Posts mit dem Label Sarrazin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sarrazin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 13. Juni 2013

Worte großer Geister, ungehört: Jetzt lasst die Puppen tanzen, macht auf der Bühne Platz!

Heimat: nicht immer gut!
Na, da bin ich dann kürzlich in diesem Blog eine Hasstirade gegen die Dummheit in dieser Welt losgeworden, und schon kommt der berechtigte Einwand: Was soll das? Bringt doch nichts!

Wenn dies auch nicht der brillanteste Text war, den ich hier hinterlassen habe, so kam er doch aus den dumpf dräuenden Eingeweiden meines Unterbewusstseins: Endlich mal wieder Dampf ablassen, endlich mal wieder blind um sich schlagen! Was es gebracht hat? Mir geht's besser, danke!

Hass predigen ist eine prima Sache, wenn damit keine Massen aufgehetzt werden, gegen eine Minderheit nur zum Beispiel. Nun sage ich es noch einmal deutlich: Bitte nicht auf die Straße gehen und vermeintlich dumme Menschen verhauen! Dies wäre eine äußerst dumme Handlung und zöge sofort Dresche nach sich - von Menschen, die denken: "Uii! Da kommt ein Depp daher! Attacke!"

Jetzt noch einmal zurück zum Thema "Schreiben, wenn's doch nichts bringt". Dann könnte man ja auch sagen, das alles Geschriebene oder Gesagte für die Katz ist. Denn jedes Wort, das nach außen dringt, will etwas sagen, etwas behaupten und sich vergewissern, dass es wahrgenommen wird.

Viele große Geister, angefangen von Tilo Sarrazin über Kristina Schröder bis zu Martin Walser, könnten es sich sparen, ihre Gedanken an die große Glocke zu hängen. Einpacken! Interessiert eh' nicht! Doch sogar abstruse Gedanken, einmal geäußert, können die Welt verändern. Warum sollen das klare Gedanken nicht können?

Nun habe ich diese Tage auch einen Post mit Link zu meiner Soundcloud veröffentlicht. Zumindest hat keiner geschrieben: Wozu? Bringt doch nichts! Es wurde nur geschrieben, von einem ehemaligen Freund: Song ist schleisse (sic!). Was soll ich nun darüber denken?

Nun weiß ich, dass jener alte, ehemalige Freund schon immer so eine Art hatte, die sich gefällt, indem andere diskreditiert werden bzw. Lob oder Kompliment schlicht unmännlich zu sein hat. Ich war ja selber einmal so, sonst wären wir ja schließlich keine Freunde gewesen. Da ist leider der Haken an solchen Kumpeleien: Man weiß nie genau, woran man ist. Und das ist Freundschaft nicht.

Zwischendurch hatten wir versucht, den Kontakt wieder herzustellen, jeder für sich. Und es hat nicht funktioniert. Dann ein kurzes Telefonat, dass darin gipfelte, sich zu treffen, um alter Zeiten willen, genauer gesagt zu deren Reproduktion. Um mich zu prädestinieren, wurde ich ersucht, in alte Lästereien über mir liebe Menschen einzustimmen. Ich entzog mich. Den Lästereien und dem Treffen.

Ich finde, alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, hat etwas Verzweifeltes. Es impliziert die Sehnsucht nach etwas längst Vergangenem, Verlorenem, konstatiert den Verlust und damit eine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Situation. Es täte mir leid für meinen ehemaligen Freund, sollte es tatsächlich so sein. Ich wünsche ihm, dass dies nur ein ungeschickter Versuch der Kontaktaufnahme war.

Aber ich freue mich für mich, der ich offenbar so zufrieden mit meiner Existenz bin, dass ich überhaupt keine Lust verspüre, in alten Zeiten zu schwelgen oder gar in einen veralteten Modus zurückzuspringen. Es gibt nichts zu bereuen, ich habe nichts verpasst und bin dem Glück nahe, wenn ich in der Gegenwart lebe.

