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Mittwoch, 25. Mai 2011

The Unincredible Holz: Töten! Abschaffen! Vernichten!

Kurz vor der Verwandlung
Nun bin ich interniert. Ich bin ja schließlich gemeingefährlich. Habe ich doch meine Umwelt mit meiner Unausgeglichenheit und kleineren Wutanfällen terrorisiert. Da blieb nur noch ein Besuch beim Arzt. Und der sagte lapidar: Schilddrüsenüberfunktion! Heißer Knoten! Radiojodtherapie!

Nun befinde ich mich in einem Einzelzimmer der Station 8 in der Radiologie des Stadtklinikums Neukölln. Eben habe ich die radioaktive Tablette bekommen. Sie soll den heißen Knoten eliminieren. Deshalb strahle ich nun über das ganze Gesicht. Meine Ausscheidungen werden extra aufgesammelt und wahrscheinlich zur Versuchsasse transportiert, womöglich auch nach Gorleben. Genauso die Bettwäsche und alles, was ich derzeit an mir trage.

Ich trage ein sexy Netzhöschen und darüber die übliche Patientenkluft, bestehend aus einem Leinenhemd und einer passenden Hose, ganz legere im rosa-ocker Farbton, der mir gar nicht steht. Auch ein Bademantel wurde mir gegeben. Mein einziges persönliches Kleidungsstück sind meine Che- Badelatschen. Die darf ich dann ca. 8 Wochen nach meinem Aufenthalt hier wieder abholen.

Bis das Radiojod sich auf ein für die Menschheit erträgliches Maß reduziert hat, vergehen wohl 4 bis 5 Tage. Dann erst darf ich das Krankenhaus verlassen. Überhaupt: Ich muss die nächsten 3 Tage ausschließlich in meinem Zimmer verbringen. Erst am dritten Tag darf ich auch auf den Flur. Oder auch einmal duschen. Bis dahin ist Katzenwäsche angesagt. Die Zahnbürsten sind sofort zu entsorgen, weil: kontaminiert, und deshalb Einwegzahnbürsten. Es gibt keine Toilettenbürste, sondern einen Dampfstrahler. Der gut erzogene Patient pinkelt im Sitzen, da die Spritzer sonst den Boden und das Personal kontaminieren. Ich bin ab sofort eine Gefahr für Leib und Leben anderer!

In meinem Zimmer gibt es: ein höhenverstellbares Bett, einen Stuhl zum Sitzen, einen Tisch, den üblichen Nachttisch, eine Nachttischlampe, ein Fernsehgerät, ein CD-Radiogerät, zwei Lynn-Walker (?) Gemälde namens „Autumn Memory“ und „Heartland“, einen zweiten Stuhl für abgelegte Zeitungen und kein Internet. Ich habe mitgebracht: ein Netbook (mit Musik und den letzten beiden PDF-Ausgaben der Zeit sowie zwei Stellenanzeigen und das Manifest „Der kommende Aufstand“), zwei dicke Bücher (DeLillos „Unterwelt“ und Pynchons „Mason&Dixon), Eine Dschungle World Ausgabe, zwei Mobilfunktelefone, ein Notizbuch, und einen Kopfhörer, Ladegerät und USB-Gerätekabel. Nur für die vermerkt, die meinen Nachlass verwalten müssen.

Warum ausgerechnet Radioaktivität mein Gebrechen lindern soll, ist und bleibt mir ein Rätsel. Eine Überfunktion der Schilddrüse bewirkt eine innere Unruhe und damit auch leidenschaftliches Aufbrausen des Temperaments. Es ist so als verspürte man den unbändigen Drang, genau durchdachte Dinge unbedingt und sofort erledigen zu müssen, rutscht quasi schon auf dem Stuhl herum, ist aber leider doch zu träge zur Umsetzung. Es bleibt die Unruhe, dass etwas hätte getan werden müssen. Doch wenn man es dann doch noch schafft, sich aufzuraffen, dann rollt der Stein und ich bin nicht mehr zu bremsen. Hyperaktiv. Strukturiert.

Wie wir jedoch wissen, wurde der besonnene Wissenschaftler David Banner durch Bestrahlung mit Gammastrahlen, erst zum unkontrollierten und unkontrollierbaren Hulk. Die Kundigen des Marvel-Universums ist er auch bekannt als der „Incredible Hulk“. Was nun, wenn sich bei mir durch die Verabreichung des Radiojods, durch das ja durchaus Gammastrahlen freigesetzt werden, eine ähnliche Verwandlung vollzieht? Wenn die Therapie anschlägt, wird doch mein Temperament deutlich geringer, womöglich hänge ich dann sabbernd in einem Rollstuhl und Fliegen kriechen in meine Nasenlöcher und wieder heraus.

Doch wehe, mich ärgert ein Pfleger! Dann schlägt mein Metabolismus um in eine gewalttätige Natur, die weder Freund noch Feind kennt und jedem in meinem Umfeld an die Gurgel geht. Meine Muskeln schwellen an und zerstören das feine, rosa-ocker Patientenhemd im Ärmelbereich, und das satte Grün meiner Haut wird noch weniger dazu passen als meine gesunde Farbe derzeit. Töten! Zerstören! Zermalmen! Abschaffen! Das wird mein Schicksal sein, bald!

