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Donnerstag, 4. Juli 2013

Steuermilliarden futsch durch Putsch? Mursis große Pleite!

Ägypten? Ägypten! Während eine Menge Ägypter die äußerst undemokratische Absetzung des im Übrigen völlig undemokratischen Muslimbruders Mursi bejubeln, stellt ein Gastkommentator namens Sternenkind angesichts dieses geschichtlichen Ereignisses auf ARD.de die einzig richtige und wichtige Frage:
"Wer zahlt uns jetzt die an Mursi verschenkten Steuermilliarden zurück?"
Ich bin mir zwar nicht sicher, ob man gleich von Milliarden sprechen muss oder eher nicht eher von Millionen, aber eines ist gewiss: Verschenktes Geld muss nie zurück gezahlt werden. Das Geld in welcher Höhe auch immer wurde jedoch ganz sicher nicht verschenkt. Es wurden Kredite vergeben, und zwar vom IWF. Und diese Kredite begleicht immer noch Ägypten und nicht irgendein ein geschasster Staatenlenker.

Ich frage mich allerdings, wo die Idee herkommt, dass die BRD weltweit das Geld von Zukurzgekommenen wie Sternenkind verschenken würde. Zu glauben, die Steuerbehörden pressten die Bevölkerung aus, um die eingenommenen Steuern im Ausland zu verballern, ist typisch deutsch.

Zur Sedierung: Dieses Land verschenkt nichts ohne dafür ein Mehrfaches zurückzuverlangen und auch zu bekommen, da kann man sich sicher sein (siehe Griechenland, Spanien etc.). Dass davon nichts beim Sternenkind ankommt, ist sicher nicht die Schuld der genannten Länder.

Fällt die Bedienung der Kredite durch Ägypten jedoch aus, können die so entgangenen Steuermiliarden gleich mehrfach bei bundesdeutschen Steuerbetrügern eingezogen werden.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Selbsterkenntniss ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung: Ich bin zu dumm!

Erste IQ-Tests als Pennäler haben mir geradezu Schwachsinnigkeit attestiert. Ich durfte dann trotzdem meine Mittlere Reife machen und habe dann noch ein paar Jahre gebraucht, um meine Fachhochschulreife dranzuhängen und auch ein Studium. Das soll nichts heißen: Wer würde behaupten wollen, dass Akademiker schlau sein müssen? Wäre dem so, dann sähe es aber ganz anders aus mit der Wirtschaft und der Politik, das können Sie mir glauben!

Ein Beispiel aus der Industrie soll uns verdeuten, wie sich Dummheit mit Nichtskönnertum elegant paart: Ingenieure entwerfen, ja wie heißen sie denn (zu dumm), solche Fahrradständer, die es eigentlich nur erlauben, dass jedes zweite Rad dort abgestellt werden kann. Das ist deutsche Ingenieurskunst oder aber die Rache des Autofahrers am schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Ein Beispiel aus der Politik? Gerne: Landesbanken!

Oder vielleicht der Wirbel um das Enthüllungsportal WikiLeaks bzw. der Mensch, der seinen Kopf dafür hinhält. Wahrscheinlich bin ich nicht klug genug um zu verstehen, was schlimm daran sein soll, wenn eine Gruppe Menschen geheim- oder unter Verschluss gehaltene Dokumente veröffentlicht. Es handelt sich ja nicht gerade um eine Top-Secret-Angelegenheit, wenn das US-Militär der Öffentlichkeit das Video vom Mord an Reuters-Mitarbeitern vorenthält. Das fällt wohl eher unter die Rubrik "Vertuschung".

Man muss hier wirklich trennen zwischen Top-Secret und Verschlusssachen. Diese Trennung wird an dieser Stelle jedoch nicht gemacht. Was Geheimdienste über unsere Kanzlerin oder den Außenminister sammeln, ist jedenfalls völlig harmlos und diplomatisch völlig irrelevant. Die beiden sollten froh sein, dass man überhaupt über sie spricht. Und dass Staaten und Staatsdienste versuchen, (peinliche) Informationen zurückzuhalten, liegt wohl in deren eigensten Interesse und ist daher verständlich, wenn auch nicht löblich. Soviel verstehe ich dann doch noch.

Aber dass die gesamte Presse deren Argumente nachhechelt, ist befremdlich! Bislang dachte ich immer, dass es die Aufgabe der Presse sei, das zu tun, was Assange durch WikiLeaks macht: Dinge herauszufinden UND sie zu veröffentlichen. Die Presse gilt zwar als eine (inoffizielle) Säule der Demokratie, aber nicht als Stütze des Staates. Im Zweifelsgrund sollte sie opponieren was das Zeug hält. Doch hier herrscht seltsame Einigkeit. Es gibt dafür ein Wort: Staatspresse!