Und umso froher bin ich, dass ich einen kleinen, aber feinen Freundeskreis habe, dem ich auf den Keks gehen kann und der sich trotzdem noch an meiner Person erfreuen kann. Wenn auch nur gelegentlich. Denn wir sind ja auch keine 20 mehr, haben (fast) alle einen Partner und so ein Bier abends ist viel anstrengender geworden, seitdem der alte Körper nicht mehr soviel davon verträgt.

Wir sind nun qualitative Trinker mit langen Trockenphasen geworden. Wir wünschen uns eine Social-Media, die weniger Wert auf Quantität legt und in der Freundschaft oder Zustimmung keine entwerteten Begriffe sind. Uns eint das Gefühl, nichts verpasst zu haben, wenn wir irgendwo nicht waren oder irgendwas (noch) nicht haben. Wir sind jedenfalls egaler, und es ist lediglich freundschaftliche Kritik, wenn ich mir wünsche, dass uns doch noch ein paar mehr Dinge nicht egal sein sollten.

Ich scheine also mit rundum zufriedenen, wenn nicht sogar glücklichen Menschen verbunden zu sein, und das freut mich. Umso mehr freut es mich, wenn einer meiner Freunde ein Jahr älter geworden ist, so wie RonJustice, mit dem ich seit ein paar Jahren fröhliches Distanztrinken praktiziere und mit dem die Vereinbarung getroffen wurde, sich gegenseitig die Grabrede zu halten, was lustig ist, weil das gar nicht geht!

In den langen Telefonaten spielt die Qualität des Weines so lange eine Rolle, bis sie egal ist und wir uns endlich der quantitativen Frage des Konsums erfreuen können, die uns noch eine zweite Flasche aus dem Regal nehmen lässt (was zumindest mich am nächsten Tag mattsetzt).

Wir sind dabei wie Waldorf und Statler von den Muppets (wobei ich nicht weiß, ob ich der Dicke oder der Hässliche sein mag), und wir lästern über all jene, die sich auf die (politische) Bühne drängen, um Unfrieden zu stiften oder Blödsinn zu kreieren. Oder wir lästern über den Mob, den dummen.

Wir lästern so gut wie nie über Personen aus unserem Bekanntenkreis oder arme "Schweine", die medial durch den Kakao gezogen werden. Wir treten nicht nach unten, wir stechen nicht zur Seite. Wir boxen nur nach oben! Wir sind antihegemoniale, emanzipierte, feministische Männer und wir wundern uns, warum die "anderen" nicht so sind.

Eben fällt mir auf, dass wir womöglich die letzte Generation sind, die das  Figurenensemble der Muppets noch kennt. Oh elende Kulturlosigkeit, was willst Du mir?

Alles Gute, RonJustice!

Freitag, 5. April 2013

Eine Definitionshilfe für Herrn Gröhe: Links ist da, wo der Daumen rechts ist!

Um dem Herrn Gröhe von der CDU mal grob den Unterschied zwischen links- und rechtsextremistischer Gewalt zu erklären, da er ja schon wieder einmal gegen Extremismus belfert, aber allein den Linksextremismus meint (hier...)

Hypothese: Linke wie rechte Extremisten zünden Autos und Häuser an. Das ist wohl richtig. Nun der kleine, aber feine Unterschied:

Linksextremisten zünden Häuser und Autos an, wenn sich NIEMAND darinnen befindet!
Die Tat ist eine Kritik an Eigentum und am Kapitalismus! Die Folge: Der Schaden ist materiell. Eigentümer weinen und die Polizisten, die das Eigentum beschützen sollen, bekommen höchstens einen Stein an den Schutzhelm geworfen. Dafür sind Polizisten aber besser bewaffnet und kloppen in deeskalierender Weise auf alles ein, was sich auch nur zufällig in ihrer Nähe befindet.

