Mutig bahnt sich unser Innensenator Henkel seinen Weg durch den berliner Sumpf des Verbrechens. Nachdem er erfolgreich gegen das Syndikat der Mieter und gegen die Drogenbarone vom Görlitzer Park vorgegangen ist, nimmt er sich einer weitere mafiösen Verstrickung an: Der Bettelmafia! Der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund und legt sich stets mit den stärksten Gegnern an.
Nun ja, es ist nicht gerade fein, Kinder zum Betteln zu schicken und ihnen hernach das Geld abzuknöpfen. Das ist in der Tat Ausbeutung der übelsten Sorte und tatsächlich ein Eingreifen wert. Innensenator Henkel hat das Übel an der Wurzel gepackt und Kinderbetteln schlicht verboten. Aber was passiert denn nun mit den jungen Deliquenten, wenn sie erwischt werden?
Nun, Kinderbetteln wird mit einem Bußgeld von 500 Euro belegt. Das ist im Prinzip nichts anderes als Kindern hernach das Erbettelte wieder wegzunehmen. Dann sollten gerührte Passanten den Kindern wohl am Besten gleich mehrere Euro in die Konservenbüchse legen, damit die Kinder die Strafe auch zahlen können. Formal ist das natürlich purer Quatsch und bringt gar nichts, außer dass sich unser Innensenator wieder mal als harter Hund präsentieren kann.
Wer sich aber selbst erhöht, indem er auf den Kleinen herumhackt, bedient allenfalls die Stammtische, erledigt aber nicht das Problem der Armut! Vielleicht könnte Herr Henkel auch gleich die Armut verbieten? Wer mit Armut erwischt wird oder sie öffentlich zeigt, muss eine Strafe zahlen? Nun ja, das gibt es schon so ähnlich und nennt sich Platzverweis!
Dabei vergisst man den touristischen Aspekt der Bettelei: Es gibt ja einen nicht unerheblichen Teil unter den Besuchern der Stadt, die eine Art Elendstourismus betreiben: Woaah, schau mal, wie verranzt hier alles ist, ey guck mal, die Zigeunerkinder (sic!) putzen ja Windschutzscheiben, voll krass, Alter, wie die Penner da stinken etc.
Was soll nun aus dieser Art Touristen werden, wenn die Armut unsichtbar würde? Ich denke, dass da der Tourismusverband gefragt ist. Mein Vorschlag: Die Gründung von Traditionsvereinen, deren Mitglieder Armut darstellen (Armutsdarsteller) und in sogenannten Bettelarealen (Checkpoint Charly, Simon-Dach-Straße, Potsdamer Platz etc.) publikumswirksam platziert werden. Armut zum Anfassen, das neue Jobwunder für Berlin. Ginge aber auch ehrenamtlich, die Stadt ist schließlich pleite.
Apropos Henkel: Der will ja die Olympiade nach Berlin holen! Weiß der Geier, welchen persönlichen Vorteil er da für sich sieht. Unser neuer Regierender Bürgermeister will wenigstens noch darüber abstimmen lassen. Auch da habe ich einen Vorschlag: Das Gelände des BER eignet sich ganz vorzüglich zur Abhaltung einer Olympiade: Eine großartige Brache außerhalb städtischen Erlebens, in aller Abgeschiedenheit mit einem bereits funktionierenden, kleinen Flughafen.
P.S. Ich weiß, BER- Witze gehen eigentlich gar nicht mehr! War aber kein Witz, sondern ein ernstgemeinter Vorschlag! Ähmmm... Naja...
Mittwoch, 14. Januar 2015
Sonntag, 11. Januar 2015
Alles soll kaputtgehen! Mobilfunk zuerst, dann das Internet!
Mögen die Funknetze bersten und nimmer wiederkehren!Das steht zum Gruß und zur Mahnung an mich geschrieben, wenn ich mein Mobilfunkgerät, unzutreffend verniedlichend: Handy, starte. Vor Jahren hatte ich es so eingerichtet, damit mich keine Firma grüßt, sondern mein Verstand in wacheren Zeiten. Das Blut, dass an meinem Mobilfunkgerät klebt, ist übrigens bereits getrocknet, so lange besitze ich es schon. Ich gehöre definitiv nicht zu der Zielgruppe, die technisch immer ganz vorne ist.
Irgendwann einmal, vor eigentlich gar nicht so langer Zeit, muss ich geglaubt haben, dass ich dringend ein Handy brauche. Damals wurden die Telefonzellen in bundesdeutschen Bahnhöfen vom Münzelefon zum Kartentelefon umgebaut. Ich finde Chipkarten höchst verdächtig, daher dachte ich, auf Mobilfunk auszuweichen sei sicherer und weit weniger verfolgbar.
Ein Trugschluss, wie wir nicht erst seit kurzem wissen. Besser wäre es gewesen, die Münzen wären geblieben. Dann hätte ich auch kein Mobilfunkgerät gekauft, mit dem ich vom Bahnhof aus anrufe, damit irritierte Gastgeber mich zu dem Zeitpunkt dort abholen können, zu dem die Bahn gedenkt, mich dort abzusetzen. Kleingeld kann man sich immer wechseln lassen und man fasst sich mittels Münzvariante und mangels Flatrate telefoninhaltlich kurz.
Es hat aber schon seit langer Zeit keiner mehr die Zeit, mich von einem Bahnhof abzuholen. Denn es hat sich leider herausgestellt, dass ein Mobilfunkgerät, mit dem man anrufen kann, auch voraussetzt, dass andere angerufen werden können. Ich verurteile das, denn seit diese Teufelsdinger an jedermann Hand zu kleben scheinen, wird jedermann auch permanent angerufen und von Terminen und Ortsvorschlägen oder sogar persönlichen Problemen belästigt.
Nur: Die wenigsten Menschen scheinen damit zu hadern! Wenn sie gerade nicht andere mit ihren Problemen, Orstvorschlägen und Terminen belästigen oder von anderen belästigt werden, dann spielen sie Spiele mit Vögeln und Zeug oder simsen sich gegenseitig Mist auf's Display. Ich verstehe diese Welt nicht mehr. Dabei gehe ich doch erst auf die 50 zu?
Ich wuchs in Zeiten auf, in denen nur Chefs von große, traditionellen Familienunternehmen über Anrufbeantworter verfügten (selbst Vorstände gab es noch nicht) und Funktelefone, für's Feld entwickelt, im Kampfeinsatz noch mit beiden Händen getragen werden mussten, mit einem zusätzlichen Mann mit Akkumulator auf dem Rücken als Sozius.
Ich gewöhne mir gerade an, mein Mobilfunkgerät so wenig wie möglich auszutragen und auch nicht immer zu reagieren, wenn mich jemand anklingelt. Ach was, selbst an mein Festnetz gehe ich selten, und private Mails beantworte ich erst nach Tagen, Wochen, Monaten, obwohl ich jeden Tag nachschaue. Ich entschleunige mich durch Entziehung.
Denn ich will meinen Penis nicht verlängern lassen, außerdem habe ich Angst vor Geld. Sonst würde ich selbstverständlich allen Prinzen aus afrikanischen Staaten helfen, ihr Geld nach Deutschland zu bringen. Ich will auch keine Aktien kaufen, das versuche ich schon seit längerem den Mitarbeitern einer schweizer Anlageberatung zu erklären, die mich trotzdem weiterhin ungerührt anrufen.
