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Freitag, 25. Januar 2013

Wasser nach Ägypten tragen! Ein physikalisches Rätsel!

Der Wald: schon längst privatisiert!
Es gibt kaum gute Gründe, seinen Blick vom Display des Smartphones abzuwenden und aufzuschauen in die triste Welt. Ich kann sie alle verstehen, die Autisten, die Kommunikationszombies, wie sie alle mit gesenktem Blick durch die Welt pilgern und die Realität nur virtuell in ihr lebendiges Totsein einlassen. In dieser bleiernen Vitalität dämmern sie angnehm betäubt von einem App zum nächsten. Wer braucht da noch Serien wie "The Walking Dead"?

Schaut man nach oben, sieht man andere, die nach unten schauen. Ein erschütternder Ausblick tut sich auf: Die Menschen fahren immer noch Auto, sie kaufen immer noch Dinge, die keiner braucht und sie verfolgen weiterhin Medienformate, die ihre eigene Nutzlosigkeit in den Adelsstand höchster Bedeutung erhebt: rauswählen, reinwählen, liken, konsumieren und arbeiten um sich all das leisten zu können. Dazwischen wählen sie Regierungen. Ein erbärmliches Leben.

Eine Revolution ist sinnlos. Das zeigt sich in Ägypten: Da wird sie gerade von den Islamisten gefressen. Das erinnnert stark an die Revolution 1979 in Persien. Erst wurde gejubelt, dann wurde der revolutionäre islamistische Staat Iran ausgerufen. Shit happens! In Ägypten stehen auch die Bilder schief, wenn der ägyptische Tourismusminister über das Wesen des erstarkten radikalen Islams referiert:

"Seit der Revolution tun die Leute all das, was vorher verboten war", sagt Hisham Zaazou. "Wenn man die Hand von einer Sprungfeder nimmt, schnellt sie nach oben, aber sie wird wieder in die Ausgangsposition zurückgehen." (hier...)
Eine niedergedrückte Sprungfeder, oh verehrter Meister der Physik, kehrt nur in ihre Ausgangslage zurück, wenn sie erneut niedergedrückt wird. Ansonsten schnellt sie kurz nach oben und entspannt sich auf weit höherem Niveau. Das war im Iran so, das ist im BRD-Bible-Belt so, das wird auch in Egypt so sein.

Was gibt es noch zu sehen? Die brutalstmögliche Selbstaufklärung der katholischen Kirche über interne Missbrauchsfälle? In allen anderen Fällen würde die Staatsanwaltschaft ermitteln. Aber die Römer? Berufen einen unabhängigen Experten. Und wenn er was findet oder die "falschen" Fragen stellt, schmeißen sie ihn halt wieder raus. Denn schon allein die Frage, ob Unterlagen seitens der Kirche vernichtet worden seien, ist schon ein Vertrauensbruch.

Nun ja, der letzte externe Experte, dem die Kirche vertraut hat, war Adolf Hitler. Und der hat ihr für ihr Stillhalten das Reichskonkordat geschenkt, das sich heute nur unwesentlich abgeändert Konkordat nennt und trotzdem alle Vorzüge beibehalten hat. Da kann ein Herr Pfeiffer nicht gegen anstinken, vor allem wenn er Fragen stellt oder gar Unangenehmes veröffentlichen mag. Das ist wahrlich Kirche von hinten! Doch wo schicken wir unsere Kinder in den Ferien hin? Ins kirchliche Zeltlager? Doch schon allein die Frage stellt einen Vertrauensbruch dar, der mit Exkommunikation geahndet wird.

Da ist das Geschrei schon größer, wenn Großbritanniens Primeminister mit dem Ausstieg aus der EU droht, wenn sich nichts ändert. Natürlich sind da wieder GB- spezifische Hinterhältigkeiten zu vermuten. Warum aber reagiert niemand auf den begründeten Vorwurf des "Demokratiedefizits" in Europa? Es ist jedenfalls nicht besonders demokratisch, wenn nicht gewählte Kommissionen im Geheimen Gesetze basteln und demokratisch gewählte Staaten sie exekutieren sollen. Sind da nicht eigentlich die Parlamente zuständig?