Rechtsextremisten zünden Häuser und Autos an, WEIL sich jemand darinnen aufhält! 
Die Tat ist eine Kritik an der multikulturellen Gesellschaft! Die Folge: Menschen sterben (vgl. NSU) und Sachschaden tritt kollateral ein. Das ist aber nicht so schlimm, weil Multikulti ja ohnehin gescheitert ist (vgl. Buschkowsky, Sarrazin etc.). Und wer an Ausländer vermietet, hat es ja nicht anders verdient, als dass ihm die Bude abgefackelt wird. So'ne Vaterlandsverräter!

Jetzt, Herr Gröhe, dürfen Sie erklären, warum linker und rechter Extremismus miteinander gleichgesetzt werden sollte und welche Opfer linksextremer Gewalt verhöhnt werden, wenn die LINKE und die Grünen eine (satirische) Kampagne ins Leben rufen, in der Linksextremisten zum Outing aufgerufen werden? Vollkaskoversicherte Eigentümer?

Ich finde jedenfalls, dass gerade Sie mit Ihrer politisch rechts motivierten Sichtweise die Opfer rechtsextremer Gewalt verhöhnen, INDEM sie alle Extremisten in einen Topf werfen. Vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag zur Diskussion, Herr Gröhe von der CDU!

Montag, 25. April 2011

Endlich nutzlos! Mein vorläufiges Leben Afterwork!

Nun ist es bald soweit: Ab 1. Mai (dem Tag der Arbeit - ausgerechnet) bin ich völlig nutzlos für unsere Gesellschaft, ach was, die Weltgesellschaft. Ich leiste dann keinerlei Beitrag zum Wirtschaftswachstum - vorläufig zumindest. Ich ruhe mich auf den Alimenten aus, welche die Gesellschaft für Leute wie mich angehäuft haben.

Früher, da dachten die Menschen noch: Ich habe ja auch schon so und so viele Jahre eine so und so hohe Summe einbezahlt, dann ist nur gut und billig, wenn ich mir das wieder zurückhole und ein bezahltes Sabbatjahr einlege.

So viel anders dachte der Arbeitsmüde damals nicht, wie es der Fleißarbeiter heute tut, wenn er an seine Rente denkt: Ich habe ja so und so viele Jahre eine so und so hohe Summe einbezahlt, dann will ich auch so und soviel wieder heraus bekommen, wenn ich alt bin. Da meckerst ja auch niemand herum und sagt: Das steht Dir nicht zu!

Doch die Zeiten haben sich geändert: Unser Sozialsystem geht nicht nur von einer Lebensleistung (beinahe hätte ich "Restlaufzeit" geschrieben) aus, sondern auch davon, welchen Wert (Gehalt) diese Lebensleistung erzielt hat und dementsprechend Beiträge geleistet hat.

In diesem Sinne bin ich gleich doppelt nutzlos: Ich bin nicht nur ab 1. Mai arbeitsuchend, wie es in Neusprech heißt, sondern habe wegen eines geringen Einkommens auch nur einen geringen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Damit bin ich noch nicht einmal einem konsumistischen Markt von Wert.

Wer bis hierhin gedacht hat, ich sei ein gechasster Politiker oder Bundesbanker, sieht sich hier eines Besseren belehrt: Ich bin anders nutzlos! Immerhin habe ich schon mal selber Geld erwirtschaftet und habe nicht ausschließlich auf Staatskosten gelebt. Irgendwie aber bekommt man es immer so gedreht, als haben die ehemaligen und die bestehenden Politiker und Bundesbanker bislang Wertvolleres geleistet als ich.

Sie schaffen eben Werte, die nicht mit normalen Leistungskriterien messbar sind. Deswegen ist z. B. ein Qualitätsmanagement in Politikkreisen nicht exerzierbar: Dies setzt nämlich eine Zielsetzung voraus, und Evaluation findet intern statt und nicht durch, sagen wir mal, ein Institut aus Allensbach.