In den schwachen Momenten, wenn ich trotz mir unbekannter Nummer rangehe, druckse ich herum und sage, hmm nein, sorry, will nicht, hab' schon... nee, hab doch nicht, will keine hohe Rendite, wenn Natur und Mensch darunter leiden müssen, because of fucking Wachstum und fucking Finanzmärkte! Und Schwupps, will der eine eine Grundsatzdikussion, und ich will keine Zeit mehr für dieses Gespräch haben müssen.
Ansonsten dienen Mobilfunkgeräte und Internet nur dazu, die Arbeitszeit künstlich in den Abend zu verlängern oder die Unzuverlässigkeit anderer zu entschuldigen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Aber früher, zu Kriegszeiten oder kurz danach, das hat man sich Tage vorher verabredet und sich dann auch am ausgemachten Platz getroffen. Zum Teil mit erheblichen Verspätungen, aber ein Wort war noch ein Wort und ein Fehlen unverzeihbar.
Heute sind Verabredungen nur noch vage Optionen zur Optimierung einer ohnehin geleasten Freizeit, in der man ständig neue Prioritäten setzt und in der der vormals allerbeste Freund im Ranking plötzlich ganz nach hinten fallen kann, weil irgendwo Biokäse im Angebot ist. Eine Verabredung aber ist verbindlich!
Ohne Verbindlichkeit ist das ganze Leben Mist. Ohne Verbindlichkeit können wir gleich wie die Einzeller der nächstbesten Nahrungsquelle hinterher quallern. Einzeller brauchen keine echten Freunde oder Sexualpartner, die teilen sich einfach, wenn sie satt sind. Aber dafür gibt es ja schon wieder FaceBook.
Mir täte es wirklich kaum leid, wenn das Funknetz bersten würde. Viele Prozesse des gesellschaftlichen Lebens würden dann wohl nicht mehr so funktionieren, aber vielleicht anders. In Vorzeiten des Mobilfunks sind auch nicht mehr Leute verhungert oder verunfallt. Arbeitgeber haben mehr zittern müssen, wenn die Mitarbeiter unerreichbar waren. Heute zittern die Arbeitnehmer. Da gibt es einen Zusammenhang, glauben Sie mir!
Auch das Internet kann von mir aus weg, diese Zeitfalle, und obwohl ich dort gerne meinen Senf hinzugebe, täte es mir we...
worte die fallen
Freizeit,
Freunde,
Geld,
Internet,
Mobilfunk,
Penisprothese,
Sexualleben,
Telefon,
Terror
Donnerstag, 8. Januar 2015
Vier... Nein: Fünf Erkenntnisse aus dem letzten Jahr! Und eine Bonuspostkarte mit schönen Grüßen!
Wow... lange her: 9. November 2014 die letzte Meldung, dann Funkstille. Nicht ohne Grund. Ich habe nachgedacht, wer hätte es gedacht, und im Nachdenken habe ich gedacht, das bringt doch nix, das mit dem Nachdenken. Dann habe ich kurz mal nicht nachgedacht, dachte dann aber, dass das ja auch nichts bringt. Aber im Grunde bringt ja gar nichts irgendwas. Auch das Schreiben nicht, dachte ich.
Beim vielen Nachdenken und Nichtnachdenken kam mir der Gedanke, dass ich mir eigentlich noch keine guten Vorsätze für das Folgejahr gemacht habe, mir noch nie in den Jahren zuvor gute Vorsätze gemacht habe und ich es wohl auch nicht tun werde, weil sich mir Sinn und Bedeutung des gute Vorsätze machens fremd ist.
Aber irgendetwas muss man ja tun, weshalb ich gedacht habe, nun ja, wenn schon keine guten Vorsätze gemacht werden, dann kann ich ja wenigstens ein paar Erkenntnisse mitnehmen ins Jahr 2015. Und an denen lasse ich geneigte Leser*innen gerne teilnehmen, das ist sozusagen mein Geschenk, das auch weiterverschenkt werden darf, wenn es nicht gefällt, was soll den das? Irgendwelche Erkenntnisse von fremden Menschen ins Regal stellen, obwohl sie einem nicht gefallen? Versteigert sie von mir aus auf eBay!
Gibt es eBay eigentlich noch? Falls ja: Wird da überhaupt noch versteigert oder gibt es da nur noch Festpreise? Ich würde mich sehr über eine Postkarte von eBay freuen, meine Adresse hat sich zwar geändert, aber man muss nur beim Einwohnermeldeamt anrufen, die geben einem gerne Auskunft.
Erkenntnis Nr. 1
Es war falsch, auf Freunde von Freunden zu hören, die fanden, dass ich mich entspannen solle und ich die Bösewichter dieser Welt nicht so ernst nehmen solle. Ich habe es probiert, habe mich entspannt und habe die Bösewichter nicht mehr so ernst genommen, wie man einen Taschendieb nicht ernst nimmt und seine Tasche offen neben sich stellt, während man desinteressiert wegschaut. Nur dass die Leute, die ich sonst ernst genommen habe und zwischenzeitlich nicht mehr ernst genommen habe, viel schlimmer sind als Taschendiebe. Genau weil viele Leute sich dauernd entspannen und Bösewichter nicht mehr ernst nehmen, hat sich diese beknackte Dresdner Pogromstimmung breit machen können.
Erkenntnis Nr. 2
Wer Anti-PC ist, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Weil er grundsätzlich die reine Anständigkeit mit Political Correctness verwechselt. Wer findet, es sei Gutmenschentum, anderen Menschen Asyl zu geben, hat sein Herz in der Tiefgarage geparkt und die Etage vergessen. Wer findet, dass ein paar "Ausländer" das Abendland gefährden und die Einwohner*innen der BRD in die Armut und in den Islam treiben, der hat vergessen, wer 2008 als Urheber der Armut in Europa ausgemacht wurde. Ich sage Euch nicht, wer das war: Lest es in der "Lügenpresse" nach! Oder in objektiv berichtenden Medien wie zum Beispiel Russia Today!
Erkenntnis Nr. 3
Überhaupt ist es gar nicht so bescheuert, die "westlichen" Medien zu kritisieren. Zu oft haben sie sich angedient, diverse Regierungserklärungen und -beschlüsse kommentarlos zu übernehmen oder darüber in Jubel auszubrechen. Aber aus einer Kritiklaune heraus die gesamten Medien, von Bild bis Zeit, von ARD bis RTL der Komplettlüge zu bezichtigen und als Ersatz staatlich gesteuerten Medien wie Russia Today volle Glaubwürdigkeit zu bescheinigen, nur weil sie das Gegenteil berichten oder behaupten, kann dümmer gar nicht sein.
Erkenntnis Nr. 4
Der Herr Friedrich hat völlig recht, wenn auch aus den falschen Gründen: Frau Merkel ist schuld an der penetranten Engstirnigkeit gegen die Idee der Anständigkeit! Sie hat ihre sogenannte Bildungsoffensive voll verkackt! Kann man anders nicht sagen! Ein derart ignorantes und verblödetes Volk steht im Gegensatz zu einer gebildeten Gesellschaft. Setzen! Sechs!