Bis dahin bin ich aber der durch ein radioaktives Unglück stark verstrahlte Dr. Atom, der im Arkham Asylum unter strenger Quarantäne auf seine Chance zur Flucht wartet, um die Menschheit endlich von ihrer jämmerlichen Existenz zu befreien. Außerdem gilt es, seine größten Widersacher zu vernichten: EnBW und Tepco, mutierte Riesenechsen, die angetreten sind, den Ruhm des großen Dr. Atom zu mindern. So geht das aber nicht: Wenigstens das Verbrechen muss konkurrenzlos bleiben!

Samstag, 14. Mai 2011

Ein Reiseführer durch Sardinien (Teil 2): Flaschenpost von Silvio Berlusconi

Wozu sich so eine große Insel wie Sardinien alles eignet, kann man kaum in einen kleinen Post hineinschreiben. Es gibt viele Berge und Täler, und um die Insel herum befindet sich klarstes Meerwasser, dass in seiner Durchsichtigkeit beinahe an karibische Qualitäten heranreicht.

Viel Wald gibt es nicht mehr: Laut Reiseführer ist Sardinien nur noch auf ca. 13% der Gesamtfläche bewaldet. Den Rest bilden kleinere Städte, europäisch finanzierte Straßen mit aus geschichtlichen Gewogenheiten unaussprechlichen Bezeichnungen (z.B. SS 125) und die Macchia, eine Heidelandschaft. Dass dies trotzdem alles recht heimelig anmutet und die Insel weitgehend naturbelassen wirkt, ist ein Trost für Naturschützer und eine Freude für Touristen.

Wenn es dann doch einmal unwettert, dann sieht der ansonsten astrein weiße Sandstrand aus wie eine Müllkippe: Seegras, Bambus, Styroporverpackungen, Getränkedosen (Pfand ist ja eine rein bundesdeutsche Erfindung), Orangen, Warmwasserboiler und eine Vielzahl anderer Dinge. Ein Rätsel gaben mir jedoch die Glasflaschen auf, die man am Strand andauernd finden konnte. Wurden sie von Strandhockern liegen gelassen oder wurden sie als Flaschenpost angeschwemmt, sozusagen als nautische SMS- Vorlage (Ich bin gleich da, wo bist DU?) ohne jede inhaltliche Aussage?

Die oben abgebildete Flasche enthielt übrigens eine Nachricht. Dem Papier beigefügt war ein kleines, schweres Stückchen Erz, das in der Flasche herum kullerte. Auf dem Papier stand Folgendes geschrieben:
Ciao, lieber Finder!

Jeden Menschen und jede Frau möchte ich mit dieser Flaschenpost recht herzlich grüßen. Wie geht es Ihnen? Mir geht es sehr gut. Oder doch nicht so ganz, denn leider habe ich ein klitzekleines Problem: Ich weiß nämlich nicht wohin mit all dem Müll aus unseren CO²- neutralen, atombetriebenen Energiegewinnungsanlagen. Deswegen bin ich auf Ihre Hilfe angewiesen.
Vielleicht landet diese Flaschenpost auf einer hübschen Insel mit viel Natur und wenig Arbeit. Dann kann ich Ihnen folgendes Angebot machen:
Ich baue auf Ihrer Insel ein Atomendlager und lagere dort im Folgenden viele viele klitzekleine Stückchen Plutonium (siehe Anlage). Dafür bekommen Sie irgendeine finanzielle Unterstützung und gelegentlich eine Einladung zu einer meiner Partys.
Anbei eine weitere, kleine Anfrage: Ein kleines Flüchtlingsendlager macht auch nicht so viel Arbeit, wie man gemeinhin denken könnte. Doch Lampedusa ist viel zu klein für alle Flüchtlinge. Ihre Insel hingegen... und wenn man das Atomendlager dazu denkt...?  Die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten...? Und die Kollegialität unter Insulanern...? Ich möchte hier nicht allzu deutlich werden. Aber: Denken Sie mal darüber nach.

Mit vielen vielen Grüßen, und vielen Dank im Voraus,

Ihr Silvio Berlusconi

P.S. Als Regierungschef habe ich Anspruch auf die 10 schönsten Jungfrauen einer jeden Insel. Bildvorschläge bitte an: silvio.berlusconi@freenet.de

Mittwoch, 30. März 2011

Nachlese zum Vorwählen: Was soll schlecht sein am Atom?

