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Freitag, 5. April 2013

Eine Definitionshilfe für Herrn Gröhe: Links ist da, wo der Daumen rechts ist!

Um dem Herrn Gröhe von der CDU mal grob den Unterschied zwischen links- und rechtsextremistischer Gewalt zu erklären, da er ja schon wieder einmal gegen Extremismus belfert, aber allein den Linksextremismus meint (hier...)

Hypothese: Linke wie rechte Extremisten zünden Autos und Häuser an. Das ist wohl richtig. Nun der kleine, aber feine Unterschied:

Linksextremisten zünden Häuser und Autos an, wenn sich NIEMAND darinnen befindet!
Die Tat ist eine Kritik an Eigentum und am Kapitalismus! Die Folge: Der Schaden ist materiell. Eigentümer weinen und die Polizisten, die das Eigentum beschützen sollen, bekommen höchstens einen Stein an den Schutzhelm geworfen. Dafür sind Polizisten aber besser bewaffnet und kloppen in deeskalierender Weise auf alles ein, was sich auch nur zufällig in ihrer Nähe befindet.

Rechtsextremisten zünden Häuser und Autos an, WEIL sich jemand darinnen aufhält! 
Die Tat ist eine Kritik an der multikulturellen Gesellschaft! Die Folge: Menschen sterben (vgl. NSU) und Sachschaden tritt kollateral ein. Das ist aber nicht so schlimm, weil Multikulti ja ohnehin gescheitert ist (vgl. Buschkowsky, Sarrazin etc.). Und wer an Ausländer vermietet, hat es ja nicht anders verdient, als dass ihm die Bude abgefackelt wird. So'ne Vaterlandsverräter!

Jetzt, Herr Gröhe, dürfen Sie erklären, warum linker und rechter Extremismus miteinander gleichgesetzt werden sollte und welche Opfer linksextremer Gewalt verhöhnt werden, wenn die LINKE und die Grünen eine (satirische) Kampagne ins Leben rufen, in der Linksextremisten zum Outing aufgerufen werden? Vollkaskoversicherte Eigentümer?

Ich finde jedenfalls, dass gerade Sie mit Ihrer politisch rechts motivierten Sichtweise die Opfer rechtsextremer Gewalt verhöhnen, INDEM sie alle Extremisten in einen Topf werfen. Vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag zur Diskussion, Herr Gröhe von der CDU!

Samstag, 1. Dezember 2012

Berufe, die unter die Haut gehen #1: Hund

Ich stehe nun auf den Scherben eines durch Enttäuschungen geprägten Erwerbslebens. Buhuuuh! Meine letzte Arbeit wäre schön gewesen, hätte meine Kollegin auch nur Ansatzweise kollegiales Verhalten gezeigt. Stattdessen Ellbogen und Konkurrenzdenken. Nun bin ich zurück aus der Hölle wie einst Orpheus, der endlich gemerkt hat, dass seine Euridike eigentlich eine doofe Zimtzicke ist. Zeit also, sich was Neues zu überlegen. Doch der Berufe Vielfalt ist groß, nur wenig aber wirklich interessant. Da muss es doch was geben? Vielleicht werde ich Hund!

Doch wer will schon Hund werden? Ein Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen. Das ist perspektivisch ein bisschen wenig, sieht man einmal von der Vollverpflegung und Verhätschel- bis Vermenschlichung des Hundes ab. Hunde haben damit eine Konsumhaltung verinnerlicht, die ihresgleichen sucht. Hund sein ist vielleicht bequem, aber auch irgendwie doof: Die Leine nervt, die Bude von Frauchen ist viel zu klein und wenn man mit dem Schwanz wedelt, räumt man das Teeservice vom Tisch. Außerdem riecht ein Hund nicht besonders gut. Mit der hundseigenen, sensiblen Nase würde mich mein Eigengeruch sehr stören. Ich könnte mich selbst nicht mehr riechen.

Vielleicht wende ich mich daher lieber dem Beruf des Polizisten zu. Er hat erheblich mehr Vorteile gegenüber dem Hundestand: Ein Polizist verdient Respekt. Er darf eine Uniform tragen. Er hat keine Leine um den Hals. Wenn er mit dem Schwanz wedelt, dann bekommen seine "Kunden" es mit der Angst zu tun. Er ist nicht nur Freund, sondern auch Helfer des Menschen. Außerdem kackt ein Polizist nicht auf den Bürgersteig. Vermutlich. Vielmehr gibt er auf brave Bürgerlein fein acht, damit ihnen nichts passiert. Zumindest theoretisch. Doch wie kann man einen Polizisten vor Ungemach durch subversive Elemente bewahren?