Wie erfreulich ist da der Widerstand gegen solche Vorhaben wie ACTA. Welche Zumutung die neueste ist? Nun, irgendwelche Bürokraten sind aller Wahrscheinlichkeit nach ganz ohne fremde Hilfe auf die Idee gekommen, die Wasserwirtschaft zu privatisieren bzw. deren Privatisierung zu erleichtern. Warum? Weil die Privatwirtschaft dem Allgemeinwohl dient? Weil sich der Markt stets selbst reguliert? Weil man nichts, aber auch gar nichts aus der derzeitigen Krise und ihren Ursachen gelernt hat?

Es gibt halt wenig zu lachen und deshalb starren wir auf Benutzeroberflächen. Da können wir uns wenigstens aussuchen, welche Nachrichten uns erreichen. Es ist allemal unterhaltsamer, den Tweets von Dschungelcampbewohnern zu folgen oder sich an der Blödheit noch dümmerer Menschen als wir es sind aufzugeilen. Dabei scheinen die Medienmacher die klügeren Menschen zu sein: Denn sie sind noch zu grenzenlosem Zynismus fähig. Sie wissen: Wem jeder Intellekt abgeht, dem bleibt wenigstens noch die Schadenfreude.

P.S. Wer der Sache mit dem Wasser etwas entgegenzusetzen trachtet, ist freundlich aufgefordert, hier seine virtuelle Unterschrift zu leisten (gerne auch mobil): http://right2water.eu/de

Dienstag, 14. Februar 2012

Rent a Revolution! Dummes, ungewaschenes Humankapital!

kriegswichtig: passendes Wetter und klare Sicht
Ich tauge nicht zur Revolution. Demonstrieren mag ich auch nicht so recht. Nicht, dass ich nicht gerne eine Revolution hätte, zum Beispiel eine gegen all die Hässlichkeiten dieser Welt. Geschenkt. Aber ich bin nicht aus dem Haus zu kriegen.

Irgendetwas ist immer. Da ist das Wetter zu schön, oder es ist zu kalt. Oder ich habe Kopfschmerzen. Und wenn es mir einmal gut geht, dann möchte ich diese seltenen Momente der Schmerzlosigkeit nicht dadurch gefährden, dass ich beim Revoltieren oder Demonstrieren zu harsch einem Polizisten begegne oder anderen Revoluzzern ausgeliefert bin, die womöglich andere Dinge gut finden als ich.

Ich kann es nicht ausstehen, wenn andere Leute andere Dinge als ich mögen. Dies würde mich sogar deprimieren. Wohingegen es mir sicherlich einmal gesinnungstechnisch gut täte, mal so richtig von einem Polizisten oder auch dem Verfassungsschutz durchgewalkt zu werden. Von wegen Wut steigern bis zum Hass und so. Ich bin nämlich kein Wutbürger. Sogar meine Hasskappe ist himmelblau. Da muss sich was ändern! Nicht die Verfassung, ich meine mich.

Ich bin viel zu milde: Wenn der Verfassungsschutz mal sagt: Soso, haha, wir können nämlich auch anders, denn wir haben heuer syrische Spione geschnappt, dann will er ja nur von seiner ansonsten enormen Unfähigkeit ablenken. Ich kann die Leute von der Bundes- Stasi ja gar nicht wirklich hassen. Ich bin viel zu sehr mit Lachen beschäftigt. Das aber ist gefährlich und auch total nachlässig von mir. Weil: Angst haben müssen immer nur die Falschen, nie die Richtigen. Das ist ganz großer Bockmist!

Mir fehlt es deutlich an Wut: Wenn die EU mal wieder versucht, im Geheimen Gesetze durchzuboxen (ACTA, E10 etc.), dann bin ich nur irritiert wegen der Dreistigkeit der Lobbyisten und dem Unvermögen oder Zynismus der Politik, die sich belabern lässt wie eine Oma von den Vertretern einer Drückerkolonne. Mir ist vor lauter Kopfschütteln deshalb schon ganz schwindlig, so dass ich wieder Kopfweh bekomme und schon ist es vorbei mit meiner Revolution.