In meiner Arbeit gibt es hingegen Qualitätsmanagement. Das nutzt nur auch nichts, da sie durch die jeweilige Politik gesteuert wird. Das bedeutet: Man legt einen Maßstab an zur Messbarkeit der Qualität der Arbeit und lässt sich finanzieren von einem Apparat, der sich jeder qualitativen Instanz entzieht und mal so tut und dann wieder ganz anders. Im Grunde produziert man dann nur noch Papier, damit Leute, die Kwalitet nicht mal buchstabieren können, so tun dürfen als würden sie wissen, was ich zu tun hätte.

Das ist unendlich blöd nämlich! Da kann man doch nur Konsequenzen für sich ziehen und sagen: Ich stehe Ihnen nicht mehr zur Verfügung! Denn das ist ein qualitativ messbarer Schritt: Das Ziel der freiwilligen Kündigung ist eine qualitative Verbesserung mentaler Zustände unter Inkaufnahme einer Verschlechterung des materiellen Zustands. Die Evaluation findet ab sofort statt.

Ich kann jetzt schon sagen: Mir geht es schon viel besser, danke. Seit langem fühle ich mich in so einem liberalen Sinne frei(gestellt). Ich war schon lange nicht mehr so fröhlich und locker als in dem Moment, als ich meine Kündigung abgegeben hatte. Ich habe sogar gepfiffen auf dem Nachhauseweg. Wer pfeift heutzutage noch? Nur Irre und Glückliche!

Ich bin ab jetzt also völlig nutzlos für eine auf materielle Werte ausgerichtete Gesellschaft. Ich bin jedoch auch kein Nutztier, dem Jedermann ein Geschirr umspannen und es über den Acker treiben kann auf das es tiefe Furchen grabe. Eine Gesellschaft, die nur auf diese materielle Wertschöpfung ausgerichtet ist, die umgekehrt keinen ideellen Mehrwert zu kennen scheint und in jedem Menschen nur eine verwertbare Arbeitskraft sieht, ist kalt und grau.

Nun könnte man es so sehen, dass ich durch meinen Weggang einen Arbeitsplatz freigegeben habe, den nun ein ehemaliger Arbeitsuchender, vielleicht sogar gerne, besetzen kann. In quantitativer Hinsicht hat sich also gar nichts verändert. Einer macht nun eine Pause, ein anderer kann seine Pause beenden. Im Grunde habe ich sogar mitgeholfen, einen erstarrten Arbeitsmarkt zirkulieren zu lassen.

Ich bin ein Held der Arbeit! Ich bin wie der Regenwurm, der den Acker durchlüftet, damit dieser fruchtbar bleibt. Ich bin systemimmanent. Diesen Job tue ich gerne. Immer wieder! Nicht, das hier jemand auf die Idee kommt, ich hätte nichts mehr zu tun und würde nur herumlungern. So von wegen: auf dem Bierkasten sitzen und Fern gucken. Ich habe gar keinen Fernseher. Und lieber trinke ich einen guten Wein.

Ich habe jedoch viele bislang ungelesene Bücher im Regal. Ich habe schönes Wetter derzeit. Ich habe viel Zeit und Muse. Ich habe eine wundervolle Frau an meiner Seite und Freunde. Da sind noch unbepinselte Leinwände und viele leere Seiten zu füllen. Mehrere Gigabyte Speicherplatz warten darauf, endlich mit eigener Musik bespielt zu werden. Und dann gibt es noch diese Idee mit dem neuen Blog.

Wann bitte soll ich bei so einem ausgefüllten Tag noch zur Arbeit gehen? Ich bin zwar sowas von nutzlos, und doch fühle ich mich sehr gut dabei. Wie kann denn sowas sein? Das man glücklich ist, indem man tut, was einem Freude bereitet? Indem man hinter sich lässt, was unglücklich macht? Das sind die Auswirkungen spätrömischer Dekadenz! Die grauen Damen und Herren werden dies zu beenden wissen. Bis dahin werde ich es genießen! Bis dahin bin ich unendlich reich!

Dienstag, 22. März 2011

Zu viel Salon, zu wenig Revolution! Die Kinder sollen's richten!

