Holger Endres / Holger E. Karst
15.05.2010 / 19Uhr
ca. 2 Stunden
H7/15 Mannheim
Holger Endres: Ich gebe eine Fläche von 210 x 150 cm auf einer Wand vor. Angefangen an der oberen linken Kante
male ich eine schwarze Linie senkrecht zur unteren Ecke der Fläche. Enganliegend führe ich weitere
Linien fort. Nach ca. 90 Minuten ist die Malerei an der rechten unteren Ecke der Fläche beendet.
H. E. Karst: Mit der akustischen Installation erforsche ich die
Wechselseitigkeit von Raum, Akustik und Individuum. In einem Raum
befinden sich drei autarke Soundsysteme, welche 66 verschiedene
akustische Texturen und Pausen im Shuffle-Modus übereinander schichten.
Es entstehen dissonante Tongebirge, aber auch harmonische
Geräuschelandschaften. Der Zuhörer bewegt sich im Raum und setzt dabei
eigene Akzente beim Hören. Er wird selbst zu einem Teil der
Installation, zu einem vierten "Soundsystem". In dieser Anhäufung
generierter Zufälle entstehen spezifische, nicht wiederholbare
Situationen.
3 Stk. MP3 Player / Shuffle Repeat Mode
3 Stk. Multimedia Speaker / moderate Lautstärke
66 Loops / [un]cut / ca. 300 Minuten
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Mittwoch, 12. Mai 2010
Situation. Malerei / akustische Installation.
worte die fallen
Ausstellung,
Galerie,
H7/12,
Klang,
Malerei,
Mannheim,
Performance,
Sound
Sonntag, 21. März 2010
Über den Charme verkneipter Kieze! Kunstreuter und die Stuprakreas!
Nun ja, irgendwie war ja früher alles besser: Wenn man in Neukölln unterwegs sein wollte, gab es genau zwei Kneipen und ein Cafè, das man besuchen konnte. Wer Abwechslung suchte, der musste halt nach Kreuzberg oder sonstwo hin. Oder nach Treptow. Man kam wenigstens noch raus aus dem Kiez.
Dann zieht man mal für drei Jahre weg, kommt wieder, und alles ist anders: Es reiht sich Kneipe an Kneipe, oder sollte man besser sagen: Bar an Bar. Ist ja eigentlich nichts Schlechtes, die Auswahl erhöht sich, sollte man meinen. Leider sind jene Bars samt und sonders Klone einer noch auszumachenden Stammzelle anderer Bezirke bzw. Szenekieze innerhalb Berlins.
Die Wände sind stets vom Putz befreit und das Inventar wurde teuer beim Spezi-Trödler mit 70er Jahre Affinität besorgt. Ein paar innovative Details wie zum Beispiel die Plastik-Kinder-Badewanne als Dämmerleuchte, bringen etwas originären Charakter in die Sache. Auch dies: 1000mal besser als das offenbar direkt beim Gaststättenverband erworbene Gelumps in den Kneipen der Restrepublik.
Was wirklich stört, ist die Dreistigkeit der Wirte in der Preisgestaltung. Die Wirte sind die wahren Gentrifizierer der schönen alten Bezirke Berlins. Sie ziehen die von Vatis Gehalt zehrenden Studenten-Praktikanten-Kreativen magisch an, allesamt bemützt und bebärtet oder berockt und geschminkt, wearing casual und H&M. Schlabberjeans meets Pali und bedrückende, weil bedruckte Shirts, von mir aus Jackets, dies für die Männer. Die Frauen: besser gekleidet, aber darinnen ähnlich belanglos!
Die Kundschaft also, Direktimport aus den Provinzen, findet es selbstredend toll, Bier unterhalb der 3 Euro 50 Marke vorzufinden und bestellt sich eben eines für dreizwanzig. Ganz super! Meinesgleichen findet dreizwanzig für ein Bier auch irre, und zwar irre teuer. Was müssten die Augen der StuPraKreas leuchten, wenn sich hier in NeuNeukölln AltNeuköllner Preise durchgesetzt hätten? Sei's drum, sie zahlen's ja auch so. Ich aber fühle mich jetzt schon verdrängt von den reichen StudentInnen und frage mich, ob ich fürderhin Eckkneipen besuchen muss, wenn ich mich einmal betrinken mag.