Ich wüsste auch gar nicht, wen ich hinterher alles erschießen lassen müsste. Es sind ja so viele, da braucht man viel Geld für Gewehrkugeln. Und am Ende ist man so mit dem Geld beschaffen beschäftigt, dass man sich am Besten selbst gleich mit erschießt. Weil man ist ja dann genauso korrupt wie seine Vorgänger. Und womöglich genauso öd: Geld Geld Geld, würde ich dann denken und plötzlich gäbe es Sachzwänge, Alternativlosigkeit und so Zeug.

Ich habe auch Angst davor, eventuell die Falschen zu erschießen. Gemein ist, dass sich die Bösen immer hinter den Guten verstecken, so wie sich bärtige Männer mit Raketenwerfern immer bei bärtigen Männern und verschleierten Frauen ohne Raketenwerfern verstecken und dann einfach losschießen: Wenn man dann zurückschießt, trifft man meistens die ohne den Raketenwerfer, und dann ist das Unrecht ganz auf meiner Seite. Weil ich im Bestreben, die Richtigen zu erwischen, ganz unmoralisch die Falschen in Kauf nehme. Es ist schlimm! Und da soll man keine Kopfschmerzen bekommen?

Vielleicht habe ich einen Hirntumor? Ich meine, wegen den Kopfschmerzen. Und wegen dem dummen Zeug. Das würde jedoch nichts daran ändern, dass es mir am Liebsten wäre, wenn andere für mich eine Revolution machen. Rent a Revolution! Aber bitte für die richtige Seite. Ich habe nämlich kürzlich gelesen, dass die Welt gerade so ordentlich durchrevolutioniert wird, und zwar durch eine "Revolution von oben".

Das will heißen, dass die Reichen und Mächtigen die letzten Umverteilungskämpfe ganz ideologisch gegen die Armen und Ohnmächtigen führen. Die sind schließlich nur Humankapital und haben gefälligst kostenneutral dem Höheren zu dienen. Zum Teilhaben sind sie zu dumm und ungewaschen. Zum Bezahlt werden übrigens auch. Nur zum Konsumieren, da sind sie schlau genug.

Wir steuern direkt auf ein feudalistisches System zu, ohne jemals eine wirkliche Demokratie erlebt zu haben. Das finde ich traurig. Daher empfinde ich volle Sympathie und Verständnis für jene Vielzahl von Griechen, die in den vergangenen Tagen aufgestanden sind und Athen sowie Thessaloniki in Schutt und Asche gelegt haben.

Die Griechen verstehen es, zu feiern. Macht bitte weiter damit, liebe Griechen! Leider haben sie die Richtigen nicht erwischt. Die sitzen ja anderswo herum und zählen in Ruhe ihr Geld. Aber vielleicht haben die ein bisschen Angst bekommen. Wer weiß? Vielleicht kommen die Griechen in Flugzeugen zu ihnen? Ach bitte, liebe Griechen: Macht Ihr doch die Revolution für mich! Ich komm' dann auch zu Euch und leg' mich in die Sonne. Euer Meer ist super für die Nasennebenhöhlen. Dann geht mein Kopfweh weg.

Aber vielleicht werden die wütenden Griechen ja auch nur von den westlichen Geheimdiensten gesteuert. Dann könnte die dortige Regierungserscheinung undemokratischer Machart die in Deutschland zwangseingekauften Panzer und U-Boote benutzen und die Demonstranten erschießen. Man hätte dann mit China und Russland plötzlich mächtige Verbündete, und die Wirtschaftsförderung könnte in Echt passieren und nicht nur so merkelmäßig virtuell wie derzeit. Und wer braucht schon eine Bevölkerung? Also ehrlich!

Ferkel und Narkozy brauchen sie jedenfalls nicht, wie man sieht. Vielleicht merken wir bald, dass wir sie auch nicht brauchen. "Braucht man nicht" war bis vor ein paar Jahren eine gängige Floskel, die das Gegenteil von "Must have" bezeichnete. Braucht man auch nicht: Talkshows über den BuPrä Wullf und Gäste wie: Peter Hinze (CDU). Man muss sie nicht gleich erschießen. Eine eiserne Maske würde vollkommen ausreichen. Und ich stelle mich jetzt der Frage, wie man einen Krieg verlieren kann, ohne an ihm teilzunehmen.

