Posts mit dem Label Alter Messplatz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Alter Messplatz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 13. Oktober 2009

Unsensibel! Scheiß' die Wand an!

Es ist ja einigermaßen unsensibel, wenn neben der schönen, offenen Ausstellung auf dem neuen, alten Messplatz ein Oktoberfest- Bierzelt aufgeschlagen wird.

Immerhin sind ja auch die III. Fototage ein Aushängeschild der Region, und wenn mal eine(r) die wundervolle Idee hat, ein Labyrinth voller Fotografien anzulegen und es dem geneigten Betrachter kostenlos zur Verfügung stellt, dann kann man damit rechnen, dass eben diese Idee von der Stadt Mannheim konterkariert wird.

Man kann ebenfalls darüber nachdenken, was einen Veranstalter dazu treibt, ein Oktoberfest in der Region zu organisieren. In München macht es wenigstens noch Sinn, als dass das Fest eine lange Tradition hat. In Mannheim hingegen gibt es ja nun schon genügend Sauf- und Fressfeste, man könnte auf eine Oktoberfest- Simulation gerne verzichten.

Man will aber auch niemandem den Spaß nehmen, und dem Veranstalter auch nicht seine Einnahmen. Aber ob man von zuständiger Seite - also der Stadt Mannheim - auch einmal daran gedacht hat, als was ein anliegendes Labyrinth missbraucht werden könnte, wenn die Blase trunksüchtiger Mannheimer drückt?

Kommerz ja, Kunst vielleicht - wo genau der Schwerpunkt liegt, ist schon lange bekannt. Vielleicht sollte sich Mannheim nicht als Kulturhauptstadt bewerben, denn möglicherweise ist ein anderes Ressort naheliegend: Stadt der Volksfest-Kopie? Stadt des kunstverdächtigen Urinals? Stadt der Unsensibilität? Stadt des gedanken- und ideenlosen vor-sich-hin-planens? Ich will hier weg, schleunigst!

Montag, 13. April 2009

Sommersmilde! Mannheim kriegt nochmal 'ne Gnadenfrist!


Eine Steuererklärung zu machen kann sehr gefährlich für Leib und Seele sein. Insbesondere dann, wenn der heimische Schreibtisch nebst einer Gaube, also unter einer Dachschräge, befindlich ist und man eben dieser Fenstereinlassung die Stirn bietet und dadurch eine große Beule davonträgt, die zwar jedem Klingonen zu großer Ehre gereichen würde, aber in bundesdeutschen Städten wie Mannheim sozial arg geächtet ist.

Welche unsichtbaren Schäden diese äußerst sichtbare Verletzung zu verursachen in der Lage ist, ist in diesem Fall noch nicht hinreichend geklärt. Möglich wäre eine Auswirkung auf das Sprachzentrum und damit auch auf die Syntax meiner. Mindestens aber eine Gehirnerschütterung mit Fieberanfällen wird die Folge sein. Appettitlosigkeit. Sexuelle Unlust. Vergrämung der Lebensqualität. Man wird abwarten müssen.

Dabei hat alles so gut angefangen! Seit ich wieder zurück bin in Mannheim, wohlbehalten zwar, doch irgendwie verzweifelt. Verzweifelt an der Tatsache, in dieses triste, kalte, hässliche Mannheim zurückkehren zu müssen, wo doch hier jeder Verwaltungsfachangestellter zu sein scheint, dessen einziger Spaß darin besteht, den jeweils anderen mit Formularvorlagen vollzuschmeißen und Griesgrämigkeit in jede Furche der Kultur zu sähen. Und an dieser Saat würde sogar die zäheste Krähe zugrunde gehen. Womit nicht gesagt sein soll, ich sei eine Krähe.

Ich weinte also noch bittere Tränen am Flughafen von Malta und wäre wohl nicht in den Airbus gestiegen, wenn meine liebe Frau C. nicht in heldenhaftem Mut den ersten Schritt getan hätte, dies schwöre ich bei der Ehre von allem was mir heilig ist, also meiner selbst! Aber seit ich wieder hier bin, geschah dann doch einmal etwas Erstaunliches, beinahe poesiebehaftetes, das ich diesen Gefilden gar nicht zugetraut hätte.

