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Sonntag, 9. Februar 2014

Die Schweiz macht dicht! Na und?

So! Die Schweizer machen dicht! In einer Volksabstimmung stimmten 50,3% der SchweizerInnen für eine Einwanderungsquote zu Lasten von EU-BürgerInnen. Das absolute EU-BürgerInnenrecht der Freizügigkeit ist damit bedroht.

Wahrscheinlich werden nun Millionen von EU-BürgerInnen über den Bodensee illegal in die Schweiz einzuwandern versuchen. Wenn da mal nicht die Schweizer Marine aufstocken muss (falls es sowas überhaupt gibt).

Man sieht jedenfalls schon die Schlagzeilen: Wirtschaftsflüchtlinge kentern bei schwerem Seegang! Die Insel Mainau wird Auffanglager für die Überlebenden. Der Bodensee wird zum Massengrab für Steuerflüchtlinge.

Dieses Mal sind es Menschen aus ehedem stabilen Demokratien bzw. Wirtschaftsdiktaturen, die ihr Glück in der Schweiz versuchen wollen und nun quotiert werden. Demokratie und Freiheit haben sie längst freiwillig abgegeben für ein bisschen mehr Sicherheit.

Das unterscheidet sie von den Menschen, die über's Mittelmeer kommen wollen und dabei sterben. Die Schweiz ist mit ihrer Volksabstimmung immer noch 1000mal humaner als die EU mit Frontex. Das sollte man bedenken, wenn man sich beschwert.

Montag, 25. Juli 2011

Duck and cover! Die "Methode Bistum" und der Herr Hundt!

Jetzt mal im Ernst: In einem Europa...
...das auf dem Mittelmeer herum schippert, um Flüchtlinge abzufangen
...in dem Rechtspopulisten ihre Hasstiraden veröffentlichen dürfen und heimlichen bzw. unheimlichen Beifall ernten
...in dem stets zwischen "nützlichen" und "schädlichen" Migranten unterschieden wird
...in dessen Sprachgebrauch die Worte "Rasse" und "Art" fest verankert sind
...in dem der (Sozial-) Neid nach allen Seiten gefördert und der Ellbogen als ein die Karriere förderndes Mittel anbetrachtet wird
...in dem sich Kluften auftun und Bildung als Herzstück der industriellen Verwertung des Individuums, nicht aber als Reifezeugnis des Einzelnen gilt
...kurzum, in einem solchen Europa, mit seinen Regierungen, die sämtlichen rechten, christlichen und anderen ressentimentgeladenen Strömungen folgen oder sie sogar anführen, muss man sich eher wundern, dass christliche Fundamentalisten nicht viel öfter ein Massaker, wie kürzlich in Norwegen, anrichten. Sie werden schließlich dazu ermutigt.

Andererseits: Alle anderen, die sich nicht zu etwaigen Anschlägen hingerissen fühlen, sind brave Bürgerinnen und Bürger im Sinne des Staatswesens und haben sich gefälligst alles bieten zu lassen. Es scheint, dass der Druck des gesellschaftlichen Lebens auf den Einzelnen mittlerweile so groß ist, dass es ein verstecktes Ventil braucht, um Luft abzulassen.

Wer einzig ein auf seine Funktion innerhalb eines Verwertungssystems reduziert wird, das sogar Fortpflanzung noch in seine Logik stellt, muss ja zwangsläufig irgendwann einmal ausbrechen. Die wenigsten stellen Kunst her. Die meisten setzen sich in ein Auto und leben ihre Herrschaftsphantasien über Leben und Tod aus. Doch welchen Spielraum zur Zerstreuung bieten die westlichen Gesellschaften außerhalb der kapitalistischen Wertschöpfung?

Zumal man auch innerhalb seiner Arbeitstätigkeit die Klappe zu halten hat. Missstände anprangern, dies bitte nur innerbetrieblich, da gehen wir ganz konform mit der Kirche. Und sollte sich trotz der Beschwerde, ganz im Sinne der Qualitätssicherung, nichts ändern, dann hat man doch wohl sein Bestes getan, oder? Und man kann sich sicher sein, dass dem Unternehmen nichts anderes übrig blieb, dass es aber sein Bestes tut, um angeprangerte Missstände zu beseitigen. Aber es muss alles im Rahmen der Wirtschaftlichkeit bleiben.

So kann man, muss man sogar, pflegebedürftige Alte, die ja selbst gar nichts mehr zum Erhalt der Gesellschaft beitragen, sondern sie nur belasten, auch nur im Rahmen der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens behandeln. Ist doch klar. Und wenn gespart werden muss, dann muss eben gespart werden, auch wenn dadurch die Würde der Alten mit den Füßen getreten wird. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten dafür besonderes Verständnis haben. Auf die Idee allerdings, dass eine Institution obsolet ist, die ihren Auftrag nicht wirtschaftlich untermauern kann, kommt hingegen niemand.