Ratlos, Ihr

Holz E. von Bald

Freitag, 16. Dezember 2011

Rentner zu den Waffen! Unterschichten- Acknowledgement versus Altersradikalität!

kriegswichtig: Esprit
"Wir sind jetzt Greifenwalder. Zwei Stationen, dann sind wir Gesundbrunnen." sprach die Erzieherin mit der nölig- lauten Stimme in ihr Mobilfunkgerät, während die ihrer Erziehung ungeduldig harrenden Kinderchen wild durch das Abteil stieben und lärmten. Mit solch sprachlich retardiertem und mit Unterschichten- Acknowledgement versehenem Erziehungspersonal muss man sich keinerlei Hoffnung auf eine durch die nachwachsende Brut entfesselte Revolution zu machen.

Die heute ihre Zelte aufschlagen, wollen keine Revolution. Sie wollen ihren Platz im kapitalistischen System. Sie wollen ihm ein menschliches Antlitz verleihen. Viel Spaß, liebe Leute, und friert Euch nicht den Arsch ab. Ich aber habe mich damit abgefunden, selbst aktiv werden zu müssen. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber dann für den Rest meines Lebens werde ich mich voll und ganz der Revolution widmen.

Dann nämlich, wenn ich nichts mehr zu verlieren habe. Wenn der Tod naht, oder schlimmer noch, das Pflegeheim. Denn was könnte teuflischer sein, als mittels schlechter Drogen narkotisiert, mit der Bettpfanne dauerhaft unter dem Gesäß platziert und von DJs alleinuntehalten unter Dauerberieselung penetrant dosierter Musik von Lady Gaga über Coldplay zu Rammstein dahinzuvegetieren?

Dann doch noch lieber Selbstmord! Aber nicht, ohne ausgewählte VertreterInnen aus Wirtschaft und Politik mitzunehmen! Wie schön wäre es wenn Rentnerinnen und Rentner tatsächlich anfingen, altersradikal zu werden und nicht schimpften über Jugend, Sittenverfall und Rentenbezüge, sondern sich bewaffneten und, solange sie noch die Herrschaft über ihre Sinne haben, den Feind mit einem kräftigen Hahrrrharrr stellten und in von seinem Elend erlösten und der Jugend damit eine leuchtende Zukunft einzuläuten, während sie selbst der finale Rettungsschuss aus der Waffe eines Sicherheitsbeamten ereilt.

Ach wie wunderbar. Jetzt muss ich an diesen schönen Film von Clint Eastwood, Gran Torino, denken. Sicher lässt es am Heldenmut zweifeln, wenn eine Tat begangen wird ohne dass ein Verlust droht. Am Ende ist's eine Verzweiflungstat. Aber wenn die Verzweiflung hilft, dass sich endlich einmal die Richtigen fürchten müssen? Sonst sind es doch immer die Unschuldigen, die um ihr Leben bangen müssen. Und Rentnerinnen und Rentner können beweisen, dass sie nicht zum alten Eisen gehören.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Revolutionäre gehen nicht shoppen! Helmpflicht für Autoanzünder!

kriegswichtig: Die Analysefähigkeit!
Europäische Krisen-Staaten bekommen Rettungspakete aufgehalst, zu Bedingungen, deren Nutzen nicht ganz einleuchtend ist. Und dies nur, um die riskanten Geschäfte unserer Banken abzufedern. Denn am Ende sind es doch die Banken, die das Geld bekommen, nicht die Griechen oder die Portugiesen etc. Radfahrer müssen nächstens einen Fahrradhelm tragen. Nicht, weil sie so schlecht Rad fahren. Nein, den rücksichtslosen und unumsichtigen Autofahrern wegen sollen sie den Helm tragen. Weil die nicht Auto fahren können. Doch der Helm ist nicht nur nicht schön, er hilft auch nur bei einer Sorte von Stürzen, der unwahrscheinlichsten nämlich: Der Sorte, bei der der Radfahrer direkt mit der Schädeldecke aufprallt. Vor sämtlichen anderen Stürzen schützt der Helm nicht. Es geht nicht etwa darum, Unfälle zu vermeiden, sondern allein darum, die Folgen zu mildern. Fahrradhelm und Rettungsschirm haben damit eine seltsame Gemeinsamkeit.