Denn erstens einmal ist das Wetter ja ganz grandios dieser Tage, dafür kann Mannheim aber nichts! Auch dass alles blüht und blumt und grünt in vielen bunten Farben und Grüntönen und dabei gar nicht so sehr nach Auto riecht wie in den Wochen zuvor, als es kalt war, nass und grausam, ist nicht Verdienst der Stadt. Aber dass deren EinwohnerInnen entspannt wirken, in diesen harten Krisenzeiten, und sie den Gemeinheiten, welche ihnen sonst widerfahren, den sonnenbestrahlten Rücken zuwenden, hatte ich so nicht erwartet.

Sogar der karge neue, alte Messplatz hat ein noch nicht völlig abgeschlossenes Update bekommen. Da, wo sonst nur diese seltsamen Glimmstängel herumstanden, dort gibt es nun auch ein paar Bäume. Und der Platz wird wider (meinem) Erwarten tatsächlich angenommen, freundlicherweise nicht nur von kreischenden Kindern und keifenden Müttern am Tag, sondern auch in der Nacht, und jetzt kommt sie, die Poesie des Alltags, von der hier schon die Rede war: Orientalisch anmutende Musiker hatten den Platz annektiert und ließen ägäischen Flair frei, während Punks und Normalos sich dem Feuertanz und dem Alkohol hingaben. Dieses friedliche Event sei mit dem Adjektiv "leicht" umfassend umschrieben.

Geht doch, liebes Mannheim! Eintracht mal ohne Fußball und über ethnische Zugehörigkeiten hinweg. Und um noch einen draufzusetzen: Die Polizei kam erst gegen halb Zwei in der Nacht, und die beiden schienen sich sogar ein ganz kleines bisschen dafür zu schämen, Vollstrecker eines grantigen Nachbarwillens sein zu müssen. Und dieser freundlichen Beschämtheit folgte ein ebenso freundliches Schulterzucken seitens aller Beteiligten, friedlich wurde der Platz geräumt. Da sieht man hinterher doch alles mit anderen Augen.

Sommersmilde möchte ich noch hinzufügen, dass die neue VHS an der Kurpfalzbrücke gar nicht so hässlich ist wie es zu erwarten war. Man müsste jetzt nur noch solche Bausünden wie die Kurpfalzpassage einreißen, ein Gebäude, das es im Dutzend wohl billiger gab: Jedes kleine Städtchen hat ein Verwaltungsgebäude, das genau so eine Fassade, genau so ein Dach hat. Weg damit! Und auf dem Dach der VHS bitte eine Bar mit Neckarblick! Mannheim kriegt 'ne Gnadenfrist!

Sonntag, 22. Juni 2008

Endlich weichgekocht! Meine ersten 10 Minuten EM 2008!


Freitag abend war in der Neckarstadt die Hölle los. Nachdem am neuen "alten Messplatz" ein "Rock gegen Rechts" Festival zelebriert wurde, ging man noch in den Biergarten des Alten Bahnhofs, mit wirklich nettem Ambiente unter Laubbäumen, die zu bestimmen ich zu fortgeschrittener Stunde nicht mehr in der Lage war.

Man regte sich u.a. über die Kuschelrocker "Heuser" auf, deren Sänger besonders mit folgendem Spruch auffiel: "Leute, seid gegen Rechts, ach was, seid gegen all das, was immer ihr wollt! Bloß steht zu Eurer Meinung!" Dass gerade Nazis gegen Ausländer sind und ebenfalls zu ihrer Meinung stehen, kam ihm offenbar nicht in den Sinn! Die Schogettes brachten ihre antifaschistische Message besser auf den Punkt: "Denne Nazis muss mer äfach in die Fress träde!"