Aber der Herr Hundt, unser aller liebster Arbeitgeberpräsident, kommt auf die Idee, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurecht gekündigt werden, wenn sie ihrerseits ihrem Arbeitgeber gegenüber Strafanzeige wegen Missständen stellen. Das entspricht nämlich nicht dem Verhalten eines bundesdeutschen Arbeitnehmers.

Dass es in Altenheimen hoch hergeht und selten ausreichend Personal für Pflege, Verabreichung von Medikamenten und individuelle Betreuung da ist, müsste nun auch mehreren Angestellten aufgefallen sein. Doch die haben vorbildlich den Mund gehalten und sich höchstens auf der Ebene der Qualitätssicherung beschwert.

Beschwerdemanagement nennt man das: Eine sichere Art, festzustellen, wessen Vertrag demnächst ausläuft. Nun hat es also eine Arbeitnehmerin gewagt, aus guten Gründen wahrscheinlich, ihren Arbeitgeber anzuzeigen. Woraufhin der sie selbstverständlich entlassen hat. Das ging dann so hin und her, bis irgendwann der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte dran war:
Die Straßburger Richter hatten entschieden, dass die fristlose Kündigung einer Arbeitnehmerin wegen der Veröffentlichung von Missständen bei ihrem Arbeitgeber gegen die Menschenrechtskonvention verstößt. (aus: newsticker sueddeutsche)
Hundt ist ja nun Vertreter der bundesdeutschen Arbeitgeber und muss alles tun, um Ungemach, z.B. Menschenrechte, von ihnen zu abzulenken. Das ist sein Job. Ungemach ist natürlich auch, wenn ein Arbeitgeber angezeigt wird. Nun ist es nach meinem Wissen aber so, dass man nur eine Strafanzeige stellen kann, wenn eine Straftat vorliegt oder man meint, es läge eine vor. Insofern wäre es ebenfalls eine Straftat, dies nicht anzuzeigen.

Der Herr Hundt möchte aber, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erst das Gespräch mit dem Chef suchen und die Probleme intern lösen. Das ist die "Methode Bistum" und rechtlich nicht haltbar. Trotzdem fordert er die Bundesregierung auf, gegen das Straßburger Urteil vorzugehen. "Das würde den Pflichten zur gegenseitigen Rücksichtnahme innerhalb eines Betriebes eindeutig widersprechen."

Zur gegenseitigen Rücksichtnahme gehört es also, Straftaten zu decken. Anders hat es sich einst angehört, als eine Kassiererin übrig gebliebene Pfandbons eingelöst hatte und deswegen gekündigt wurde. Diebstahl ist auch eine Straftat. Ich finde, der Arbeitgeber hätte das Problem auch intern lösen können, ohne das drastische Mittel der Kündigung einzusetzen und die Dame auch noch anzuzeigen. Da werden also Menschenrechte gegen wirtschaftliche Interessen ausgespielt. Und stößt der Herr Hundt bei dieser Bundesregierung auf offene Ohren? Mal sehen! Der Herr Hundt sollte jedoch erst einmal seine internen Probleme lösen, die in seinem Kopf ganz offenbar herumspuken.

RonJustice, bitte übernehmen Sie!

Dienstag, 25. Mai 2010

Der Berufsjugendliche Roland Koch geht! Er wächst bestimmt nach!

Schönes Wetter ist schon wieder passè, Großstadtparanoia und Tötungsphantasien sind erstmal beseitigt. Denkt denn hier irgend jemand auch mal an mich? Dacht' ich's mir doch! Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts. Hitler musste ja auch erst nach Deutschland kommen, bis er es ordentlich rummsen lassen konnte. Doch wo soll ich hin?

Nein, mich selbst mit Adolf Hitler vergleichen zu wollen, verharmlost ja dann wohl doch die gar nicht allzu lang her gewesene Zeit deutsch-totalitärer Strukturen. Und damit meine ich nicht die Täterääh! Auch wäre es geschichtsvergessen, mich mit einem Herrn Goebbels zu vergleichen (nicht dem Heiner), wie es kürzlich ein Kommentator hier versuchte. Ich bin eigentlich ganz nett, nur manchmal bin ich furchtbar BÖSE!