Sind nicht auch Polizisten schutzbedüftige Wesen, die vor unehrlichem Gesocks wie Ausländern, Drogenkriminellen und Homosexuellen beschützt werden müssen? Wie das sächsische Innenministerium zu wissen vorgibt, haben all diese Menschen AIDS oder wenigstens Hepatitis. Und wenn dann so einer abgeführt werden muss, weil er vielleicht undeutsch (synonym mit Drogenkurier) oder einfach schwul (synomým mit dekadent) aussieht und sich dabei rechtswidrig zur Wehr setzt, vielleicht kratzt oder sogar beißt, dann steckt er die Polizisten ganz automatisch mit AIDS oder Hepatitis an. Daher sollen sogenannte Risikogruppen nun auf diese Krankheiten zwangsgetestet werden.

Polizisten haben sich bis dahin sicherlich längst schon infiziert. Man muss als so ein perverser kranker Ausländer einen Polizisten ja nur kurz anhusten und schwupps: schon hat er AIDS. Doch mittels Zwangstest wissen die Polizisten zukünftig wenigstens von wem und können Ansprüche geltend machen. Das aber reicht alleine noch nicht aus. Vor der Infektion kommt die Prävention! Daher sollte das sächsische Innenministerium auf eine Kennzeichnungspflicht Hepatitis- bzw. HIV- Infizierter beharren, weil: so geht es nun auch nicht! Wenn diese Risikogruppen gekennzeichnet sind, dann kann man sich ja vorher schon überlegen, ob man das subversive Element festnimmt oder besser gleich erschießt. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, tut man dem Todgeweihten damit einen großen Gefallen. Und man muss schließlich auch an die Kosten für das Gesundheitssystem denken.

Polizisten ist es nicht zuzumuten, einfach Gummihandschuhe zu benutzen. Schon Gummigeschosse sind eine Zumutung. Wer das Gesetz vertritt, braucht scharfe Waffen. Aber wenn Polizisten schon nicht auf den Bürgersteig kacken dürfen, muss der braune Brei halt woanders raus. Polizeiapparat und Verfassungsschutz sind strukturell bekanntlich auf dem rechten Auge blind (besonders der sächsische). Man sollte Polizisten, Verfassungsschützern und Innenministern daher Lätzchen um den Hals binden, damit sie sich gelegentlich den Mund damit wischen können. Aber die widersetzen sich ja auch erfolgreich dem Wunsch nach personeller Kennzeichnung vermummter Beamter. So ein Lätzchen kommt da auch nicht durch.

Und da kommt die Frage auf: Wer schützt zu verhaftende Menschen (Ausländer, linke Demonstranten, Radfahrer) vor Ansteckung durch Hepatitis- bzw. HIV- infizierte Polizisten? Sollte es da nicht einen Zwangstest für Beamte geben? Man könnte neben das Namensschild mit Dienststellennummer eine Gesundheitsampel anbringen. Da weiß der kriminelle Demonstrant oder Ausländer, dass er sich bei Verhaftung besser nicht wehrt, wenn der Beamte einen gelben (HIV- infiziert) oder gar einen roten Punkt (AIDS) auf dem Namensschild hat. Das könnte die Polizeiarbeit erheblich erleichtern und würde die bislang für den Staatsdienst diskriminierten Personengruppen in den Beamtenstatus verhelfen. Deeskalation durch biologische Einschüchterung - dass man darauf noch nicht gekommen ist?

Vielleicht sollte das Bundesland Sachsen jedoch lieber in die Entwicklung eines Wirkstoffes gegen ADIS investieren, anstatt den Menschen das verfassungsmäßig garantierte Recht auf informelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit zu verwehren. Dass man in Sachsen nicht einmal auf die Idee kommt, dass der Vorschlag mit dem Zwangstest für sogenannte Riskogruppen üble Erinnerungen an die großdeutsche Vergangenheit weckt, zeugt von Geschichtsvergessenheit oder, schlimmer noch, von böswilligem Revisionismus. Auf jeden Fall legt er nahe, dass die Nazis nicht vom Verfassungsschutz unterwandert sind, sondern umgekehrt der Verfassungsschutz von Nazis.