Seltsames Völkchen, diese Radfahrer: Sie scheinen sich allesamt todesmutig vor die Autos zu werfen und nehmen bös' grinsend in Kauf, dabei unter die Räder zu geraten. Und all dies nur, um die umsichtigen und rücksichtsvollen Autofahrer zu ärgern. Aus purem Hass nämlich. Manchmal verstecken sie sich sogar auf den Radwegen, um dann mit Karacho aus dem Hinterhalt da geradeaus fahren, wo ein netter Autofahrer gerade rechts abbiegen will. So viel Niedertracht muss mit einer Helmpflicht bestraft werden. Man muss diese Kamikaze-Radler schließlich und endlich vor sich selber schützen. Wie lassen sich Fahrradunfälle völlig vermeiden? Indem man Fahrräder ganz einfach verbietet. Die Straßen den Autofahrern, yeah! Wer ist denn der Zahlmeister der Nation? Diese dreckigen Radfahrer sind es jedenfalls nicht. Es gibt ja keine Fahrradsteuer, nicht wahr? Und Sprit müssen die auch nicht kaufen, diese Drückeberger.

Kein Radfahrer, aber trotzdem irgendwie gegen Autos, ist dieser 27jährige, der beim Auto anzünden geschnappt wurde. Der war ja gar nicht links und auch nicht richtig anarcho, sehr zum Leidwesen vom Herrn Senator Körting. Ohne jede linksterroristische Zelle hat er es quasi im Alleingang geschafft, wenigstens 67 Autos anzuzünden. Da braucht es schon einigen Zorn, von wegen arbeitslos und Schuldenproblematik und so. Da liegt es also nahe, Auto anzuzünden. Andere machen's besser, nämlich sozialverträglicher: Die verprügeln zu Hause ihre Frau oder ihre Kinder, oder sie verkloppen diese nichtsnutzigen Ausländer. Da hat der Körting auch nichts gegen, denn das ist wenigstens nicht ganz so destruktiv und auch nicht wirklich teuer. Aber den Leuten ihr Heilix Blechle anzustecken, pfui! Das gehört sich nicht!

Der Senat könnte allerdings von dieser Energie schöpfen, indem der Mann einen Job bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/ Abteilung Verkehr bekommt, im Spezialgebiet "Verkehrsberuhigung". Für die anderen Autoanzünder, die ja unter Garantie Linksextremisten sind, da ist sich der Herr Körting ganz sicher, da könnte man doch auch so eine Art Aussteigerprogramm initialisieren und sie dann ebenfalls für den Senat schaffen lassen. Das wäre doch mal eine Perspektive, oder? Jedenfalls hat jeder Frust oder Zorn ein gewaltiges Potenzial. Das muss man doch auch nutzen können. Das darf man doch nicht einfach in der Illegalität verpuffen lassen. Noch wurde jede Revolution bereits im Keim erstickt, sobald der Staat sein widerborstig Völkchen umarmt und Pöstchen verteilt.

Vielleicht gibt's bald trotzdem eine Revolution! Die richtige Jacke dafür gibt es im Ringcenter an der Frankfurter Allee. Dort wirbt man auf einem großen Plakat mit folgendem Slogan: Das ist keine Jacke, das ist Revolution! Ein jemand, garantiert so ein verfolgungswürdiger Linksradikaler, hat darunter geschrieben: "no, it's not!" Ich finde, da hat er irgendwo recht. Eine Jacke macht noch keine Revolution. Noch nicht einmal im Modekontext, dazu gibt sich nicht viel her. Ein paar Werber haben sich halt überlegt, was gut kommt, und einer von denen hat vielleicht in den letzten Monaten versehentlich Nachrichten gesehen. Zu seinen Kollegen hat er dann gesagt: "Das war ja dann so eher igitt und so, weil Nachrichten, das geht gar nicht. Eigentlich wollte ich ja DSDS gucken. Aber dann fiel so das Wort "Revolution", und das hab ich dann in dem Wörterbuch nachgelesen und hab dann gedacht: Wow, das passt voll zur Kampagne, voll steil und all das...."

