Um dem Herrn Gröhe von der CDU mal grob den Unterschied zwischen links- und rechtsextremistischer Gewalt zu erklären, da er ja schon wieder einmal gegen Extremismus belfert, aber allein den Linksextremismus meint (hier...)
Hypothese: Linke wie rechte Extremisten zünden Autos und Häuser an. Das ist wohl richtig. Nun der kleine, aber feine Unterschied:
Linksextremisten zünden Häuser und Autos an, wenn sich NIEMAND darinnen befindet!
Die Tat ist eine Kritik an Eigentum und am Kapitalismus! Die Folge: Der Schaden ist materiell. Eigentümer weinen und die Polizisten, die das Eigentum beschützen sollen, bekommen höchstens einen Stein an den Schutzhelm geworfen. Dafür sind Polizisten aber besser bewaffnet und kloppen in deeskalierender Weise auf alles ein, was sich auch nur zufällig in ihrer Nähe befindet.
Rechtsextremisten zünden Häuser und Autos an, WEIL sich jemand darinnen aufhält!
Die Tat ist eine Kritik an der multikulturellen Gesellschaft! Die Folge: Menschen sterben (vgl. NSU) und Sachschaden tritt kollateral ein. Das ist aber nicht so schlimm, weil Multikulti ja ohnehin gescheitert ist (vgl. Buschkowsky, Sarrazin etc.). Und wer an Ausländer vermietet, hat es ja nicht anders verdient, als dass ihm die Bude abgefackelt wird. So'ne Vaterlandsverräter!
Jetzt, Herr Gröhe, dürfen Sie erklären, warum linker und rechter Extremismus miteinander gleichgesetzt werden sollte und welche Opfer linksextremer Gewalt verhöhnt werden, wenn die LINKE und die Grünen eine (satirische) Kampagne ins Leben rufen, in der Linksextremisten zum Outing aufgerufen werden? Vollkaskoversicherte Eigentümer?
Ich finde jedenfalls, dass gerade Sie mit Ihrer politisch rechts motivierten Sichtweise die Opfer rechtsextremer Gewalt verhöhnen, INDEM sie alle Extremisten in einen Topf werfen. Vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag zur Diskussion, Herr Gröhe von der CDU!
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Freitag, 5. April 2013
Sonntag, 19. August 2012
Der Horror, der Horror! Mieten werden sinken aus lauter Langeweile!
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| Jawoll! |
Grabesruhe hat zu herrschen auf bundesdeutschen Straßen an einem solchen Tag. Es geht nicht an, dass religions- und was-sonst-noch-fremde Menschen hier einen auf Fest machen, während deutschstämmige Griesgrame ihrer verhassliebten Griesgrämigkeit harren sollen dürfen müssen. Man kommt sich ja vor wie auf einem Basar in Kabul.
Wir sind aber in Neukölln, und der alltägliche Rassismus großer Teile unserer ach so offenen Gesellschaft sorgt für erschwingliche Mieten. Neukölln ist in den Augen vieler Menschen ein Ort voller gewalttätiger Türken und Araber, die ihre Frauen zwangsverschleiern, den Kindern den Penis abschnippeln und deutschstämmigen MitbürgerInnen das Portemonnaie abknöpfen und hernach Mann wie Frau ganz fies vergewaltigen und dann messern.
Ebendieses Volksgesummse feiert dann abends lautstark seine Bösartigkeit, während der brave Deutsche keinen Schlaf findet und am nächsten Tag vor lauter Müdigkeit arbeitslos wird. Da lacht dann der Türke, weil er den neuen Hartz IV- Empfängern trotzdem das Geld aus den Rippen leiert, von wegen Gemüse und Süpürmarket und so, und dann gehen seine Kinder auch noch auf die toll ausgestatteten Schulen im Kiez. Ja hört das denn nie auf?
Doch. Denn deren Kinder gehen ja wahrscheinlich gar nicht auf die voll gut ausgestatteten Schulen. Und wie wir seit heute wissen, von der Frau von der Leyen nämlich, dass Langzeitarbeitslosigkeit seinen Anfang in der Schulschwänzerei findet (und nicht etwa in fehlenden oder mies bezahlten Arbeitsplätzen) und daher ein Bußgeld erhoben werden soll, da feiern die feinen Deutschen mit den Pickeln und den schlechten Zähnen im Gesicht, weil es endlich mal die Richtigen erwischt, die ganzen Nichtdeutschen, gegen die man gerade auch in Neukölln was hat, weiß der Geier warum.