Was denn wirklich toll zu finden war hierzuorten, nämlich die offen heterogene BesucherInnenStruktur - Alter, (soziale) Herkunft, (soziales) Geschlecht - sucht man neuerdings vergebens. Man bleibt unter sich. Dasselbe Alter, diesselbe Mode: Hier ist nichts natürlich gewachsen, hier wurde durch unablässiges Kiezmanagement aufgepfropft: eine Gute-Nacht-Kultur ganz wie eine jüdische Siedlung mitten in Feindesland. Hübsch anzusehen, aber irgendwie fehl am Platze. Eine zur Simon-Dach-Straße geronnene Behauptung des Nachtlebens.
Und so kann man auch nachvollziehen, warum die gestrige Veranstaltung KunstReuter nicht so recht funktionieren wollte: Denn wo sich nun Bar an Bar reiht, fehlt der Raum für StandUpGalerien. Vorher standen die Räume leer, man konnte sie für lau mieten und hatte daraufhin volle Gestaltungsmacht. Heute muss man den Wirt überzeugen. Wie anstrengend darf Kunst noch sein, wenn der Wirt Umsatz machen möchte? Also blieb die Kunst gefällig und sprach auch nicht an. Allein, sie stellte die Frage nach dem Wert einer Ausstellung überhaupt.
Doch über den Wert und den Charme einer in der Kneipe stattfindenden Ausstellung braucht man sich nicht zu unterhalten. Es soll ja getrunken werden und auch gespeist. Schauen kann man hinterher oder während dessen. So wie daheim, beim Speisen vor dem Fernsehgerät. Friss und schau zugleich: HmmSchmatz! mjo, das Bild ist Rülps! ganz hübsch Grunz! Mir fehlt's aber Schlürf! etwas an Aus- Ronch! druckskraft. Schalt mal Börps! um und reich mir den Salat dort hinten am Artwork-Tresen und was vom Schinken Hüstel! Börps! dort hinten auf der Skulptur Röchel!
So wird das aber nix mit dem Kunststandort Neukölln. Kunstsammler neigen eher dazu, sich die Werke in Ruhe anzuschauen. Sie gehen hinterher Essen. Das ist noch nicht einmal eine Stilfrage.
Übrig bleiben noch ein paar kleinere Galerien, die teilweise ganz ordentliche Sachen ausstellen. Aber auch sie leiden vermutlich sehr unter dem zunehmenden Hipster-Tourismus. Wem sollen sie hier auch was verkaufen? Eigentlich müsste alles so werden wie in der Bergmannstraße: ÖkoKarrieristInnen essen gesund und parkettieren den Boden ihrer Eigentumswohnungen oder Haushälften.
Wenn sie hinterher den Tofu eingelegt haben, trinken sie noch ein Gläschen Biowein, naschen etwas vom Importkäse und besuchen dann eine Ausstellung. Oder sie gehen ins Theater. Nur wenigen unter ihnen aber würde ein Trip in den Reuterkiez in den Sinn kommen. Warum nur?
Dann zieht man mal für drei Jahre weg, kommt wieder, und alles ist anders: Es reiht sich Kneipe an Kneipe, oder sollte man besser sagen: Bar an Bar. Ist ja eigentlich nichts Schlechtes, die Auswahl erhöht sich, sollte man meinen. Leider sind jene Bars samt und sonders Klone einer noch auszumachenden Stammzelle anderer Bezirke bzw. Szenekieze innerhalb Berlins.
Die Wände sind stets vom Putz befreit und das Inventar wurde teuer beim Spezi-Trödler mit 70er Jahre Affinität besorgt. Ein paar innovative Details wie zum Beispiel die Plastik-Kinder-Badewanne als Dämmerleuchte, bringen etwas originären Charakter in die Sache. Auch dies: 1000mal besser als das offenbar direkt beim Gaststättenverband erworbene Gelumps in den Kneipen der Restrepublik.
Was wirklich stört, ist die Dreistigkeit der Wirte in der Preisgestaltung. Die Wirte sind die wahren Gentrifizierer der schönen alten Bezirke Berlins. Sie ziehen die von Vatis Gehalt zehrenden Studenten-Praktikanten-Kreativen magisch an, allesamt bemützt und bebärtet oder berockt und geschminkt, wearing casual und H&M. Schlabberjeans meets Pali und bedrückende, weil bedruckte Shirts, von mir aus Jackets, dies für die Männer. Die Frauen: besser gekleidet, aber darinnen ähnlich belanglos!