Lassen wir unseren Werbetexter mit seinen Gedanken wieder alleine und besinnen uns also wieder darauf, dass die richtige Jacke alleine keine Revolution macht. Vielleicht tragen echte Revolutionäre ja auch die richtige Jacke, aber die wird dann hinterher erst richtig und nicht schon vorher. James Dean und Marlon Brando hatten auch die richtige Jacke an, und die hat lediglich das unterstützt, was sie vorgaben, zu sein. Aber auch sie gaben nicht vor, Revolutionäre zu sein. Sie wollten Rebellen sein. And this is something clompletely different. Wer rebellisch sein möchte, sollte zum Ringcenter gehen und die besagte Jacke einfach klauen. Wer da aber eine Revolution haben will, der muss seine Wut und allen Zorn in die richtige Richtung lenken. Revolutionäre gehen nicht shoppen!

Dienstag, 22. März 2011

Zu viel Salon, zu wenig Revolution! Die Kinder sollen's richten!

Na also! Geht doch: Jene Kanzlerin, die sich ja jede politische Vorteilnahme durch die Reaktorunfälle in Japan verbeten hatte, befürwortet nun die vorübergehende, ich betone, die vorübergehende Abschaltung von drei Atomkraftwerken in, wie könnte es anders sein, CDU- regierten Bundesländern. Wenn das mal nicht hilfreich ist bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden- Württemberg und Rheinland- Pfalz, dann weiß ich auch nicht.

Dabei spielt es gar keine Rolle, dass eben jene AKW vor wenigen Monaten noch als ach so sicher galten, so dass man deren Laufzeiten geradezu verlängern MUSSTE! Bin ich allzu prophetisch, wenn ich im Geiste wenige Wochen nach den Landtagswahlen wieder breit strahlende AKW sehe, die selbstredend noch sicherer sind als je zuvor? Zumal in der BRD ja nun nicht mit einem Tsunami gerechnet werden muss, und auch Erdbeben sind hierzulande eher lau.

Den Wähler freut es so oder so. Denn wenn es an den Geldbeutel geht, dann steht er eh fest zur Atomkraft. Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose und nicht vom Werk! Jedenfalls entblödet sich das amtliche Presseorgan der CDU, die Bild- "Zeitung" (sic!) nicht, ihre LeserInnen auf horrende Stromkosten hinzuweisen, sollte Atomstrom künftig wegfallen. Als wenn es nicht reichen würde, dass das Öl wegen dem ganzen Revolutionsterror in Nordafrika sich verteuert. Ts ts! So geht das aber nicht! In Sachsen- Anhalt hat man es begriffen. Dort ist alles ist beim Alten geblieben.

Okay, Politiker, die einmal Hüh und ein anderes Mal Hott sagen, kennt man ja zur genüge. Und dass die Springerpresse ihre exklusiven und millionenschweren Anzeigen von der Bundeswehr nun direkt der Bundesregierung danken muss, weil sie es dem Initiator zu Guttenberg nicht mehr kann (noch nicht!) - geschenkt. Der Wähler muss ja nichts davon glauben. Er muss sich auch nicht verführen lassen. Warum aber tut er genau das?

Angesichts solcher Dreistigkeiten von der eine Seite und der schweren Dummheit der anderen müsste man eigentlich gezielt Sprengsätze platzieren und zur Detonation bringen. Doch leider bin ich, wie so viele meiner Mitmenschen, so gar nicht auf Revolution getrimmt. Die RAF hatte anno dazumal leider starke Probleme damit, die Inhalte ihrer Programmpunkte auf einen massen- und medientauglichen Kernsatz zu reduzieren. Ihre Welt war viel zu komplex, als dass die Lesenation Deutschland sie hätte verstehen können. Das rächt sich nun! Leute wie T.S. oder KTzG haben es da viel leichter. Deren Weltverständnis lässt sich auf ein paar griffige Formeln reduzieren und dann zum Buch aufblähen.