Ob den WählerInnen der oberdoofen Parteien Pro Deutschland und NPD, von denen es in Neukölln schon ein paar gibt, und von denen es jedoch noch viel mehr gäbe, wenn der Rechtsableger der SPD, der Herr Buschkowski, den Nazis mit seinem Dumpfgebrumme nicht die Stimmen klauen würde, eigentlich klar ist, dass eine national befreite Zone mit unerschwinglichen Mieten einhergeht? Oder rechnen sie damit, dass Neukölln, erst einmal alleingelassen von all den tüchtigen MigrantInnen, für alle weltoffenen Menschen so dermaßen unattraktiv sein wird, dass die Mieten aus lauter Langeweile und Dumpfheit sinken werden?
Ich bleibe erstmal hier, auch wenn die meisten Deutschen schon arg nerven mit ihrer schlechten Laune und dem schlechten Bieratem. Es tun einem ja auch die fehlgezüchteten Hunde leid, die sie an der Leine mit sich führen, in all ihrer Ko- Abhängigkeit und der an ihnen vollzogenen Mast, die nicht einmal ihrer eigenen Verfütterung zu Weihnachten oder von mir aus Sankt- Martin dient, sondern allein dem Vergnügen ihrer vergnügungsunfähigen HalterInnen. Mit ihren kehlig- verrauchten Stimmen rufen die ihr Hündchen zur Ordnung, wenn es auch nur von Weitem an einem Migranten oder auch einem irgendwie entarteten Deutschen schnuppern möchte.
Ein schlimmes Leben, dass sich nur durch Hass an anderen und sich selbst ausdrücken kann und in dem man allein liebevoll an ein Phantasieprodukt wie Deutschland denken mag, wie einer es sich nur vorstellen kann und wie es doch niemals gewesen ist: Ein Deutschland bevölkert nur mit Duplikaten der eigenen Person und überall hinkotenden, fetten und garstigen Hunden. Da weiß er wenigstens, woran er ist, der edle Deutsche! Die Hölle, das sind ja nicht die anderen! Die ist man nämlich selbst!
Das haben ihm die Ausländer jedenfalls noch nicht genommen: Das Hässliche und das Grantige. Man muss wissen: Wessen Blut nicht deutsch ist, wer aber trotzdem deutsch sein will, der muss grantig werden und hässlich, vielleicht auch ein bissserl dumpf, wer weiß. Dann gehört er mit dazu, auch wenn er undeutsch ausschauen mag und es zwischendurch zu Verwechslungen kommen kann. Aber vielleicht ist sich der Restdeutsche sich ja auch selbst schon so fremd geworden, dass er sich am liebsten selbst fortjagen möchte. Nur zu!
worte die fallen
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Sonntag, 22. Juli 2012
U-Bahn Trauma und Unterschriften! Die Melodica ist die Schlange im Paradies!
U-Bahn fahren ist totaler Rotz. Besser als Auto fahren, sicher. Fahrrad fahren liegt so zwischendrin, doch bei dem Sauwetter dieser Tage, in dem sich Sonnenschein minütlich mit starken Regengüssen abwechseln? Doch selbst im Auto kann ich mir wenigstens aussuchen, welche Musik ich mir anhören muss und ob ich überhaupt Musik hören will. In der U-Bahn geht das nicht. Und seit die Musikgeräte mit einem Lautstärkestopp ausgerüstet sind, sowieso nicht.
Warum ist Trompete, Akkordeon, das Casio-Keyboard am tragbaren Verstärker sowie Melodica und Gesang nicht mit einem solchen Lautstärkestopp versehen? Wir sind natürlich eine völlig unsinnliche Spezies Mensch, verdammenswert, weil man nicht ständig und zu jeder Zeit beschallert werden will. Wäre ich ein Musikus, ich würde mir Schweigegeld erkaufen, indem ich damit drohe, Musik zu machen, falls ich nicht mindestens 5 Euro im Waggon einsammle.