Die Stunde war noch früh, das Spiel Türkei gegen Kroatien noch nicht zu Ende, und eines wurde deutlich: Nach 22Uhr rockt man in Mannheim nicht mehr gegen Rechts, denn Toleranz und Antirassismus darf nicht den Schlaf stören und ist daher bei Tage zu begehen. Andererseits: Die Nacht war ja noch nicht zu Ende. Und, liebe LeserInnen, ich habe tatsächlich mein erstes EM- Spiel auf dem Bildschirm goutiert. Oder, der Ehrlichkeit halber: Das Elfmeter- Schießen am Ende! Man will ja schließlich wissen, ob man sich in der Nacht auf Autokorsos einstellen muss oder nicht!

Man musste sich darauf einstellen! Kaum schoss die türkische Mannschaft das entscheidende Tor, bewegte sich der Korso in Richtung Innenstadt. Stundenlang. Riesenhaft. Mehr stehend denn fahrend. Und ich frage nun die geneigte Leserschaft: Wie kann das sein? Warten die Fans in ihren Autos und verfolgen das Spiel mittels I-Phone? Ist es die moderne Technik, welche das Raum-Zeit-Kontinuum schrumpfen lässt? Ist den Fußballfans die Technik der Teleportation bekannt und anverwandt? Und ist Benzin tatsächlich noch nicht teuer genug, wie Dimitri Taube neulich im godelta-blog nachfragte? Und wie wird das erst, gewänne die türkische Mannschaft die EM?

Hupkonzert hin, Herumgefahre her: Ich fand die türkische Feier grundsympathisch, denn hier freute man sich einfach, ohne jede Häme gegenüber geschlagenen oder noch zu schlagenden Gegnern. Einigen Aussagen nach freue man sich sogar, nun gegen die deutsche Mannschaft spielen zu dürfen. Sollte die türkische Mannschaft dabei verlieren, sei das nicht so schlimm, denn: Ey Alda, im Herzen sinwer Türken, doch leben tun wir in Deutschland! So in etwa drückten das auch die türkischen Jungs, mit denen ich arbeite, aus. Und Hand auf's Herz: Ich glaube ihnen!

Viel ruhiger war die russische Demonstration des gestrigen Sieges. Mag daran liegen, dass es nicht so viele Russen in Mannheim gibt, oder eventuell auch daran, dass ihnen nicht genug Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Oder man sich der steigenden Benzinpreise bewußt ist. Ich habe jedenfalls nachgezählt, und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Nur ein PKW fuhr hupend durch die Straßen der schönen Neckarstadt, und die Stimmung war eher lau.

Wie man sieht, so sehr ich mich der EM auch erwehre: Ich kann ihr nicht entgehen! Finde ich es doch reichlich seltsam, mit der Mannschaft eines bestimmten Landes zu fiebern. Aber ich habe ja auch keine Ahnung von Mannschaftsport jeglicher Form. Meinetwegen könnte man nämlich auch 22 Fußbälle auf das Spielfeld kullern lassen, dann gäbe es wenigstens keinen Streit und wahrscheinlich auch keine Fouls. Und wer am Ende gewinnt, ist mir ebenfalls vollkommen egal. Doch ich freue mich mit denen, die sich freuen. Und denen, die verloren haben, gehe ich aus dem Weg.

Mittwoch, 2. April 2008

Aldis Messplatz! Und ein entschiedenes Nein!

Beinahe hätte sich das "Platzhaus" am neuen "alten Messplatz" in mein Herz geschunkelt, doch es sollte leider nicht sein. Zu hübsch waren die beiden kleinen Bungalows. Sie erinnerten fast an toskanische Begebenheiten, hätte man sie nicht in diesem spiesserdeutschen weiß angemalt. Natürlich war es ob der unvermeidlichen Bauzäune nicht möglich, das "Platzhaus" wirklich lieb zu haben, zumindest nicht für mich!

Der gemeine Mannheimer hingegen liebt Gitter und Absperrungen, was sich dem geneigten Fußgänger z.B. beim Überqueren der Strassen deutlich zeigt: Man wird durch ein kleines Labyrinth geschleust und am Ende wartet der Mann mit dem Bolzenschussgerät. Das ist fein und gefällt uns! Also goutieren wir den gerasterten Blick auf die Außenwelt durch den Maschendrahtzaun unserer Unbeweglichkeit, während der Latte Macchiato heiss und fingergespreizt geschlürft wird.