Nein, ich entstamme einer Familie von Untertanen. Wenn ich einen Strafzettel bekomme, muss man mich davon zurückhalten, ein Dankesschreiben an den Polizeipräsidenten zu schreiben. Die Revolution liegt mir dabei nicht im Blut, nur auf der Zunge! Fände ich eine Pistole und wollte sie nutzen, ich schösse mich wohl eher selber in den Fuß als dass ich auch nur eine relevante Person träfe. Ich kann ja noch nicht einmal spicken und habe es deshalb auch noch nie probiert. Ich schwöre: Einmal lag noch ein Buch versehentlich auf meinen Knien, als es zur Klassenarbeit kam, und ich habe es geschafft, nicht einmal hinein zu schauen. Ich bin obrigkeitshörig und voller Skrupel. Ich bin zu ehrlich: Wenn ich mir Zutritt zu einem Gebäude verschaffen wollte, um einen Koffer dort abzustellen, und man fragte mich warum, ich würde prompt die Wahrheit erzählen.

Damit bin ich nicht alleine. Vielen Frauen und Männern meiner Generation geht es so. Man muss also keine Angst vor uns haben. Im Salon reden wir davon, dass sich die Zustände nur durch Gewalt verändern lassen und freuen uns über die Kids in Frankreich, ach was, in der gesamten arabischen Welt. Aber hinterher kassieren wir den Pfand für unsere Bierflasche wieder ein und lassen auf dem Heimweg die Pflastersteine da, wo sie hingehören. Es wäre uns ein Graus, würde sich ein Fußgänger den Knöchel deshalb verstauchen. Gefundene Geldkarten liefern wir brav bei der Bank ab, statt diese zu schädigen. Dabei müssen die den Schaden doch tragen und nicht ihre Kunden. Wir ärgern uns über die Springerpresse, doch reißen wir deren Erzeugnisse ihren LeserInnen nicht empört aus der Hand. Was nützt uns das Lesen überhaupt, wenn keiner wirklich versteht, was da eigentlich geschrieben steht? Dann sind mir revoltierende Analphabeten lieber, solange die wenigstens wissen, was sie wollen!

Wir warten ja alle auf denjenigen, der endlich einmal anfängt mit der Revolution. Warum viele glaubten, KTzG wäre derjenige, bleibt ein Rätsel. Er war ja wohl nur ein Revolutionär der ewig Gestrigen. Nö! Unsere Hoffnung sind die Kinder. Dabei muss man schauen, dass sie nicht so schafsblöd wie wir werden, nicht so tumb und unbeholfen. Kinder sind in der Lage, die Dummheiten der Erwachsenen zu durchschauen. Sie stellen die richtigen Fragen und geben sich mit halbgaren Erklärungen nicht zufrieden. Man darf erst gar nicht so tun, als wüsste man die Antwort. Man muss nur ehrlich sein. Wenn Kinder fragen, warum man arbeiten gehen müsse und was das überhaupt ist, antwortet man mit: Das weiß ich auch nicht! Arbeit macht jedenfalls nicht halb so viel Spaß wie sich einfach in den Dreck zu schmeißen und zu toben. Wozu brauchen wir Atomkraft? Woher soll ich das wissen? Frag' die, die ihr Geld damit verdienen!

Kinder müssen lernen, die Dinge zu hinterfragen und skeptisch zu bleiben, dabei auch neugierig. Dann entscheiden sie sich später selber, wie sie sich ihr Leben einrichten: als Reaktionär oder als Revolutionär? Um Ersterem vorzubeugen, gelten folgende Vorschläge:
  • Kindern von Beginn an respektvolles Handeln gegenüber anderen Menschen, aber nicht ggü. Institutionen zeigen
  • Ihnen mit vier Jahren den ersten Chemiebaukasten schenken
  • Mit sechs Jahren bekommen sie ein internetfähiges Netbook, die Gier nach viel Krach und Bumms wird gefördert. Ein zweiter Chemiebaukasten wird geschenkt.
  • Mit acht Jahren wird bei Kindern der sinn- und achtlose Gebrauch von Knallern getadelt - Alternativen werden aufgezeigt.
  • Mit zehn Jahren besuchen die Kinder ihr erstes Feriencamp in Gaza oder Pakistan
  • Ab zwölf Jahren werden Geschichtsfilme wie "Terminator" oder "V wie Vendetta" gezeigt. Die Inhalte werden später diskutiert, die Wahrscheinlichkeit der dargestellten Ereignisse wird erörtert.
  • Ab vierzehn Jahren muss Kindern das Konzept der freien Liebe erläutert, außerdem das Studium des "Kapitals" und "Wege des Kriegers" nahegelegt werden.
  • Mit 16 Jahren muss man wohl das streng alterskonforme Verhalten des Sprosses akzeptieren lernen
  • Die Erkenntnis bei Volljährigkeit des Nachwuchses: Man hätte es besser selber gemacht. Nun, nach 18 Jahren, ist es zu spät! Warten auf die Enkel! Vielleicht klappt es mit denen...