Dies fiele unter den Tatbestand der Erpressung, und es ist den Vertretern der Fahrgastmusik durchaus hoch anzurechnen, dass sie im legalen Rahmen und nach einem Ehrenkodex agieren. Diese Legalität und Ehrenhaftigkeit nervt zwar gewaltig, aber man scheint damit leben zu müssen: Von irgendwas müssen diese Leute ja leben.
Dabei nimmt es sich nichts, ob man mit rumänischer Polka (?) oder energischem Gitarren- Power- Pop geramdöst wird. Einzig Abwechslung bringen gelegentliche Territorialkämpfe konkurrierender Musiker_innen, welche die südosteuropäischen Combos meist für sich gegen die Einzelinterpret_innen entscheiden. Das macht sie nicht besonders sympathisch und hemmt die Spenderlaune drastisch. Selbst in der Armut gilt der Ellenbogen und das Recht des Stärkeren. Diese kapitalistische Scheiße geht auf den Sack.
Das eigentliche Problem liegt jedoch an der Allgegenwart des Lärms, die eine nicht beschallte U-Bahn geradezu als Hort der Glückseligkeit erscheinen lässt. Natürlich ist Fahrgastmusik die Schlange im Paradies, welche die sofortige Vertreibung zur Folge hat. Doch die Außenwelt ist ähnlich grausam: Sie birgt lärmende Baustellen, Gartenarbeit, Straßenverkehr, blökende Kinder, laute Tischnachbarn und vieles mehr.
Indes scheinen Bauarbeiter beispielsweise nur zwischen 6.30 Uhr und 8 Uhr zu arbeiten. Das ist beneidenswert, stört aber meinen Schlaf gewaltig. Verstummt der letzte Schrei des Vorarbeiters und der letzte dreckige Witz des Kranführers, treffen sich lauthals palavernde Nachbarn mit ihren kläffenden Kötern im lauten Hall des Innenhofs, bis man genervt aufsteht und die Termine wahrzunehmen beginnt, die der Tag so bringt. Unausgeschlafen soll man dann also die saublöde Musik in der U-Bahn ertragen?
Derart gepiesackt gehe ich in ein Café, bestelle einen Milchkaffee und will gerade die Zeitung lesen, da stoppt ein Lastwagen am Ufer, zwei Arbeitshosen steigen aus, werfen einen Stromgenerator an und beginnen die Hecken dort zu schneiden. Wat mutt dat mutt, denke ich. Und in diesem Moment fährt eine Straßenkehrmaschine um die Ecke und nimmt mit lautstarkem Gesummse die Arbeit auf. Also gehe ich nach Hause und schreibe vielleicht frustriert diese Zeilen... und schon sieben zwei Gartenbauer den Spielplatzsand mit einem motorbetriebenen Irgendwas. Das ist gut, weil man sonst den Nachbarn beim Schleifen seiner Dielen hören könnte.
Pünktlich, nachdem auch dieser Lärm verstummt ist, klingelt ungebetener Besuch an der Haustür. Eine Nachbarin sammelt Unterschriften gegen die Rumänen in unserer Nachbarschaft. Die würden zu zehnt in einer Wohnung leben, machten Lärm bis in die Puppen und würden an die Autos pinkeln. Nun, ich habe von alledem gar nichts mitbekommen: Weder von den Rumänen, noch von dem Lärm, und ein anpinkelbares Auto besitze ich nicht. Doch so verkehrt können Menschen gar nicht sein, wenn sie tatsächlich an Autos pinkeln, denke ich schmunzelnd. Doch dass sie ihren Sperrmüll einfach auf den Bürgersteig stellen... da blicke ich tadelnd auf. Ja das, das geht gar nicht!
Im Sinne einer guten Nachbarschaft verzichte ich darauf, die gute Frau auf all das hinzuweisen, was mich den lieben langen Tag stört. Aber ich unterschreibe nicht, vor allem, weil das Schreiben an den Rechstausleger der SPD, den Ortsbürgermeister Buschkowsky gerichtet ist. Doch ihre Ausführungen sind letztlich für mich nicht nachvollziehbar, also weiß ich nicht, ob hier Ressentiments gepflegt werden oder die Störung wirklich als peinigend empfunden wird oder beides. Auch weiß ich nicht, ob die Rumänen tatsächlich für all das verantwortlich sind, was ihnen vorgeworfen wird. Als die Nachbarin dann noch sagt, man wolle dem Lärm zum Trotz ja auch um 22 Uhr mal schlafen gehen, empfehle ich mich freundlich, aber bestimmt.
