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Sonntag, 4. Mai 2008

Viel Rauch um Nichts! Mannheim riecht komisch!

Im aktuellen Meier wird behauptet, das große Kneipensterben wegen Rauchverbots sei ausgefallen, dafür würden aber immer mehr sogenannte Nichtraucher ins Nachtleben zurückkehren, insofern eines vorhanden ist. Mindestens aber profitierten die Restaurants vom Krieg gegen die RaucherInnen.

Nun, insbesondere fällt das große Kneipensterben in Mannheim aus, weil es den Eingeborenen offenbar wenig ausmacht, zum Rauchen in den Pausenhof zu gehen. Dies kann ein Zeichen von Anpassungsvermögen sein, aber auch eines von mangelndem Protestverhalten und gesteigerter Obrigkeitshörigkeit.

Ich als ExRaucher stehe dem ganzen eher skeptisch gegenüber. Das hat einen besonderen Grund, zumal ich generell etwas gegen Verbote habe - sie entmündigen den Menschen schlicht. Andererseits: Erfahrungsgemäß verbessert sich das Geschmacks- und Geruchsempfinden enorm, wenn der Glimmstengel über längere Zeit einmal nicht die untere Gesichtshälfte zuparkt. Doch nicht alle Gerüche steigern das Wohlempfinden!

FarmerBoy denkt da an Konzerte und Tanzveranstaltungen, deren BesucherInnen offenbar lange nicht geduscht haben oder starke SchwitzerInnen sind. Aber auch speckige Küchenausdünstungen aus den sogenannten "Bistrorants" können Würgreflexe auslösen. Dazu gesellt sich gerne ein penetranter, aus den Mündern von Konsumenten gärender Biergeruch. Dagegen hilft nur eines: Selber Bier saufen!

Nun könnte man wenigstens einmal das freie Atmen und die erwachende Natur geniessen, doch leider haben Eichbaum und die Schokinag etwas dagegen. Bei Ostwind bereichert uns die BASF zusätzlich um einige Nuancen chemischer Natur. Das alles ist nicht gesundheitsgefährdend und wird daher leider nicht verboten werden.

Aber irgendwann einmal wird sich ein Nichtraucher auf dem Weg zum Restaurant stinkender Autoabgase ausgesetzt fühlen. Er sieht seine Gesundheit in Gefahr und setzt in langen Jahren zäher Verhandlungsarbeit ein Autoverbot in Städten durch. Bis dahin aber wird sich FarmerBoy das Rauchen wieder angewöhnen müssen.

Donnerstag, 9. August 2007

Im Fieberwahn! Doch wessen Fieber ist es?

meine schwester A. meinte einmal, dass sie in der kneipe gerne die gesellschaft von raucherInnen suche, da diese oft die unterhaltsameren und angenehmen gesprächspartner seien. nichtraucherInnen hingegen empfände sie oftmals als spassbremsen: sie seien ach so vernünftig und bräuchten nie irgendwelche substanzen, "sie könnten auch ohne spass haben".

man muss wissen, dass meine schwester A. zu dieser zeit bereits mit dem glimmstängel gebrochen hatte und damit eine ungewöhnliche ausnahme der spezies "nichtraucherInnen/ ex- raucherInnen" darstellte: die duldsame ausnahme nämlich!

denn in der regel ist diese spezies eher anstrengend für jedermann. der erhobene zeigefinger und der schielende blick nach dem gesetzgeber macht den abstinenzler aus, der ja nicht nur so alleine vor sich hin abstinenzlert, sondern sein anliegen zum anliegen aller menschen machen muss.

derlei talibanisierung ist man in baden- württhemberg ja längst gewohnt: man denke an das tanzverbot an christlichen feiertagen, an das verbot von alkoholika an öffentlichen plätzen und jetzt auch noch das rauchverbot. letzteres wurde durchgesetzt zum wohle aller menschen, der wirt muss nicht mehr nach rauch stinken, der nichtraucher muss nicht mehr passivrauchen und der raucher muss nicht mehr rauchen.

es sei denn er geht nach draussen. sicher war ich gestern abend angenehm überrascht, wie wenig ich nach rauch rieche - nämlich gar nicht - nachdem ich aus dem "vienna" nach hause kam. ich hätte aber so gerne gemütlich bei einer zigarette geplauscht, dies wurde aber durch dauerregen verhindert: denn wo hätte ich sonst meinen glimmstängel entzünden sollen wenn nicht draussen?

ausserdem möchte man seinen lieben gesprächspartner, in diesem fall meinen kumpel R., nicht bitten, mit hinaus zu gehen, damit ICH eine rauchen kann. denn wo ist denn da bitte die gemütlichkeit, wenn man draussen vor der tür verbleiben muss wie einst nur die hunde!