Na also! Geht doch: Jene Kanzlerin, die sich ja jede politische Vorteilnahme durch die Reaktorunfälle in Japan verbeten hatte, befürwortet nun die vorübergehende, ich betone, die vorübergehende Abschaltung von drei Atomkraftwerken in, wie könnte es anders sein, CDU- regierten Bundesländern. Wenn das mal nicht hilfreich ist bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden- Württemberg und Rheinland- Pfalz, dann weiß ich auch nicht.

Dabei spielt es gar keine Rolle, dass eben jene AKW vor wenigen Monaten noch als ach so sicher galten, so dass man deren Laufzeiten geradezu verlängern MUSSTE! Bin ich allzu prophetisch, wenn ich im Geiste wenige Wochen nach den Landtagswahlen wieder breit strahlende AKW sehe, die selbstredend noch sicherer sind als je zuvor? Zumal in der BRD ja nun nicht mit einem Tsunami gerechnet werden muss, und auch Erdbeben sind hierzulande eher lau.

Den Wähler freut es so oder so. Denn wenn es an den Geldbeutel geht, dann steht er eh fest zur Atomkraft. Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose und nicht vom Werk! Jedenfalls entblödet sich das amtliche Presseorgan der CDU, die Bild- "Zeitung" (sic!) nicht, ihre LeserInnen auf horrende Stromkosten hinzuweisen, sollte Atomstrom künftig wegfallen. Als wenn es nicht reichen würde, dass das Öl wegen dem ganzen Revolutionsterror in Nordafrika sich verteuert. Ts ts! So geht das aber nicht! In Sachsen- Anhalt hat man es begriffen. Dort ist alles ist beim Alten geblieben.

Okay, Politiker, die einmal Hüh und ein anderes Mal Hott sagen, kennt man ja zur genüge. Und dass die Springerpresse ihre exklusiven und millionenschweren Anzeigen von der Bundeswehr nun direkt der Bundesregierung danken muss, weil sie es dem Initiator zu Guttenberg nicht mehr kann (noch nicht!) - geschenkt. Der Wähler muss ja nichts davon glauben. Er muss sich auch nicht verführen lassen. Warum aber tut er genau das?

Angesichts solcher Dreistigkeiten von der eine Seite und der schweren Dummheit der anderen müsste man eigentlich gezielt Sprengsätze platzieren und zur Detonation bringen. Doch leider bin ich, wie so viele meiner Mitmenschen, so gar nicht auf Revolution getrimmt. Die RAF hatte anno dazumal leider starke Probleme damit, die Inhalte ihrer Programmpunkte auf einen massen- und medientauglichen Kernsatz zu reduzieren. Ihre Welt war viel zu komplex, als dass die Lesenation Deutschland sie hätte verstehen können. Das rächt sich nun! Leute wie T.S. oder KTzG haben es da viel leichter. Deren Weltverständnis lässt sich auf ein paar griffige Formeln reduzieren und dann zum Buch aufblähen.

Nein, ich entstamme einer Familie von Untertanen. Wenn ich einen Strafzettel bekomme, muss man mich davon zurückhalten, ein Dankesschreiben an den Polizeipräsidenten zu schreiben. Die Revolution liegt mir dabei nicht im Blut, nur auf der Zunge! Fände ich eine Pistole und wollte sie nutzen, ich schösse mich wohl eher selber in den Fuß als dass ich auch nur eine relevante Person träfe. Ich kann ja noch nicht einmal spicken und habe es deshalb auch noch nie probiert. Ich schwöre: Einmal lag noch ein Buch versehentlich auf meinen Knien, als es zur Klassenarbeit kam, und ich habe es geschafft, nicht einmal hinein zu schauen. Ich bin obrigkeitshörig und voller Skrupel. Ich bin zu ehrlich: Wenn ich mir Zutritt zu einem Gebäude verschaffen wollte, um einen Koffer dort abzustellen, und man fragte mich warum, ich würde prompt die Wahrheit erzählen.