Vergessen wir Hitler und Goebbels und wenden uns dem Herrn Koch zu, der angekündigt hat, sämtliche (?) politische Ämter zum Ende des Jahres abzugeben. Nach dem beruflichen Abtreten von Bischof Mixa DIE Nachricht des Monats. Wenn nicht sogar des Jahres. Wäre ich CDU- Wähler und Parteimitglied, ich müsste ganz arg weinen vor Kummer. Bin ich aber nicht, meine Tränen sind die der Freude.

Der CDU- Wähler und das Parteimitglied, aber auch der kleine Hitler in mir: Sie alle schätzen den Herrn Koch als Landesvater mit politischem Fingerspitzengefühl und der rechten Gesinnung, welche aus Deutschland das Boot macht, in das nicht mehr alle hinein passen können. Es ist das Gegenboot sozusagen, der Frontexkahn, dessen nachgelassener Wellengang die Boote der Flüchtlinge im Mittelmeer zum kentern bringt.

Herr Koch hat großes Verständnis für jene, die nicht gekentert sind und auch für deren Nachkommenschaft. Denen baute er Paläste aus Stacheldraht, Käfige aus Nirostastahl mit integrierten Essensbonautomaten, auf dass diese Menschen wenigstens bis zu ihrer Abschiebung hin in den Genuss landestypischer Kost kommen können. Ungeachtet ihrer religiösen Essensvorschriften natürlich. Ein bisschen Christianisierung muss halt sein!

Seine freundschaftliche Nähe zum Dalai Lama hat sicher Kochs Faible für die Jugend noch befördert. Koch ist, Bilder beweisen es, Berufsjugendlicher! Aber wer nicht spuren will, muss auf Spur gebracht werden. Da hat auch der Lama bestimmt nichts gegen einzuwenden, steht der doch traditionell bedingt ebenfalls auf autoritären Füßen. Wenn also junge Menschen, noch dazu nichtdeutsche, nicht den Pfad der Erleuchtung finden können im optimal ausgestatteten Bildungssystem des Bundeslandes Hessen, dann werden sie gewiss in anderen Anstalten geläutert.

Schade, dass man jugendliche, deutsche Kriminelle nicht abschieben kann. Bauen wir auch ihnen Paläste aus Stacheldraht und lassen sie die Freuden erzwungenem, homosexuellen Geschlechtsverkehrs erfahren. Wozu aber Knäste, Herr Koch, wenn es doch auch katholische Pfarrer gibt? Was hätte man da Geld einsparen können, gerade in Zeiten klammer Kassen? Zumindest zu Bischof Dybas Zeiten hätten im hessischen Nachkriegs-KZ Fulda wahre Wunder geschehen können, rein erziehungstechnisch. Die Kinder hätten die Dialektik von offen zur Schau getragener Homophobie und homoerotischen Machtphantasien der Würdenträger bewundern können. Bildung, fast für umsonst!

Und da hat es der Herr Koch lieber bewerkstelligt, dass MigrantInnen endlich einmal Farbe bekennen mussten und der ganze Quatsch mit der doppelten Staatsbürgerschaft gerade noch abgewendet werden konnte. Wo gibt's denn sowas? Der Papst, nun ja, der darf das. Wenn wir DEM die deutsche Staatsbürgerschaft aberkennten, weil er ja nun im Vatikan lebt, dann wären WIR ja nicht mehr Papst. Wozu haben wir denn das C im Parteilogo?

Und die Parteispendenaffäre, da muss ich Ihnen ja mal sagen, da war der Herr Koch auch ganz geschickt. Hat sich aus allen Vorwürfen heraus laviert und brutalstmögliche Aufklärung versprochen. Dann alles ausgesessen. Aufgeklärt ist nichts. Ein paar ehemalige Granden der CDU wurden der Justiz ausgeliefert, das war's dann. Ein Schurkenstück, das hatte fast schon Strauß'chen Charakter. Da zwinkern wir doch lieber geheimnistuerisch mit den Augen als dass wir klagen.

Wer lügt nicht gern, wenn er nicht dafür bestraft wird? Noch nicht einmal vom Wähler? Die denken: Die paar Millionen. Ein Wahlkampf führt sich nicht für lau. Der Gauner, der (hihi)! Da brauchen wir doch das Geld der toten Juden. Und dem lebenden, dem Herrn Friedmann, spendieren wir noch einen Nazi-Begleitschutz. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein.

Nun geht er halt, der Herr Koch. Der Nachfolger scheint Volker Bouffier zu sein. Ebenfalls ein großer Spaßmacher der Partei und berühmt für seine herzliche Art, all das auszusprechen, was sich sonst keiner traut. Die Weicheier. Fatal ist nur, dass offenbar genug WählerInnen dieses polarisierende Geschwätz richtig und mutig finden. Wer schaut gern in mein Herz hinein? Es ist das liebe Nazischwein!