Kindern der sinn- und achtlose Gebrauch von Knallern getadelt - Alternativen werden aufgezeigt.
  • Mit zehn Jahren besuchen die Kinder ihr erstes Feriencamp in Gaza oder Pakistan
  • Ab zwölf Jahren werden Geschichtsfilme wie "Terminator" oder "V wie Vendetta" gezeigt. Die Inhalte werden später diskutiert, die Wahrscheinlichkeit der dargestellten Ereignisse wird erörtert.
  • Ab vierzehn Jahren muss Kindern das Konzept der freien Liebe erläutert, außerdem das Studium des "Kapitals" und "Wege des Kriegers" nahegelegt werden.
  • Mit 16 Jahren muss man wohl das streng alterskonforme Verhalten des Sprosses akzeptieren lernen
  • Die Erkenntnis bei Volljährigkeit des Nachwuchses: Man hätte es besser selber gemacht. Nun, nach 18 Jahren, ist es zu spät! Warten auf die Enkel! Vielleicht klappt es mit denen...

Dienstag, 1. März 2011

Scheiden tut weh! Eine verletzte Seele nimmt ihren Abschied!

Ich spiele gerne! Ich bin ein sehr guter Gewinner. Verlieren tue ich nicht so gerne. Aber so ist das nun mal beim Spielen: Da gibt es Gewinner und Verlierer. Das weiß ich selbstverständlich. Trotzdem stehe ich viel lieber auf der Seite der Gewinner. Ich wurde schließlich so geboren. Es steht mir deshalb auch zu! Ich pflege Spiele deshalb nicht zu verlieren! Ich bin nämlich ein Gewinner-Typ!

Wenn ich nun doch einmal verliere, dann, ich betone: dann sieht das nur so aus. In Wirklichkeit habe ich nämlich gewonnen. Aber für die Dummen und die Neider sieht es eben so aus, als hätte ich verloren. Wenn man mich aus dem Spiel hinaus würfelt, dann hat das ja auch gar nichts mit Glück oder Strategie zu tun. Man kann mich nur dann aus dem Spiel werfen, wenn meine Gegner unfair spielen. Sonst kann ich nämlich gar nicht aus dem Spiel geworfen werden. Ich bin schließlich ein geborener Gewinner.

Die Dummen und die Neider, sie mögen mich nicht gewinnen sehen. Deswegen spielen sie unfair. Sie können es einfach nicht ertragen, dass aus meinem Arsch die Sonne scheint. Es genügt ihnen nicht, ein Sonnenbad unter meinem Arsch zu nehmen und froh zu sein, mit mir überhaupt spielen zu dürfen. Lieber nehmen sie die Sonne - also mich - von ihrem Himmel. Ist der Korken erst entfernt, dann pladdert es halt braun hinunter. Bitte: Wenn Ihnen das lieber ist...

Die Dummen und die Neider verbünden sich also gegen mich und wenden dabei irgendwelche altbackenen Spielregeln an, nur um mich aus dem Spiel werfen zu können. Ich bitte Sie: Wer braucht schon sowas Profanes wie feste Spielregeln... das ist doch Sozialismus in Reinform und hat mit Standesdünkel oder flexiblem Handeln überhaupt nichts mehr am Hut! Das ist es doch, was die Nation heute braucht: Einen König, der entschlossen und flexibel handeln kann!

Ich kann eigentlich gar nicht verlieren, wenn ich nicht verlieren will! Wenn ich verliere, dann lasse ich es zu. Vor allem, wenn mir das Spiel lästig geworden ist und keinen Spaß mehr macht. Sonst bin ich grundsätzlich bereit zu gewinnen. Auch bin ich kreativ genug, die Spielregeln zu ändern, wenn es sein muss. Und es muss sein, wenn ich zu verlieren drohe. Denn dann verliert die Nation! Und vergessen Sie bitte nicht: Ich bin ein geborener Gewinner! Und Gewinner verlieren nicht (es sei denn sie wollen verlieren). Das ist gegen deren Natur. Deswegen haben die Dummen und die Neider auch nicht wirklich gewonnen. Können sie gar nicht. Denn: Sie haben verloren! Und zwar: Mich!