Dann doch lieber Hund werden! Da wartet nur der Maulkorb auf mich.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Schlagzeilen für die "BILD"! Gern' geschehen!


Man weiß nie, wer einem zuschaut. Wem man zuschaut, auch nicht!
Ja Herrschafftszeiten auch! Da schreddert der Verfassungsschutz mal eben die Akten zu den Vorgängen um die NSU respektive "Dönermorde" (sic!), und dann wird trist von Vor- , Un- und Zufällen schwadroniert. Als hätte man es nicht geahnt: Als die Stasi nach dem Zerfall der DDR ihre Akten schreddern wollte, ging es gar nicht um die Vertuschung von Straftaten und anderen Unzulänglichkeiten. Es war halt so: Man hat ja den Platz im Archiv für den bundesdeutschen Verfassungsschutz gebraucht. Da hat man halt mal eben alle Vorgänge geschreddert. War ja eh essig mit der DDR. Abgewickelt und so. Warum den ganzen Klabuster dann noch aufheben?

Abgewickelt! Genau in diesem Sinne ist die NSU auch abgewickelt. Wozu noch den ganzen Kram aufheben? Zwei Drittel von denen sind tot. Okay, auch ein paar Migrant_innen. Was soll's? Die eine, die noch lebt, ich bitte Sie: Das ist eine Frau. Und als solche war sie ohnehin für die Reproduktion innerhalb einer arbeitsteiligen, zugegebenermaßen kleinen Gesellschaft zuständig: deutsche Wäsche waschen, deutsche Zeitungen kaufen, deutsche Gerichte kochen, nicht bei Juden einkaufen udm. Sie gleich zu behandeln, hieße ja auch, sich zuzugestehen, dass auch in linksterroristischen Vereinigungen Frauen staatszersetzend tätig gewesen wären.

Die massenwirksame Springer- "Presse" schweigt dazu. Warum nur? Es gibt Wichtigeres zu verlautbaren, deshalb! Die wirklich wichtigen Fakten dieser Tage:
  • Katie Holmes lässt sich von Tom Cruise scheiden
  • Heidi Klum hat nach der Trennung von Seal ein paar Kilo zugelegt
  • Justin Bieber steht heimlich auf Metallica
Gegen solche Nachrichten kann man nicht anstinken. Schon gar nicht mit so Verfassungsschutzzeug und anderen V- Themen: Vertuschung, Verfassungsgerich etc. Sonst hat man bei Springer ja keine Hemmungen, Stimmung zu machen und alle gegen alle aufzuhetzen: Das "Volk"gegen...
  • den BuPrä Wulff
  • Kindsmörder
  • Kabarettisten, die keine Homestory wollen
  • Griechen
  • Bioproduzenten 
  • und schon wieder etc.
Aber hey, was soll's? chon alleine, weil die Verantwortlichen des "Verfassungsschutzskandals" der Springer - "Presse" keine Auskünfte erteilen und schon gar keiner Homestory zur Verfügung stehen, sollten BILD und B.Z. endlich bashen, was das Zeug hält. Es trifft dieses Mal garantiert die Richtigen. Ich seh' sie schon, die Schlagzeilen:
  • BND: Hängt sie höher, die Sau!
  • NSU- Skandal: Was uns Deutsche das alles kostet!
  • 10 Gründe, nicht mit dem Verfassungsschutz in Urlaub zu fahren!
  • Ist der Leiter des sächsischen Verfassungsschutz in Wahrheit eine Frau?
  • Günther Jauch: Das ist Vaterlandsverrat, Herr Fromm!
  • Skandal: Verfassungsschutz- Präsi Fromm ist gar kein Katholik!
  • Empörte Bürger fragen: Sind wir noch sicher in Deutschland?
  • Trennungsgrund: War Heidi Klum V-Frau beim NSU?
Leider werden wir auf dies Fragen niemals eine Antwort bekommen. Trotzdem: Solche Schlagzeilen würden den "Volkszorn" 100%ig entfachen und in die richtige Richtung lenken. Also, liebe Springer- "Presse": Los geht's! Oder soll ich titeln: "NSU- Skandal: Was verheimlicht die BILD?"