Die Kundschaft also, Direktimport aus den Provinzen, findet es selbstredend toll, Bier unterhalb der 3 Euro 50 Marke vorzufinden und bestellt sich eben eines für dreizwanzig. Ganz super! Meinesgleichen findet dreizwanzig für ein Bier auch irre, und zwar irre teuer. Was müssten die Augen der StuPraKreas leuchten, wenn sich hier in NeuNeukölln AltNeuköllner Preise durchgesetzt hätten? Sei's drum, sie zahlen's ja auch so. Ich aber fühle mich jetzt schon verdrängt von den reichen StudentInnen und frage mich, ob ich fürderhin Eckkneipen besuchen muss, wenn ich mich einmal betrinken mag.
Was denn wirklich toll zu finden war hierzuorten, nämlich die offen heterogene BesucherInnenStruktur - Alter, (soziale) Herkunft, (soziales) Geschlecht - sucht man neuerdings vergebens. Man bleibt unter sich. Dasselbe Alter, diesselbe Mode: Hier ist nichts natürlich gewachsen, hier wurde durch unablässiges Kiezmanagement aufgepfropft: eine Gute-Nacht-Kultur ganz wie eine jüdische Siedlung mitten in Feindesland. Hübsch anzusehen, aber irgendwie fehl am Platze. Eine zur Simon-Dach-Straße geronnene Behauptung des Nachtlebens.
Und so kann man auch nachvollziehen, warum die gestrige Veranstaltung KunstReuter nicht so recht funktionieren wollte: Denn wo sich nun Bar an Bar reiht, fehlt der Raum für StandUpGalerien. Vorher standen die Räume leer, man konnte sie für lau mieten und hatte daraufhin volle Gestaltungsmacht. Heute muss man den Wirt überzeugen. Wie anstrengend darf Kunst noch sein, wenn der Wirt Umsatz machen möchte? Also blieb die Kunst gefällig und sprach auch nicht an. Allein, sie stellte die Frage nach dem Wert einer Ausstellung überhaupt.
Doch über den Wert und den Charme einer in der Kneipe stattfindenden Ausstellung braucht man sich nicht zu unterhalten. Es soll ja getrunken werden und auch gespeist. Schauen kann man hinterher oder während dessen. So wie daheim, beim Speisen vor dem Fernsehgerät. Friss und schau zugleich: HmmSchmatz! mjo, das Bild ist Rülps! ganz hübsch Grunz! Mir fehlt's aber Schlürf! etwas an Aus- Ronch! druckskraft. Schalt mal Börps! um und reich mir den Salat dort hinten am Artwork-Tresen und was vom Schinken Hüstel! Börps! dort hinten auf der Skulptur Röchel!
So wird das aber nix mit dem Kunststandort Neukölln. Kunstsammler neigen eher dazu, sich die Werke in Ruhe anzuschauen. Sie gehen hinterher Essen. Das ist noch nicht einmal eine Stilfrage.
Übrig bleiben noch ein paar kleinere Galerien, die teilweise ganz ordentliche Sachen ausstellen. Aber auch sie leiden vermutlich sehr unter dem zunehmenden Hipster-Tourismus. Wem sollen sie hier auch was verkaufen? Eigentlich müsste alles so werden wie in der Bergmannstraße: ÖkoKarrieristInnen essen gesund und parkettieren den Boden ihrer Eigentumswohnungen oder Haushälften.
Wenn sie hinterher den Tofu eingelegt haben, trinken sie noch ein Gläschen Biowein, naschen etwas vom Importkäse und besuchen dann eine Ausstellung. Oder sie gehen ins Theater. Nur wenigen unter ihnen aber würde ein Trip in den Reuterkiez in den Sinn kommen. Warum nur?
Donnerstag, 29. Januar 2009
Mannheim ist schöner! Analoge Blogs in der Neckarstadt!
In unserem Haus gibt es jetzt einen analogen Blog. Im Treppenhaus, zweites Stockwerk, prangt nun ein Pamphlet, in dem vermerkt ist, wie heizkostentreibend die Unart sei, betreffende Fenster über Stunden geöffnet zu halten. Außerdem sei stundenlanges Lüften gar nicht erlaubt. Die Replik darauf, die nun darunter geschrieben steht, ist aufschlussreich, doch nicht überzeugend: Lüften sei erstens gar nicht nicht erlaubt und außerdem bilde sich Schimmel in Häusern, welche nie nicht gelüftet werden. Schließlich könne man das Lüften eines Hausflures nicht verbieten.