Mit solchen Spaßbremsen gebe ich mich erst gar nicht mehr ab! Das belastet und macht mich auch traurig. Dann macht das Spiel auf einmal keinen Spaß mehr. Ich bin so viel mehr als alle anderen zusammen. Ich habe sogar mehr Namen als auch nur einer von denen. Gut, von den zehn Vornamen gehören auch nur zwei wirklich mir. Die anderen acht sind entliehen.

Dafür war einer von den Vorfahren gegen Hitler! Der lebt nun in meinem Namen weiter. Dies nur am Rande: Ich bin damit auch Widerstandskämpfer! Nun, aber der Nachname und der Adelstitel, der gehört ganz alleine mir. Naja, stimmt auch nicht ganz: Er gehört auch meinem Bruder und meinem Vater. Genau genommen gehört er noch vielen mehr. Aber davon sind schon die meisten tot. Zeigen diese Toten mit dem Finger auf mich? Sehen Sie?

Jetzt habe ich nur noch meinen Namen. Das ist schon sehr viel. Andere haben ja noch nicht einmal einen Namen. Es zählt auch gar nicht, was ich verloren habe. Das ist nämlich nicht so viel, eigentlich sogar gar nichts: Denn wenn man etwas zurück gibt oder von etwas zurücktritt, kann man wohl schwer von einem persönlichen Verlust sprechen. Es ist dies vielmehr ein Verlust für die Bundesrepublik insgesamt. Die Toten und die Verwundeten, was sollen sie nun denken? Ich meine, die Toten, die denken jetzt ja nicht mehr. Aber was HÄTTEN sie gedacht? Ich meine, wenn sie noch könnten?

Sie würden sich schämen für all die Dummen und die Neider, die mich aus dem Spiel gebracht haben. Sie würden wissen, dass die Bundesrepublik ohne mich viel ärmer ist. Sie ist arm dran, um es einmal ganz deutlich zu sagen. Besser Arm dran als Bein ab? Nein: Das wäre zynisch gegenüber den Verwundeten, die ihr Leben für mich tagtäglich auf's Spiel setzen. So darf man nicht denken. Denn wahrlich, ich sage Euch: Verloren habe nicht ich! Verloren habt, und ich betone: Ihr!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Strg + C/ Strg + V! Strg Alt + Entf?