Erkenntnis Nr. 5
Ich weiß gar nicht was das sein soll, das Volk! Sind dass diese Leute in den heutigen Grenzen der BRD, dieser Mischmasch aus Mongolen, Italienern, Skandinaviern und Hugenotten, dieser genetische Gemischtwarenladen, der offenbar ganz dringend eine Frischzellenkur braucht, da er schon seit Jahrhunderten nicht mehr "rassisch durchmischt" (Stoiber) wurde und der Inzest bereits Sabberspuren am Kinn und Löcher im Hirn hinterlässt?
Das soll es erst einmal gewesen sein!
Beim vielen Nachdenken und Nichtnachdenken kam mir der Gedanke, dass ich mir eigentlich noch keine guten Vorsätze für das Folgejahr gemacht habe, mir noch nie in den Jahren zuvor gute Vorsätze gemacht habe und ich es wohl auch nicht tun werde, weil sich mir Sinn und Bedeutung des gute Vorsätze machens fremd ist.
Aber irgendetwas muss man ja tun, weshalb ich gedacht habe, nun ja, wenn schon keine guten Vorsätze gemacht werden, dann kann ich ja wenigstens ein paar Erkenntnisse mitnehmen ins Jahr 2015. Und an denen lasse ich geneigte Leser*innen gerne teilnehmen, das ist sozusagen mein Geschenk, das auch weiterverschenkt werden darf, wenn es nicht gefällt, was soll den das? Irgendwelche Erkenntnisse von fremden Menschen ins Regal stellen, obwohl sie einem nicht gefallen? Versteigert sie von mir aus auf eBay!
Gibt es eBay eigentlich noch? Falls ja: Wird da überhaupt noch versteigert oder gibt es da nur noch Festpreise? Ich würde mich sehr über eine Postkarte von eBay freuen, meine Adresse hat sich zwar geändert, aber man muss nur beim Einwohnermeldeamt anrufen, die geben einem gerne Auskunft.
Lieber Holz, selbstverständlich gibt es mich noch! Mir geht es so gut, wie es einer alten Verkaufsplattform eben gehen kann, es gab schon bessere Tage, aber ich will nicht jammern! Man kann bei uns immer noch Sachen versteigern, erst kürzlich hat einer ein Auto für einen Euro ersteigert. Ich hoffe, Dir geht es ebenfalls gut,Stimmt ja! Also dann:
Dein eBay
P.S. wolltes Du uns nicht etwas über Deine Erkenntnisse vom vergangenen Jahr erzählen?
Erkenntnis Nr. 1
Es war falsch, auf Freunde von Freunden zu hören, die fanden, dass ich mich entspannen solle und ich die Bösewichter dieser Welt nicht so ernst nehmen solle. Ich habe es probiert, habe mich entspannt und habe die Bösewichter nicht mehr so ernst genommen, wie man einen Taschendieb nicht ernst nimmt und seine Tasche offen neben sich stellt, während man desinteressiert wegschaut. Nur dass die Leute, die ich sonst ernst genommen habe und zwischenzeitlich nicht mehr ernst genommen habe, viel schlimmer sind als Taschendiebe. Genau weil viele Leute sich dauernd entspannen und Bösewichter nicht mehr ernst nehmen, hat sich diese beknackte Dresdner Pogromstimmung breit machen können.
Erkenntnis Nr. 2
Wer Anti-PC ist, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Weil er grundsätzlich die reine Anständigkeit mit Political Correctness verwechselt. Wer findet, es sei Gutmenschentum, anderen Menschen Asyl zu geben, hat sein Herz in der Tiefgarage geparkt und die Etage vergessen. Wer findet, dass ein paar "Ausländer" das Abendland gefährden und die Einwohner*innen der BRD in die Armut und in den Islam treiben, der hat vergessen, wer 2008 als Urheber der Armut in Europa ausgemacht wurde. Ich sage Euch nicht, wer das war: Lest es in der "Lügenpresse" nach! Oder in objektiv berichtenden Medien wie zum Beispiel Russia Today!
Erkenntnis Nr. 3
Überhaupt ist es gar nicht so bescheuert, die "westlichen" Medien zu kritisieren. Zu oft haben sie sich angedient, diverse Regierungserklärungen und -beschlüsse kommentarlos zu übernehmen oder darüber in Jubel auszubrechen. Aber aus einer Kritiklaune heraus die gesamten Medien, von Bild bis Zeit, von ARD bis RTL der Komplettlüge zu bezichtigen und als Ersatz staatlich gesteuerten Medien wie Russia Today volle Glaubwürdigkeit zu bescheinigen, nur weil sie das Gegenteil berichten oder behaupten, kann dümmer gar nicht sein.
Erkenntnis Nr. 4
Der Herr Friedrich hat völlig recht, wenn auch aus den falschen Gründen: Frau Merkel ist schuld an der penetranten Engstirnigkeit gegen die Idee der Anständigkeit! Sie hat ihre sogenannte Bildungsoffensive voll verkackt! Kann man anders nicht sagen! Ein derart ignorantes und verblödetes Volk steht im Gegensatz zu einer gebildeten Gesellschaft. Setzen! Sechs!
Erkenntnis Nr. 5
Ich weiß gar nicht was das sein soll, das Volk! Sind dass diese Leute in den heutigen Grenzen der BRD, dieser Mischmasch aus Mongolen, Italienern, Skandinaviern und Hugenotten, dieser genetische Gemischtwarenladen, der offenbar ganz dringend eine Frischzellenkur braucht, da er schon seit Jahrhunderten nicht mehr "rassisch durchmischt" (Stoiber) wurde und der Inzest bereits Sabberspuren am Kinn und Löcher im Hirn hinterlässt?
Das soll es erst einmal gewesen sein!
Sonntag, 9. November 2014
100 Jahre Einheit (respektive Reichspogromnacht)! Herzlichen Glückwunsch, Bunzreplik, Du geile Sau!
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| bunt, süß und kalt: Der "neue" Kapitalismus! |
Wo ich war? 1938 genetisch schon angelegt in den Hoden meiner Großväter, habe ich mit der Reichspogromnacht wohl wenig zu tun. Die Rolle meiner Großväter bleibt mir verborgen. Immerhin war der eine Gendarm und Mitglied der NSDAP. Das hätte ich nicht gedacht. Ich habe es aber erst nach seinem Tod erfahren. Es war bei ihm nicht so offensichtlich wie bei so manchem CDU- oder FDP-Politiker.
1989 war ich schon mündig und habe gewusst, dass die Einheit nicht umsonst zu haben ist. Ganz entgegen der Aussagen der sogenannten Einheitspolitiker. Heiner Geissler (CDU) hat's in den Raum gestellt und wurde deshalb kaltgestellt.
Nicht dass ich aus Kostengründen gegen die Einheit gewesen wäre. Aber auch eine demokratische Zweistaatenlösung wäre gut gewesen. Hat man der ehemaligen Tätärää nicht einfach unser Konzept der Demokratie übergestülpt? Ich denke schon! Dann aber denke ich es auch wieder nicht: Die Neudeutschen aus der Zone haben unseren rheinischen Kapitalismus nie kennenlernen dürfen. Nach dem Beitritt war der nämlich schon passé.
