Einmal stand unser Mann von DHL vor der Türe, kreidebleich und zitternden Händen. "Wissen Sie, was mir gerade passiert ist?", eröffnete er grußlos. "Nein, mir unbekannt!", entgegnete ich, doch meine höfliche, zuvorkommende Art erteilte dem grundsympathischen jungen Mann Redefreiheit.
Er hätte nämlich gerade vor unserer Hauseinfahrt gehalten, um uns ein Paket zuzustellen. Er war jedoch noch nicht zur Wagentüre hinaus, da hupte bereits ein hintanstehender Verkehrsteilnehmer und beschied ihm wild fuchtelnd, er solle gefälligst von der Toreinfahrt verschwinden. Daraufhin sei er, unser DHL Mann, weggefahren und hätte anderswo einen platzsparenden Haltepunkt gesucht.
Als er mit unserem Paket zurückgekommen sei, hätte der PKW Fahrer selber vor der Ausfahrt geparkt und im Inneren seines Fahrzeugs in aller Seelenruhe telefoniert. So ein **** (schlimmstmögliches Schimpfwort bitte selbst eintragen), und jeden Tag derselbe Mist, schimpfte unser DHL Mann. Er sei ja schon viel herumgekommen, aber was er hier erlebe, das schlüge dem Fass den Boden aus und so weiter.
Ich sah mich als Leidensgenossen, hatte tiefes Verständnis für den verunsicherten, wütenden Mann. Die Gesichter von so einigen Menschen hier tragen hässliche, tief von Missgunst, Dummheit und Boshaftigkeit ins Gesicht gezeichnete, Narben. Das wahre Böse, es hat einen Platz in Mannheim, und es verwundert, dass die Stadt keinen eigenen TatortKrimi hat. Doch gegen das Böse und das Dumme hat man keinerlei Macht - es sei denn mann bedient sich ihrer Instrumente.
Mit dem Fahrrad unterwegs. Auch mal StVO-mäßig so komische Sachen machen. Man kommt ja sonst gar nicht vom Fleck. Ich behaupte hier: Hielte ich mich genauestens an die Verkehrsregeln, ich käme niemals an meinem Ziel an, es sei denn, ich schübe mein Fahrrad über weite Strecken. Dennoch: Ich gefährde damit allein mein Leben. Anders wird es, wenn ein PKW-Fahrer mal so komische Sachen macht. Und hinterher den Radfahrer auf einen nichtexistenten Radweg verbannen möchte, weil er ja auf der Straße gar nichts zu suchen hätte.
Führte ich dann eine Waffe mit mir, ich würde ohne zu zögern davon Gebrauch machen. Adrenalinberauscht stelle ich mir übelste Foltermethoden vor. Winseln soll er, der Hund! Um Gnade betteln und seine Dummheit erkennen und daran ersticken. Ich würde sie ihm ins garstige Gesicht schlagen und ihn am Ende blutend in der Gosse liegen lassen.
Nachdem ich mich noch einige Kilometer in dieser Phantasie gesuhlt habe, inklusiver Abschaffung aller Blödheit in der Welt durch faschistische Wirkungsweisen, kühle ich allmählich wieder ab. Ich mache mich doch nicht mit solchen Menschen gemein! Diese Katharsis findet stets im Kopfe statt.
Trotzdem fürchtet's mich sehr vor dem Winter, oder was Experten hier so als Winter bezeichnen. Es ist nämlich zu vermerken, dass viele Menschen, die einen Führerschein ihr eigen nennen, gar kein Auto fahren können. Es aber trotzdem tun. Das ist fast noch erträglich, wenn die Straßen rein und trocken sind. Doch sobald auch nur ein Eiskristall den Teer berührt, bricht ein Chaos aus.
Deswegen spricht man auch gleich von Schneekatastrophen, wenn es einmal schneit und der Schnee auch noch liegen bleibt. Genau genommen müsste es aber Autofahrerkatastrophe heißen, denn der Schnee ist selten schuld an den endzeitlichen Szenarien auf bundesdeutschen Straßen. Tatsächlich schneit es ja nur noch selten in diesen Breiten. Meine Großeltern erzählten manchmal noch von Wintern, die diesen Namen verdient haben.