Doch alles hat einmal ein Ende! Es kann ja nicht sein, dass etwas einigermaßen ästhetisches auch so bleiben darf - nicht in Mannheim! Der Bauzaun ist tot, es lebe das Lochblech: Das "Platzhaus" ist nun vollverkleidet und wirkt ganz plötzlich wie eine Aldi- Filiale. Immer noch besser als Lidl! Herzlichen Glückwunsch! Ein Riesentrumm von Gebäude mit Würgreflexgarantie! Spitze!

Neben dem verhunzen von Gebäuden und öffentlichen Plätzen wird in Mannheim eine andere schöne Tradition gepflegt: Der gute alte Leierkastenmann spielt wieder in den Gassen. Morgens um Neun! Es gibt Menschen, denen könnte man den lieben langen Tag den Hals umdrehen.

Aber Moment mal: Ist das nicht eine schöne Tradition? Viel schöner als Kapitalismus, Feuerwehrfeste, Arbeit und Weihnachten zusammen? Ich sage da ganz deutlich: Nein! Nicht per se! Nicht zu jeder Uhrzeit, und auch nicht jeden Tag! Man muss ja allen Mumm zusammen reissen, um mal wieder NEIN sagen zu können, heutzutage.

Denn es kommen täglich neue Zumutungen auf uns zu, und da ist es eigentlich ganz schön, wenn ein paar alte dafür wegfallen. Unser Hirn ist schließlich nur soundso groß, deswegen passt da nur soundso viel rein. Alles was neu ist verdrängt etwas altes, das kosmische Gleichgewicht der Doofness ist nicht verhandelbar.

Jetzt kommt also neuerdings der Leierkastenmann, dazu noch frühmorgens, und allein seine Anwesenheit lässt mich existenzielle Dinge wieder vergessen. So kann das nicht weitergehen. Deswegen sage ich ganz entschieden NEIN zum Leierkastenmann! Geh' weg! Lass' mich in Ruhe! Wo ist der Mann mit dem Bolzenschussgerät?

Dienstag, 4. September 2007

FarmerBoy und CountryGirl! Back in Town!

So, jetzt also wieder zurück in 'tschland, genauer gesagt in Mannheim, und schwer überrascht vom hiesigen Wetter. Ich war ja der Meinung, die gemeldeten 14°C bezögen sich auf die Nacht. Nun denn, liebe MannheimerInnen, ich möchte Euch Trost spenden: Denn es ist fürwahr keine Freude oder Erlösung, bei 40°C im Schatten vor sich hin zu dämmern wie meine liebe Frau C. und ich es die letzten Tage in der Türkei tun mussten.

Ich möchte hier auf einen entscheidenden Vorteil kühleren Wetters hinweisen: Endlich kann man seine legèren Anzüge auftragen, ohne sofort zu transpirieren. Das ist Chic und es macht Spass, dem hiesigen Gammel- Look mal wieder edle Garderobe entgegenzusetzen. Denn das gehört so: Mein Vater z.B. war als junger Mann ein einfacher Maurer, aber er trug in seiner Freizeit stets maßgeschneiderte Anzüge.

Das kann sich heute kaum noch wer leisten, und wer sich wie ich der kapitalistischen Verwertungsmaschine so weit es geht entziehen möchte, der muss auf Stangenware zurückgreifen. Und ist somit wieder Teil einer viel perfideren Verwertungsmaschine, weil sich die produzierenden Kinder und Frauen in ärmeren Ländern ihre Gesundheit für einen Hungerlohn ruinieren müssen. Zu meiner Genugtuung aber werden die hässlichen Camouflage- Hosen unter den gleichen Bedingungen hergestellt. Dann doch lieber stilvoll grausam sein als tumb und doof! Genug des Vorhergehenden.

Erschrocken war ich gestern nicht nur wegen des Wetters. Viel mehr irritierte mich die "Messplatz Arena" am "neuen Alten Messplatz", in dessen unmittelbarer Nachbarschaft ich mich wohnend wähnen darf. Das Motto der Veranstaltung lautet nicht nur "Sport statt Gewalt", nein, das Angebot richtet sich auch noch an lärmende Kinder und Jugendliche. Ja hat man denn nie seine Ruhe? Und wie ist denn bitte das Motto zu verstehen? Sport hat immer auch mit Gewalt zu tun, fragen Sie mal einen Eishockeyspieler.