Der rheinische Kapitalismus war so urst gemütlich wie man es sich nicht mehr vorstellen kann heutzutage. Die Gewerkschaften waren damals noch auf der Seite der Arbeitnehmer! Es wurden regelmäßig Gehaltserhöhungen gefordert, und die Arbeitgeber haben nicht wie heute einfach Nein! gesagt.
Sie haben gesagt: Jein! Nicht so hoch jedenfalls! Keine 7 Prozent. Eher so 3! Wegen der Rezession. Oder wegen Wurst oder auch einfach so. Weil: Damals hatten manche Arbeitgeber noch ein schlechtes Gewissen, wenn sie den guten Kaviar ganz alleine gegessen haben und ihre Arbeitnehmer Wurst aus der Dose essen mussten.
Da herrschte noch Anstand. Dann aber kam die Wende und Hitler, entschuldigung, Kohl, hat den sogenannten Runden Tisch erfunden. Und vorbei war's mit dem rheinischen Kapitalismus. Denn plötzlich saßen da alle Arbeitgeber mit Politikern an einem Tisch und haben sich gegenseitig Zugeständnisse gemacht.
Und wie das so ist, wenn sich zwei unter Ausschluss der wirklich Betroffenen gegenseitig Zugeständnisse machen, kommt dabei auch nur Gutes für alle Beteiligten raus: Die Politik hat die durch die Wende ganz arg gebeutelte Wirtschaft unterstützt und die Wirtschaft hat im Gegenzug in Aussicht gestellt, nicht allzu viele Leute zu entlassen.
In Wahrheit hat die Wirtschaft aber gar nicht die Kosten der Einheit getragen. Ganz im Gegenteil hat sie enorm davon profitiert. Die Kosten haben im Grunde so egale Leute wie Du und Ich getragen, aus dem Osten und aus dem Westen. So dumme Leute verdienen es allerdings nicht, eine Arbeit zu bekommen, geschweige denn eine gut bezahlte. Die schlauen Arbeitgeber hingegen konnten ihre Versprechen, die sie der Politik gemacht hatten, aus diversen Gründen irgendwie nicht so richtig einhalten, sonst... die Arbeitsplätze, Sie wissen schon... im Ausland ohnehin billiger... knick knack!
Nennenswerte Gehaltserhöhungen gab es nun nicht mehr: Entweder waren die Zeiten schlecht und kein Geld war da oder die Zeiten waren gut und es mussten Rücklagen gebildet werden für schlechte Zeiten. Es ist nie jemand auf die Idee gekommen, in schlechten Zeiten mittels Rücklagen Gehaltserhöhungen durchzusetzen. Hätte funktionieren können, stattdessen haben wir die Gürtel enger geschnallt.
Die Gewerkschaften haben schließlich begonnen, sich ganz auf die zu konzentrieren, die noch einen Job haben und einigermaßen bezahlt werden. Dabei haben sie alle anderen vergessen, die daraufhin weniger und weniger verdient haben und am Ende gar nichts mehr, weil es keine Jobs mehr für sie gab. Dann hat Hitler, entschuldigung, Schröder, Hartz IV erfunden und alles wurde wieder gut:
Seitdem arbeiten nämlich sehr viele Leute viel für wenig Geld und ein paar Leute arbeiten wenig für sehr viel mehr Geld. Und andere arbeiten gar nicht und haben so viel wie die Leute, die viel arbeiten. Da stellt man sich dann Fragen. Aber wegen der gelungenen Bildungspolitik unserer Bunzreplik halten alle nur noch durch und haben verinnerlicht, dass der beste Lohn immer noch die Arbeit selbst ist und die Anerkennung, die daraus resultiert.
Nur das Nötigste zu haben und nicht dafür zu arbeiten gilt hingegen als verpönt und unwürdig. Solche Leute beuten den Staat aus. Solide Bildungspolitik verhindert dabei, dass die Leute auf die Idee kommen, dass es der Staat und die Wirtschaft sind, welche alle anderen ausbeuten. Der Staat, das sind wir? Da müssen dann alle wieder lachen!
Damit sich Arbeit wieder lohnt, hat Hitler, entschuldigung, Merkel, dann den Mindestlohn erfunden. Der ist eine Zukunftsinnovation, weil er erst 2017 kommt (wahrscheinlich) und dann auch nicht für alle. Ausgenommen sind alle die, die auch schon heute weniger als den Mindestlohn erhalten. Das könnte irgendwie schon wieder putzig sein in seiner Verlogenheit!
Die Einheit ist nun vollbracht: Es wächst zusammen, was zusammen gehört! Keiner hat sich Träumen lassen, wie wenig alles zusammen gehört. Entsprechend findet sich Geld zu Geld und Armut wird geteilt und vererbt. Man könnte an H.G. Wells Zeitmaschine denken, an Morlocks und an Eloys, aber selbst in dieser Dystopie scheint die Welt gerechter: Wenn wir die Reichen doch wenigstens nach einer Weile einfach aufessen dürften!
Stattdessen läuft es so ab: Wohlgekleidete Menschen höherer Einkommensklassen sowie ein paar trächtige Mitteweibchen kommen zu einer Olivenölverkostung zusammen und tunken weißes Brot in die zugegebenermaßen wohlduftende Flüssigkeit. Dazu trinken sie einen Riesling aus zu großen Weingläsern und unterhalten sich ausschließlich über Güte und Qualität der Öle und deren Produktionweise.
Früher hat man den Herstellern diese Schrulligkeit gestattet, schließlich will man ja, dass schmeckt was sie herzustellen gedenken. Heute muss auch noch der Kunde zum Experten werden und sanft mit den Augen rollend Speiseöl goutieren, womöglich gurgeln und über den warmen Abgang und die leicht nussige Note dieses vorzüglichen Öls aus biologischer Herstellung raissonieren.
Ich habe es ungefähr zehn Minuten dort ausgehalten und habe mich dann verdrückt, ohne noch ein Foto zu machen. Gestern konnte ich es noch nicht erklären, was mich eigentlich mehr gestört hatte: das blasierte Getue der betuchten Gäste, der Hype um ein Lebensmittel, das esoterische, pseudophilosophische Drumherum? Ich sagte mir: Du bist aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht so weit, an einer Speiseölverkostung Freude zu haben!
Heute denke ich: Ich bin innerlich einfach noch nicht tot genug, um mich nicht darüber aufzuregen, wenn erwachsene Menschen ihren Fokus auf etwas völlig Nebensächliches lenken und einem Speiseöl eine beinahe religiöse Bedeutung zugestehen, während sich in aller Welt Menschen auf der Flucht befinden, im Mittelmeer ersaufen oder gleich von einer Horde Irrer vor Ort ermordet werden.