Das ist wohl eher ein juristisches Problem. Selber habe ich nichts ergooglen können, was die eine oder andere Sache untergraben könnte. Aber die Tatsache, dass zweimal googlen soviel Energie verbraucht wie eine Tasse Kaffee zu kochen, macht auch energietechnische Probleme in einem Wohnhaus in der Neckarstadt-Ost nicht leichter. Schauen wir mal, wie wir das Ganze eskalieren lassen können, denn offensichtlich geht es letzterer Partei am Arsch vorbei (was sich reimt ist nicht immer gut), was erstere zu bemängeln hat: Hier geht es ums Prinzip, und wenn das mal nicht schwer exemplarisch ist, dann gute Nacht, Mannheim!
Eine Partei möchte also, dass weniger zeitintensiv gelüftet wird und die Heizkosten sich dadurch mindern, die andere denkt, je mehr lüften, desto weniger Schimmel wird sich bilden und verbieten lässt man sich ja schon mal gar nichts! Vor allen Dingen nicht von einem läppischen Mieter, der von Besitz und Wertminderung ja so rein gar nichts versteht wie zum Beispiel ein Eigentümer. Soweit so gut! Mal sehen, ob sich das nicht noch toppen lässt:
"Wenn einige Frischluftfreunde denken, sie müssten das Haus mal so ordentlich durchlüften, dann sollen sie das gefälligst tun, aber nicht stundenlang. Stoßlüften reicht vollkommen aus! Nach fünf Minuten gehören die Fenster wieder geschlossen. Wer dem aus irgendwelchen Gründen nicht nachkommen kann oder mag, der soll für immer schweigen und nie wieder ein Fenster berühren noch irgendwelchen Unsinn ans Fenster bloggen!", steht nun ans Fenster geschrieben und ich harre auf Antwort.
Solange kann über etwas anderes berichtet werden: Wozu braucht eigentlich Ludwigshafen ein neues Einkaufszentrum wie die "Rhein-Galerie" am Zollhafen? Es gibt nun schon genügend Einkaufszentren in dieser Stadt, die zwar ambitioniert, doch leider gescheitert sind. Als Beispiele seien genannt: Der Berliner Platz und die Walzmühle - Takko, Tortenschachtel, KIK, T€DI, und Schlecker zählen zu den Garanten des konsumistischen Untergangs - funktionieren einfach nicht.
Was waren das noch Zeiten, als die Walzmühle noch mit (sub)kulturellen Angeboten lockte, bevor der Laden zu etwas vollkommen Belanglosem umverwandelt wurde: Hier hatten immerhin einmal The Notwist gespielt, im linken Teil der Fabrik, und im rechten konnte man gleichzeitig Techno nachvollziehen, der vorher doch nur eine trübe Masse an Tönen war, hier aber sich voll offenbaren durfte als das, was er war: eine intuitiv zusammenklabusterte Musik mit mehr Herz und mehr Seele, als es die ganze Rockliga annodazumal fertig brachte. Nun ist die Walzmühle ein trauriges Einkaufszentrum voller grantiger Menschen!
Wer soll bitteschön in Ludwigshafen einkaufen, wo doch jeder seit Jahrhunderten schon weiß, dass ein Einkauf in Mannheim viel mehr Spaß macht? Man geht höchstens nach Ludwigshafen, wenn man mal billige Jeans braucht. Wer aber Style kaufen will, der geht nach Mannheim. Ich weiß, ungewohnte Worte aus meiner Tastatur, aber es ist so! In Ludwigshafen flaniert allein das Proletariat: Es hat gar keinen Geschmack und braucht deswegen keine zweite ShoppingMall mit Kleidungsdiscountern und zugegebenermaßen schönem Rheinblick (man wirbt sogar mit dem Blick auf das Mannheimer Schloss! Wie niederträchtig, sich auch noch mit fremden Immobilien schmücken zu wollen). Zwei davon reichen!
Man gibt sich also voll der Hoffnung hin und schafft damit weitere Bauruinen. Davon gibt es in Ludwigshafen schon so viele! Genannt seien das ehrgeizige U-Bahnprojekt am Heinrich-Pesch-Haus, die Walzmühle, der Hauptbahnhof, der Berliner Platz, das RathausCenter, die BASF-AG, etc. usw, usf. Da ist sogar Mannheim schöner, und das meine ich ernst! Vielleicht liegt es aber auch an den drei Bier, die ich heute Abend schon getrunken habe. Ich trinke mir Mannheim richtig schön - Prost!