Damit bin ich nicht alleine. Vielen Frauen und Männern meiner Generation geht es so. Man muss also keine Angst vor uns haben. Im Salon reden wir davon, dass sich die Zustände nur durch Gewalt verändern lassen und freuen uns über die Kids in Frankreich, ach was, in der gesamten arabischen Welt. Aber hinterher kassieren wir den Pfand für unsere Bierflasche wieder ein und lassen auf dem Heimweg die Pflastersteine da, wo sie hingehören. Es wäre uns ein Graus, würde sich ein Fußgänger den Knöchel deshalb verstauchen. Gefundene Geldkarten liefern wir brav bei der Bank ab, statt diese zu schädigen. Dabei müssen die den Schaden doch tragen und nicht ihre Kunden. Wir ärgern uns über die Springerpresse, doch reißen wir deren Erzeugnisse ihren LeserInnen nicht empört aus der Hand. Was nützt uns das Lesen überhaupt, wenn keiner wirklich versteht, was da eigentlich geschrieben steht? Dann sind mir revoltierende Analphabeten lieber, solange die wenigstens wissen, was sie wollen!

Wir warten ja alle auf denjenigen, der endlich einmal anfängt mit der Revolution. Warum viele glaubten, KTzG wäre derjenige, bleibt ein Rätsel. Er war ja wohl nur ein Revolutionär der ewig Gestrigen. Nö! Unsere Hoffnung sind die Kinder. Dabei muss man schauen, dass sie nicht so schafsblöd wie wir werden, nicht so tumb und unbeholfen. Kinder sind in der Lage, die Dummheiten der Erwachsenen zu durchschauen. Sie stellen die richtigen Fragen und geben sich mit halbgaren Erklärungen nicht zufrieden. Man darf erst gar nicht so tun, als wüsste man die Antwort. Man muss nur ehrlich sein. Wenn Kinder fragen, warum man arbeiten gehen müsse und was das überhaupt ist, antwortet man mit: Das weiß ich auch nicht! Arbeit macht jedenfalls nicht halb so viel Spaß wie sich einfach in den Dreck zu schmeißen und zu toben. Wozu brauchen wir Atomkraft? Woher soll ich das wissen? Frag' die, die ihr Geld damit verdienen!

Kinder müssen lernen, die Dinge zu hinterfragen und skeptisch zu bleiben, dabei auch neugierig. Dann entscheiden sie sich später selber, wie sie sich ihr Leben einrichten: als Reaktionär oder als Revolutionär? Um Ersterem vorzubeugen, gelten folgende Vorschläge:
  • Kindern von Beginn an respektvolles Handeln gegenüber anderen Menschen, aber nicht ggü. Institutionen zeigen
  • Ihnen mit vier Jahren den ersten Chemiebaukasten schenken
  • Mit sechs Jahren bekommen sie ein internetfähiges Netbook, die Gier nach viel Krach und Bumms wird gefördert. Ein zweiter Chemiebaukasten wird geschenkt.
  • Mit acht Jahren wird bei Kindern der sinn- und achtlose Gebrauch von Knallern getadelt - Alternativen werden aufgezeigt.
  • Mit zehn Jahren besuchen die Kinder ihr erstes Feriencamp in Gaza oder Pakistan
  • Ab zwölf Jahren werden Geschichtsfilme wie "Terminator" oder "V wie Vendetta" gezeigt. Die Inhalte werden später diskutiert, die Wahrscheinlichkeit der dargestellten Ereignisse wird erörtert.
  • Ab vierzehn Jahren muss Kindern das Konzept der freien Liebe erläutert, außerdem das Studium des "Kapitals" und "Wege des Kriegers" nahegelegt werden.
  • Mit 16 Jahren muss man wohl das streng alterskonforme Verhalten des Sprosses akzeptieren lernen
  • Die Erkenntnis bei Volljährigkeit des Nachwuchses: Man hätte es besser selber gemacht. Nun, nach 18 Jahren, ist es zu spät! Warten auf die Enkel! Vielleicht klappt es mit denen...