Maximal fünf Jahre gibt Inge der grün- roten Koalition in Baden- Württemberg. Immerhin kommt es vor den Wahlen nicht zu einem Misstrauensvotum. Inge argumentiert im ARD- Forum zum Thema folgendermaßen:
Rot-Grün ist ein Ergebnis der Naturkatastrophe in Japan. Genauso wie die Zerstörungen dort vor Ort entfernt werden, wird auch diese Regierung aus dem Ländle entfernt.
Es liegt ja wohl auf der Hand, dass diese steinewerfende und pulloverstrickende Partei in spätestens fünf Jahren wieder abgewählt wird.
Als Anhänger der Grünen würde ich mir Gedanken machen, wenn positive Wahlergebnisse nur bei solchen Katastrophen entstehen.
Auch in Rheinland-Pfalz sind die Grünen nur aufgrund der Ereignisse in Japan so "erfolgreich".
Leider benötigt die deutsche Bevölkerung wieder etwas länger, um die Fakten zu identifizieren.
Im Übrigen bin ich mal auf ihre politischen Ergebnisse gespannt. Sämtliche AKWs abschalten und Stuttgart 21 einfrieren?! Willkommen im Jahre 1500!
Harry spann schonmal die Pferde vor!
Die womöglich CDU- wählende Inge hat natürlich in allen Punkten vollkommen recht:
  1. Rot- Grün IST das Ergebnis einer Naturkatastrophe! Diese Regierung WIRD aus dem Ländle gefegt (zumindest mal die Grünen), genau so wie in Japan das Atom aus der guten Stube gefegt wird. Im Ländle ist es natürlich nicht der Pazifik, wo die Regierung hineingefegt wird. Doch auch der Bodensee bietet genügend Platz für das Lumpenpack (zumindest mal die Grünen)!
  2. Denn Grüne SIND allesamt steinewerfende Wollpulliträger. Das ist Naturgesetz! Die sind gefährlich für unsere Demokratie. Da loben wir uns doch unsere alten Helden wie den Herrn Filbinger: Der hätte solches Gesocks einfach aufhängen lassen, wenn er als Ministerpräsident noch so gedurft hätte wie damals bei den Nazis als Richter! Der Herr Filbinger hat nämlich NIE gegen den Staat gehandelt, sondern IMMER nur mit ihm. Ganz im Gegensatz zu dem steinewerfenden Pazifistenpack!
  3. Auch in Rheinland- Pfalz sind die Grünen nur aufgrund der Ereignisse in Japan so "erfolgreich"! 
  4. Die Leute sollten endlich einmal die Fakten identifizieren! Fakt 1: Japan ist doof! Fakt 2: Der Strom kommt sowieso aus der Steckdose! Fakt 3: Siehe Fakt 1!
  5. Sämtliche Atomkraftwerke abschalten ist absoluter Irrsinn! Das wird der Wähler dann auch merken, wenn der Strom teurer wird. Da sind doch dann nur die Grünen schuld, wenn den Stromkonzernen sonst das Geld ausgeht! 
  6. Die sind sowieso schon ganz klamm, wenn man denen schon das Stromnetz, die Endlager und die CO²- Emissionszertifikate aus Steuergeldern zahlen muss. Und wer kann da böse sein, wenn sie dem Kunden genau diese Posten trotzdem in Rechnung stellen? Die müssen doch auch schauen, dass sie irgendwie über die Runden kommen! Der "Ausländer" macht das doch genauso: kassiert doppelt und dreifach ab, das sag' ich Ihnen! Aber liefert der uns auch Strom? Sehen Sie?
  7. Überhaupt: Was haben die denn alle gegen das Atom? Alles, auch wir, besteht aus Atomen. Daran kann doch nichts falsch sein! Stuttgart 21 besteht übrigens auch nur aus Atomen! Die Grünen haben nicht mehr alle Ärmel am Strickpulli!
  8. Bitte: Wenn die Wähler zurück ins 16. Jahrhundert wollen, dann warte ich dort mit meiner Kutsche auf sie! Denn ich bin schon längst dort!

Dienstag, 22. März 2011

Zu viel Salon, zu wenig Revolution! Die Kinder sollen's richten!

Na also! Geht doch: Jene Kanzlerin, die sich ja jede politische Vorteilnahme durch die Reaktorunfälle in Japan verbeten hatte, befürwortet nun die vorübergehende, ich betone, die vorübergehende Abschaltung von drei Atomkraftwerken in, wie könnte es anders sein, CDU- regierten Bundesländern. Wenn das mal nicht hilfreich ist bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden- Württemberg und Rheinland- Pfalz, dann weiß ich auch nicht.

Dabei spielt es gar keine Rolle, dass eben jene AKW vor wenigen Monaten noch als ach so sicher galten, so dass man deren Laufzeiten geradezu verlängern MUSSTE! Bin ich allzu prophetisch, wenn ich im Geiste wenige Wochen nach den Landtagswahlen wieder breit strahlende AKW sehe, die selbstredend noch sicherer sind als je zuvor? Zumal in der BRD ja nun nicht mit einem Tsunami gerechnet werden muss, und auch Erdbeben sind hierzulande eher lau.

Den Wähler freut es so oder so. Denn wenn es an den Geldbeutel geht, dann steht er eh fest zur Atomkraft. Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose und nicht vom Werk! Jedenfalls entblödet sich das amtliche Presseorgan der CDU, die Bild- "Zeitung" (sic!) nicht, ihre LeserInnen auf horrende Stromkosten hinzuweisen, sollte Atomstrom künftig wegfallen. Als wenn es nicht reichen würde, dass das Öl wegen dem ganzen Revolutionsterror in Nordafrika sich verteuert. Ts ts! So geht das aber nicht! In Sachsen- Anhalt hat man es begriffen. Dort ist alles ist beim Alten geblieben.

Okay, Politiker, die einmal Hüh und ein anderes Mal Hott sagen, kennt man ja zur genüge. Und dass die Springerpresse ihre exklusiven und millionenschweren Anzeigen von der Bundeswehr nun direkt der Bundesregierung danken muss, weil sie es dem Initiator zu Guttenberg nicht mehr kann (noch nicht!) - geschenkt. Der Wähler muss ja nichts davon glauben. Er muss sich auch nicht verführen lassen. Warum aber tut er genau das?