Können Menschen, die völlig ernsthaft Brot ins Olivenöl stippen und darüber philosophieren, über ein politisches (Verantwortungs-) Bewusstsein verfügen? Die wählen doch bestimmt alle die Grünen! Woran erinnert mich das? Ach ja: Kunst setzt ebenfalls blasierte Vollpfosten frei, doch ist Kunst auch immer Ausdruck einer empfundenen Gegenwart und damit auch politisch. Öl hingegen ist doch nur politisch, wenn es aus der Erde kommt und man viel Brumm Brumm damit machen kann. Wo sind die Waffen, wenn man sie mal braucht?
worte die fallen
9/11,
Bildung,
Bundesrepublik,
DDR,
Einheit,
Ground Zero,
Hartz,
IV,
Kapitalismus,
Kohl,
Merkel,
Nazis,
Öl,
Reichspogromnacht,
Schröder,
Wirtschaft
Samstag, 1. November 2014
Trotz Kulturimport, Geschenken und Kindheitstraumata: Knutschen!
Die Welt ist seltsam und fremd! Die Menschen darauf auch! Ich gehe gerne mit C. spazieren. Wenn die Zeit knapp ist, auch durch Friedrichshain. Und manchmal sage ich zu ihr: "Schau mal, es gibt wieder Geschenke!" Denn: Neuerdings steht vor gefühlt jedem dritten Haus ein Haufen Sperrmüll, daran befestigt ein handgeschriebenes Zettelchen mit Blümchen darauf und der Aufschrift: Zu verschenken!
Das ist augenscheinlich nicht nett gemeint. Wer denkt, dass man fremden Menschen mit dem zerfledderten Krimskrams eine Freude macht, hat entweder ein seltsames Verhältnis zu der auch in der BRD vorhandenen Armut oder ist schlicht zu faul, seinen Müll dorthin zu verbringen, wo er hingehört: In den Sperrmüll! In Neukölln wird an der Straße abgestellter Sperrmüll übrigens ausschließlich den Sinti und Roma zugeschrieben: Wenn das mal kein Irrtum ist!
Ebenso merkwürdig ist das über den Umweg der USA zu uns geschwappte irische Kostümfest namens Halloween. In beiden Ländern hat dieses Fest eine gewisse Tradition. In jeder US-Serie taucht mindestens einmal der Moment auf, an dem der ganze Ort an Halloween unterwegs ist und sich gegenseitig erschreckt. Manchmal passiert auch wirklich Gruseliges: Ein Fest für Serienmörder!
In Friedrichshain, tatsächlich Hort protestantischer Enthaltsam- und Spießigkeit sowie spaßfremdelnder grüner Wähler*innen, tauchte gestern immer wieder mal ein anderes, vereinzeltes Kind in gekauftem Hexenkostüm gemeinsam mit seinen Helikoptereltern auf. Dies lief so ab: Die Eltern klingeln an fremden Türen und sagen artig auf: "Süßes oder Saures!" Das Kind ist stets schüchtern oder stumm (oder beides) und versteckt sich hinter Mamis Rockzipfel.
C. und ich sind natürlich nicht vorbereitet gewesen. Halloween gehört nicht zu unserem kulturellen Erbe, daher hatten wir nicht damit gerechnet, sumpfdumme Eltern mit ihrer Brut vor unserer Türe zu finden. Wir husteten also kurz ins Treppenhaus und sagten, dass wir in Trauer sind, weil gestern unser Mitbewohner an Ebola verstorben sei.
Nein, Halloween ist ein uns fremdes Franchise, damit die Erlebnisgastronomie und die Verkleidungsbranche in zeitlich gut platziertes, weiteres Event verbuchen darf. Denn vorher gab es zwischen Sommerferien und Weihnachten gar nichts, mit dem man hätte Geld verdienen können. Deswegen gibt es ja auch die Kneipen, in denen man jeden Tag Silvester, Fasching und Weihnachten zugleich feiern kann. Und nun eben auch Halloween.
Leute, die sonst kein gutes Haar an der USA lassen und jeden Kulturimport von dort der Unzulänglichkeit und des Zionismus zichten, sind plötzlich kaum zu halten: Endlich mal wieder verkleiden und was total Lustiges, Verrücktes tun! Diese Leute, sie sind ganz arme Würstchen, wenn sie so etwas brauchen, um ihrem tristen Alltag etwas entgegensetzen zu können.
Ich selbst habe die ganze Verkleiderei nie ganz verstehen können. Ich war wohl schon immer am Liebsten ich selbst. Ich muss zugeben: Als Kind habe ich mich gerne als Cowboy verkleidet. An Fasching hat man sich nämlich als solcher ausgegeben und dann wilde Schießereien zelebriert. Das hat mich davor bewahrt, in meiner Schule mit echter Munition um mich zu schießen. Es wäre interessant zu erfahren, ob die jugendlichen Amokschützen jüngerer Zeit von ihren Eltern gezwungen wurden, in pädagogisch wertvollen Kostümen herumzulaufen. Waldorf- Education made me a serial killer, my dear!
Manche Eltern zwangen ihre Kinder in Indianerkostüme. Leicht zu erraten, dass in einer durch Western von Gestern sozialisierten Jugend die Indianer erstens böse, zweitens Loser und deshalb drittens schnell tot waren. Meine Mutter, sonst nicht gerade ein pädagogisches Genie, hatte eines Tages die perfide Idee, mich in ein Clownskostüm zu zwingen. Grund: Weil ich bislang jedes Jahr Cowboy gewesen sei und sie das langweilig fand.
Was langweilig ist und was nicht, wusste ich immer selbst am Besten. Verheult und zitternd kam ich als Clown zum Maskenball. Obwohl ich bewaffnet war (Waffenschmuggel), kann man sich leicht vorstellen, dass ein Clown im Wilden Westen ein Opfer verschiedenster Todesarten ist. Cowboys und Indianer, sonst Erzfeinde, verbündeten sich einzig mit dem Ziel, mich auf diverseste Arten umbringen zu können.
Schlussendlich bin ich froh, dass meine Mutter nicht auf die Idee kam, mich als Blümchen oder Prinzessin zu verkleiden. Doch der Clown war schlimm genug: Dass ich danach nicht an meiner Grundschule Amok gelaufen bin, lag nur daran, dass meine Eltern nicht über Schusswaffen verfügten. Eine Axt wäre zwar auch effektiv gewesen, kam aber in Western von Gestern nicht vor. Daher bin ich auch nicht auf die Idee gekommen.
Seitdem habe ich es jedenfalls vermieden, mich zu verkleiden. Es war lange Zeit auch gar nicht nötig: Die Dorfjugend verkroch sich in ihre Jugendzimmer, um sich auf einem Kasten Bier sitzend langsam aber stetig Alkohol einzuflößen. Die Masken fielen, und wir waren ganz wir selbst. Letztlich rappelte ich mich auf, setzte die Maske der Zivilisation wieder auf und ging irgendwann nach meiner Ausbildung studieren. In D. waren leider Mottofeten der Hit.
Ich ging zwar gerne auf Partys, hatte aber keine Lust mich zu verkleiden. Die Menschen um mich herum fanden mich langweilig, weil ich nun mal am Liebsten ich selbst war: Ein Verkleidungsmuffel. Mein einziges Zugeständnis war ein Pappschild, dass ich mir eines Abends umhängte: "Ich bin Pamela Anderson, verkleidet als Holz E. von Bald"* (*Name geändert, die Red.). Selbstredend hat niemand die Genialität dieses Kostüms goutiert noch verstanden. Ich habe dann aber doch noch geknutscht, ganz ohne Dialektik. Das Pappschild hing an der Garderobe.