Anbei genannt sind Menschen wie Du und ich, deren private Verfehlungen sich eigentlich nicht auf die Ausübung ihrer Tätigkeit auswirken sollten. Diese Hexenjagd geht nämlich auf die Eier. Ich habe einige Thesen dazu aufgestellt, ein promisker Querschnitt der Befragten stimmte darüber ab.
  1. Josef Ratzinger hasst privat Menschen. Trotzdem führt er seine Amtsgeschäfte im Vatikan als Papst zur Zufriedenheit seiner Schäfchen aus. (34%)
  2. Adolf Hitler hatte nun mal diesen "Judenfimmel". Wer aber wollte sagen, dass er deswegen nicht beliebt gewesen wäre zu seiner Zeit? (68%)
  3. Klaus Zumwinkel ist mit der Steuerfahndung aneinander geraten. Dass er deswegen seinen Vorsitz bei der Post aufgeben musste, ist ein Skandal und verkennt seine fiskalischen Leistungen. (54%)
  4. Jürgen Tauss' private Neigungen gehen mich nichts an. Die CDU sollte ihn der Piratenpartei abwerben und ihn zum Familienminister machen. (24%)
  5. Wer heutzutage seine Doktorarbeit noch selber schreibt oder die Copy und Paste Funktion nicht kennt, der versteht nichts von Verteidigung. Dr. KT von Guttenberg soll seine Fähigkeiten weiterhin der Regierung zur Verfügung stellen. (99%)
  6. Silvio Berlusconi ist ein prima Staatsmann. Seine sexuellen Eskapaden und intellektuellen Entgleisungen interessieren nicht die Bohne. (65%)
  7. Thilo Sarrazin hasst privat Menschen und verdient viel Geld damit. Wie kann man so eine Geldmaschine aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank entlassen? Ein Skandal! (72%)
  8. Ghadafi ist ein Despot und Menschenfeind, vollkommen von der Rolle und unmoralisch bis zum geht-nicht-mehr. Solange er uns aber die Flüchtlinge vom Leib hält, geht das völlig in Ordnung. (89%)
  9. Till Schweiger geht uns mit seinem sexistischen Geschwafel in diversen Talkshows voll auf die Eier. Trotzdem ist er ein toller Schauspieler und Filmemacher! (3%)
  10. Saddam Hussein war privat eher ein netter Typ! Damit kommt man in der Welt leider nicht weit, weswegen er sich als Despot ausgeben musste. Schade um ihn! (12%)
  11. nicht prominente Straftäter, die ihre Strafe bereits abgesessen haben, sollten ohne Probleme wieder einen gutbezahlten Job bekommen können. (0%)
Also, da verschlägt es einem glatt die Sprache! Hätte man das gedacht vom Land der Dichter und Denker, dass es bereit ist, so vielen fast alles zu verzeihen? Es jubelt denen zu, die bereit sind, zu ihren Fehlern zu stehen und ihre Schwächen mit Humor zu tragen. Das sind echte Steher, die so schnell nichts aus der Bahn wirft: nieder mit den Neidern und den Missgünstigen und ein Bravo zu all den Mutigen! Hipp Hipp Hurra!

Schämen sollten sich hingegen die Muselmanen, die derzeit überall Unruhen anzetteln und ihre Despoten nicht verstehen und ihnen auch nicht vergeben möchten, und das, obwohl sie alle nur das Beste wollen für ihr Volk. Sie sind einfach viel zu dumm, die Tunesier, Ägypter, Jordanier, Bahrainiten, Syrer und wie sie alle heißen. Das sind doch allesamt Analphabeten! In der BRD, wo beinahe jeder des Lesens und Schreibens mächtig ist, kann sowas nicht passieren: Man erhebt sich schließlich nicht gegen die Hand, welche womöglich ein paar Krümel bereithält. Wir lesen und wir verstehen alles! Pisa forever!

Sonntag, 31. Oktober 2010

Erfahrungen im Erwerbsleben! Langhaarige Faulenzer und Götter in Reinkultur!

Die Götter des Olymp waren unberechenbar, obwohl sie jeweils eine speziell für sie geschaffene Unart besaßen, die sie den Menschen wenigstens irgendwie ähnlich machte. Zeus war ein verdammter Hurensohn, dessen Nachkommenschaft vom gesamten Spektrum nach Art christlicher Erbsünderei geprägt war: freilich nur eine Marotte für jeden, dafür war diese aber gewaltig. Die Menschen verehrten und fürchteten sie, und je nach persönlicher Krisenlage huldigten sie mal dem Einen und mal der Anderen.

Nun, deutsche Politiker sind vor Allem völlig berechenbar und zweiterdings dem Normalsterblichen gleichsam unähnlich, dass sie eigentlich einer untergeordneten Gattung zugehören. Und das ist wohl das Vehikel, das sie eher gottungleich macht, was uns ja eigentlich aufatmen lassen sollte. Obwohl sie ihrerseits eine Parallelgesellschaft bilden, darin jedoch vollkommen snobistisch und ungerührt einer Tätigkeit nachgehen, die vor allem das sogenannte Wohl der Bevölkerung organisieren soll, aber mit der Realität derer kaum noch etwas zu tun hat.