Wenn es aber schon bei Raureif zu Unfällen und bei leichtem Schneefall zum Dauerstau kommt, wird das ganze Ausmaß des Irrsinns auf den Straßen deutlich: Hier treffen andauernde Selbstüberschätzung, mangelndes Einschätzungsvermögen von Gefahren, Dummheit, Dreistheit und Ungeduld aufeinander. Diese ungute Kombination macht das Kraftfahrzeug zu einer tödlichen Waffe. Aber Waffen, in den Händen von Idioten? Oder SIND Waffen nicht sogar für Idioten gemacht?
Hmmm! Müsste man mal drüber nachdenken!
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Dienstag, 25. November 2008
Mich fürchtet's vor dem Winter! Katastrophenmeldungen!
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Montag, 23. April 2007
Ich veröde sprachlich, kämpfe aber weiter! Viel Anteilnahme bei Katastrophen!
jetzt ist es passiert und ich muss mich wirklich entschuldigen. da gibt es nichts zu rütteln, ich habe versagt! und ich muss jedem danken, der mich auf fehler hinweist!
also: vielen dank!
seit meinem studium habe ich es vermieden, abkürzungen und verniedlichungsformen zu verwenden. ich bekam hautauschlag, wenn ich mir vorstellen musste, ein "studi" zu sein, der mit seinem "prof" wegen der "dip" ein gespräch hat, wo ihm fachliteratur empfohlen wird, die man in der "bib" bekommen kann. darauf erst mal einen kaffee in der cafete (sic!). später, dann schon in berlin, musste ich mich mit menschen am "kotti", am "görli" oder am "alex" treffen, welche die verabredung dann mit "supi" konstatierten. in mannheim gibt es keine orte die man abkürzen könnte (ausser "lu", aber das ist ja nicht in mannheim), dafür geht man aber "sekti" trinken mit freunden und freundinnen, denen ein namentliches "i" angehängt wird. ich verwahre mich gegen die verödung und verniedlichung der sprache durch abkürzung und verniedlichung. ich finde, alles verdient respekt. sei es durch die zeit die man sich nimmt, es auszusprechen oder dadurch, einen begriff die grösse die ihm zusteht zu gewähren., ihn aber auf keinen fall phonetisch herabzusetzen!
um so schlimmer, dass ich genau dies tat: O. wies mich - bezugnehmend auf den text "probleme mit raum..." darauf hin, dass man dem latte macchiato einen bärendienst erweist, wenn man ihn einfach so als "latte" bezeichnet. ich schäme mich sehr! vielen dank für den hinweis, lieber O. er hat gesagt:
doch ebenfalls peinlich sind menschen, die z.b. nicht mehr ins büro gehen, sondern ins office. die dritte form der sprachlichen verödung ist nämlich die überhöhung gewöhnlicher dinglichkeiten durch verwendung fremdsprachlicher einflüsse oder durch unzulässige steigerungen. das nervt totalst! unterlassen sie das bitte!
(ist schon jemandem aufgefallen, wie inflationär das wort "katastrophe" benutzt wird? beispiel: vor 25 jahren gab es ja noch meterweise schnee. keinem wäre das wort "katastrophe" in den sinn gekommen. wenn es heute aber einmal im jahr schneit und der schnee nicht augenblicklich wegtaut, nennt man das "schneekatastrophe" oder "schneechaos". handelt es sich dabei aber nicht eher um eine "autofahrer-katastrophe"? mit vollkommen natürlichen flussübertretungen hierzulande ist es allerdings genauso: heutzutage sind das alles katastrophen! das leid der hauseigentümer ist unendlich und herzzereissend. ich finde das dann doch etwas zynisch gegenüber den vielen millionen menschen, die wissen was eine wirkliche flut ist und nicht (!) schadensversichert sind.)