Nun bin ich extra voller Wärme für unsere rumänischen Mitbürger_innen. Sie wohnen bestimmt nicht freiwillig zu zehnt in einer Wohnung, und wahrscheinlich nutzt ein raffgieriger Vermieter den Umstand aus, dass man Wohnungen nicht gerne an Roma im Speziellen und Rumänen im Allgemeinen vermietet. Es sei denn zu völlig überzogenen Mieten. In solchen Verhältnissen wird es natürlich schnell eng zu Hause und es treibt die Menschen auf die Straße, wo sie natürlich nicht dumpf vor sich hinstarren, sondern Zwischenmenschliches ausagieren, gerne auch nach 22 Uhr. Und weil das Bad dauernd besetzt ist, könnten sich dringliche Nöte entwickeln, die möglicherweise am parkenden Fahrzeug entladen werden.
Aber dafür fehlt eben jeder Beweis. Nur weil es sich um Rumänen handelt, kann man ihnen nicht alles, was in der Straße passiert, anlasten. Schließlich lassen Hundehalter ihre Köter vorzugsweise an Fahrräder pinkeln und auf die Straße kacken. Und statt mittels Unterschriften die ohnehin ressentimentgeladene Haltung des Ortsbürgermeisters zu bedienen, könnte man ja auch seine Energie dafür benutzen, die Lebensbedingungen der Gescholtenen zu verbessern, indem man den Vermieter anzeigt und etwas Toleranz an den Tag legt. Man könnte zum Beispiel auch versuchen, mit den Menschen zu reden. In der Regel klappt das ganz gut.
Warum ist Trompete, Akkordeon, das Casio-Keyboard am tragbaren Verstärker sowie Melodica und Gesang nicht mit einem solchen Lautstärkestopp versehen? Wir sind natürlich eine völlig unsinnliche Spezies Mensch, verdammenswert, weil man nicht ständig und zu jeder Zeit beschallert werden will. Wäre ich ein Musikus, ich würde mir Schweigegeld erkaufen, indem ich damit drohe, Musik zu machen, falls ich nicht mindestens 5 Euro im Waggon einsammle.
Dies fiele unter den Tatbestand der Erpressung, und es ist den Vertretern der Fahrgastmusik durchaus hoch anzurechnen, dass sie im legalen Rahmen und nach einem Ehrenkodex agieren. Diese Legalität und Ehrenhaftigkeit nervt zwar gewaltig, aber man scheint damit leben zu müssen: Von irgendwas müssen diese Leute ja leben.
Dabei nimmt es sich nichts, ob man mit rumänischer Polka (?) oder energischem Gitarren- Power- Pop geramdöst wird. Einzig Abwechslung bringen gelegentliche Territorialkämpfe konkurrierender Musiker_innen, welche die südosteuropäischen Combos meist für sich gegen die Einzelinterpret_innen entscheiden. Das macht sie nicht besonders sympathisch und hemmt die Spenderlaune drastisch. Selbst in der Armut gilt der Ellenbogen und das Recht des Stärkeren. Diese kapitalistische Scheiße geht auf den Sack.
Das eigentliche Problem liegt jedoch an der Allgegenwart des Lärms, die eine nicht beschallte U-Bahn geradezu als Hort der Glückseligkeit erscheinen lässt. Natürlich ist Fahrgastmusik die Schlange im Paradies, welche die sofortige Vertreibung zur Folge hat. Doch die Außenwelt ist ähnlich grausam: Sie birgt lärmende Baustellen, Gartenarbeit, Straßenverkehr, blökende Kinder, laute Tischnachbarn und vieles mehr.
Indes scheinen Bauarbeiter beispielsweise nur zwischen 6.30 Uhr und 8 Uhr zu arbeiten. Das ist beneidenswert, stört aber meinen Schlaf gewaltig. Verstummt der letzte Schrei des Vorarbeiters und der letzte dreckige Witz des Kranführers, treffen sich lauthals palavernde Nachbarn mit ihren kläffenden Kötern im lauten Hall des Innenhofs, bis man genervt aufsteht und die Termine wahrzunehmen beginnt, die der Tag so bringt. Unausgeschlafen soll man dann also die saublöde Musik in der U-Bahn ertragen?