Angesichts solcher Dreistigkeiten von der eine Seite und der schweren Dummheit der anderen müsste man eigentlich gezielt Sprengsätze platzieren und zur Detonation bringen. Doch leider bin ich, wie so viele meiner Mitmenschen, so gar nicht auf Revolution getrimmt. Die RAF hatte anno dazumal leider starke Probleme damit, die Inhalte ihrer Programmpunkte auf einen massen- und medientauglichen Kernsatz zu reduzieren. Ihre Welt war viel zu komplex, als dass die Lesenation Deutschland sie hätte verstehen können. Das rächt sich nun! Leute wie T.S. oder KTzG haben es da viel leichter. Deren Weltverständnis lässt sich auf ein paar griffige Formeln reduzieren und dann zum Buch aufblähen.

Nein, ich entstamme einer Familie von Untertanen. Wenn ich einen Strafzettel bekomme, muss man mich davon zurückhalten, ein Dankesschreiben an den Polizeipräsidenten zu schreiben. Die Revolution liegt mir dabei nicht im Blut, nur auf der Zunge! Fände ich eine Pistole und wollte sie nutzen, ich schösse mich wohl eher selber in den Fuß als dass ich auch nur eine relevante Person träfe. Ich kann ja noch nicht einmal spicken und habe es deshalb auch noch nie probiert. Ich schwöre: Einmal lag noch ein Buch versehentlich auf meinen Knien, als es zur Klassenarbeit kam, und ich habe es geschafft, nicht einmal hinein zu schauen. Ich bin obrigkeitshörig und voller Skrupel. Ich bin zu ehrlich: Wenn ich mir Zutritt zu einem Gebäude verschaffen wollte, um einen Koffer dort abzustellen, und man fragte mich warum, ich würde prompt die Wahrheit erzählen.

Damit bin ich nicht alleine. Vielen Frauen und Männern meiner Generation geht es so. Man muss also keine Angst vor uns haben. Im Salon reden wir davon, dass sich die Zustände nur durch Gewalt verändern lassen und freuen uns über die Kids in Frankreich, ach was, in der gesamten arabischen Welt. Aber hinterher kassieren wir den Pfand für unsere Bierflasche wieder ein und lassen auf dem Heimweg die Pflastersteine da, wo sie hingehören. Es wäre uns ein Graus, würde sich ein Fußgänger den Knöchel deshalb verstauchen. Gefundene Geldkarten liefern wir brav bei der Bank ab, statt diese zu schädigen. Dabei müssen die den Schaden doch tragen und nicht ihre Kunden. Wir ärgern uns über die Springerpresse, doch reißen wir deren Erzeugnisse ihren LeserInnen nicht empört aus der Hand. Was nützt uns das Lesen überhaupt, wenn keiner wirklich versteht, was da eigentlich geschrieben steht? Dann sind mir revoltierende Analphabeten lieber, solange die wenigstens wissen, was sie wollen!

Wir warten ja alle auf denjenigen, der endlich einmal anfängt mit der Revolution. Warum viele glaubten, KTzG wäre derjenige, bleibt ein Rätsel. Er war ja wohl nur ein Revolutionär der ewig Gestrigen. Nö! Unsere Hoffnung sind die Kinder. Dabei muss man schauen, dass sie nicht so schafsblöd wie wir werden, nicht so tumb und unbeholfen. Kinder sind in der Lage, die Dummheiten der Erwachsenen zu durchschauen. Sie stellen die richtigen Fragen und geben sich mit halbgaren Erklärungen nicht zufrieden. Man darf erst gar nicht so tun, als wüsste man die Antwort. Man muss nur ehrlich sein. Wenn Kinder fragen, warum man arbeiten gehen müsse und was das überhaupt ist, antwortet man mit: Das weiß ich auch nicht! Arbeit macht jedenfalls nicht halb so viel Spaß wie sich einfach in den Dreck zu schmeißen und zu toben. Wozu brauchen wir Atomkraft? Woher soll ich das wissen? Frag' die, die ihr Geld damit verdienen!

Kinder müssen lernen, die Dinge zu hinterfragen und skeptisch zu bleiben, dabei auch neugierig. Dann entscheiden sie sich später selber, wie sie sich ihr Leben einrichten: als Reaktionär oder als Revolutionär? Um Ersterem vorzubeugen, gelten folgende Vorschläge:
  • Kindern von Beginn an respektvolles Handeln gegenüber anderen Menschen, aber nicht ggü. Institutionen zeigen
  • Ihnen mit vier Jahren den ersten Chemiebaukasten schenken
  • Mit sechs Jahren bekommen sie ein internetfähiges Netbook, die Gier nach viel Krach und Bumms wird gefördert. Ein zweiter Chemiebaukasten wird geschenkt.
  • Mit acht Jahren wird bei Kindern der sinn- und achtlose Gebrauch von Knallern getadelt - Alternativen werden aufgezeigt.
  • Mit zehn Jahren besuchen die Kinder ihr erstes Feriencamp in Gaza oder Pakistan
  • Ab zwölf Jahren werden Geschichtsfilme wie "Terminator" oder "V wie Vendetta" gezeigt. Die Inhalte werden später diskutiert, die Wahrscheinlichkeit der dargestellten Ereignisse wird erörtert.
  • Ab vierzehn Jahren muss Kindern das Konzept der freien Liebe erläutert, außerdem das Studium des "Kapitals" und "Wege des Kriegers" nahegelegt werden.
  • Mit 16 Jahren muss man wohl das streng alterskonforme Verhalten des Sprosses akzeptieren lernen
  • Die Erkenntnis bei Volljährigkeit des Nachwuchses: Man hätte es besser selber gemacht. Nun, nach 18 Jahren, ist es zu spät! Warten auf die Enkel! Vielleicht klappt es mit denen...