an dieser stelle möchte ich mich für die vielen und ausschliesslich positiven rückmeldungen bedanken. es stellt natürlich auch eine verkürzung dar, mittels eines blogs bericht zu erstatten, und nicht persönlich. aber auch privatkorrespondenz wird wieder drin sein, ganz sicher! versprochen!
also: vielen dank!
seit meinem studium habe ich es vermieden, abkürzungen und verniedlichungsformen zu verwenden. ich bekam hautauschlag, wenn ich mir vorstellen musste, ein "studi" zu sein, der mit seinem "prof" wegen der "dip" ein gespräch hat, wo ihm fachliteratur empfohlen wird, die man in der "bib" bekommen kann. darauf erst mal einen kaffee in der cafete (sic!). später, dann schon in berlin, musste ich mich mit menschen am "kotti", am "görli" oder am "alex" treffen, welche die verabredung dann mit "supi" konstatierten. in mannheim gibt es keine orte die man abkürzen könnte (ausser "lu", aber das ist ja nicht in mannheim), dafür geht man aber "sekti" trinken mit freunden und freundinnen, denen ein namentliches "i" angehängt wird. ich verwahre mich gegen die verödung und verniedlichung der sprache durch abkürzung und verniedlichung. ich finde, alles verdient respekt. sei es durch die zeit die man sich nimmt, es auszusprechen oder dadurch, einen begriff die grösse die ihm zusteht zu gewähren., ihn aber auf keinen fall phonetisch herabzusetzen!
um so schlimmer, dass ich genau dies tat: O. wies mich - bezugnehmend auf den text "probleme mit raum..." darauf hin, dass man dem latte macchiato einen bärendienst erweist, wenn man ihn einfach so als "latte" bezeichnet. ich schäme mich sehr! vielen dank für den hinweis, lieber O. er hat gesagt:
...aber ist latte nicht ein trauriger ausdruck für einen leckeren duftenden kaffee mit aufgeschäumter milch? Hat der italiener das unglück, dass latte in seiner sprache „milch“ bedeutet, assoziieren wir damit die klassische 24/48mm Dachlatte (holger börner) oder natürlich die vulgärinfantile variante der erektion...übrigens sympathiere ich nicht mit dem verein deutsche sprache e.v.! dieser möchte ja letztendlich alle anglizismen etc. aus der deutschen sprache entfernen und ersetzen, um aus dem laptop einen klapprechner zu machen. für viele begriffe gab es bei einführung eben kein deutschsprachiges pendant. und meistens ist das gut. anglizismen können eine sprache bereichern und erweitern, und mein tipp ist: hassmails voller angliszismen an den verein schreiben!
doch ebenfalls peinlich sind menschen, die z.b. nicht mehr ins büro gehen, sondern ins office. die dritte form der sprachlichen verödung ist nämlich die überhöhung gewöhnlicher dinglichkeiten durch verwendung fremdsprachlicher einflüsse oder durch unzulässige steigerungen. das nervt totalst! unterlassen sie das bitte!
(ist schon jemandem aufgefallen, wie inflationär das wort "katastrophe" benutzt wird? beispiel: vor 25 jahren gab es ja noch meterweise schnee. keinem wäre das wort "katastrophe" in den sinn gekommen. wenn es heute aber einmal im jahr schneit und der schnee nicht augenblicklich wegtaut, nennt man das "schneekatastrophe" oder "schneechaos". handelt es sich dabei aber nicht eher um eine "autofahrer-katastrophe"? mit vollkommen natürlichen flussübertretungen hierzulande ist es allerdings genauso: heutzutage sind das alles katastrophen! das leid der hauseigentümer ist unendlich und herzzereissend. ich finde das dann doch etwas zynisch gegenüber den vielen millionen menschen, die wissen was eine wirkliche flut ist und nicht (!) schadensversichert sind.)
an dieser stelle möchte ich mich für die vielen und ausschliesslich positiven rückmeldungen bedanken. es stellt natürlich auch eine verkürzung dar, mittels eines blogs bericht zu erstatten, und nicht persönlich. aber auch privatkorrespondenz wird wieder drin sein, ganz sicher! versprochen!
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