Die Berechenbarkeit geht dahin, dass die getroffenen und in Gesetze gegossenen Entscheidungen stets von einer solchen Alternativlosigkeit geprägt sind, dass es schon vorher klar sein muss, wer von ihnen profitiert und wer nicht. Entscheidungen zugunsten sogenannter Leistungsträger treffen Kürzungen zuungunsten der sogenannten Schlurfis und Schlaffis dieser Gesellschaft, die sie am liebsten ins "Lager" stecken möchten, damit sie erfahren "dürfen", was Arbeit überhaupt ist.

Dabei vergisst man gerne, dass die meisten Politiker, die sich die Vollbeschäftigung zum Ziel gesetzt haben und jeden strafen und belehren möchten, der sich ihr verweigert (sei es aus Krank-, Faul- oder Belesenheit), selbst über keinerlei Erfahrung im Erwerbsleben verfügen. Klar, studiert haben sie, auf Papis Kosten, der aber bald bemerkt haben dürfte, dass es nicht ratsam ist, dem Sohnemann oder der Tochterfrau die eigene Kanzlei, Praxis oder das Familienunternehmen zu übergeben. Also ab in die Politik mit ihnen.

Es sind fast ausnahmslos Politkarrieristen, die den Menschen das Leben schwer zu machen drohen. Diese Sorte Politiker neueren Schlags haben noch nicht einmal mehr irgendwelche Marotten. Dazu braucht es ja einen frei gebildeten Charakter und auch etwas Lebenserfahrung. Es sind jedoch stinklangweilige Possenreißer, deren geringste Charaktereigenschaft sich eigentlich ins Gesicht einschreiben müsste, wenn sie denn eine hätten. Ein Gesicht vorausgesetzt.

Die Bevölkerung soll also diese mumifizierten Leichname in eine Regierung hieven, damit sie das verwalten, von dem sie keine Ahnung haben? Damit sich die Verwalteten ihrerseits eine Kaste leisten, die selber gar keine Leistung vollbringt? Wozu soll das gut sein? Das ist doch Götzenkult in Reinkultur! Wer gewählt sein will, muss auch was leisten, statt sich hinzustellen und über die geringe Wahlbeteiligung und den latenten Demokratieverdruss zu jammern. Vertrauen schaffen statt die Gesellschaft zu spalten - das könnte ein Weg sein.

Mein mittlerweile vertorbener Nazi-Onkel hatte eine Meinung dazu: Die sollen arbeiten gehen, das faule Pack! Obwohl dieser Satz in grammatikalischer Hinsicht hinkt und er eigentlich die "langhaarigen Faulenzer" meinte und mit Arbeit eher Zwangsarbeit im KZ... Ich hätte niemals gedacht, dass gerade ICH Arbeit einmal als einen Wert an sich verstehen würde. Aber wenn es der Wahrheitsfindung dient...

Freitag, 16. April 2010

Kausalkette des Abstiegs! Natürlich absteigend sortiert!

Karl Theodor zu Guttenberg ist, wie sein Name belegt, von adliger Herkunft. Er hat von Geburt wegen alles in den Schoß gelegt bekommen, was er für eine rosige Zukunft benötigt. Zu Guttenberg weiß, dass nicht jeder dieses Privileg besitzt. Adel ist für gewöhnliche Menschen nicht erreichbar, höchstens vielleicht käuflich. Doch das ist verpönt! Doch zu Guttenberg ist möglicherweise der Meinung, dass jeder Mensch in der Lage sein sollte, mit etwas Anstand und Etikette durch's Leben zu wandeln. Ein gewisser Herr Schröder zum Beispiel ließ dies schmerzlich missen.

Herr Schröder, ehemaliger Kanzler der BRD, hat sich aus ärmlichen Verhältnissen hervorgearbeitet, über den zweiten Bildungsweg einen Fachhochschulabschluss erlangt und wurde durch aufdringlichen Ergeiz zum Bundeskanzler - ICH WILL HIER REIN! Er kann und konnte niemals verstehen, wie das jemand nicht schaffen kann und vermutete, dass es jener Mensch nicht schafft, weil er es nicht schaffen will. Schlussfolglich ruhe sich dieser Mensch in der sozialen Hängematte aus. Für Schröder war alles für jeden erreichbar, deswegen gibt es heute auch ALG II. Aber Herr Schröder fand auch, der Mensch aus der gesellschaftlichen Mitte verhielte sich nicht angemessen: Er jammere ihm zu viel und täte zu wenig.