ich fühle mich schwer kolonialisiert von eifernden missionaren, die mir die hoheit über meinen körper rauben wollen. wir gehen der gemütlichkeit verlustig, und das wegen ein paar nervöser gesundheitsapostel, die uns aber ansonsten gerne mit ihrem autoabgasmief belästigen, der ja nicht minder krebserregend ist.

ich vertrat ja immer die these, dass neben den ganzen unfreiwillig eingenommenen giften (benzole, schwermetalle, lebensmittelgifte etc.) die zigarette ein akt emanzipativer selbstvergiftung ist und deshalb subversiv sei. und wer möchte eigentlich nicht subversiv sein?

wahrscheinlich mal wieder alle ausser mir! jedenfalls lästert man in ludwigshafen ganz schön über das schöne mannheim (stellvertretend für bawü), und bedauert uns thekengänger auch ein wenig. diese kommunikation geschieht in der regel entspannt mit der gemütlichen zigarette im mundwinkel.

man hat aber auch angst: was ist, wenn die welle überschwappt? heute nach ludwigshafen und ganz rheinland- pfalz, und morgen in die ganze brd? was käme als nächstes? wird ussama bin beck, erklärter talibanversteher, zuerst die zigarette verbieten, dann den alkohol? müssen die pfälzer landfrauen statt obligatorischem kopftuch nun die burka tragen? wie lang muss der männerbart uns wachsen?

und wie würde dies alles durchgesetzt? die mullahs beckstein, koch, oettinger und beck schüfen uns die hölle auf erden. es gäbe in allen bundesländern gedungene sprengstoff- attentäter, deren ziel das kiosk in deiner (!) nähe ist? würden sie kollateralschäden billigend in kauf nehmen? man hört sie heut' ja schon rufen: "recht ist da wo rechts ist!"

würden die vereinten nationen eingreifen und uns ins technische mittelalter zurückbomben? im mentalen mittelalter befinden wir uns ja schon, im old- europe! ich halte aber dagegen und warte auf das erste spontane und illegale smoke- inn, dance- inn und drink- inn in mannheim. denn rechts ist da wo die leber sitzt und auch ein lungenflügel! aber links, da pocht das herz und lebt die freiheit!

Dienstag, 24. April 2007

rauchverbote auch bald im freien? die tabakindustrie wehrt sich!

die tabakindustrie schlägt zu. noch bevor das rauchen in gaststätten verboten wird, versucht sie den konsumenten auf hinterhältige art zum rauchen zu verleiten. die stadt mannhim spielt mit.

klar, durch das rauchverbot werden viele kneipen zumachen müssen, die gäste bleiben weg, und draussen rauchen ist ja auch nicht, weil der ordinäre nachbar sich ja schon wegen lärmbelästigung beschwert, wenn ein angestochener passant nach 22uhr um hilfe röchelt. wieviel anders muss es im ebenfalls rauchfreien italien sein, wo es okay geht, wenn die nacht draussen gefeiert wird. hier denken ja alle ans früh aufstehen, das ist langweilig. wozu früh aufstehen? das arbeitsamt macht doch erst um 8uhr auf. und die kneipen erst nachmittags.

doch zurück zur tabakindustrie und ihr durchsichtiges verhältnis zur stadt: man muss sich halt was überlegen, wenn es soweit kommt, dass ein paar nichtraucher
aus der parallelgesellschaft die mehrheit der menschen terrorisiert. sicher ist rauchen gesundheitsschädlich, und ja, es kann nerven, ständig angequalmt zu werden. aber arbeit schädigt die gesundheit ebenfalls, und autos erst! aber keiner kommt auf die idee, das ebenfalls zu verbieten. sogesehen ist die tabakindustrie schwach, und damit sie weiterhin arbeitnehmer zu dumpinglöhnen beschäftigen kann, muss sie verstärkt werbung machen:

zum beispiel auf öffentlichen plätzen wie dem alten messplatz, der neu gestaltet wurde. hoch ragen dort, angeordnet wie in einer zigarettenschachtel, doch mit viel mehr bewegungsfreiheit, lange stängel in die luft, die am oberen ende filterähnliche leuchten besitzen. die stadt
mannheim hatte sie anfangs noch mit pastellenen farbfolien ausgestattet, doch die tabakindustrie beschwerte sich - raucher sind stilbewusst!

gemein werden raucher wie nichtraucher für werbezwecke missbraucht. assoziationen werden geweckt, fragen gestellt: "wo
ist der nächste kippenautomat?" oder "ich rauche doch gar nicht? woher dieser saugdrang?" bis hin zum übelsten aller dinge "ich muss jetzt erstmal eine rauchen!" der plan ist perfide, und tatsächlich funktioniert er. überall auf dem grauen, aschenbecher- farbenen boden sind kippen verstreut, wie das untenstehende beweisfoto belegt. dermassen schockiert musste ich mir erstmal eine zigarette anzünden. und ging nicht zur arbeit! denn meine gesundheit ist mir heilig!