Samstag, 19. Februar 2011

Die Verschwörung der Energieriesen! Kalt ist es und still in Deutscheland!

Ich habe den Winter satt! Heute Nacht soll es bis zu Minus 13°C kalt werden, und in den nächsten Tagen wird es nicht wärmer als Minus 4°C. Minus Minus Minus - so eine Bilanz kann sich doch nur die HypoRealEstate erlauben. Alles andere wird doch sonst auch mehr bzw. höher: Die Miete, Energiekosten, Beiträge zu den Sozialversicherungen und und und...

Man kann eigentlich nur vermuten, dass die neue Kältewelle den schlüpfrigen Energieriesen und deren Lobby zu verdanken ist. Die pulvern ihren Dreck absichtlich in die Luft und das Erdklima kühlt deswegen dermaßen ab, dass der Verbraucher seine schlecht isolierte Mietwohnung auf wenigstens 18°C Plus hochbollern muss. Und wer zahlt dann wieder? Richtig! Und wer verdient da wieder dran? Genau! Die Kälte erstmal sozialisieren und dann die Gewinne privatisieren! Ihr Schlawiner seid durchschaut!

Man kann den Winter und die damit einhergehende Kälte wirklich nur boykottieren! Einfach nicht mehr vor die Tür gehen und die sackdämliche Arbeit jenen überlassen, deren Phantasie bereits so weit heruntergefahren ist wie es sämtliche Atomreaktoren schon längst sein sollten, dass sie gar nicht mehr wissen, welche wunderbaren Dinge man stattdessen tun könnte:
  • Sex haben mit der/ dem Liebhaberin/ Liebhaber
  • Zehennägel schneiden und lackieren
  • die schon seit Jahren geschriebenen Songs aufnehmen und der Weltöffentlichkeit für umme präsentieren
  • Trockengemüße in selbst angelegtes Öl einlegen
  • den Stapel Bücher abarbeiten, den ich abends vergnatzt und übermüdet anstarre
  • an den/ die Liebhaber/ Liebhaber denken und ihn/ sie ggf. küssen
  • männliche und weibliche Geschlechtsteile auf Leinwände malen 
  • die Kinder an Angelina Jolie und Brad Pitt verkaufen (aber nicht an Madonna oder Marc Dutroux)
  • Mails an die GDL schreiben und darin erörtern, warum ein Streik der Berliner S-Bahnen gar nicht auffallen würde
  • einen Leiharbeiter oder ALGII- Empfänger finden, der sich auf einem berliner Marktplatz anzündet (damit die Revolution auch zu uns kommt!)
  • darüber nachdenken, woher unsere Regierung dieses Revolutionsexpertentum hat, mit dem sie ganz Tunesien und Ägypten belabert (besteht etwa doch noch Hoffnung?)
  • die Hamburger heute noch daran erinnern, dass es Guido Westerwelle immer noch gibt und man das nicht vergessen sollte, wenn man vorhat, FDP zu wählen
Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass es um Guido Westerwelle ganz schön ruhig geworden ist dieser Tage? Als hätten FDP und Union dem Gustav Gans der bundesdeutschen Außenpolitik angeraten, einfach mal die Klappe zu halten, damit die grüngelben Koalitionen in den nächsten Landtagswahlen nicht gefährdet sind bzw. sich erstmal welche bilden können. Noch vor wenigen Wochen hat man versucht, uns Guido ganz FDP-intern zu stürzen - und jetzt hört man kein Sterbenswörtchen mehr von ihm: Nachtigall, ick hör dir trappsen! Oder in den Worten des Herrn Außenministers: Quack quack quack!