Der Mensch aus der gesellschaftlichen Mitte findet, die Politik täte zu wenig für ihn. Nein, falsch: Er findet, die Politik täte zu viel für die Faulpelze in der Welt. Der Mensch aus der gesellschaftlichen Mitte findet, wenn man sich nicht um die Faulpelze kümmern würde, müssten die sich selbst aus dem Dreck hervorarbeiten. Grundsätzlich nämlich hätte jeder die gleichen Chancen. Man muss sie nur packen. So wie er selbst. Sein mittelständischer Reichtum ist unter großer Anstrengung selbst verdient. Wer die selben Anstrengungen leistet, wird folgerichtig ebenso belohnt wie er. Wer das nicht tut, ist selber schuld, bleibt prekär oder arbeitslos und sollte wenig oder gar nichts bekommen!

Der Prekäre findet es nicht gut, dass er so wenig verdient und glaubt, er hätte dasselbe Anrecht auf Entlohnung wie der Mensch aus der gesellschaftlichen Mitte. Außerdem hat er dauernd Angst davor, entlassen zu werden. Der Prekäre findet auch, dass die Leute, die gar nicht arbeiten, irgendwie voll scheiße sind, weil die nämlich mehr Geld haben als die, die arbeiten, zumindest aber mehr als er. Die Arbeitslosen sollen weniger bekommen als er. Aber nur die, die nicht arbeiten wollen! Solche wie er aber, die arbeiten wollen, sollen natürlich bessergestellt sein im Falle der Arbeitslosigkeit. Grundsätzlich denkt der Prekäre aber, dass er immer wieder Arbeit finden würde, um jeden Preis. Er versteht gar nicht, wie manche Menschen der Gesellschaft auf der Tasche liegen können.

Der Arbeitslose findet nicht, dass er zu viel Geld bekommt. Er denkt viel mehr, dass es noch zu wenig ist. Und deshalb möchte er auch keine Arbeit annehmen, die ihm noch weniger Einkommen bringt als sein Arbeitslosengeld. Ist doch logisch, oder? Er hat allen Grund zu glauben, dass "die da oben" der Gesellschaft viel mehr auf der Tasche liegen als alle Arbeitslosen zusammen. Was er aber nicht versteht ist, wie sich manche Menschen so ihrem Elend hingeben können wie die Junkies oder Alkies. Wie man sich nur so gehen lassen kann? Ihm jedenfalls könnte das nicht passieren.

Alkie und Junkie unterhalten sich ausnahmsweise einmal nüchtern und klar. "Scheißaffen! Maul halten!", brüllt der Alkie. Der Junkie meint: "Ja weißt, Du, da hast Du voll recht! Was die da oben (zeigt auf den Text) so alles nicht verstehen können, das geht auf keine Kuhhaut."