Das ist augenscheinlich nicht nett gemeint. Wer denkt, dass man fremden Menschen mit dem zerfledderten Krimskrams eine Freude macht, hat entweder ein seltsames Verhältnis zu der auch in der BRD vorhandenen Armut oder ist schlicht zu faul, seinen Müll dorthin zu verbringen, wo er hingehört: In den Sperrmüll! In Neukölln wird an der Straße abgestellter Sperrmüll übrigens ausschließlich den Sinti und Roma zugeschrieben: Wenn das mal kein Irrtum ist!
Ebenso merkwürdig ist das über den Umweg der USA zu uns geschwappte irische Kostümfest namens Halloween. In beiden Ländern hat dieses Fest eine gewisse Tradition. In jeder US-Serie taucht mindestens einmal der Moment auf, an dem der ganze Ort an Halloween unterwegs ist und sich gegenseitig erschreckt. Manchmal passiert auch wirklich Gruseliges: Ein Fest für Serienmörder!
In Friedrichshain, tatsächlich Hort protestantischer Enthaltsam- und Spießigkeit sowie spaßfremdelnder grüner Wähler*innen, tauchte gestern immer wieder mal ein anderes, vereinzeltes Kind in gekauftem Hexenkostüm gemeinsam mit seinen Helikoptereltern auf. Dies lief so ab: Die Eltern klingeln an fremden Türen und sagen artig auf: "Süßes oder Saures!" Das Kind ist stets schüchtern oder stumm (oder beides) und versteckt sich hinter Mamis Rockzipfel.
C. und ich sind natürlich nicht vorbereitet gewesen. Halloween gehört nicht zu unserem kulturellen Erbe, daher hatten wir nicht damit gerechnet, sumpfdumme Eltern mit ihrer Brut vor unserer Türe zu finden. Wir husteten also kurz ins Treppenhaus und sagten, dass wir in Trauer sind, weil gestern unser Mitbewohner an Ebola verstorben sei.
Nein, Halloween ist ein uns fremdes Franchise, damit die Erlebnisgastronomie und die Verkleidungsbranche in zeitlich gut platziertes, weiteres Event verbuchen darf. Denn vorher gab es zwischen Sommerferien und Weihnachten gar nichts, mit dem man hätte Geld verdienen können. Deswegen gibt es ja auch die Kneipen, in denen man jeden Tag Silvester, Fasching und Weihnachten zugleich feiern kann. Und nun eben auch Halloween.
Leute, die sonst kein gutes Haar an der USA lassen und jeden Kulturimport von dort der Unzulänglichkeit und des Zionismus zichten, sind plötzlich kaum zu halten: Endlich mal wieder verkleiden und was total Lustiges, Verrücktes tun! Diese Leute, sie sind ganz arme Würstchen, wenn sie so etwas brauchen, um ihrem tristen Alltag etwas entgegensetzen zu können.
Ich selbst habe die ganze Verkleiderei nie ganz verstehen können. Ich war wohl schon immer am Liebsten ich selbst. Ich muss zugeben: Als Kind habe ich mich gerne als Cowboy verkleidet. An Fasching hat man sich nämlich als solcher ausgegeben und dann wilde Schießereien zelebriert. Das hat mich davor bewahrt, in meiner Schule mit echter Munition um mich zu schießen. Es wäre interessant zu erfahren, ob die jugendlichen Amokschützen jüngerer Zeit von ihren Eltern gezwungen wurden, in pädagogisch wertvollen Kostümen herumzulaufen. Waldorf- Education made me a serial killer, my dear!
Manche Eltern zwangen ihre Kinder in Indianerkostüme. Leicht zu erraten, dass in einer durch Western von Gestern sozialisierten Jugend die Indianer erstens böse, zweitens Loser und deshalb drittens schnell tot waren. Meine Mutter, sonst nicht gerade ein pädagogisches Genie, hatte eines Tages die perfide Idee, mich in ein Clownskostüm zu zwingen. Grund: Weil ich bislang jedes Jahr Cowboy gewesen sei und sie das langweilig fand.
Was langweilig ist und was nicht, wusste ich immer selbst am Besten. Verheult und zitternd kam ich als Clown zum Maskenball. Obwohl ich bewaffnet war (Waffenschmuggel), kann man sich leicht vorstellen, dass ein Clown im Wilden Westen ein Opfer verschiedenster Todesarten ist. Cowboys und Indianer, sonst Erzfeinde, verbündeten sich einzig mit dem Ziel, mich auf diverseste Arten umbringen zu können.
Schlussendlich bin ich froh, dass meine Mutter nicht auf die Idee kam, mich als Blümchen oder Prinzessin zu verkleiden. Doch der Clown war schlimm genug: Dass ich danach nicht an meiner Grundschule Amok gelaufen bin, lag nur daran, dass meine Eltern nicht über Schusswaffen verfügten. Eine Axt wäre zwar auch effektiv gewesen, kam aber in Western von Gestern nicht vor. Daher bin ich auch nicht auf die Idee gekommen.
Seitdem habe ich es jedenfalls vermieden, mich zu verkleiden. Es war lange Zeit auch gar nicht nötig: Die Dorfjugend verkroch sich in ihre Jugendzimmer, um sich auf einem Kasten Bier sitzend langsam aber stetig Alkohol einzuflößen. Die Masken fielen, und wir waren ganz wir selbst. Letztlich rappelte ich mich auf, setzte die Maske der Zivilisation wieder auf und ging irgendwann nach meiner Ausbildung studieren. In D. waren leider Mottofeten der Hit.
Ich ging zwar gerne auf Partys, hatte aber keine Lust mich zu verkleiden. Die Menschen um mich herum fanden mich langweilig, weil ich nun mal am Liebsten ich selbst war: Ein Verkleidungsmuffel. Mein einziges Zugeständnis war ein Pappschild, dass ich mir eines Abends umhängte: "Ich bin Pamela Anderson, verkleidet als Holz E. von Bald"* (*Name geändert, die Red.). Selbstredend hat niemand die Genialität dieses Kostüms goutiert noch verstanden. Ich habe dann aber doch noch geknutscht, ganz ohne Dialektik. Das Pappschild hing an der Garderobe.
Montag, 20. Oktober 2014
Gegen den Sumpf des organisierten Elends! Warum ich nicht Regierender Bürgermeister sein will!
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| Einfach mal Nein sagen |
Etwas beleidigt war ich schon, dass die Berliner SPD mich völlig übergangen bei der Wahl zum Nachfolger Wowereits als Regierender Bürgermeister. Einzig deshalb wäre ich gerne gefragt worden, damit ich hätte ablehnen können. Okay, ich war auch mit der Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten nicht einverstanden, hätte allerdings lieber mich in dieser Position gesehen.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich völlig recht hatte: Ich wäre eindeutig die bessere und klügere Wahl gewesen. Was sich schon daran zeigt, dass ich über einen weniger abstrakten Begriff von Freiheit verfüge und mich nicht so schmierig in die Rolle des Bundesfeldkaplans bugsiert hätte, nur um völlig unnötig der Rüstungslobby zu gefallen.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich völlig recht hatte: Ich wäre eindeutig die bessere und klügere Wahl gewesen. Was sich schon daran zeigt, dass ich über einen weniger abstrakten Begriff von Freiheit verfüge und mich nicht so schmierig in die Rolle des Bundesfeldkaplans bugsiert hätte, nur um völlig unnötig der Rüstungslobby zu gefallen.