Montag, 14. März 2011

Nicht zugehört und nichts dazugelernt: Demokratienachhilfe für die Kanzlerin!

Irgendwas an der Sache mit der Demokratie versteht Frau Merkel einfach nicht. Sie tut sich sehr schwer damit. Nun hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass Frau Merkel ja in der BRD geboren sei und die Demokratie quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat. Aber wie soll das gehen mit Eltern, die sie schon nach wenigen Wochen Lebenszeit in die Täterä verschleppt haben, einfach nur so weil sie es wollten?

Und in der DDR hatten sie es nicht so sehr mit der Demokratie. Gut, mit dem Sozialismus hatten sie es dort auch nicht wirklich, aber immerhin: Deutschland gab es auch in der DDR. Das merkt man heute noch, wenn man die ehemalige Zone besucht, selbst wenn man weiße Hautfarbe zu den Moonboots und dem H&M Käppy trägt.

Aber was genau hat denn Frau Merkel an der Sache mit der Demokratie nicht verstanden? Nun: Sie meinte im Interview mit der ARD sinngemäß, dass sie es nicht für richtig halte, die Tragödie in Japan politisch auszuschlachten. Wenn ich mich recht erinnere, hat sie gar davor gewarnt, irgendeine Forderung bezüglich Atomkraft zu stellen und in einem Atemzug die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke gepriesen.

Zeitzeugen (z.B. ich) erinnern sich, dass die Zonen-Angie unter H. Kohl Umweltministerin war und die bevorstehenden Castortransporte und die daraus resultierende Angst in der Bevölkerung in etwa so kommentierte: Das mit der Atomkraft sei in etwa so wie mit dem Backen. Irgendetwas gehe halt immer daneben, ganz sicher sei überhaupt nichts, und wenigstens dies sei gesichert!

Dass Frau Merkel nun Probleme damit hätte, wenn Unmenschen die Tragödie in Japan dazu ausnutzen würden, um z.B. die umweltfreundliche Atomenergie zu diskreditieren, spricht Bände. Die ehemalige Blockflöte hat ja auch schon in der Täterä das Lied gepfiffen, das man von ihr erwartet hat.

Wer kommt denn eigentlich jedesmal auf die blöde Idee, in der DDR seien die SED- Leute ausschließlich Bösewichte gewesen, während sich in den Blockparteien nur Widerständler, Dissidenten und Gutmenschen aufgehalten hätten? Lupenreine Demokraten in der DDR? Das würde ja bedeuten, Moment mal, ja das würde ja heißen: die DDR war am Ende doch demokratisch! Dann sind die Rechtsnachfolger der SED ja gar nicht so böse wie immer getan wird? Schließlich hätte man eine echte Alternative wählen können!

Nun, Frau Merkel schätzt ganz offenbar keine politischen Diskussionen, vor allem wenn sie das Verhältnis Regierung/ Energiekonzerne belasten. Sie verlangt im Grunde, ganz Kanzlerin der Bildungsoffensive, dass Tragödien nicht lehrreich sein dürfen. Sie sagt: Wer seine Argumentation auf dem Leid anderer aufbaut, um seinen Willen durchzusetzen, dem mangelt es an Respekt vor den Opfern. Damit bringt sie unsere schönen Kulturerrungenschaften wie z.B. das Theater aber in arge Not. Welchen Sinn haben Tragödien denn sonst?

Verzeihung, ich habe es irgendwie mit Hitler, ich weiß! Trotzdem ein Beispiel: Dass der Holocaust eine unfassbare Tragödie war, scheint unter vernünftigen Menschen unbestritten. Wenn nun aber die Alliierten damals gesagt hätten, nun, man dürfe aus dieser Tragödie keine politische Forderung ableiten, weil dies den Opfern gegenüber respektlos sei, dann hätten wir heute wahrscheinlich keine Demokratie hier. Demokratie bedeutet nun mal debattieren bis die Ohren bluten und die Münder schäumen. So ist es nämlich recht!

Aber bei der Debattenkultur hierzulande bin ich mir nicht mal so sicher, ob Hitler am Ende nicht doch noch irgendwie gewonnen hat... wo man doch auch heute noch nach einem Führer schreit  in unserer sanften Diktatur: Unser Freiherr, unser König, Heiland, Erlöser, unser Ein und Alles, komm zurück! Zur Not nehmen wir aber auch den Sarrazin!

Montag, 4. Oktober 2010

Es ist ja alles da! Ein Abgesang!

Während die regierende Minderheit, deren Einkünfte allein aus Steuermitteln besteht und der daher keinerlei produktiven Leistungen im eigentlichen Sinne nachzusagen ist, nun die Einheit der zweigeteilten Bundesrepublik feiert und deren Protagonisten sich gegenseitig ihren Liebesschleim um die Backen schmieren vor lauter Selbstgerechtigkeit und gekünstelter Betroffen- und Ergriffenheit, wird die Gesellschaft längst nicht mehr nach Osten und Westen geteilt, sondern zwischen Leistungswilligen und - unwilligen.