Alkie: "Scheißaffen! Maul halten! Keine Ahnung haben die! Als hätte ich eines Tages bei mir gedacht: So, und jetzt werd' ich Alkoholiker! Als hätt' ich's nicht auch einmal probiert so zu sein wie die. Bin ja nich' mit der Flasche zur Welt gekommen."
Junkie: "Und jetzt wollen die, ich solle doch einfach mein Besteck weglegen und so ticken wie die es tun. SO WAS WÜRDE MIR NIE PASSIEREN KÖNNEN! Ha! Da müsste ich ja gerade noch einmal herzlich lachen, wenn's nich' so traurig wär."
Alkie: "Ja, aus meiner Sicht sind die alle mit dem Silberlöffel zur Welt gekommen. Mami wischt ihnen heute noch den Arsch ab mit einem Bündel Scheine. Die haben doch alle jemand, der ihnen die Karre aus dem Dreck zieht!"
Junkie: "Hatte ich nich', niemals. Und die Einzigen, die heute noch mit mir sprechen, bist Du und mein Dealer. Ach ja, und ab und an gibt's einen Platzverweis vom Bullen... jetzt erklären wir denen aber nich', wie wir so geworden sind, oder?"
Alkie: "Nö, da gibt's viele Gründe für, is' bei jedem anders. In den Augen der Scheißaffen sind wir aber Abschaum. Unnütz und verschlissen. Maul halten, Scheißaffen. Aber ich sag' Dir: Wer sich noch nich' einmal vorstellen kann, wie man so werden kann wie wir, dem mangelt's an Tiefgang. Der is' nich' in der Lage, sich in andere hinein zu versetzen. 'Ne arme Sau isser..."
Junkie: Ho, der kann ja noch nicht einmal in sich selbst hinein schauen, die Pfeife..."
Alkie: "... und täte er's doch einmal, er säße bald hier bei uns und pfiffe sich was rein. Am Ende sind's nämlich noch weichere Weicheier als wir! Wir nämlich kennen unsere Dämonen! Die aber haben einfach nur Schiss... sie könnten ja in sich was finden, das ihr Weltbild ins Wanken bringt. Ihr ach so tolles Weltbild..."
Junkie: (mit hohler, tiefer Stimme) "...WENN DU ES NUR WILLST, DANN KANNST DU ALLES SCHAFFEN! So was von Idioten, so was. Keine Ahnung von nix haben, aber in den Garten scheißen wie ein Großer..."

Beide brechen in brüllendes, lang anhaltendes Gelächter aus.

Freitag, 21. August 2009

Eine Alternative, ein Königreich für eine Alternative!

Wahlen 2009/1.

Eine zukünftige Regierung hat den unmittelbaren Interessen der Bevölkerung zu dienen, und nicht denen einer Wirtschaft, von der wenige viel und viele wenig profitieren. Da können die Richtlinien auch ruhig einmal wirtschaftsfeindlich sein, zumal eine wirtschaftsfreundliche Politik ohnehin fast ausschließlich der Großindustrie zugute kam.

Der Mittelstand und all die kleinen Unternehmen hätten ja durchaus das Potenzial, die durch die Großindustrie wegfallenden Arbeitsplätze zu kompensieren, würden sie nur einmal anständig gefördert. Nun kann man aber mit hundert kleinen Betrieben weniger Aufsehen erregen als mit einem großen, auch wenn der an den Bedürfnissen des Konsumenten vorbeiproduziert (s. Opel).

Da folgt die Politik ganz dem unguten Impuls, dem auch eine Organisation wie Greenpeace folgen muss: Der Eisbär ist, wenn er noch klein ist, einfach viel knuddeliger als die Amöbe. Will Greenpeace erfolgreich Unterstützer sammeln, dann setzt man dort - logisch - auf den Eisbären. (Am Rande: Eisbären fressen keine Pinguine, weil diese am Südpol leben. Wäre es da nicht sinnvoll, die am Nordpol lebenden Eisbären in die Antarktis umzusiedeln? Da gibt es noch Eis und lecker Geflügel.)

Zurück zur Sache: Förderte man also kleinere Betriebe und behandelte die Großindustrie (zggm. schwammige Begrifflichkeit) endlich wie "Erwachsene", könnte zwar eine Abwanderung in "Billiglohnländer" stattfinden, aber: Erstens mal, welches Land hat denn noch billigere Löhne als Deutschland? Und zweitens: Wer glaubt denn wirklich, dass die Konzerne allein aus sozialen Gründen in D. verweilen? Eben! Die fühlen sich doch hier wohl!

Wahlen 2009/2.