Aber Regierender Bürgermeister würde ich nicht werden wollen! Zumindest dieses Mal nicht! Derzeit muss ich leider den Satz sagen, den ich in anderen Zusammenhängen gerne sage: Ich stehe Euch alten Saftpressen nicht zur Verfügung! Das hat Gründe, und bevor ich geshitstormt werde, weil ich keine Gründe angebe, werde ich lieber geshitstormt, weil ich die Gründe nenne!
So oder so brauche ich zwar keine Angst zu haben, denn geshitstormt wurde ich noch nie, was wohl weniger mit meiner moderaten Form der Meinungsmache zusammen hängt als mit der Tatsache, dass von den durchschnittlich 100 Besucher*innen pro Post wahrscheinlich kaum einer den betreffenden Postließt oder einfach denkt: Aha! (völlig emotionslos ausgesprochen). Ein Shitstorm von lediglich zwei verärgerten Shitstormer*innen ist nun mal kein Shitstorm, sondern eher drollig. Nicht, dass es zwei verärgerte Leser*innen jemals auf einmal einen meiner Texte angegriffen hätten. Doch wo bleiben die Vergleiche mit Goebbels?
Zurück zum Thema: Die Apfelernte ist dieses Jahr so dermaßen üppig ausgefallen, dass aufgrund des Handelsboykotts gegen Russland die Apfelbauern wohl verhungern müssen. Doch ich habe die Lösung: Sollen sie doch Äpfel essen! Aus Äpfeln kann man auch wunderbares Kompott machen, und das ist phonetisch mit Boykott ja auch verwandt. Mir tun nur die vielen Russen leid, die nun Äpfel aus eigener Herstellung essen müssen. Das ist ein Skandal.
Nun ist der Bundesregierung löblicherweise noch nicht der Gedanke gekommen, sie können den Nahen Osten mit Äpflen befrieden. Auch ist sie noch nicht darauf verstiegen, die Kurden im Irak mit Äpfeln zu beliefern, damit sie diese bärtigen Irren mit dem Youtube- Fimmel zu Tode äpfeln können. Aber vielleicht sollte man den Ayatollah Erdogan ein paar Äpfel zusenden, deren Genuss soll gut gegen Verstopfung sein, oder unter was immer dieser Idiot (in rein dostojewskischem Sinn) leidet.
Auf jeden Fall sollte Herr Henkel, seines Zeichens Senator für Inneres und Sport in Berlin, ein paar Äpfel verdrücken: Der "Kingpin des Schreckens" tritt nicht nur aus völlig unklaren Motiven für die Bewerbung der Stadt für die olympischen Spiele ein, er ist auch bekannt dafür, gegen das "Verbrechen" gnadenlos vorzugehen: Seine bevorzugten Ziele sind die durch Lobbyisten stark unterstützten Asylbewerber*innen, Linke und Mieter.
Sollen sie doch in die DDR gehen, wenn es ihnen hier nicht gefällt! Und all die Drückeberger, die sich der Verantwortung und der Strafverfolgung in ihrem Herkunftsland nicht stellen wollen und dem mittellosen deutschen Mittelstand auf der Tasche liegen mit ihrem frechen Protest, ja Herrschaftszeiten, wo sammer denn? Frau sein wollen, oder schwul, oder arm,oder gar oppositionell, die Liste ist lang, und dann nicht die Eier haben, sich dem zu stellen und sich stattdessen nach Deutschland zu verdrücken... ehrloses Gsindel! Das!
So oder so brauche ich zwar keine Angst zu haben, denn geshitstormt wurde ich noch nie, was wohl weniger mit meiner moderaten Form der Meinungsmache zusammen hängt als mit der Tatsache, dass von den durchschnittlich 100 Besucher*innen pro Post wahrscheinlich kaum einer den betreffenden Postließt oder einfach denkt: Aha! (völlig emotionslos ausgesprochen). Ein Shitstorm von lediglich zwei verärgerten Shitstormer*innen ist nun mal kein Shitstorm, sondern eher drollig. Nicht, dass es zwei verärgerte Leser*innen jemals auf einmal einen meiner Texte angegriffen hätten. Doch wo bleiben die Vergleiche mit Goebbels?
Zurück zum Thema: Die Apfelernte ist dieses Jahr so dermaßen üppig ausgefallen, dass aufgrund des Handelsboykotts gegen Russland die Apfelbauern wohl verhungern müssen. Doch ich habe die Lösung: Sollen sie doch Äpfel essen! Aus Äpfeln kann man auch wunderbares Kompott machen, und das ist phonetisch mit Boykott ja auch verwandt. Mir tun nur die vielen Russen leid, die nun Äpfel aus eigener Herstellung essen müssen. Das ist ein Skandal.
Auf jeden Fall sollte Herr Henkel, seines Zeichens Senator für Inneres und Sport in Berlin, ein paar Äpfel verdrücken: Der "Kingpin des Schreckens" tritt nicht nur aus völlig unklaren Motiven für die Bewerbung der Stadt für die olympischen Spiele ein, er ist auch bekannt dafür, gegen das "Verbrechen" gnadenlos vorzugehen: Seine bevorzugten Ziele sind die durch Lobbyisten stark unterstützten Asylbewerber*innen, Linke und Mieter.
Sollen sie doch in die DDR gehen, wenn es ihnen hier nicht gefällt! Und all die Drückeberger, die sich der Verantwortung und der Strafverfolgung in ihrem Herkunftsland nicht stellen wollen und dem mittellosen deutschen Mittelstand auf der Tasche liegen mit ihrem frechen Protest, ja Herrschaftszeiten, wo sammer denn? Frau sein wollen, oder schwul, oder arm,oder gar oppositionell, die Liste ist lang, und dann nicht die Eier haben, sich dem zu stellen und sich stattdessen nach Deutschland zu verdrücken... ehrloses Gsindel! Das!
Gegen diesen Mann hätte ich als Regierender Bürgermeister das Nachsehen. Gegen seine Größe, seine Güte und sein Kalkül wäe ich ein Nichts, ein Niemand. Mir bliebe nur der Alkohol. Also ist so ein Glamour-Ferkel wie der Stadtentwicklungssenator Müller genau die richtige Wahl. Olympic-Frank und Gentri-Michael sind das perfekte Duo: Wo Verbrechensbekämpfung und Gestaltungswille aufeinandertrifft, ist Olympia nicht weit! War On Poverty! Support Your Local Property!
Aber wahrscheinlich wird der Rücktritt des derzeitigen Regierenden Bürgermeister ohnehin auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Vielleicht gibt es bereits einen Termin, an dem der wahrscheinliche Termin des Rücktritts verkündet wird, möglicherweise erfolgt dieser auch etappenweise. Herr Müller wird sich bis zu seiner endgültigen Erööfnung wohl noch etwas gedulden müssen.