Das ist wohl eher ein juristisches Problem. Selber habe ich nichts ergooglen können, was die eine oder andere Sache untergraben könnte. Aber die Tatsache, dass zweimal googlen soviel Energie verbraucht wie eine Tasse Kaffee zu kochen, macht auch energietechnische Probleme in einem Wohnhaus in der Neckarstadt-Ost nicht leichter. Schauen wir mal, wie wir das Ganze eskalieren lassen können, denn offensichtlich geht es letzterer Partei am Arsch vorbei (was sich reimt ist nicht immer gut), was erstere zu bemängeln hat: Hier geht es ums Prinzip, und wenn das mal nicht schwer exemplarisch ist, dann gute Nacht, Mannheim!
Eine Partei möchte also, dass weniger zeitintensiv gelüftet wird und die Heizkosten sich dadurch mindern, die andere denkt, je mehr lüften, desto weniger Schimmel wird sich bilden und verbieten lässt man sich ja schon mal gar nichts! Vor allen Dingen nicht von einem läppischen Mieter, der von Besitz und Wertminderung ja so rein gar nichts versteht wie zum Beispiel ein Eigentümer. Soweit so gut! Mal sehen, ob sich das nicht noch toppen lässt:
"Wenn einige Frischluftfreunde denken, sie müssten das Haus mal so ordentlich durchlüften, dann sollen sie das gefälligst tun, aber nicht stundenlang. Stoßlüften reicht vollkommen aus! Nach fünf Minuten gehören die Fenster wieder geschlossen. Wer dem aus irgendwelchen Gründen nicht nachkommen kann oder mag, der soll für immer schweigen und nie wieder ein Fenster berühren noch irgendwelchen Unsinn ans Fenster bloggen!", steht nun ans Fenster geschrieben und ich harre auf Antwort.
Solange kann über etwas anderes berichtet werden: Wozu braucht eigentlich Ludwigshafen ein neues Einkaufszentrum wie die "Rhein-Galerie" am Zollhafen? Es gibt nun schon genügend Einkaufszentren in dieser Stadt, die zwar ambitioniert, doch leider gescheitert sind. Als Beispiele seien genannt: Der Berliner Platz und die Walzmühle - Takko, Tortenschachtel, KIK, T€DI, und Schlecker zählen zu den Garanten des konsumistischen Untergangs - funktionieren einfach nicht.
Was waren das noch Zeiten, als die Walzmühle noch mit (sub)kulturellen Angeboten lockte, bevor der Laden zu etwas vollkommen Belanglosem umverwandelt wurde: Hier hatten immerhin einmal The Notwist gespielt, im linken Teil der Fabrik, und im rechten konnte man gleichzeitig Techno nachvollziehen, der vorher doch nur eine trübe Masse an Tönen war, hier aber sich voll offenbaren durfte als das, was er war: eine intuitiv zusammenklabusterte Musik mit mehr Herz und mehr Seele, als es die ganze Rockliga annodazumal fertig brachte. Nun ist die Walzmühle ein trauriges Einkaufszentrum voller grantiger Menschen!
Wer soll bitteschön in Ludwigshafen einkaufen, wo doch jeder seit Jahrhunderten schon weiß, dass ein Einkauf in Mannheim viel mehr Spaß macht? Man geht höchstens nach Ludwigshafen, wenn man mal billige Jeans braucht. Wer aber Style kaufen will, der geht nach Mannheim. Ich weiß, ungewohnte Worte aus meiner Tastatur, aber es ist so! In Ludwigshafen flaniert allein das Proletariat: Es hat gar keinen Geschmack und braucht deswegen keine zweite ShoppingMall mit Kleidungsdiscountern und zugegebenermaßen schönem Rheinblick (man wirbt sogar mit dem Blick auf das Mannheimer Schloss! Wie niederträchtig, sich auch noch mit fremden Immobilien schmücken zu wollen). Zwei davon reichen!
Man gibt sich also voll der Hoffnung hin und schafft damit weitere Bauruinen. Davon gibt es in Ludwigshafen schon so viele! Genannt seien das ehrgeizige U-Bahnprojekt am Heinrich-Pesch-Haus, die Walzmühle, der Hauptbahnhof, der Berliner Platz, das RathausCenter, die BASF-AG, etc. usw, usf. Da ist sogar Mannheim schöner, und das meine ich ernst! Vielleicht liegt es aber auch an den drei Bier, die ich heute Abend schon getrunken habe. Ich trinke mir Mannheim richtig schön - Prost!
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