Die integrationsunwillige Parallelgesellschaft, die sich von demselben Bruchteil der "Restgesellschaft" wählen lässt, den sie sonst verhöhnt, verabscheut und denunziert, ist sich dabei nicht zu blöde, der Mehrheit einen Lebensentwurf abzuverlangen, dem sie selber kaum Folge leistet. Wenn sich Leistung wieder lohnen soll, nur als Beispiel, dann ist ja nur von der Schwungkraft der Ellbogen die Rede, welche die Schwächeren einer Gesellschaft in die Ecke zu drängen vermag. Die sogenannten Leistungsträger der Gesellschaft verstehen es allenfalls, ihre erbärmlichen Bemühungen  verbal aufzublasen.

Hartz IV? Atomkraft? Gesundheit? Stuttgart 21? Entgegen allem Wählerwillen und diversen BVG- Urteilen wird einfach durchgesetzt, was der jeweiligen Lobby nutzt. Da geht es kaum noch um die (Wieder-)Wählbarkeit einer Partei, sondern allein darum, sich noch irgendwo ein Pöstchen in irgendeinem Aufsichtsrat zu sichern. Man muss ja auch mal an die Rente denken. An die Karriere. An das Fortkommen als Person. Was ist da schon ein Wählerauftrag? Was ist das überhaupt? Wenn dann die Wahlbeteiligung sinkt, weil die Leute völlig zurecht politikerverdrossen sind, dann wird geschimpft auf die demokratische Unreife der Bevölkerung. Denn sie versteht das Alternativlosigkeitsprinzip in der Politik nicht.

Das man gar nicht wählen kann, wenn es zur aktuellen Lage keine Alternativen gibt, dürfte den Schwachmaten, die sich durch die Bank für Regierungsaufgaben zur Verfügung stellen, entgangen sein. Dass es immer Alternativen gibt, würde mir jeder Richter bescheinigen, dem ich mitteile, dass der durch mich begangene Mord an diversen Politikern völlig alternativlos gewesen sei. Es gibt immer Alternativen! Auch wenn Mord zwingend geboten zu sein scheint.

Übrigens: Eine gewählte oder bestellte "Elite" sollte einer Gesellschaft nutzen, statt sie zum Abschuss freizugeben. Denn die "Elite" wird von ihr genau dafür bezahlt. Tut sie das Gegenteil, dann steht sie im Grunde selbst zum Abschuss frei. Nur: Das versteht in der Bundesrepublik natürlich keiner so richtig. Wer hier in der Scheiße sitzt, der zieht den anderen sofort wieder dahin zurück, sobald der auch nur versucht, seinen Kopf herauszustrecken. Und jene, die die Scheiße nur noch von oben sehen, treten den Ausbrechern die Finger vom Scheißkübel weg.

Es ist ja außerdem alles da: Der Neid zur Seite, der Neid nach unten. Bloß nicht: Der Neid nach oben! Der ist verpönt. Warum eigentlich? Wir sind alle viel zu bescheiden. Wir sollten nach dem streben, was die wenigen anderen haben, und nicht den vielen neiden, die von allem wenig haben. Wir sollten uns aneignen, was andere im vollen Ernst glauben, verdient zu haben. Wir sollten streiken und Krawall schlagen, statt die Mär von der braven Genügsamkeit zu glauben. Wer wenig hat, soll seinen Mut zusammen fassen und nach mehr schreien. Wer zuviel von allem hat, muss befürchten müssen, zu viel zu verlieren.

Hier geht es lange schon nicht mehr gerecht zu. Und sozial schon gar nicht. In einem noch fortzuschreibenden Märchen bewehrt sich der Mob mit Fackeln und Mistgabeln und sucht die von ihnen bezahlten Baumonstren auf, um deren Besetzer herauszuzerren und aufzuknüpfen am höchsten Baum. Hängt sie höher, die Drecksäue!, johlen sie. Und während deren Beine noch zappeln in der Dämmerung, öffnen sich im Verborgenen Samenkapseln, denen genaue Kopien der Erhängten entsteigen. Sie setzen sich an die Schreibtische ihrer Vorgänger und setzen deren Arbeit fort.

Der Mob indes lernt daraus, das Übel an der Wurzel anzupacken.

Dienstag, 10. November 2009

Stinkefinger zeigen! Womöglich zurecht!

Ist ja gut, ich gebe es zu: Wenn ich in großer Eile bin und ich zum Überqueren eines banalen Platzes amidst 2er Straßen circa 5 Minuten zu brauchen drohe, da jeder meiner Schritte von einer roten Fußgängerampel durchkreuzt wird, dann gehe ich schon auch mal über die Straße, ohne auf die StVO zu achten. Dabei verschaffe ich mir stets einen Überblick über die Verkehrsverhältnisse. Selbstmord ist mein Ding nicht!