Montag, 23. April 2012

Ab nach Babylon! Sprachverirrungen #1

kriegswichtig: eine korrekte Ethik
Da hat man doch den medial oft gebrauchten Begriff der "Dönermorde" im Zusammenhang mit den Taten einer NSU (mit zwei Sauerkrautselbstmorden) gebrandmarkt und aus dem bundesdeutschen Sprachschatz (völlig zu Recht!) verbannt: Die Mehrzahl der "Dönermorde" geschehen in und um Dönerbuden herum. Und da es sich hierbei um einen legalen Vorgang handelt, müsste es eigentlich "Dönertötung" heißen. Auch wenn es die Döner selber wohl anders sehen würden, hätten sie tränenfeuchte Kulleraugen und könnten mit dem Schwanz wedeln.

Zum originären Döner aus Lammfleisch (Bähähäää) gesellte sich bald der kostengünstigere Kalbfleischdöner (Möööh), woraufhin ersterer beinahe flächendeckend abgeschafft wurde. Kühe gedeihen einfach besser im Stall als Schafe, was nicht unbedingt die kognitive Intelligenz beider Tierarten auszeichnet. Der Schweinefleisch- Döner wäre übrigens noch billiger, ist jedoch im muslimischen Wertekanon nicht vorgesehen. Dafür gibt es den Hähnchen- Döner (vgl. Hänchen- Döner), welcher die Mastbetriebe saniert hat und dessen ranziger Geruch auf die retardierten Geschmacksnerven der hiesigen Bevölkerung trifft.

Die eigentlich schöne Idee, zusätzlich Schüler- Döner auf den Speiseplan zu schreiben, scheitert allein am zynischen Ansatz: Es gibt viel bessere Möglichkeiten, der Jugendarbeitslosigkeit zu begegnen. Und auch wenn's der Rentenkasse hilft: Die leicht zu verarbeitenden, meist freilaufenden Schüler werden die Zukunftsfähigkeit der BRD durch deren Verzehr allein nicht steigern. Zumal es sich hier auch um ein ethisches Problem handelt und Schülerinnen wieder einmal qua Geschlecht aus der Verwertungskette ausgeschlossen werden. Bildung tut Not! Schon mal über den Verzehr von Lehrkörpern nachgedacht? Ein Lehrer- Döner könnte die Sozialversicherungssysteme deutlich entlasten und würde die Verantwortlichkeitsfrage neu stellen. Die richtigen Fragen zu stellen heißt schließlich, die Zukunft zu gestalten!

Sonntag, 4. März 2012

Im Osten nichts Neues! Kuschelig ist anders!

kriegswichtig: ein ThinkTank
Joachim Gauck ist nicht ganz unschuldig daran, dass dieser Tage über eine neue, ostdeutsche Identität gesprochen wird. Ein neues Selbstbewußtsein dieser Opfergesellschaft in sechs Bundesländern wird sehnlich herbei geschrieben. Sie waren Opfer zuerst des Faschismus, dann des Sozialismus und nun des Kapitalismus. Zuerst hatten sie keine Reisefreiheit, und hinterher fehlte das Geld zum verreisen. Da waren noch die Alliierten, die ihre Städte selbstredend völlig grundlos zerstört hatten, und hernach kamen die herzlosen westdeutschen Kapitalisten, welche die Solidarität unter den "Ossis" und deren Industrie heimtückisch unterwandert und anschließend zerstört haben.

Fakt ist, dass auch westdeutsche Städte zerstört wurden. Dort wird allerdings nicht mit viel Brimborium deutscher "Opfer" gedacht, sondern den Opfern der Nazi- Gräuel. Denn soweit man weiß, waren die sogenannten Volksdeutschen die Täter oder haben sich zumindest mit dem Regime arrangiert. Jene, die sich gegen das System gewandt haben, sind bestimmt nicht durch die Bombenangriffe der Alliierten ums Leben gekommen. Außerdem waren es nicht so viele, dass man eine Gedenkveranstaltung angemessen finden könnte. Soviel zur Vergangenheit.

Reisefreiheit gab's zwar im Westen, aber nicht immer das Geld dazu. Die Segnungen des Kapitalismus waren nicht jedem vergönnt. Man lebte jedoch in einem Kapitalismus, der noch nicht ganz so herzlos war, wie es heute gerne behauptet wird: Reichtum wurde durchaus als verpflichtend angesehen, und weitgehend setzte sich die Idee durch, dass auch ArbeitnehmerInnen an dessen Früchten teilhaben sollten. Das änderte sich schlagartig mit der Öffnung der Mauer. Seitdem herrscht jener blödsinnige Kapitalismus, der dem Westen von jeher angedichtet wurde.