Derart gepiesackt gehe ich in ein Café, bestelle einen Milchkaffee und will gerade die Zeitung lesen, da stoppt ein Lastwagen am Ufer, zwei Arbeitshosen steigen aus, werfen einen Stromgenerator an und beginnen die Hecken dort zu schneiden. Wat mutt dat mutt, denke ich. Und in diesem Moment fährt eine Straßenkehrmaschine um die Ecke und nimmt mit lautstarkem Gesummse die Arbeit auf. Also gehe ich nach Hause und schreibe vielleicht frustriert diese Zeilen... und schon sieben zwei Gartenbauer den Spielplatzsand mit einem motorbetriebenen Irgendwas. Das ist gut, weil man sonst den Nachbarn beim Schleifen seiner Dielen hören könnte.
Pünktlich, nachdem auch dieser Lärm verstummt ist, klingelt ungebetener Besuch an der Haustür. Eine Nachbarin sammelt Unterschriften gegen die Rumänen in unserer Nachbarschaft. Die würden zu zehnt in einer Wohnung leben, machten Lärm bis in die Puppen und würden an die Autos pinkeln. Nun, ich habe von alledem gar nichts mitbekommen: Weder von den Rumänen, noch von dem Lärm, und ein anpinkelbares Auto besitze ich nicht. Doch so verkehrt können Menschen gar nicht sein, wenn sie tatsächlich an Autos pinkeln, denke ich schmunzelnd. Doch dass sie ihren Sperrmüll einfach auf den Bürgersteig stellen... da blicke ich tadelnd auf. Ja das, das geht gar nicht!
Im Sinne einer guten Nachbarschaft verzichte ich darauf, die gute Frau auf all das hinzuweisen, was mich den lieben langen Tag stört. Aber ich unterschreibe nicht, vor allem, weil das Schreiben an den Rechstausleger der SPD, den Ortsbürgermeister Buschkowsky gerichtet ist. Doch ihre Ausführungen sind letztlich für mich nicht nachvollziehbar, also weiß ich nicht, ob hier Ressentiments gepflegt werden oder die Störung wirklich als peinigend empfunden wird oder beides. Auch weiß ich nicht, ob die Rumänen tatsächlich für all das verantwortlich sind, was ihnen vorgeworfen wird. Als die Nachbarin dann noch sagt, man wolle dem Lärm zum Trotz ja auch um 22 Uhr mal schlafen gehen, empfehle ich mich freundlich, aber bestimmt.
Nun bin ich extra voller Wärme für unsere rumänischen Mitbürger_innen. Sie wohnen bestimmt nicht freiwillig zu zehnt in einer Wohnung, und wahrscheinlich nutzt ein raffgieriger Vermieter den Umstand aus, dass man Wohnungen nicht gerne an Roma im Speziellen und Rumänen im Allgemeinen vermietet. Es sei denn zu völlig überzogenen Mieten. In solchen Verhältnissen wird es natürlich schnell eng zu Hause und es treibt die Menschen auf die Straße, wo sie natürlich nicht dumpf vor sich hinstarren, sondern Zwischenmenschliches ausagieren, gerne auch nach 22 Uhr. Und weil das Bad dauernd besetzt ist, könnten sich dringliche Nöte entwickeln, die möglicherweise am parkenden Fahrzeug entladen werden.
Aber dafür fehlt eben jeder Beweis. Nur weil es sich um Rumänen handelt, kann man ihnen nicht alles, was in der Straße passiert, anlasten. Schließlich lassen Hundehalter ihre Köter vorzugsweise an Fahrräder pinkeln und auf die Straße kacken. Und statt mittels Unterschriften die ohnehin ressentimentgeladene Haltung des Ortsbürgermeisters zu bedienen, könnte man ja auch seine Energie dafür benutzen, die Lebensbedingungen der Gescholtenen zu verbessern, indem man den Vermieter anzeigt und etwas Toleranz an den Tag legt. Man könnte zum Beispiel auch versuchen, mit den Menschen zu reden. In der Regel klappt das ganz gut.
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