Warum eigentlich war es für viele Menschen innerhalb des bundesdeutschen Staatsgebietes eigentlich so viel leichter, für einen amerikanischen Demokraten zu stimmen als für eigene, tatsächlich wählbare Politiker? Polarisiert am Ende doch die unglaublich festgefahrene Zwei-Parteien-Demokratie mehr als die kuntergraue Parteienlandschaft in D.? Man bekommt hier jedenfalls leicht den Eindruck, als sei die Demokratie ausschließlich ein Exportschlager für andere, naivere Länder, aber hier jedoch, da bräuchte man ja eine solche Institution nicht wirklich. Der Kaiser war doch auch irgendwie gut, da war wenigstens mal einer, der gesagt hat, wo es lang geht. Und der danach konnt' es auch, war aber rein menschlich betrachtet daneben.

Wer glaubt noch an die Demokratie? Hände hoch! Was, doch noch so viele? Na, dann geht doch wenigstens einmal wählen, Ihr Furzdeppen! In Afghanistan, im Irak oder im Iran geht zwar nicht alles mit rechten Dingen zu, aber immerhin um die Wurst! Die Leute dort wollen wählen und riskieren dabei, zumindest in A., den tuschierten Finger von gedankenreduzierten Taliban abgeschnitten zu bekommen. Hier aber, in D., läuft man allerhöchstens gefahr, auf dem Weg zum Wahlbüro von einem besonders eiligen Wichtigtuer überfahren zu werden. Doch das kann zu allen anderen Anlässen auch passieren.

Was also ist denn so schwierig, hier zu wählen? Na, weil angeblich fast alle Parteien dasselbe wollen. Was aber ganz und gar nicht das ist, was die WählerInnen wollen. Diese wollen ja nur, dass es ihnen besser oder zumindest nicht schlechter geht. Nun bekommt man aber schon seit 24 Jahren erzählt, dass der Gürtel enger geschnallt werden müsse. Zwischendurch ging es der Wirtschaft dann auch gut, und fast hätte der Arbeitnehmer davon profitiert, ach, wenn nicht die Wirtschaftskrise dazwischen gekommen wäre, so ein Pech aber auch!

Ja dem Herrgott sei Dank (wenn es ihn nur gäbe), dass es noch ein paar findige Politiker gibt, wie den Herrn von und zu Guttenberg, der adlig und gewiss keinem dreigliedrigem Schulsystem unterworfen einen Weg weisen kann, aus dem Sozialstaat hinaus in ein feudalistisches Wirtschaftsystem hinein. Dieser Mann ist derzeit der beliebteste Politiker in D.! Kein Wunder, er ist hochwohlgeboren und weiß darum, wo's lang geht. Mich würde sehr interessieren, was bei einer Umfrage darüber herauskommen würde, wenn es um die Zustimmung ginge, dem Herrn von und zu Guttenberg die Kaiserwürde zu verleihen oder nicht.

Tja, so ist das hier: Wer Geld und Würden besitzt, der muss ja auch was können. Auch erben will schließlich gelernt sein! Es kommt halt drauf an, was man draus macht! So wenig vertraut man also unserem Schulsystem (dass ja soziale Unterschiede geradezu manifestiert), als dass es Politiker hervorbringen würde, die nicht nur das untere Drittel der Gesellschaft verstünden, sondern auch aus ihm hervorgingen. Und deshalb weiß der eine Teil nicht mehr, wen er wählen soll, während der andere Teil nach dem ruft, der alles richtet. Und je mehr Schmerzen er uns dabei zufügt, desto besser muss er ja wohl sein!

Der Wähler in D., ein wahrlich masochistisch veranlagter Depp! Dabei gibt es ja doch Alternativen: Die Linken sind heuer geradezu erfrischend naiv und freundlich, wenn sie einfach nach Gerechtigkeit rufen. Wohlgemerkt nicht mehr ein Ruf nach sozialer Gerechtigkeit, sondern einfach nach: Gerechtigkeit! Ging es denn die ganze Zeit etwa ungerecht zu?