Man kann sie sich bildhaft vorstellen, die Redaktionen der Magazine und Zeitungen, wie sie da sitzen und sich die Köpfe zerbrechen über Nachrichten, die an die Öffentlichkeit sollen und jene, die unter Verschluss bleiben, weil der Inhalt zu brisant ist. Sie müssen geradezu körperlich leiden, weil sie es sich selbst auferlegt haben, nur noch Pressemitteilungen von Bund und Wirtschaft zu veröffentlichen, all das für eine bessere Welt. Diese Presselandschaft braucht keinen Staat mehr, der sie zensiert. Sie genügen sich selbst vollauf. Und dann kommt da plötzlich so ein smarter Typ wie Assange daher und bricht einfach den globalen, sozialen Frieden mit einem Enthüllungsportal. Frechheit, das!

Da ist man ja froh, dass dieser Gutmensch doch seine Schwächen hat und gleich zwei Frauen am selben Tag zu ungeschützten Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll. Dieser fiese Drecksack, Mistkerl, Schweinehund! Wenn man ihn schon nicht wegen Geheimnisverrat drankriegen kann, dann doch hoffentlich wenigstens deswegen? Wäre ja noch schöner, wenn so einer frei herumlaufen dürfte. Der fickt doch bestimmt auch Priester!

Andererseits wirkt es geradezu hilflos, wenn dieser womöglich platzierte Vorwurf WikiLeaks zu Fall bringen soll. Wird nicht klappen: Assange macht ja wohl kaum alles alleine, es gibt wahrscheinlich viele Helfer und Sympathisanten. Außerdem ist er nicht rechtskräftig verurteilt und gilt bis dahin schlicht und recht als unschuldig. Doch etwas Rufmord kann der (Staaten)Sache nicht schaden, nicht wahr? Und wenn noch ein paar Banken und Provider mitziehen, dann kann man den Sumpf gut trockenlegen.

Was müssen die alle eine Heidenangst haben! Gottseidank bin ich zu dumm, um das alles zu verstehen!

P.S. Es beruhigt mich mehr als dass es mich ängstigt, wenn ich erfahre, dass arabische Staaten offiziell zwar hinter Ahmedinejads Iran stehen, inoffiziell aber den großen Satan USA um Unterstützung bitten.

P.P.S. Jede Zeitung klopft sich selbst auf die Schulter, wenn es ihr gelingt, Unrechtssysteme zu stürzen oder Missstände aufzudecken. Aber wieso wird Assange dafür kritisiert, wenn er ankündigt, ein bis zwei Banken zu Fall zu bringen?

Mittwoch, 12. September 2007

Kriegsschauplätze! Heroismus!

Wenn das Fernsehen über die "Jungs", die "unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen" berichtet, dann sieht man zum Beispiel, wie sie gerade eine größere Lieferung Toilettenpapier erwarten oder wie einer die Gulaschkanone einer afghanischen Großküche repariert. Das liegt daran, dass man hier gar keine anderen Bilder sehen möchte. 'tschland ist schließlich eine Friedensnation!

Im türkischen Fernsehen sieht die Berichterstattung ein wenig anders aus: Die Soldaten werden gerne im Kampfeinsatz gezeigt, in voller Montur selbstverständlich. Genauso beliebt sind Mündungsfeuer und fliegende Patronenhülsen. Dies alles natürlich mit viel Pathos und in Zeitlupe.

Unter den Kameraleuten scheint es einen offenen Wettbewerb darüber zu geben, wie man die Soldaten besonders heroisch abbilden kann: So filmt man gerne aus einem Graben heraus, während einige Militärs verwegen darüber springen. Gerne steht man auch am unteren Ende eines Hanges und wartet darauf, bis die Waffenträger einem entgegenpurzeln. Hollywood ist neidisch auf diese authentischen Filmaufnahmen.

Den Feind jedoch sieht man nie, er hat kein Gesicht. Er hat nur einen Namen: PKK oder einfach: Die Kurden! Wenn den Türken die Kurden im eigenen Land ausgehen, schaut man schon mal in den irakischen Norden rüber, denn da findet man noch welche.

Die Propaganda funktioniert: Selbst in Mannheim begegnen einem türkische Jugendliche, die allen Kurden jede Menschlichkeit absprechen und sie am liebsten tot sähen. Als Mitarbeiter in einer Hausaufgabenhilfe habe ich zwar nicht die Lizenz zum Töten, aber immerhin die zum totquatschen.

Es soll schon blutende Ohren gegeben haben, nachdem ich ich einen längeren Monolog über diese Verwerflichkeit an sich und den Humanismus im Besonderen hielt. Ich habe seitdem solcherlei Äußerungen nicht mehr gehört. Mich quält die Frage: Geschieht dies aus tiefer innerer Einsicht oder aus Furcht?

Unsere Wohnung stellt seit einigen Wochen einen weiteren Kriegsschauplatz dar. Und es ist nur meiner persönlichen Faulheit zu verdanken, dass es soweit kommen konnte: Noch bevor wir in Urlaub fuhren, fragte ich meine Freundin C., ob es nicht schlauer sei, den Mülleimer zu leeren. Bitte, sagte sie, wenn du nochmal die vier Stockwerke hochlaufen möchtest, dann tue dies. Ich verzichtete und schwang meinen hübschen, aber faulen Hintern in Richtung Hauptbahnhof.