Zudem wird im Sport auf ewig dem schnelleren, besseren und flexibleren Menschen gehuldigt, und damit werden Leistungsträger für unsere Gesellschaft reproduziert. Sowas können nur Sozialdarwinisten wollen! Der kluge Mensch jedoch entzieht sich unnötiger körperlicher Anstrengung und profitiert von einem langsameren, weit bequemeren Wirtschaftswachstum.

Liebe Kinder von Mannheim: Wie wäre es denn mal mit folgendem Motto? "Denken statt Gewalt" Ach, das ist zu anstrengend, zu abstrakt? Ist klar, Einfalls- und Phantasielosigkeit waren ja schon immer die Garanten für gesellschaftlichen Fortschritt. Viel lieber sieht man die Menschen einem Ball hinterher grunzen als sich im intellektuellen Disput üben.

Täte man jedoch letzteres, würde man die Albernheit der dauernden Anstrengung und des Strebens erkennen: Der "Besssere" wird in der Logik des Kapitalismus nämlich ständig (über)strapaziert, während der "Schlechtere" weitgehend unbehelligt bleibt!

Dienstag, 24. April 2007

rauchverbote auch bald im freien? die tabakindustrie wehrt sich!

die tabakindustrie schlägt zu. noch bevor das rauchen in gaststätten verboten wird, versucht sie den konsumenten auf hinterhältige art zum rauchen zu verleiten. die stadt mannhim spielt mit.

klar, durch das rauchverbot werden viele kneipen zumachen müssen, die gäste bleiben weg, und draussen rauchen ist ja auch nicht, weil der ordinäre nachbar sich ja schon wegen lärmbelästigung beschwert, wenn ein angestochener passant nach 22uhr um hilfe röchelt. wieviel anders muss es im ebenfalls rauchfreien italien sein, wo es okay geht, wenn die nacht draussen gefeiert wird. hier denken ja alle ans früh aufstehen, das ist langweilig. wozu früh aufstehen? das arbeitsamt macht doch erst um 8uhr auf. und die kneipen erst nachmittags.

doch zurück zur tabakindustrie und ihr durchsichtiges verhältnis zur stadt: man muss sich halt was überlegen, wenn es soweit kommt, dass ein paar nichtraucher
aus der parallelgesellschaft die mehrheit der menschen terrorisiert. sicher ist rauchen gesundheitsschädlich, und ja, es kann nerven, ständig angequalmt zu werden. aber arbeit schädigt die gesundheit ebenfalls, und autos erst! aber keiner kommt auf die idee, das ebenfalls zu verbieten. sogesehen ist die tabakindustrie schwach, und damit sie weiterhin arbeitnehmer zu dumpinglöhnen beschäftigen kann, muss sie verstärkt werbung machen:

zum beispiel auf öffentlichen plätzen wie dem alten messplatz, der neu gestaltet wurde. hoch ragen dort, angeordnet wie in einer zigarettenschachtel, doch mit viel mehr bewegungsfreiheit, lange stängel in die luft, die am oberen ende filterähnliche leuchten besitzen. die stadt
mannheim hatte sie anfangs noch mit pastellenen farbfolien ausgestattet, doch die tabakindustrie beschwerte sich - raucher sind stilbewusst!

gemein werden raucher wie nichtraucher für werbezwecke missbraucht. assoziationen werden geweckt, fragen gestellt: "wo
ist der nächste kippenautomat?" oder "ich rauche doch gar nicht? woher dieser saugdrang?" bis hin zum übelsten aller dinge "ich muss jetzt erstmal eine rauchen!" der plan ist perfide, und tatsächlich funktioniert er. überall auf dem grauen, aschenbecher- farbenen boden sind kippen verstreut, wie das untenstehende beweisfoto belegt. dermassen schockiert musste ich mir erstmal eine zigarette anzünden. und ging nicht zur arbeit! denn meine gesundheit ist mir heilig!