Ich sehe es schlicht und einfach nicht ein, warum ich wegen eines roten Lichtreizes doof an einer Straße stehen bleiben soll, wenn sowieso kein Auto kommt. Wenn es regnet, wird man nur länger nass, und wenn die Sonne brezelt, dann nur länger Kirre. Auf jeden x-beliebigen Autofahrer muss gewartet werden, die ja gerade dann erst anrasen und nochmal schnell bei rot über die Ampel müssen, wenn der gemeine Fußgänger gerade grün hat.

Ampeln sind eine Plage und gehören einfach abgeschafft. Ich habe Augen im Kopf, und die müssen genügen. Schön wäre es, wenn Autofahrer auch Augen im Kopf hätten, doch stattdessen haben sie lediglich Rezeptoren, die durch Lichtsignale zwar optisch gereizt werden, aber diese nicht immer dem Recht- und Sicherheitsempfinden der Allgemeinheit entsprechend interpretiert werden. Und damit bringt der gemeine Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Gehe ich aber blickenden Auges über einen berotlichteten Fußgängerüberweg, dann bringe ich nur mich selbst in Gefahr, wobei ich ob der plumpen Fahrtaktik anderer Verkehrsteilnehmer nicht wirklich sicher bin, ob die Methode des "bei Rot stehen, bei Grün gehen" mein Leben sicherer macht als das Motto "den Verkehr sehen und lebendig über die Straße gehen".

Bin ich deswegen ein schlechtes Beispiel für Kinder? Ich glaube kaum! Ich bin der Überzeugung, dass jedes Kind sicherer über eine Straße gelangt, wenn es mir affektiv hinterher läuft, als wenn es sich darauf verlässt, dass die lieben Autofahrer schon halten, wenn ihre Ampel rot ist. Wer sich blind an irgendwelche Regeln hält, der glaubt auch, dass es zum Kapitalismus keine Alternative gibt und dass sein Geld bei einer Bank gut angelegt ist. Oder das Atomkraftwerke sicher sind und umweltfreundlich.

Motorisierte Verkehrsteilnehmer fühlen sich stets im Recht. Wie bei den Affenhorden, die in der kürzeren Vergangenheit der Menschheitsgeschichte ihr Unwesen trieben, wähnt sich jene im Vorteil, deren technisches Arsenal ausgereift ist. Wer nun schon mal bei der IAA in Frankfurt war, der weiß: Menschen, deren Selbstwertgefühl schon allein beim Betrachten eines PKW größer wird, neigen zum Größenwahnsinn. Dem niederen Fußgänger oder Radfahrer werden sie nie den gehörigen Respekt erweisen. Sie belehren ihn, aber sie achten ihn nicht!

In den Quadraten Mannheims gibt es nun seit Monaten eine feine Regelung, welche es den Radfahrern erlaubt, sich entgegengesetzt zur Einbahnstraße fort zu bewegen. Nun gibt es dort beinahe täglich Auseinanderstetzungen zwischen motorisierten und pedalisierten Verkehrsteilnehmern, die nicht selten damit anfangen, als dass der geplagte PKW-Führer nochmal extra auf das Gaspedal tritt und entgegenlenkt, weil er glaubt, der Pedaltreter übertrete die Verkehrsregeln.

Das wahre Schwein im Straßenverkehr ist aber jener, der andere in Gefahr bringt, nur weil er im Recht ist oder es zu sein glaubt! Dumm ist das auf jeden Fall. Man darf ja auf keinen Fall auf etwaige Verfehlungen dieser Fußgänger und Radfahrer verweisen, weil diese sich ausschließlich SELBST in Gefahr bringen. Das ist ein kleiner, aber qualitativ erheblicher Unterschied zum aggressiven KFZ-Führer. Außerdem sollte man niemals jemanden für die Fehler anderer Menschen verantwortlich machen! Ich kann schließlich nichts dafür, wenn irgendjemand zuvor dem Autofahrer seinen Stinkefinger entgegen gereckt hat oder dieser ein verpfuschtes Leben führt.

Womöglich zurecht! Denn die Straßen sind viel zu schade, als dass man sie größenwahnsinnigen Autofahrern alleine überlassen sollte. Wer sich einmal mit dem Zweck einer Straße auseinandergesetzt hat, der weiß ohnehin, dass diese ursprünglich gar nicht nur für Fahrzeuge gedacht, sondern eher für Fußvolk und Handwägen. Damals war es ein friedliches Nebeneinander, Tote gab es nur wegen der Maut. Seit der erste pferdestärkengetriebene Wagen gebaut wurde, ist dieser Frieden zerstört! Regeln mussten her, zum Schutze des Fußvolkes.

Dass es eine StVO gibt, ist alleine der Tatsache geschuldet, dass Menschen zwar psychisch in der Lage sind, sich über andere zu erheben, aber physisch nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge sicher zu führen. Ich kann mich noch erinnern, als in der Kreisstadt in der Nähe meines Geburtsortes die erste Fußgängerampel aufgestellt wurde: Nicht, weil die Fußgänger zu doof waren, eine Straße zu überqueren, sondern weil die Autofahrer zu dumm waren, ganz selbstverständlich auf ihre Mitmenschen zu achten.