Donnerstag, 24. Februar 2011

Strg + C/ Strg + V! Strg Alt + Entf?

Anbei genannt sind Menschen wie Du und ich, deren private Verfehlungen sich eigentlich nicht auf die Ausübung ihrer Tätigkeit auswirken sollten. Diese Hexenjagd geht nämlich auf die Eier. Ich habe einige Thesen dazu aufgestellt, ein promisker Querschnitt der Befragten stimmte darüber ab.
  1. Josef Ratzinger hasst privat Menschen. Trotzdem führt er seine Amtsgeschäfte im Vatikan als Papst zur Zufriedenheit seiner Schäfchen aus. (34%)
  2. Adolf Hitler hatte nun mal diesen "Judenfimmel". Wer aber wollte sagen, dass er deswegen nicht beliebt gewesen wäre zu seiner Zeit? (68%)
  3. Klaus Zumwinkel ist mit der Steuerfahndung aneinander geraten. Dass er deswegen seinen Vorsitz bei der Post aufgeben musste, ist ein Skandal und verkennt seine fiskalischen Leistungen. (54%)
  4. Jürgen Tauss' private Neigungen gehen mich nichts an. Die CDU sollte ihn der Piratenpartei abwerben und ihn zum Familienminister machen. (24%)
  5. Wer heutzutage seine Doktorarbeit noch selber schreibt oder die Copy und Paste Funktion nicht kennt, der versteht nichts von Verteidigung. Dr. KT von Guttenberg soll seine Fähigkeiten weiterhin der Regierung zur Verfügung stellen. (99%)
  6. Silvio Berlusconi ist ein prima Staatsmann. Seine sexuellen Eskapaden und intellektuellen Entgleisungen interessieren nicht die Bohne. (65%)
  7. Thilo Sarrazin hasst privat Menschen und verdient viel Geld damit. Wie kann man so eine Geldmaschine aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank entlassen? Ein Skandal! (72%)
  8. Ghadafi ist ein Despot und Menschenfeind, vollkommen von der Rolle und unmoralisch bis zum geht-nicht-mehr. Solange er uns aber die Flüchtlinge vom Leib hält, geht das völlig in Ordnung. (89%)
  9. Till Schweiger geht uns mit seinem sexistischen Geschwafel in diversen Talkshows voll auf die Eier. Trotzdem ist er ein toller Schauspieler und Filmemacher! (3%)
  10. Saddam Hussein war privat eher ein netter Typ! Damit kommt man in der Welt leider nicht weit, weswegen er sich als Despot ausgeben musste. Schade um ihn! (12%)
  11. nicht prominente Straftäter, die ihre Strafe bereits abgesessen haben, sollten ohne Probleme wieder einen gutbezahlten Job bekommen können. (0%)
Also, da verschlägt es einem glatt die Sprache! Hätte man das gedacht vom Land der Dichter und Denker, dass es bereit ist, so vielen fast alles zu verzeihen? Es jubelt denen zu, die bereit sind, zu ihren Fehlern zu stehen und ihre Schwächen mit Humor zu tragen. Das sind echte Steher, die so schnell nichts aus der Bahn wirft: nieder mit den Neidern und den Missgünstigen und ein Bravo zu all den Mutigen! Hipp Hipp Hurra!

Schämen sollten sich hingegen die Muselmanen, die derzeit überall Unruhen anzetteln und ihre Despoten nicht verstehen und ihnen auch nicht vergeben möchten, und das, obwohl sie alle nur das Beste wollen für ihr Volk. Sie sind einfach viel zu dumm, die Tunesier, Ägypter, Jordanier, Bahrainiten, Syrer und wie sie alle heißen. Das sind doch allesamt Analphabeten! In der BRD, wo beinahe jeder des Lesens und Schreibens mächtig ist, kann sowas nicht passieren: Man erhebt sich schließlich nicht gegen die Hand, welche womöglich ein paar Krümel bereithält. Wir lesen und wir verstehen alles! Pisa forever!