Wir bereuten es nach unserer Heimkehr bitter: Hunderte von Drosophilidae melanogaster, gemeinhin auch bekannt als Fruchtfliegen, bevölkerten unser Heim. Sofort begann ich, sie zu erschlagen oder sie mit bloßen Händen zu fangen. "Das sind keine Menschen und haben deshalb den Tod verdient!", rief ich! Meine liebe Frau C. äffte meine allzu spontanen und zwanghaften Bewegungen scherzhaft nach und äußerte ihr Unverständnis.

Fruchtfliegen können nichts außer sich vermehren und einem doof vor der Fresse herumschwirren, so begründete ich den Völkermord. Na und? fragte meine liebe Frau C., das sagst du auch von vielen Menschen, die dir begegnen, und die tötest du schliesslich auch nicht. Eines nach dem anderen, murmelte ich nur, eines nach dem anderen!

Und schon hatte ich den Staubsauger zur Hand, um die Insekten lebendig aufzusaugen. Spontan erinnerte ich mich an die Filmaufnahmen aus dem türkischen Fernsehen und begann, einige Szenen nachzustellen. Ich saugte sozusagen aus der Hüfte oder aus dem Sprung heraus. Es gibt darüber eine lustige Fotoreihe, die aber leider analog geschossen wurde und noch nicht zur Verfügung steht.

Am Ende der Fruchtfliegen- Absaugung schickte ich noch eine kleine Hausspinne hinterher, nur zur Sicherheit. Möge sie ihr himmlisches Paradies und 72 Jungspinnen finden, wenn sie den Märtyrertod gestorben ist. Leider ist der Krieg noch nicht vorbei, immer wieder finden sich kleinere Kampfverbände und Einzelkämpfer, die bereit sind, ihr Leben für ihre neue Heimat zu geben. Und sie geben es gern!

Samstag, 28. Juli 2007

Der bewegte Mensch fordert was! Ampeln auf den Müllhaufen der Geschichte!

es ist ja nicht so, dass die strassen schon immer ganz alleine den kfz gehörten. wer das glaubt, ist selten dämlich: in meinen theoriestunden zur fahrprüfung gehörte der "mann mit handwagen" noch fest zum repertoire des strassenverkehrs.

in der geschichte der strasse werden fahrzeuge erst spät erwähnt. zuvor wurden strassen wandertechnisch erschlossen und dienten dem freundlichen warenhandel. per pedes war man unterwegs, der pökler genoss die natur und lüpfte kurz den hut, wenn der fassbinder ihm seine fässer entgegenrollte. heute ist das unvorstellbar!

es wurde nämlich schlimmer: später wurden die strassen für militärische massnahmen strategisch wertvoll, um kriegsgerät und heer schnell transportieren zu können. hitler baute viel später auch seine autobahn quer durch deutschland, er hatte das prinzip verstanden.

auch heute findet auf und über strassen krieg statt, doch sind die kombattanten die einfachen bürgerInnen, die sich über die staatliche gewalt hinwegsetzen und einen bruderkrieg "jeder gegen jeden" inszenieren. nur der gemeinsame feind kann sie einen: der fahrradfahrer und der fussgänger.

letzterem gehörte die strasse früher ganz allein, und der wagenlenker musste ihm den vorrang lassen. doch rücksichtslosigkeit und ignoranz sowie die unfähigkeit des menschen, ein fahrzeug sicher zu führen, setzten dem ein ende.

nach etlichen toten fussgängern erfand man verkehrsregeln. da diese äusserst interpretativ (gibt es dieses wort?) umgesetzt wurden, handelte es sich wohl nur um wohlmeinende vorschläge. als aber keine besserung eintrat, baute man die ampel!

sie ist die gefährlichste unter allen waffen, da sie den menschen in den ursprung seiner keimzellen zurückversetzen und aus einem denkenden ein auf reize unmittelbar reagierendes wesen machen, ähnlich einer amöbe.

tote gibt es dennoch, deswegen erkläre ich das projekt "ampel" als gescheitert. ich selbst reagiere höchst emanzipativ und achte als fussgänger oder radler nicht mehr auf lichtsignale. gesunder menschenverstand geleitet mich sicher durch den irrsinn der strassen und ihrer bewohnerInnen. viel, viel sicherer als je zuvor!

somit nehme ich mir stück für stück zurück, was man mir und meinen ahnen genommen! die zeit der "unmotorisierten" ist gekommen, und ihre protagonisten erkennen keine regeln an, die wegen anderen gemacht sind!

und autofahrer, denkt daran: eure geliebte autobahn war ein mittel zum völkermord! mit diesem wissen sollt ihr heute nacht einschlafen und schlecht träumen!