Doch nun ist das Schutzprinzip einer Zwangsverpflichtung zum angeblichen Selbstschutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gewichen. Die Straßen aber, sie gehören allen. Sie werden nicht unterhalten durch die im Umfang lächerliche KFZ-Steuer, und auch nicht durch Benzinsteuer. Diese Besteuerungen gehen drauf, um Schäden an Mensch und Umwelt zu bezahlen. Den größten Batzen macht die Mehrwertsteuer aus, und die bezahlen wir alle reichlich. Man soll jedoch nicht glauben, dass der Erwerb eines PKW den persönlichen MwSt-Beitrag erhöht, bei den Subventionen (die wiederum wir alle zahlen), welche die Automobilbranche erhält.

Umdenken heißt: Die Straße mit allen teilen und Umsicht walten lassen. Da braucht man am Ende keine Ampel mehr und auch keine 100 Verkehrszeichen pro Einmündung. Selber denken ist immer besser als bedacht zu werden. Das ist das Konzept des Shared Space, und es ist gut! Unbedingt nachlesen. Und nachmachen! Am Ende emanzipiert sich der Mensch noch von seinem stupiden Dasein und kann nach etlichen Tausend Jahren endlich das sein, was er zu sein glaubt: Die Krone der Schöpfung.

So aber, ist er nur ein beinahe unbehaarter Hominide, dessen höchste zivilisatorische Errungenschaft die Zahnbürste ist.

Samstag, 12. September 2009

Ach ja, Wahlen! Heute: Die CDU und Rüttgers Rumänen!

Allmählich muss man sich ja orientieren. Die Parteien zur Bundestagswahl machen es einem ja nicht gerade leicht: Keiner scheint Wahlkampf machen zu wollen. Wie soll man sich denn da entscheiden, wenn man kein Stammwähler ist?

Nun, es wäre durchaus an der Zeit, sich einmal zu überlegen, wie man sich die Welt so wünscht. Dann kann man in Ruhe nach einer Partei suchen, die den Wünschen am nächsten kommt. Bei der Partnerwahl macht man es ja schließlich auch nicht anders: Eine unsichtbare Checkliste tragen wir ja alle in unseren Köpfen herum.

Also: Ich wünsche mir eine Welt, in der die Menschen ihren Körper nicht mehr für Geld prostituieren müssen, um am Leben teilhaben zu können. Fürderhin möchte ich gerne, dass sich jeder seinen Interessen und Fähigkeiten entsprechend betätigen kann. Selbstverständliche Dinge sollten kostenlos sein, dass man z. B. Geld für ein Dach über dem Kopf bezahlen soll, ist schlicht pervers.

Es läuft alles auf das selbe hinaus: Ich würde gerne eine Partei wählen, die sich für das Bedingungslose Grundeinkommen stark macht! Diese Partei hätte eine Vision und würde sich schon allein deswegen von allen anderen unterscheiden. Die CDU scheidet ganz aus, obwohl sie das Bedingungslose Grundeinkommen laut Wikipedia für finanzierbar hält (als angeblich einzige Partei innerhalb der BRD). Trotzdem steht es nicht in ihrem Wahlprogramm.

Die CDU hat so viel Angst, dass sie diese gerne nach draußen projiziert. Deswegen auch der starke Ruf nach Sicherheit. Da sind Rüttgers Rumänen oder seine "Kinder-statt-Inder"-Kampagne ja beinahe noch harmlos. In der Zentrale der Macht sitzt Schäuble, der Darth Vader der bösen Imperatorin. Gerade ihm das Innenministerium anzuvertrauen, spricht für die Logik der Partei: Selbst durch ein Attentat traumatisiert, versucht er die Welt durch Repressalien und Überwachung sicher (und sauber) zu halten.

Eine schwere Form einer Paranoia mit starker Strahlkraft. Kommen wir daher zur Energiepolitik: Da Strom preiswert bleiben oder werden soll, braucht man Atomkraftwerke, ganz klar! Frau Merkel hat früher einmal im Zuge der Atomtransporte als Umweltministerin (?) gesagt, das sei wie beim Backen: Ab und an geht halt mal etwas daneben! Diese Bereitschaft zum Risiko ist ihr erhalten geblieben. Und solange der der Staat den Schutz, Transport und die Lagerung der Abfälle bezahlt, bleibt der ach so umweltfreundliche Atomstrom garantiert günstig, versprochen! Ich persönlich bin dafür, dass jeder Atomkraftbefürworter etwas Atommüll bei sich zu Hause lagern sollte! Der Badezimmerschrank ist mindestens genau so sicher wie jede Asse.

Unterschiedslos zu allen anderen Parteien ist "ARBEIT ARBEIT ARBEIT" das höchste Gut auch in der CDU. Was haben die denn alle mit der Arbeit? Das Leben besteht doch aus so viel mehr: Autofahren, Auto kaufen, Autowaschen, Auto bauen. Für all das gibt es jedoch Maschinen: Leitsysteme, Internet, Waschanlagen, Roboter. Wer aber nicht arbeiten geht, braucht ja gar kein Auto! Ach so, jetzt habe ich es kapiert: Wir sollen arbeiten, um Dinge herzustellen, die wir wiederum kaufen sollen, weil wir sie brauchen um Geld verdienen zu können. Ein ökonomisches Perpetuum Mobile, wer hätte das gedacht?

Aber liebe CDU: Wie wäre es denn wenigstens mit einem flächendeckenden und menschenwürdigen Mindestlohn? Oder mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen? Dann würde das klappen mit dem Konsum. Aber so? Schade, liebe CDU. Mit uns beiden wird das wohl nichts! Schauen wir mal weiter.