Sonntag, 5. Oktober 2014
Das Grundgesetz auf dem Prüfstand! Heute: Das Recht auf freie Zerlegung anderer Personen!
Heute wollen wir mal die ganze Angelegenheit (darauf komme ich noch) von juristischer Seite betrachten. Natürlich habe ich keinen blassen Schimmer von der Juristerei, gehe aber davon aus, dass Gesetze auf Grundlage von Interessensabwägungen innerhalb einer Gesellschaft enstanden sind, ergo immer auch verhandelt sind und verhandelbar bleiben.
Das Grundgesetz garantiert jedem Menschen innerhalb der bundesdeutschen Grenze die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Dieses Grundrecht gilt eingeschränkt, sollte durch das freie Handeln die verfassungsmäßige Ordnung oder gar das Sittengesetz gestört werden. Schlussendlich dürfen durch die Entfaltung meiner Persönlichkeit auch nicht die Rechte anderer verletzt werden. Das impliziert natürlich Konflikte innerhalb der Gemeinschaft, gerade da wo auch gegensätzliche Auffassungen von der Art der freien Entfaltung einer Persönlichkeit herrschen.
Für Mieter A ist es beispielsweise die ausgelassene Art des Tobens, des Musizierens und des Pflegens außergewöhnlich geräusch- und schwingungsintensiven Gangarten auf der vierten Etage, die das grundsätzliche Verständnis dieses Rechtes darstellt.
Für Mieter B, eine Etage darunter, ist Wohnen möglicherweise mit Rückzug und dem Bedürfnis nach Ruhe verbunden. Nun lässt sich beides nicht miteinander vereinbaren. Deshalb geht Mieter B, seiner Möglichkeit auf freier Entfaltung seiner Persönlichkeit beraubt nach oben, um einen Kompromis zu erzielen.
Mieter B liegt insofern richtig, dass er sein Recht nicht über die Rechte anderer stellt und die Bedürfnisse anderer respektiert. Wahrscheinlich hat er in seiner Miethistorie auch selber mal kräftig daneben gelegen und so manchen Ärger verursacht und schon früher Kompromisse herbeigeführt. Trotzdem begibt sich Mieter B höchst ungern in die vierte Etage, weil das auch irgendwie spießig ist. Aber er kann unter diesen Umständen auf keinen Fall lesen, schon gar nicht schreiben und in die Malerei schleicht sich ein unerwünscht dunkler Ton ein.
Leider sagt Mieter A, dass es nun mal laut hergehe, wenn man ein Kind hat und dass man da nichts machen könne. Den Einwand, dass das Kind wohl am allerwenigsten störe, nimmt er nicht zur Kenntnis. Er ist auch nicht bereit, sein Schlagzeug mit Dämmmaterial zu unterlegen, weil sich in seiner alten Wohnung ja auch nie jemand beschwert habe. Schließlich habe er das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Er fühle sich nun regelrecht eingechränkt aufgrund des impertinenten Versuchs der Verhandlung gegensätzlicher Interessen.
Nachdem Mieter B, der selbst schon 25 Jahre zur Miete lebt (Jubiläum!), der bislang noch nie Grund zur Klage hatte und sich ohnehin etwas schämt, vor der Tür des Nachbarn zu stehen und wie ein alter Mann um etwas Ruhe zu bitten und sein Recht auf ... (Sie wissen schon) einzufordern, plötzlich vor einer verschlossenen Tür steht, steigt in ihm ein Zorn hoch. Der Zorn steigert sich während der nächsten drei Male (also nur da, wo es absolut notwendig gewesen sein mag), bei denen er um Rücksicht bittet, ja bettelt. Selbstredend wird dieser Zorn in Freundlichkeit gepackt, wir sind ja schließlich zivilisiert. Trotzdem nagt schon Hass die Seele an.
Beim nächsten Mal möchte ich an dieser Stelle auf das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit des Individuums eingehen und dessen Verhandelbarkeit überprüfen.
Das Grundgesetz garantiert jedem Menschen innerhalb der bundesdeutschen Grenze die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Dieses Grundrecht gilt eingeschränkt, sollte durch das freie Handeln die verfassungsmäßige Ordnung oder gar das Sittengesetz gestört werden. Schlussendlich dürfen durch die Entfaltung meiner Persönlichkeit auch nicht die Rechte anderer verletzt werden. Das impliziert natürlich Konflikte innerhalb der Gemeinschaft, gerade da wo auch gegensätzliche Auffassungen von der Art der freien Entfaltung einer Persönlichkeit herrschen.
Für Mieter A ist es beispielsweise die ausgelassene Art des Tobens, des Musizierens und des Pflegens außergewöhnlich geräusch- und schwingungsintensiven Gangarten auf der vierten Etage, die das grundsätzliche Verständnis dieses Rechtes darstellt.
Für Mieter B, eine Etage darunter, ist Wohnen möglicherweise mit Rückzug und dem Bedürfnis nach Ruhe verbunden. Nun lässt sich beides nicht miteinander vereinbaren. Deshalb geht Mieter B, seiner Möglichkeit auf freier Entfaltung seiner Persönlichkeit beraubt nach oben, um einen Kompromis zu erzielen.
Mieter B liegt insofern richtig, dass er sein Recht nicht über die Rechte anderer stellt und die Bedürfnisse anderer respektiert. Wahrscheinlich hat er in seiner Miethistorie auch selber mal kräftig daneben gelegen und so manchen Ärger verursacht und schon früher Kompromisse herbeigeführt. Trotzdem begibt sich Mieter B höchst ungern in die vierte Etage, weil das auch irgendwie spießig ist. Aber er kann unter diesen Umständen auf keinen Fall lesen, schon gar nicht schreiben und in die Malerei schleicht sich ein unerwünscht dunkler Ton ein.
Leider sagt Mieter A, dass es nun mal laut hergehe, wenn man ein Kind hat und dass man da nichts machen könne. Den Einwand, dass das Kind wohl am allerwenigsten störe, nimmt er nicht zur Kenntnis. Er ist auch nicht bereit, sein Schlagzeug mit Dämmmaterial zu unterlegen, weil sich in seiner alten Wohnung ja auch nie jemand beschwert habe. Schließlich habe er das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Er fühle sich nun regelrecht eingechränkt aufgrund des impertinenten Versuchs der Verhandlung gegensätzlicher Interessen.
Nachdem Mieter B, der selbst schon 25 Jahre zur Miete lebt (Jubiläum!), der bislang noch nie Grund zur Klage hatte und sich ohnehin etwas schämt, vor der Tür des Nachbarn zu stehen und wie ein alter Mann um etwas Ruhe zu bitten und sein Recht auf ... (Sie wissen schon) einzufordern, plötzlich vor einer verschlossenen Tür steht, steigt in ihm ein Zorn hoch. Der Zorn steigert sich während der nächsten drei Male (also nur da, wo es absolut notwendig gewesen sein mag), bei denen er um Rücksicht bittet, ja bettelt. Selbstredend wird dieser Zorn in Freundlichkeit gepackt, wir sind ja schließlich zivilisiert. Trotzdem nagt schon Hass die Seele an.
Beim nächsten Mal möchte ich an dieser Stelle auf das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit des Individuums eingehen und dessen Verhandelbarkeit überprüfen.
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