In Berlin lässt es sich nicht, und man will man auch gar nicht, vermeiden, dass man mit ostdeutschen KollegInnen zusammenarbeitet. Erstaunlich ist, wie gerade ältere Kolleginnen mit ostdeutschen Hintergrund betonen müssen, wie solidarisch die "Ostler" gewesen seien im Gegensatz zu den egomanischen Westdeutschen, die ihre Interessen stets kaltschnäuzig durchzusetzen wissen. Denn, so die Legende, der Westen sei ein Land voller kaltherziger Egoisten, die nur dem schnöden Mammon frönen und gewillt sind, für den persönlichen Vorteil die armen, im Grunde stets herzensguten und vertrauensseligen "Ossis" auszutricksen.

Ich persönlich habe von dieser propagierten Herzenswärme der ostdeutschen Kolleginnen bislang nichts verspüren können. Der Zusammenhalt untereinander erwies sich zudem nicht als besonders groß. Da sitzt der Westdeutsche im Büro und schüttelt den Kopf vor lauter Unverständnis über die Denunziation der gerade nicht anwesenden (ostdeutschen) Kollegin. Die SED- Propaganda über den soziopathischen Westdeutschen hat hier ganz offensichtlich funktioniert, und der soziale Zusammenhalt der "Ossis" scheint immer noch stark vom Wesen des inoffiziellen Mitarbeiters für das Ministerium für Staatssicherheit geprägt. Kuschelig ist anders.

Besucht man hingegen den Osten und unterhält sich mit den Einwohnern (falls es gelingt, zum Gespräch zu animieren und nicht aus lauter Misstrauen der Hund vorgeschickt wird), dann gewinnt man schnell den Eindruck, dass ein Teil der Ostdeutschen den Kapitalismus viel schneller verinnerlicht hat als dies dem gemeinen "Wessi" je möglich gewesen wäre. Nirgendwo in der BRD gibt es so viele Zäune und "Privateigentum - Betreten verboten"- Schilder wie im Osten. Und nein, es handelt sich nicht um zugezogene "Wessis", die sich in ihren im Osten "ergaunerten" Reichtümern suhlen.

Was schade ist: Alles was am Osten gerade noch gut war, wurde über Bord geworfen. Und zudem wurden ausschließlich die übelsten Errungenschaften aus dem Westen übernommen. So ensteht eine bösartige Melange aus den Grundübeln beider Systeme. Nur ein Beispiel: Die berufliche Gleichstellung der Frau im Osten wurde freilich schnell der westlichen Überzeugung geopfert, dass Frauen sich nun mal den Kindern und dem Haushalt zu widmen haben. Der klassische ostdeutsche Mann ist schon lange genauso ein chauvinistisches, homophobes und fremdenfeindliches Arschloch wie der aus dem Westen. Gratulation! Gut gemacht!

Diesbezüglich ist der Osten mittlerweile fast genau so scheiße wie der Westen. Kein Ort, an den man geschickt werden möchte, wenn es einem mal wieder nicht im Westen gefällt. Und Angela Merkel ist, nur weil sie aus dem Osten kommt, noch lange keine gute Kanzlerin. Genauso wie Gauck kein guter Präsident sein muss, bloß weil er als ostdeutscher Pfaffe nach der Wende völlig risikolos sein Maul aufgetan hat und seitdem als Bürgerrechtler gilt. Zumal er sich für die sozial schwachen BürgerInnen der Bunzreplik einer ganz besonders feinen Rhetorik bedient. Gauck, ein Hoffnungsträger? Eher wohl: Gauck, Arbeitgeberbundespräsident! Seine Interpretation von Freiheit ist lediglich die Befreiung vom real existierenden Sozialismus. Weiter gehen seine Gedanken nicht.

Dem Medienhype um den Osten muss man entgegenhalten: Es gibt nichts Neues im Osten! In den Köpfen vieler Ostdeutscher herrscht immer noch das pseudosozialistische Regime der Vergangenheit. Diese sture Blödheit, gekoppelt mit einem jämmerlichen, geschichtsvergessenen Opfermythos, der gefräßigen Variante des Kapitalismus und einem vielleicht nationalsozialistischen, zumindest aber in Ansätzen antidemokratischen Gedankengut, ist nicht einfach nur ärgerlich. Sie ist hochexplosiv und bereitet den Boden für die ideologisch verbrämten Irrsinnstaten eines NSU. Weder Gauck noch Merkel können und wollen dem etwas entgegenhalten. Außer ihren Lippenbekenntnissen.